Pilzkur für Reducer

eckehardt70

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Hallo,

mein Riccardi Reducer, die große Ausführung, leidet seit einiger Zeit an Glaspilz. Man kann es deutlich auf den optischen Flächen sehen.
Da der Reducer mit Abstandsringen und einigen optischen Elementen komplex aufgebaut ist, reicht es sicher nicht, nur die optischen Flächen zu reinigen. Die Sporen sitzen
überall. Also grobe Kelle, oder die sogenannte Holzhammermethode!
Pelicase leeren und den zerlegten Reducer hineinlegen. Dazu ein ein Stück Küchenrolle, was satt in Schimmelentferner getränkt wurde.
Das wiederum liegt in der Glasschale eines Teelichtes.
Dann das ganze verschließen und ein paar Tage wirken lassen. Ab und an habe ich ein neu getränktes Papier eingewechselt. Ich hoffe, das das Chlor in jede Ritze des Reducers zieht
und jede Pilzspore unschädlich gemacht wird.
Falls ihr das nachmachen solltet, bringt nichts mit dem Schimmelentferner direkt in Kontakt.
Vielleicht mal als Anregung, wenn der Glaspilz eure Optik heimsucht.

DSCN8330.jpg


Gruß Thomas
 
Hallo Thomas,

Hast Du irgendeine Idee, wie der Reducer sich den Pilz zugezogen haben könnte?

Vielen Dank und viele Grüße,

Günther
 
Hallo Thomas,

danke für das Teilen Deines interessanten Vorgehens, darauf wäre ich nicht gekommen. Ich wünsche Dir, dass die Methode erfolgreich ist. Günthers Frage schließe ich mich an.

CS Olaf
 
Hallo zusammen,

der Pilz und seine Sporen kann m.W. auch durch den Einsatz von UVC Licht abgetötet werden. Wichtig dabei, so hatte ich gelesen, ist der gefahrlose Umgang mit der UV Quelle sowie die Möglichkeit, dass das UV Licht alle Oberflächen erreicht, da Glas das UV Licht absorbiert. Das (sklerotisierte) Pilzmycel selbst wird dadurch aber nicht entfernt. Ich hatte so mal ein 100/1000 Fraunhofer Objektiv behandelt...

Liebe Grüße

Stephan
 
Hallo und vielen Dank für die Rückmeldungen!

Ich kann euch nicht sagen wie die Optik sich diese Sporen eingefangen hat. Ich gehe davon aus, die schwirren überall durch die Luft.
Ich lagere meine komplette Ausrüstung im Heizungskeller, der eigentlich ordentlich temperiert und trocken ist.
Der Keller meines Altbaus aus dem Jahre 1950 wird als Lebensmittellager, Wäschekeller und Lager für alles nötige und unnötige genutzt.
Klar gibt es Ecken im Keller, die ein wenig feucht sind und gerade im Sommer bei schwülwarmer Luft kondensiert Wasserdampf an einigen Kellerecken, was für einen Altbaukeller normal ist. Der Heizungskeller ist aber trocken.
Der Reducer war in einem stabilen Karton und ich habe ihn ein paar Jahre nicht benutzt und ich denke, genau das ist das Problem. Die Pilzsporen hatten viel Zeit und irgendwie gute Bedingungen um sich ungestört zu vermehren und zu wachsen.
Bei meinen anderen Optiken konnte ich keinen Glaspilz fesstellen. Die sind auch öfter in Benutzung und das ist wohl der beste Schutz gegen Schimmel.
Vielleicht sollte man an einem sonnigen Tag mal solche Optiken in der Sonne ein wenig durchheizen.
Wie auch immer, ich hoffe, das ich mit dieser Radikalkur die Sporen los werde und werde öfter mal einen Kontrollblick machen.

Gruß Thomas
 
Hallo,

Deswegen sollte man dort keine optischen Instrumente lagern.

Das hat allerdings bei mir jetzt fast 20 Jahre prima funktioniert. Der Heizungskeller ist trocken und der Kalk/ Zementputz steckt mehr weg, als der Gipsputz in den modernen Wohnungen, der oft zu Schimmel und Stockflecken in zugestellten Ecken neigt.
Viel wichtiger als das wo, ist das wie beim Lagern. Immer mal Luft und Sonne dranlassen, sprich benutzen und nach der Benutzung gut trockenen lassen unter luftdurchlässiger Abdeckung. Ich habe mir aus Bettbezügen passende Säcke nähen lassen, die Staub fernhalten und Wasserdampf durchlassen.

@ Dirk: habe leider kein Bild gemacht. Sieht aber nach einer runden Fläche aus, die von ganz dünnen fadenartigen Strukturen durchzogen ist. Das geht vom Linsenrand aus und arbeitet sich Richtung Linsenmitte vor. Bei der Bildersuche gibt es krasse Beispiele. Bei Pilz aber nicht z und s verwechseln ;-)

Gruß Thomas
 
Hallo Thomas,

falls noch nicht geschehen, solltest Du den Reducer in Quarantäne bringen. Ich weiss jetzt nicht, bei welchem Anbieter ich das gelesen habe, aber die Sporen könnten sich auch auf andere Instrumente weiterverbreiten. Vielleicht solltest Du auch darüber nachdenken, den Reducer zu entsorgen, ebenso den Koffer. Klar, das ist sehr teuer, aber vielleicht besser als wenn Du am Ende ein Teleskop entorgen müßtest.

@Lucifugus : Servus Christoph, kannst Du dazu aus fachlicher Sicht etwas beitragen?

Viele Grüße,

Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günter,

der Karton, in dem der Reducer aufbewahrt wurde ist entsorgt. Der Koffer, in dem die Behandlung stattfindet ist neu. Wegwerfen werde ich nichts. Ich denke diese Sporen sind immer in der Luft und ein Kontakt kaum vermeidbar. Odentliche Lagerung und Kontrolle sind Notwendig, aber es ist nicht so, das man bei Pilzbefall alles entsorgen muss. Die Vergütung ist bei meinem Reducer nicht angegriffen, man kann es also wegwischen. Ist somit reparabel und kein Fall für die Tonne.

Gruß Thomas
 
Hallo Eckehardt,

als gelernter Holzschützer habe ich auch was zu Schimmelbeseitigung erfahren: Hochprozentiges (d. h. >70%) Isopropanol ist ein starkes Zellgift und soll jeden Schimmelpilz umbringen.
Da man Isopropanol ja auch zur Optikreinigung nutzt, hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt.
Bei Chlor hätte ich Sorge, dass sich chemische Verbindungen bilden, die Metallteile angreifen (Stichwort Chlorwasserstoffsäure = Salzsäure).

Die Schäden am Glas entstehen aus meiner Sicht nicht durch den Pilz selbst, sondern seine "Pipi". Der Echte Hausschwamm z. B. "pinkelt" ziemliche Mengen Oxalsäure. (der EHS wird nicht auf einer Optik wohnen, nur als Beispiel.)
Schimmel braucht etwas zu futtern. Wenn Dreck auf der Optik ist, ein wenig Spinnen-:poop: oder Pollen, dann braucht es nur etwas Feuchtigkeit und einen abgeschlossenen Raum... Vielleicht sind diese Rückstände sogar hygroskopisch? Die Sporen sind eh überall.

Weil man Optiken nicht so oft putzen soll, ist für einen Pilz immer etwas Essbares drauf, da hilft nur trockenes Lagern und Kontrolle.

Gruß, Niko
 
Hallo Eckehardt,

Glaspilz hört sich erst mal schrecklich an, kann aber im Fühstadium erfolgreich bekämft werden.
Sporen sind überall inder Luft, kritisch ist nur, wenn sie sich niederschlagen auf einer Oberfläche und auch noch Nährstoffe in Form von Pollen, Fett oder dergleichen vorfinden. Ein Schlaraffenland. Dann wachsen die Fäden und die Stoffwechselprodukte beim Wachsen sind dann das Problem für das Glas.
Ich habe auch Respekt davor. Mittlerweile habe ich viele Objektive und Optiken. (Vornehmlich "Altglas" von Zeiss für die Contax/Yashika Epoche)
Bei mir reinige ich mit reinem Alkohol, der reicht auch um die Zellwände zu zerstören.
Optiken, die zerlegbar sind und befallen sind, werden mit Seife gewaschen und über Nacht mit Alkohol benetzt. Dann noch mal gewaschen und trocken gelegt. Gott sei Dank, hatte ich das noch nicht bei meinen Zeiss Objektiven!
Ab und zu hole ich alle Objektive aus dem Schrank, nehme die Deckel ab und lege alle in die volle Sonne. Habe Keine UV-C Lampe.

Der Zeiss Reparatur Service schreibt explizit, das sie keine Optiken mit Glaspils annehmen.
Verständich, sie wollen nicht die Werkstatt mit Sporen kontaminieren. Wäre fatal wenn nach eine Reparatur plötzlich die Linsen befallen sind, gerade zwischen den Linsengruppen.

Gutes Gelingen und wieder schöne Aufnahmen.

Grüsse aus dem Norden.

Martin
 
Hochprozentiges (d. h. >70%) Isopropanol ist ein starkes Zellgift und soll jeden Schimmelpilz umbringen.
Das ist genau richtig. Und das reicht in der Regel auch völlig aus.

Chlor wirkt sicher auch, ist aber äußerst aggressiv gegen Metalle.
Und da die Vergütungen unserer Linsen oft Metallverbindungen enthalten, könnte mit Chlor der Schaden noch größer werden.
Daher halte ich Chlorverbindungen für nicht empfehlenswert.

Eher geeignet für solche Zwecke ist Wasserstoffperoxidlösung 3-5%, oder eben Alkohol.....

Wer möchte, kann auch Ozon einsetzen, Ozongeneratoren gibts mittlerweile für winziges Geld und das Gas ist wunderbar geeignet.
Es desinfiziert, und ist zudem in der Lage, unangenehme Gerüche schnell und dauerhaft zu beseitigen. (Auto, Keller......)
Als Gas erreicht es auch Stellen, an die wir mit keinem Werkzeug, Lappen, Schwamm, Tupfer o.Ä. herankommen.
Auch dem stimme ich zu.
Der Pilz ist letztlich nicht am Glas interessiert, sondern an dem, was auf dem Glas sitzt. Verschmutzungen, Staub, Hautfett, Pollen oder der oft zitierte Fliegenschiss.

Auf sauberem Glas ist ein Pilzbefall nicht zu erwarten.

Pilz braucht Nahrung und Feuchtigkeit. Fehlt eines davon oder gar beides, gibt es diesbezüglich nichts zu befürchten.

Aber Achtung:
Der geschlossene Koffer im trockenen, kühlen Keller ist für den Pilz oft ein idealer Ort. Denn der Koffer ist innen oft feuchter, als man denkt.
In der Regel wird der Koffer ja im Warmen getrocknet: in der warmen Stube oder in der Sonne.
Dann ist die relative Feuchte der Luft im Koffer zunächst tatsächlich gering.
Kommt der Koffer aber dann in den kühlen Keller, steigt naturgemäß die relative Feuchtigkeit der Luft im Koffer.
Der absolute Wassergehalt bleibt gleich, aber der relative steigt . Je wärmer der Koffer vorher war umso mehr.
Wir wissen, was passiert, wenn wir warme Luft abkühlen........

Daher die Empfehlung: Silikagel-Päckchen in den Koffer, dann wird diese Feuchtigkeit gebunden, und für den Pilz bleibt nix übrig.
Diese Silikagel-Päckchen sind mittlerweile so vielen Artikeln beigepackt, die kann man sammeln, und so wiederverwenden.
Idealerweise trocknet man sie vor der Wiederverwendung. In der Mikrowelle, oder mit Resthitze des Backofens nach dem Backen.

Das mag der Pilz gar nicht.

Der Zeiss Reparatur Service schreibt explizit, das sie keine Optiken mit Glaspils annehmen.

Ein Glaspils würde ich nicht ablehnen...... :)....

CS

Dietmar
 
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