Planet zeigt Regenbogenfarben, warum?

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thebadhabbit2001

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Guten Abend zusammen,

komme garde von unserer Terasse rein und habe folgende Frage.

Nachdem ich einige Zeit den Mond beobachtet habe, kam im Südosten Mars zum Vorschein. Was lag also näher als zum ersten Mal auf diesen Planeten zu schwenken.

Nun das Problem was sich mir nun bot ist, dass ich den Mars als hellen Punkt im Okular erkenne, allerdings in Regenbogenfarben. Und richtig scharf gestellt bekomme ich ihn auch nicht. Der Mon hingegen ist in allen Formen und Vergrößerungen gestochen scharf und klar schwarz-weiß-grau zu erkennen.

Woran kann das liegen?

Hier noch die Daten zu meinen verwendeten Konfigurationen:

Newton-Teleskop Novalux 910 (Eschenbach)
Okularwahl: Kellner 25mm mit und ohne 2x Barlow -- 20mm mit und ohne 2x Barlow, 12,5mm und 4mm jeweil mit und ohne 2x Barlow

Vielen Dank für Tips und CS
Sven
 
Moin Sven!

Das Phänomen nennt sich "atmosphärische Refraktion", d.h. Lichtbrechung durch unruhige, bodennahe Luftschichten, also starkes Seeing. Das wird Dir sicher auch noch verstärkt beim Planeten Venus widerfahren und auch Sirius zeigt die Farbenspiele bei unruhiger Luft sogar mit bloßem Auge.

BTW: Fragen zu unerklärlichen Beobachtungen bitte das nächste Mal ein Board tiefer, ja?
 
Hallo Micha,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Habe es mir fast gedacht, hab aber nicht geglaubt, dass es so extrem stark ist. Bin ja noch nicht lange mit Teleskop unterwegs und muss noch viel lernen :augenrubbel:

Aber Deine Antwort macht es wiederum einleuchtend. Schade dann muss ich wohl noch warten mit meinem ersten Mars...

P.S. Meinst Du hier hin: Beobachtungen - Fragen, Beobachtungsaufrufe, was habe ich gesehen? --- War mir nicht ganz sicher und die Chance stand 50:50 ?)

Danke und Gruß
Sven
 
Moin Sven!

Ja, warte mal mit Mars, bis er im Süden steht. Dann stört die Atmosphäre am wenigsten. Bei kleinen Objekten macht sich diese Bildstörung eher bemerkbar als am (großflächigen) Mond. Selbst da wirst Du am Rand die Auswirkungen der Luftunruhe sehen. Aber mit solchen Sachen müssen wir alle kämpfen, egal mit welcher Ausrüstung oder Erfahrung. ;)

BTW: Ich sah das Problem eher als Frage (ein Board tiefer) denn als Beobachtungsbericht (dieses Board) - deshalb meine Anmerkung.
 
Moin Micha,

warum stört das Seeing am wenigsten wenn der Mars im Süden steht? Weil er dann hoch genug steht?

Ich hoffe in den nächsten Tagen nochmal einen Versuch starten zu können. Ich hatte schon befürchtet mein Newton wäre dejustiert, aber wie Du sagst lag es an der schlechten Luft.

P.S. Gibt es eine Möglichkeit mein Newton ohne Laser zu justieren? Bzw. zu prüfen ob es dejustiert ist?

Vielen Dank, CS und Gruß
Sven
 
Hi Sven,

warum stört das Seeing am wenigsten wenn der Mars im Süden steht? Weil er dann hoch genug steht?

Ja, je höher umso besser (meistens) die Luftunruhe, weil das Licht durch weniger Luftschichten hindurch muss.

Gibt es eine Möglichkeit mein Newton ohne Laser zu justieren? Bzw. zu prüfen ob es dejustiert ist?

Ja, mit Loch in einer Filmdose.

Gruß
Lots
 
Hey Lots,

danke für Deine Antwort.

Aber eins musst Du mir bitte erklären...."mit einem Loch in der Filmdose"....

Also ich habe ja viel Fantasie, aber kannst Du mir hierzu eine kurze Hilfestellung bzw. Anleitung geben??

Wäre super.

Vielen Dank, CS und Gruß
Sven
 
okay okay ist ja gut....bloß nicht aufregen, ist nicht gut für´s herz :neinnein:

sorry falls sich jemand durch meine fragen belästigt fühlte...

schönen abend

sven
 
Hallo,

auch bei absolut ruhiger Luft findet die wellelängenabhängige atmosphärische Refraktion (Dispersion) statt. Blau wird in der Luft stärker gebrochen als rot. Daher bekommen die Objekte oben einen blauen und unten einen roten Rand. Im astronomischen Fernrohr dreht sich das natürlich um. Je kleiner die Höhe des Objekts ist, um so deutlicher wird der Effekt. Abhilfe schafft ein (eistellbares) Shapley-Prisma.

Gruß

Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kurt,

vielen Dank für Deine Antwort und Deine Ausführungen.

Generell kann man also sagen, je höher der Planet steht um so günstiger ist die Beobachtung aufgrund der Wegstrecke, die das Licht zurücklegen muss. Je kürzer der Weg desto weniger störende Atmosphäre.

Ich glaube das hab ich verstanden. Nach dem Prisma werde ich mich mal umsehen und erkundigen. Vielen Dank für den Hinweis.

Wünsche allen einen schönen Übergang und alles Gute für 2010.

Gruß und CS
Sven
 
Hallo Leute!

Ich wünsche allen ein gesundes, neues Jahr und wie immer klare Nächte!

Eben habe ich mein 10" Newton auch auf Mars gedobst. Dachte schon man hat mir ein minderwertiges Okular untergejubelt, als dieser rote und blaue Schimmer sichtbar war. Mal sehn ob das noch besser wird.
 
Hallo Sven,

das Problem wird zusätzlich durch die Okulare und ggf. Barlow verstärkt.

Kellners sind so ziemlich die einfachsten und billigsten Okulare, die es gibt. Mit meinem Kellner wird das Teleskop zum "Farbfernseher", und die Schärfe ist nicht zufrieden stellend. Ich rate dir dringend, die Okulare durch Plössls zu ersetzen, sofern dein Newton eine Lichtstärke von f/6 oder weniger hat. Sonst brauchst du noch teurere Okulare. Der Qualitätssprung ist enorm, das merke ich an meinen Teleskopen immer wieder.

Gleiches gilt für die Barlow. Eine billige und schlechte Barlow-Linse vermindert Schärfe und Auflösung und bringt im direkten Wortsinn Farbe ins Spiel.

Sind deine Okulare am Mond farbrein oder erkennst du einen Blausaum?

CS und VG Christian
 
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