Pferdekopfnebel

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praktikant

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Hi,
in der Nacht auf Dienstag konnte ich das erste Mal den Pferdekopfnebel sehen. Vor Mitternacht waren die Bedingungen nicht so gut, immer mal wieder durchziehende Wolken. Um eins wurde es dann klar mit guter Durchsicht, so dass ich den 20" f3.3 aufgebaut habe. Mit Paracor ergibt sich 1860mm Brennweite... f3,7.
Erstmal zum Eingewöhnen auf M42...ein Traum. Insbesondere die dunklen Nebelfetzen unterhalb des Zentrums begeistern mich immer wieder. Im 20er mit OIII Filter sind auch die Ausläufer noch gut zu sehen.
Dann ein Schwenk etwas höher Richtung Altniak mit dem Hbeta Filter. Zuerst mit dem 16er Nagler T2 (AP 4,2 mm) Altniak knapp außerhalb des Gesichtsfeld positioniert. Erstmal falsche Richtung und beim Flammennebel gelandet...sehr zarte Struktur, die Form einer Hand äußerlich ja aber nur eine dunkle Struktur innen. Im UHC tatsächlich etwas besser.
Aber nun zum Pferdekopf, nicht links von Altniak sondern darunter und auf der Seite liegend.
Als erstes fiel mir IC434 auf als schwache Nebelwand, aber klar abgegrenzt nach oben. Das Pferdchen schaut in Richtung Altniak, konnte ich klar erkennen. Zunächst nur ein dunkler Fleck mittig vor IC434 dann aber auf den zweiten Blick die charakteristische Schnauze. Je weiter es Richtung Altniak geht, desto schwächer hebt sich der Dunkelnebel vom "hellen" Hintergrund des IC434 ab.
Dann mal mit dem OIII und dem UHC Filter versucht, beides bringt nichts. Als nächstes auf das 26er Nagler mit 7mm AP und wieder Hbeta gewechselt. Das Bild ist deutlich heller, mit den Filtern ist das aber kein Problem. Am Pferdekopfnebel finde ich das weite Feld eigentlich schöner, man muss nur aufpassen, dass der nahe Altniak nicht mit ins Bild huscht, dann ist der Nebel sofort weg.
Ich hatte schon mit einem Skywatcher 12"f5, einem C14 und einem 15 Zoll F5 Dobson versucht den Pferdekopf zu sehen, das war jedoch nicht genug Öffnung für meinen Himmel, bzw. ohne Hbeta Filter ist es auch schwierig. Vor Weihnachten als noch Schnee lag war der Himmel durch Dunst und Schnee von der nahen Stadt so aufgehellt, dass garnix ging. Wenn Orion noch etwas höher steht wird es denke ich auch noch einfacher mit dem Pferdekopf.
Nach einer Stunde Nebel surfen gings dann auf Galaxienjagd im größen Bär bis um halb drei dann die Müdigkeit gewonnen hat.

Habt ihr den Pferdekopfnebel schon gesehen und wenn mit welcher Öffnung? Man liest ja so ab 16 Zoll gehts es los, aber vielleicht unter ganz dunklem Himmel...

cs Alex
 
Siehe auch:

lg
Niki
 
Danke Niki,

les ich mir mal durch.

cs Alex
 
Habe schnell den verlinkten Cloudy Nights Thread überflogen. Die Zusammenfassung: Öffnung ist nicht der Punkt, 3 Zoll und 40x reicht, H-Beta hilft, eine günstige Wahl der Austrittspupille ist wichtig, Himmelstransparenz ist der Schlüssel.
Offenbar waren wir mit unserer Öffnungsempfehlung im BAfK - 12 Zoll - viel zu pessimistisch. Immerhin haben wir auf der Seite der Vorsicht geirrt.
CS, Christopher
 
Hallo Alex,

wie schon gesagt wurde: Öffnung ist beim Pferdchen nicht das Wichtigste. Ich wette, jetzt, wo Du es einmal gesehen hast, kannst Du es mit fast jeder Optik sehen, solange die Himmelstransparenz mitspielt und Du ggf. passende Okulare und H-beta Filter zur Hand hast. So war es jedenfalls bei mir. Erste Sichtung mit 21", jetzt kann ich es regelmäßig im 120er Bino sehen. Gerade bei diesem Objekt ist es wichtig zu wissen, worauf man achten muss.

VG
Andreas
 
Interessante Sache. Ich hatte es in der selben Nacht mit dem 10 Zöller probiert aber da ging nix. Insgesamt waren die Bedingungen wohl nicht optimal.
Ich war schon in der Wüste mit einem 85mm Spektiv und es ist schon erstaunlich was damit unter dunklem Himmel geht.

Zur Zeit ist bei uns oft Dunst ein Problem, es ist selten wirklich gute Transparenz. Aktuell lohnt es sich daher nur selten mit dem 20er auf DSO zu gehen. Und meine Terrasse ist oberhalb aber nahe einer Kleinstadt und im Wald gelegen. Im Spätsommer, wenn noch Laub an den Bäumen ist, ist also bei mir die dunkelste Jahreszeit.

Ich kann auch nicht sagen, dass das Abschalten der Leuchtreklame nach 22 Uhr sehr viel bringt solange noch hunderte Straßenlaternen und noch mehr Gebäude die ganze Nacht angestrahlt werden.
Und da hat sich durch die Energiekrise überhaupt nichts getan.

Naja ich schweife ab. Guten Rutsch euch Allen. (Außer denen mit 24/7 Außenbeleuchtung)

cs Alex
 
Na ja, ich weiss nicht, ob Öffnung nicht das wichtigste ist, bzw eigentlich Licht-Sammelvermögen.

Die Berichte ohne grosse Öffnung sind wohl aus der Atacama Wüste bei -20 Grad auf 5000m Höhe. ;)

Im Normalfall, mM also normaler Beobachter ohne Sauerstoffflasche zur Erhöhung der Augen Empfindlichkeit ;) und an einem normalen Beobachtungsort, braucht man für den Pferdekopfnebel eine Öffnung ab 16" und H-Beta Filter und einen sehr guten Beobachtungsort (wahrscheinlich am wichtigsten).

Ich habe ihn jedenfalls mit H-Beta Filter und 20 Zöller in meinem Vorstadtgarten noch nicht gesehen. Und natürlich auch nicht im 12 oder 8 Zöller mit einigen Jahrzehnten an Beobachtung.
Allerdings wäre es einen Versuch wert einen sehr sehr schmalbandigen H-Beta Filter zu nutzen, der sich besonders bei einer grossen Öffnung empfehlen würde.
Schmalbandig nimmt viel Licht weg, das dann wieder durch die grosse Öffnung kompensiert werden würde.

Aber ich habe schon so viele Filter. ;)

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal dazu eine Frage. Unabhängig von der Öffnung, wäre denn das "Pferdchen" auch generell später fotografisch erkennbar ? Ich denke schon, oder ?
 

lg
Niki
 
Hallo Alex,

Glückwunsch für die Erstsichtung. Für die meisten Astronomen ein erhabener Moment, der hängen bleibt.

Habt ihr den Pferdekopfnebel schon gesehen und wenn mit welcher Öffnung?
Weil ich mir vor gut 25 Jahren genau diese Frage auch gestellt habe UND sich die Fragestellung jeden Winter wiederholt, habe ich das Objekt in mein Projekt "Deep-Sky Herausforderungen" aufgenommen und meine Erfahrungswerte mit unterschiedlichen Öffnungen niedergeschrieben. Keine Notwendigkeit also englischsprachige Referenzen zu verlinken, wenn doch die Lösung so nahe liegt.

Zusammenfassend: der Dunkelnebel geht ab 4" Öffnung + Hß + 50-fache Vergrößerung bei guter Transparenz und dunklem Himmel

Viele Grüße, uwe
 
Hallo,

die große Öffnung kann auch nicht mehr Licht durch die Pupille bringen als durchnässt. Man kann halt höher vergrößern bei gleicher Helligkeit und damit lässt sich der Pferdekopf dann vielleicht von einem Knubbelchen oder undefinierbaren Etwas unterscheiden.

Ich habe keinen H Beta Filter und den Pferdekopf noch nicht gesehen. Ich glaube der bei mir erreichbare Himmel gibt das ohne nicht her. Flammennebel geht aber gut mit UHC und 12 Zoll, wenn die Befingungen einigermaßen passen. Manchmal auch filterfrei noch zu erkennen.

VG Klaus
 
12"-f/5-Dobson und H-Beta-Filter, dazu dann 31 mm - Nagler - das ging auch unter Meerbuscher Vorstadthimmel. Mit 60 mm - Apo und 31 mm + 13 mm - Nagler + H-Beta-Filter ging das auch unter Erzgebirgshimmel (Region Glashütte).

CS,
Stefan
 
Interressant wie unterschiedlich die Erfahrungen an dem kleinen Pferdchen sind. Dass es bei 60mm Öffnung anfängt und dass es ohne Filter geht hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Das dicke 31er Nagler sieht bestimmt lustig aus am 60mm Refraktor.
Wenn mal kein Mond, Wolken oder Dunst im Weg sind probier ich es mal mit meinen kleineren Teleskopen.

cs Alex
 
12"-f/5-Dobson und H-Beta-Filter, dazu dann 31 mm - Nagler - das ging auch unter Meerbuscher Vorstadthimmel. Mit 60 mm - Apo und 31 mm + 13 mm - Nagler + H-Beta-Filter ging das auch unter Erzgebirgshimmel (Region Glashütte).
Hallo Stefan,

bezieht sich deine Beschreibung auf den hellen Nebel IC 434 oder auf den Pferdekopf-Dunkelnebel, um den es hier ja eigentlich geht?

Gruß
Ronny
 
Das dicke 31er Nagler sieht bestimmt lustig aus am 60mm Refraktor.
Also mit meinem 60mm seh ich den Pferdekopf nicht, auch nicht in den Alpen.
Aber ja, mit 31mm Nagler sieht es lustig aus ...
20181221_170648.jpg

Mit dem 16" Dobson sehe ich ihn meist, teils auch ohne H-Beta-Filter.
Mit dem Nachtsichtgerät am Dobson ist er dann immer auffällig, egal ob im 8" oder im 16" Dobson. Das sieht dann so aus (Handyschnappschuss durchs Okular):
Screenshot Stream Pferdekopf 30-3-2021.jpg

Grüße, Mario
 
Zeigt her eure Pferdchen: Orion

Das unten gezeigte Bild vom 5./6. Nov. 1978 ist eine typische Kurzbelichtung aus dieser Zeit, 10 Minuten auf Ektachrome-200 Rollfilm. Längere Aufnahmen waren mit der sehr lichstarken f/1.7 Optik allenfalls noch mit Rotfiltern möglich, oder wenn die Lichtverschmutzung gelegentlich von tief liegendem Nebel im Tal verschluckt wurde.

1978_Nov_05_06_IIIc_Orion.jpg

Eigene Aufnahme

Gruß, Peter

 
Interressant wie unterschiedlich die Erfahrungen an dem kleinen Pferdchen sind. Dass es bei 60mm Öffnung anfängt und dass es ohne Filter geht hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Das dicke 31er Nagler sieht bestimmt lustig aus am 60mm Refraktor.
Wenn mal kein Mond, Wolken oder Dunst im Weg sind probier ich es mal mit meinen kleineren Teleskopen.

cs Alex
...in der Tat, hinten mehr Glas als vorne... BTW, ohne Filter habe ich es gar nicht erst probiert, da hätte wohl auch der Erzgebirgshimmel nicht gereicht...

CS,
Stefan
 
Hallo Leute !
Zu dem "Pferdchen" hätte ich noch Fragen, was die visuelle Beobachtung betrifft.
Sehe ich ihn ohne jegliche Art von Filter ? Falls nicht, reicht ein UHC bzw. ein H-Alpha oder sollte es doch besser ein H-Beta sein ?
So, das war es dann auch schon.
Gruß, *entfernt*
 
Hi Udo,

vergiss es, du brauchst H-Beta.

Auch wenn jetzt wieder einer um die Ecke kommt, der es ohne Filter und im Tschibo Refraktor gesehen hat. ;)

Eigentlich am wichtigsten ist ein extrem dunkler Standort. Aber wer kann sich das aussuchen?
Schlussendlich muss man den Himmel nutzen, den man hat.
Und mit meinem habe ich das Pferdchen nicht einmal im 20 Zöller mit H-Beta bisher gesehen.
Aber ich müsste vielleicht noch den 5nm H-Beta ausprobieren.
Aber erstmal kaufen. Aber ich hab doch schon so viele Filter. ;)

Mit EAA ist es allerdings überhaupt kein Problem!

Gruß
Peter
 
Hey, bei mir ging er mit 16“ und 20“ bei einer AP von 4-5 und einem Astronomik H-Beta Filter ( bei mag. 5,5 - 6 ) . Er erscheint größer als man erwartet.

Eine gute Wiedergabe des Eindruck kannst du hier mit 12“ vorfinden.
Viel heller erschien er mir auch nicht :


Gruß Stefan
 
Hallo

Hängt vom Seening ab, Optik, Okular , und von der Verfassung.
In meinen Dob 12 " , damals bei einem Teleskop Treffen vor 5 Jahre , wurde natürlich gegenseitig geholfen.
Das freut mich bei Teleskop Treffen zusammen kan man mehr sehen.

Manfred
 
Gut, alles verstanden !
Also, H Beta steht dann auf der nächsten Bestellung.
Danke und Gruß an Euch alle !
*entfernt*
 
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