PI - Sessions mit verschiedenen Belichtungszeiten integrieren

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Dane Vetter

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Hallo zusammen,

ich habe von einem Objekt ein paar Nächte mit jeweils 300 Sekunden, und ein paar Nächte mit jeweils 180 Sekunden. Bei mir läuft gerade WBPP um die sieben Nächte zu stacken. Ich hatte das bisher noch nie mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, und frage mich, wie ich beide Varianten sinnvoll zu einem Stack integriere. Ich hoffte, dass WBPP das vielleicht automatisch zusammenfügt, aber wie es scheint, erhalte ich nun zwei Integrationen. Oder gibt es in WBPP vielleicht eine Einstellung, welche eine Kombinierung aller Daten am Ende einführt?

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Hallo,

also ich bin mir nicht so sicher, ob das der beste Weg ist. Ja, Pixinsight wird die Bilder stacken, aber WBPP gewichtet die Frames zu wieviel Prozent sie in den Gesamtstack einmünden. Standardmäßig ist dort PSF Signal weights hinterlegt. Dadurch würden die 180s Frames deutlich unterrepräsentiert werden, da sie ein schlechteres Signal to noise ratio aufweisen. Ich könnte mir vorstellen, das ein getrenntes stacking und dann eine Addition der Summenstacks ein rauschärmeres Endergebnis bringt.
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für den Hinweis. Das wäre natürlich schade, wenn die 180s Frames untergehen würden. Auf die Schnelle habe ich jetzt bei Google keine Vergleiche oder Erfahrungen zu so einem Beispiel gefunden. Die andere Frage wäre, ob man in WBPP vielleicht auch eine Einstellung bezüglich der Gewichtung setzen könnte?

Weißt du wie eine sinnvolle Addition der beiden Summenstacks gemacht wird, um auch den maximalen Vorteil dabei herauszubekommen?
 
Ich glaube, ich habe das vor längerem auch schon mal gesehen, aber mich hat der Weg etwas abgeschreckt. Und dann kam WBPP ins Spiel. Darf ich denn erfahren, was du genau unter bessere Ergebnisse verstehst?
 
Bessere Ergebnisse, da ich meine Master manuell erstelle. Ich finde das es dadurch Vorteile bietet, als alle Bilder in einer einzigen Integration zu stapeln.
 
Ich kann dir da leider nicht folgen. Was sind das denn für Vorteile? Eine Zeitersparnis durch schnellere Verarbeitung? Oder durch weniger Arbeitsschritte? Eine bessere Bildqualität in Form von Details, SNR, Dynamikumfang oder was anderes beim finalen Stack? Oder sparen von Speicherplatz bei den Daten? Vielleicht hast du auch einen visuellen Vergleich zum Anschauen dieser Vorteile/Bessere Ergebnisse als du das damals für dich herausgefunden hast?

Ich strebe natürlich auch nach besseren Ergebnissen und Vorteilen, weshalb ich da schon neugierig bin.

Nebenbei, mein Zwischenstand beim WBPP, ich muss wohl den Rechner die Nacht und den Morgen durchlaufen lassen. :D

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Hallo,

also ich bin mir nicht so sicher, ob das der beste Weg ist. Ja, Pixinsight wird die Bilder stacken, aber WBPP gewichtet die Frames zu wieviel Prozent sie in den Gesamtstack einmünden. Standardmäßig ist dort PSF Signal weights hinterlegt. Dadurch würden die 180s Frames deutlich unterrepräsentiert werden, da sie ein schlechteres Signal to noise ratio aufweisen. Ich könnte mir vorstellen, das ein getrenntes stacking und dann eine Addition der Summenstacks ein rauschärmeres Endergebnis bringt.
Hi, das sehe ich genauso! Das wird gestackt, aber falsch gewichtet. Stell doch Deine Frage mal im Pix Forum und halte uns hier auf dem Laufenden.

Gruß Markus
 
Ja ich dachte immer, dass 128 GB genug sind, aber vielleicht sollte für solche Sache wohl zukünftig mehr verbauen. Auf der anderen Seite gibt es ja dank des Wetters, jedenfalls bei mir, eher selten solche umfangreiche Stacks. :D

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Hi, das sehe ich genauso! Das wird gestackt, aber falsch gewichtet. Stell doch Deine Frage mal im Pix Forum und halte uns hier auf dem Laufenden.

Gruß Markus
Ich werde meine Frage mal im PI Forum stellen, und hier berichten was dabei herauskommt.
 
Hallo Dane,
mir ging es weder um Zeitersparnis noch um weniger Arbeitsschritte / Speicherplatz etc.
Ich war nach dem Stacken mit WBPP mit dem Ergebnis nicht richtig zufrieden und habe für mich nach einem anderen Weg gesucht.
Ich habe mit den selben Darks, Flats und Lights nach der Methode in spaceimagin by morsels Video gearbeitet und fand das Ergebnis
schon unterschiedlich, deshalb mein Hinweis an dich es doch einmal so zu versuchen.
Links manuell von vorne und per Hand und rechts mit WBPP

Gruß Rüdiger

Links_manuell_rechts_wbpp.JPG
 
Hallo Dane,
ich weiss, dass dieses Thema für eine Bearbeitung über WBPP recht häufig im PixInsight Forum diskutiert wurde und es wurden da auch die vom Programm erwarteten Settings dargelegt. Ich persönlich nutze hierzu in PixInsight die manuelle Methode, da ich da eine direkte Kontrolle habe.
Viele Grüsse

Hubert
 
Hallo zusammen,

ich habe meine Anfrage im PI-Forum gestellt und eine Antwort erhalten. Da diese Antwort von Adam Block stammt, der offenbar auch an der Entwicklung des WBPP-Tools beteiligt ist, vermute ich, dass seine Meinung eine gewisse Aussage hat.

Ich habe das für mich so übersetzt:
In der Regel ist es am besten, alle Bilder gemeinsam zu stacken. Wie du richtig festgestellt hast, solltest du die "Exposure tolerance" in der "Post-Calibration" aktivieren, um die Aufnahmen für das Stacken zusammenzufassen. Der Grund dafür ist, dass die relative Gewichtung für den gesamten Satz erfolgt, und mehr Bilder für eine bessere Rejection zur Verfügung stehen. Es gibt noch weitere Vorteile, wenn du mehr Einzelbilder hast.

Meiner Meinung nach ist es also mehr als nur eine "gute Idee" – ich denke, es ist die beste Methode.

Nimm mich nicht beim Wort. Du kannst beides machen und die Ergebnisse vergleichen. Für die beiden Belichtungen würdest du jeweils eine Kopie (4 Dateien) erstellen und ImageIntegration mit der von dir gewählten Gewichtungsmethode und ohne Rejection verwenden.
Quelle: Siehe hier: Integrating sessions with different exposure times in WBPP


Hallo Dane,
ich weiss, dass dieses Thema für eine Bearbeitung über WBPP recht häufig im PixInsight Forum diskutiert wurde und es wurden da auch die vom Programm erwarteten Settings dargelegt. Ich persönlich nutze hierzu in PixInsight die manuelle Methode, da ich da eine direkte Kontrolle habe.
Viele Grüsse

Hubert
Hallo Hubert,

danke für das mitteilen von deinem Weg. In Bezug auf direkte Kontrolle, gab es hier den schon bestimmte Situationen bei denen diese Kontrolle erforderlich war? So etwas wie in dem gezeigten Beispiel von Rüdiger oben?

Ich finde das recht spannend, dass es hier wohl zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Ich dachte immer, das WBPP einfach nur eine grafische Oberfläche mit etwas Automatisierung ist, und die eigentlichen Werkzeuge dahinter, die gleichen aus dem manuellen Weg sind. Aber es scheint da wohl schon unterschiede zu geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thomas,

ich hatte kurz den Gedanken, habe ihn aber verworfen. :ROFLMAO: Aber ich stelle meine Daten gerne etwas verschlankt zu Verfügung, wenn du dich dem annehmen möchtest. Ich schaue, dass ich am Wochenende etwas hochladen kann. Ich melde mich.
 
Hi,

der Vergleich wäre interessant. Es wäre aber auch interessant mal zwei Stacks zu sehen: einmal alle zusammen (wovon Adam ja ausgeht dass das besser sein wird) und dann nur die langen Belichtungen als Stack.

Gruß Markus
 
So ihr Lieben,

ich habe mal so richtig getestet und mit den Daten die Dane mir zur Verfügung gestellt hat alle möglichen Kombination ausprobiert und ausgewertet.?

Ausgangssituation:
- jeweils 12 kalibrierte Lightframes, einmal mit 180s und einmal mit 300s
- registriert, gestackt, gedrizzelt und auto crop in WBPP
- jeweils das gleiche Referenzbild
- jeweils linearfit der Summenstacks
- und dann kombiniert nach unterschiedlichen Methoden

Hier die Ergebnisse der Noise evaluation:
300s_180s_zusammen.JPG
Das ist der Stack alles komplett in WBPP mit Tolerance 120s
300s_180s_weight1.JPG
Stack mit Imageintegration und 2 Klonen mit all weight 1
300s_180s_PSF_siganl_weight.JPG
Stack mit Imageintegration und 2 Klonen mit PSF signal weight
300s_180s_PSF_siganl_weight_additive with scaling.JPG
Stack mit Imageintegration und 2 Klonen mit PSF Signal weight und additiv scaling
screen.JPG
Beide Summenstacks im screen Verfahren
blend.JPG
Beide Summenstacks im blend Verfahren
pixelmath_add.JPG
Mit Pixelmath addiert

Was lässt sich bis hier hin feststellen? Das geringste Rauschen hat das Blend Ergebnis. Die Unterschiede sind aber in diesem Beispiel sehr gering und eher mathematischer Natur, Optisch sieht man da keinen Unterschied.

Dann hat mich das noch das Signal Noise Verhältnis interessiert. Mir ist bewusst das es unterschiedliche Auffassungen zur Aussagekraft dieses Tools gibt, aber da hier immer gleiche Bilder mit einander verglichen werden, kann das als Indiz genutzt werden. Mir ist auch kein besseres Verfahren bekannt.
SNR_view.JPG


Hier zeigt der Stack aller Bilder gemeinsam in WBPP das beste Ergebnis, wobei andere Vorgehensweisen auch hier sehr ähnliche Ergebnisse liefern.

Ich hoffe das hat ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht und hilft Euch weiter. Es war deutlich mehr Aufwand als ich zunächst dachte, aber ich war ja auch selbst neugierig, was dabei das präferierte Vorgehen ist.

Viele Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine ausführliche Arbeit. Sie verschafft mir etwas mehr Ruhe hinsichtlich der Frage, welche Variante sinnvoller ist. Außerdem unterstreicht sie die Aussage von Adam.
 
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