Ulrich
Aktives Mitglied
Moin!
Nun ja, das war also das Perseiden Maximum?
Ich war von 22:30 bis ca. 5 MESZ draußen.
Das interessanteste an der Nacht war, dass es nach 0 MESZ endlich erträglich kühl wurde, und dass obwohl ein dauerhafter leichter Wind es an der Sternwarte ohnehin schon etwas erträglicher macht.
Um 22:30 hatten wir immer noch +32 Grad und als ich um 5 wieder zu Hause war, zeigte das Backofen-Messgerät auch noch satte +22.5 Grad an.
Ok, zu den Beobachtungen. Es gab echt wenige Perseiden. Allerdings bin ich ziemlich oft von 5 Gästen auf der Stw. vom dauerhaften beobachten abgehalten worden.
Das Highlight der Nacht war wohl eine 120 Grad weit fliegende Perseide, die sich genau entlang der Achse des Schwans zeigte. Helligkeit runde -3 bis -4mag mit einem Minimum in der Mitte der Bahn. Man hatte den Eindruck, dass der Meteoroid einen irrsinningen Drehimpuls am abbauen war.
Ein ähnlicher Meteor zeigte sich im laufe der Nacht nochmals mit der gleichen Bahnrichtung, aber nur noch runde 40 Grad Bahnlänge. Dafür gab es bei diesem direkt einen zweiten Schwachen im gleichen Kanal hinterher.
Ein weiteres Highlight kam dann noch kurz nach 4 MESZ in Form eines "Geisterfahrers". Eine -4mag rein weiße Sternschnuppe aus dem Schwan kommend bis zur Cassiopeia. Auch diese hatte in der Mitte ihrer Bahn wieder ein Minimum.
Wirkliche Knaller konnte ich leider nicht beobachten und von der Anzahl der gesehenen Perseiden hatte ich am vergangenen Sonntagmorgen pro Zeiteinheit schon mehr, als letzte Nacht.
Was aber ganz deutlich auffiel, war die Tatsache, dass mit höhersteigendem Radianten, so wie es sein soll, die Raten permanent anstiegen.
Was noch auffiel, war die rote Farbe fast aller Perseiden mit 0mag und heller. Allerdings gab es auch 2 mal ein grünes Nachleuchten.
Problem bei uns in Mainz war aber insgesamt eine temporäre Verseuchung des Himmels mit auseinanderlaufenden Kondensstreifen. Nur von 22:30 bis 23:30 und von 3 - 5 MESZ war der Himmel weitgehend sauber. Und wer schonmal Mond-beleuchtete Kondensstreifen gesehen hat, weiss wie sehr die nerven können.
Nun ja, dafür trugen sie aber zu einem phasenweise exzellenten Seeing bei, das es auf der Skala von 1 - 6 auf die 5-6 schaffen konnte. So knack-scharf habe ich Solis Lacus und die Tharsis Ebene noch nie gesehen. Nicht nur Olympus Mons gingen visuell, nein, auch die ganze Kette der Tharsis Vulkan konnte ohne Probleme im 12 Zoll LX200 bei 300-facher Vergrößerung abgegrast werden.
Gegen Morgen mussten wir dann auch noch feststellen, dass es ja schon wieder kalt werden muss, denn Orion zeigte sich am Himmel. Und unweit von diesem haben wir dann auch noch einen Blick auf Saturn gewagt, dessen Ringe sich ja jetzt wieder schließen. Schön, dass die Planetenbeobachter jetzt auch wieder was anderes zu sehen bekommen als "nur" den Mars.
Insgesamt fällt das Fazit also nicht ganz negativ aus, denn bei dem Mars, muss man einfach zufrieden sein.
Ich hoffe mal, dass es nächstes Jahr mit den prognostizierten moderaten Perseidenraten klappt und jetzt heisst es erstmal warten auf die Leoniden. Vielleicht gibts dazu in Deutschland ja auch mal gutes Wetter.
Gruß und klaren Himmel!
Ulrich
Nun ja, das war also das Perseiden Maximum?
Ich war von 22:30 bis ca. 5 MESZ draußen.
Das interessanteste an der Nacht war, dass es nach 0 MESZ endlich erträglich kühl wurde, und dass obwohl ein dauerhafter leichter Wind es an der Sternwarte ohnehin schon etwas erträglicher macht.
Um 22:30 hatten wir immer noch +32 Grad und als ich um 5 wieder zu Hause war, zeigte das Backofen-Messgerät auch noch satte +22.5 Grad an.
Ok, zu den Beobachtungen. Es gab echt wenige Perseiden. Allerdings bin ich ziemlich oft von 5 Gästen auf der Stw. vom dauerhaften beobachten abgehalten worden.
Das Highlight der Nacht war wohl eine 120 Grad weit fliegende Perseide, die sich genau entlang der Achse des Schwans zeigte. Helligkeit runde -3 bis -4mag mit einem Minimum in der Mitte der Bahn. Man hatte den Eindruck, dass der Meteoroid einen irrsinningen Drehimpuls am abbauen war.
Ein ähnlicher Meteor zeigte sich im laufe der Nacht nochmals mit der gleichen Bahnrichtung, aber nur noch runde 40 Grad Bahnlänge. Dafür gab es bei diesem direkt einen zweiten Schwachen im gleichen Kanal hinterher.
Ein weiteres Highlight kam dann noch kurz nach 4 MESZ in Form eines "Geisterfahrers". Eine -4mag rein weiße Sternschnuppe aus dem Schwan kommend bis zur Cassiopeia. Auch diese hatte in der Mitte ihrer Bahn wieder ein Minimum.
Wirkliche Knaller konnte ich leider nicht beobachten und von der Anzahl der gesehenen Perseiden hatte ich am vergangenen Sonntagmorgen pro Zeiteinheit schon mehr, als letzte Nacht.
Was aber ganz deutlich auffiel, war die Tatsache, dass mit höhersteigendem Radianten, so wie es sein soll, die Raten permanent anstiegen.
Was noch auffiel, war die rote Farbe fast aller Perseiden mit 0mag und heller. Allerdings gab es auch 2 mal ein grünes Nachleuchten.
Problem bei uns in Mainz war aber insgesamt eine temporäre Verseuchung des Himmels mit auseinanderlaufenden Kondensstreifen. Nur von 22:30 bis 23:30 und von 3 - 5 MESZ war der Himmel weitgehend sauber. Und wer schonmal Mond-beleuchtete Kondensstreifen gesehen hat, weiss wie sehr die nerven können.
Nun ja, dafür trugen sie aber zu einem phasenweise exzellenten Seeing bei, das es auf der Skala von 1 - 6 auf die 5-6 schaffen konnte. So knack-scharf habe ich Solis Lacus und die Tharsis Ebene noch nie gesehen. Nicht nur Olympus Mons gingen visuell, nein, auch die ganze Kette der Tharsis Vulkan konnte ohne Probleme im 12 Zoll LX200 bei 300-facher Vergrößerung abgegrast werden.
Gegen Morgen mussten wir dann auch noch feststellen, dass es ja schon wieder kalt werden muss, denn Orion zeigte sich am Himmel. Und unweit von diesem haben wir dann auch noch einen Blick auf Saturn gewagt, dessen Ringe sich ja jetzt wieder schließen. Schön, dass die Planetenbeobachter jetzt auch wieder was anderes zu sehen bekommen als "nur" den Mars.
Insgesamt fällt das Fazit also nicht ganz negativ aus, denn bei dem Mars, muss man einfach zufrieden sein.
Ich hoffe mal, dass es nächstes Jahr mit den prognostizierten moderaten Perseidenraten klappt und jetzt heisst es erstmal warten auf die Leoniden. Vielleicht gibts dazu in Deutschland ja auch mal gutes Wetter.
Gruß und klaren Himmel!
Ulrich