Planeten im März 2014

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

TorstenHansen

Aktives Mitglied
Hallo,


zwei Ergebisse der aktuellen Schönwetterphase; mehr geht gerade leider zeitlich nicht, da (zum Glück) die meiste Zeit für die Beobachtung genutzt wird.

Auf Mars ist gut das wolkengefüllte Hellasbecken zu sehen, welches visuell wie eine 2te Polkappe wirkt.




Jupiter 14.03.2014:

Link zur Grafik: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/Jupiter20140314/Jupiter20140314v1b4derot.jpg



Mars 18.03.2014 (RGB):

Link zur Grafik: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/Mars20140318/Mars20140318rgb.jpg


Mars 18.03.2014 (25% IR 742):

Link zur Grafik: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/Mars20140318/Mars20140318rgb0p25ir.jpg



Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Torsten,
wie immer spetakulaer :-))
Mars gefaellt mir [zensiert] gut..:!

Great
Cheers
Claude
 
Hi Torsten,

TOP Sahnestückchen die Du da zeigst...:-))

Beste Grüße Nico
 
Hallo Torsten.
Einfach klasse, Jupiter wie Mars.
Da ich Deiner Qualität immer noch meilenweit hinterherlaufe, versuche zu analysieren, was andere anders und vor allem besser machen.
Deshalb habe ich mir Deinen Jupiter mal in den RGB-Farbauszügen angeschaut und muss einfach bass staunen über Deinen Blaukanal. Der ist so scharf und beinhaltet soviel Detail, wie ich noch nie einen solchen hinbekommen habe, selbst bei den Luftverhältnissen nicht, unter denen meine besten Ergebnisse entstanden sind.
Mein Rotkanal kann da allemal mithalten, ist bei hervorragendem Seeing vielleicht sogar einen Tick detailreicher. Grün ist bei mir ähnlich wie Deines, aber Blau sieht eben lange nicht so gut aus.

Ich habe bekanntlich den von Astrolumina. Macht der Baader tatsächlich solch einen Unterschied im Blau? Christian Pankratz hatte das nach einem Test eher verneint...

Einen Unterschied sehe ich im Rauschen. Das ist bei mir immer noch zu hoch, weil ich bisher pro Kanal nur 4000 Bilder aufnehme und davon je nach Luft 30 bis 70 Prozent stacke. Zur Derotation bin ich noch nicht gekommen, aber das allein kann es ja auch nicht sein, weil Du auch schon Anwendung der Derotation ähnlich gute Jupiter hinbekommen hast.

Wo liegt da der große Unterschied?

Würde mich freuen, wenn Deine Antwort eine Erhellung für mich wäre, da ich im Moment mit den Ergebnissen etwas festgefahren bin.
CS
Rudolf
 
Hallo Torsten, sehr schöne Bilder sind dir wiedermal gelungen! Die Schönwetterperiode war ja ein richtiger Segen. Die Bearbeitung vom Mars finde ich sehr gut. So ähnlich versuche ich es auch hinzukriegen, natürlich im Rahmen dessen, was mit weniger Öffnung möglich ist. Mich erstaunt die starke Bewölkung über dem Hellas-Becken. Auf deinem Bild sieht man es noch mal deutlicher.


Hallo Rudolf, da ich gerade sehe, dass du mich namentlich erwähnst. :) Ich habe nun auch einige male die Baader-RGB-Filter ausprobieren dürfen und meine, dass der Blaufilter mehr Licht durchlässt als es der von Astrolumina tut. Vielleicht fällt mir was ein und ich prüfe die Filtersets mal irgendwie gegeneinander, um einen besseren Vergleich zu haben. Mein letzter Blau-Kanal des Jupiter war auch erstaunlich gut. Leider kann ich nicht sagen ob es nur das Seeing war oder ob auch der neue, verwendete Filter daran einen bedeutenden Anteil hatte. Ich finde, die Baader-RGB-Filter sind preislich noch im Rahmen, währen also eine Überlegung wert. Vielleicht wäre es vorstellbar, mal testweise eine andere Optik auf deine Montierung zu schnallen und sogar am selben Abend die Ergebnisse beispielsweise vom Jupiter zu vergleichen.

Gruß
Christian
 
Hi,

diese Seite von Andre´Knöfel hat mir bei Fragen zu Filtern eigentlich immer geholfen...

 
Hallo, Christian, Silvi.
Danke, Silvi, für den Link zu der Seite, mir hilft sie aber in der Sache nicht recht weiter, weil die Astrolumina-Filter offenbar gar nicht berücksichtigt werden.
Hinweise darauf, dass hier ein Problem liegen könnte, gibt es ja schon länger. Zum einen gelingen RGB-Bilder mit dem Satz nie ohne deutlichen Rotstich. Den kann ich zwar korrigieren, aber andere Nutzer mit anderen Filtersätzen berichteten des öfteren, sowas sei bei ihnen nicht erforderlich. Da muss es also einen Unterschied geben.
Zum anderen hat Christian ja nun auch schon Ähnliches beobachtet.
Einen Hinweis auf die Durchlasshelligkeit könnten ja schon die Belichtungszeiten geben. Die liegen bei mir bei gleichem Gain bei Blau 1/60, Grün 1/77, Rot 1/102 sec. für die Astrolumina-Filter (Jupiter-Werte!). Sind andere Sätze da ähnlich gelagert?
CS
Rudolf
 
Hi,

ich habe die Spektraltransmission meiner Astroluminafilter mal vermessen. Auf der Seite von Teleskopservice findest Du diese bei den Astrolumina LRGB Filtern.

Man erkennt klar, dass sich im Vgl zu den Baaderfiltern kein grosser Unterschied auftut. Evtl. hast bei baader etwas kürzere belichtungszeiten im Blauen, weil das Filter oberhalb 500nm mit einer 20nm-Flanke abfällt, das Astroluminafilter etwas steiler ist. In diesem Bereich ist ja auch die Effizienz der Bildsensoren noch stark am Steigen, so dass das evtl. ein bissl was bringt. Ich würde aber sagen, der Unterschied sollte nicht gewaltig sein, bringt vielleicht maximal 10-20% in der Belichtungszeit im Blauen.

Viele Grüße

Markus

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus, ach du warst das, der die Filter vermessen hast. Toll! Aber die Baader-RGB-Filter sind steiler als steil, schau mal hier. Da können die von Astrolumina nicht mithalten, guckst du hier :-). Weniger steil an den Flanken und zudem eine große Lücke zwischen Grün und Rot, weniger Transmission. Obwohl, die Flankensteilheit könnte auch eine Täuschung aufgrund der Darstellung sein... Was passiert bei dem Astrolumina-Blau-Filter bei < 400nm? Der Rot-Filter von Astrolumina ist allerdings ein Geheimtipp, denn er ragt weiter ins "IR" rein. Da habe ich schon Unterschiede im Bild feststellen können.

Hallo Rudolf, meine Belichtungszeiten haben sich nicht bedeutend geändert, was auch nicht zu erwarten war. Vielleicht 5, max 10%. Blau ist immer noch der dunkelste von allen Kanälen, das ist wohl normal.

Gruß
Christian
 
Hallo Markus, hallo Christian.
Also, die beiden Blaukurven unterscheiden sich nicht wirklich viel. Schade, dass sie beim Astrolumina nach links abgeschnitten ist, aber das ist's eh dunkel für die Kamera.
Interessant finde ich den Unterschied zwischen Grün und Rot. Bei Baader "berühren" sie sich, bei Astrolumina gibt es eine deutliche Lücke.
Astroluminas Rotfilter ist breiter durchlässig. Vielleicht ist das der Grund, warum meine Rot- und IR-Pass-Bilder (Baader 685) sich recht ähnlich sind. IR-Pass ist in der Regel allerdings kontrastreicher und schärfer als das Astrolumina-Rot, weswegen ich ja oft auch den IR-Pass als R im RGB verwende. Möglicherweise wäre ein Baader-R zum IR-Pass anders?

Aber so richtig erklärt das die enorme Diskrepanz der Blaukanäle zu den Bildern von Torsten alles noch nicht.
Am C14 kann es wohl eher nicht liegen. Die verwendete Barlow ist eine 2"-Astrophysics, und damit nicht gerade ein "Billigteil".
Zu guter Letzt nur die Luftruhe?
Und was sagt Torsten dazu?
CS
Rudolf
 
Hi Rudolf,

ich konnte mal einen Vergleich mit den Astrolumina-Farbfiltern und Astronomik-Farbfiltern in der Praxis an Jupiter machen. Mit einer DMK 21AU04.AS am 80 cm Spiegel bei 8 Meter Brennweite. Zwischen Spiegel und Chip saß also nur der Filter. Keine Barlow, kein Projektionsokular, keine Meniskus- oder Schmidtplatte im Strahlengang.

Durch die Lücke bei Astrolumina wird der Airglow bei Langzeitaufnahmen (Deepsky) wirkungsvoll unterdrückt. Bei Planetenaufnahmen macht sich die Lücke aber in Farbverschiebungen im Endbild deutlich bemerkbar. Wenn die Rot- und Brauntöne stimmen, ist Blau und Grün verfälscht, stimmen die beiden Farben, ist Rot und Braun verfälscht.

Dadurch, daß der Astrolumina im Roten später aufmacht und dann auch noch breiter als die anderen Filter ist, kommen die "beruhigten" (= weniger gestörten Roten und Dunkelroten Bereiche) kräftiger raus. Mehr Signal, mehr Kontrast. Und an Jupiter zeigen sich dann auch andere Strukturen, die etwas tiefer in der Atmosphäre liegen.

Das Bild vom Astrolumina Rotfilter entspricht in etwa dem 665 nm Schottglas, das ich sehr gerne für s/w Aufnahmen an seeinganfälligen Abenden nutze.

Mein Fazit war damals, daß ich den Astrolumina Filtersatz nicht gekauft hab, weil ich die Planeten als Haupteinsatzgebiet hab.

Die Durchlaßhelligkeiten hängen nicht nur von den Filtern, sondern auch noch von allen anderen optischen Elementen im Strahlengang und der Chipempfindlichkeit selber ab.

Größenordnungsmäßig passen Deine Werte zu meinen Erfahrungen mit der DMK 21AU04.AS, der DMK 31AU03.AS und auch der DMK 21AU618.

Bei Blau muß ich am längsten belichten, dann Grün und dann Rot. Oder den Gain entsprechend hochziehen...

Wie sehr der Blaukanal leidet, hängt anscheinend von der Luftfeuchtigkeit ab. Die dämpft die Wellenlängen unterschiedlich. Blau am stärksten. In der Stadt hast fast immer höhere Luftfeuchtigkeit durch die vielen Menschen, Autos und Hausheizungen.

Falls Torsten am Stadtrand oder außerhalb aufnimmt, könnte das schon den Unterschied in seinem Blaukanal erklären...

 
Hallo Silvi.
Das bestätigt meine Vermutungen sowie die Beobachtungen an den Ergebnissen.
Astrolumina-R ist fast wie mein Baaader IR Pass. Der kommt allenfalls kontrastreicher (und ist eine Belichtuingsstufe dunkler) als das Astrolumina-Rot.

Der Hinweis auf Stadtumgebung ist ein interessanter. Ich sitze ja in einer Stadt. Klein zwar, aber rundherum Häuser. In Richtuing Osten bis Süden weniger als nach Westen, und dort wird regelmäßig beim Lauf über den Himmel die Luft auch deutlich schlechter. Stadt macht sich also bemerkbar. Inwieweit das vor allem mein Blau zerstört, kann ich nur vermuten.

Nur in einem bin ich relativ sicher: Am Instrument liegt es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, denn den grundlegenden Effekt hatte ich an mehreren verschiedenen Instrumentenkonfigurationen.
LG und CS
Rudolf
 
Hallo Thorsten,

das sind wieder klasse Ergebnisse vom Meister ;) . Besonders Mars gefällt mir besonders gut. Ich hoffe, das Wetter lässt mich auch noch mal einen Versuch an selbigem machen...

Grüße Markus
 
Hallo Torsten,

In August 2009 habe ich dein Bild von Jupiter vom 1.08.2009 mit Impact mark ausgedruckt und als Referenz in mein Ordner abgeheftet. (Tatsache)

Dieses Bild finde ich sehr gutgelungen. Ich werde wohl wieder ein neues Bild ausdrucken müssen....

Mars ist aus sehrgelungen mit wolkenbänder und ein gute auflösung bei diese geringe Scheibchengrösse.

Gruss,

Fredrick
 
Hallo,

erstmal herzlichen Dank für die Rückmeldungen. Eigentlich sollte dieser Beitrag sukzessive durch weitere Beobachtungen vom März ergänzt werden, wäre nur die Zeit da, um alles aufzuarbeiten.
Ganz ehrlich bin ich froh, dass das Wetter mal konstant gut ist, so dass die Zeit für Beobachtungen genutzt wird. Andererseits ist es fraglich, ob eine vernünftige Aufarbeitung der Daten (knapp 800 GB seit dem 09.03.14) überhaupt möglich ist.


Viele Grüße
Torsten
 
Hallo Rudolf,

danke für Deine Rückmeldungen!

Zitat von Canonist:
...
Da ich Deiner Qualität immer noch meilenweit hinterherlaufe, versuche zu analysieren, was andere anders und vor allem besser machen.
Deshalb habe ich mir Deinen Jupiter mal in den RGB-Farbauszügen angeschaut und muss einfach bass staunen über Deinen Blaukanal. Der ist so scharf und beinhaltet soviel Detail, wie ich noch nie einen solchen hinbekommen habe, selbst bei den Luftverhältnissen nicht, unter denen meine besten Ergebnisse entstanden sind.
Mein Rotkanal kann da allemal mithalten, ist bei hervorragendem Seeing vielleicht sogar einen Tick detailreicher. Grün ist bei mir ähnlich wie Deines, aber Blau sieht eben lange nicht so gut aus.

Ich habe bekanntlich den von Astrolumina. Macht der Baader tatsächlich solch einen Unterschied im Blau? Christian Pankratz hatte das nach einem Test eher verneint...

Einen Unterschied sehe ich im Rauschen. Das ist bei mir immer noch zu hoch, weil ich bisher pro Kanal nur 4000 Bilder aufnehme und davon je nach Luft 30 bis 70 Prozent stacke. Zur Derotation bin ich noch nicht gekommen, aber das allein kann es ja auch nicht sein, weil Du auch schon Anwendung der Derotation ähnlich gute Jupiter hinbekommen hast.

Wo liegt da der große Unterschied?

Würde mich freuen, wenn Deine Antwort eine Erhellung für mich wäre, da ich im Moment mit den Ergebnissen etwas festgefahren bin.
CS
Rudolf
Du hast zwei Punkte angesprochen, die ich für wichtig erachte.

Punkt 1:
Das RGB wird nicht gut ohne einen guten Blaukanal (Binsenweisheit). Dies lässt sich positiv durch die Filter- und evtl. auch Kamerawahl beeinflussen. Aus meinen Erfahrungen kann ich soviel sagen, das Baader-Blau-Filter lässt mehr Licht durch als sein Pendant von Astronomik. Das war ein Grund, warum ich den RGB-Satz ausgetauscht habe.
Die neuen CMOS-Kameras (ASI bzw. QHY 5L-II) sind empfindlicher im Blauen als die DMK 618. Ich habe eine QHY 5L-II, die mich bisher aber nur in meinen Spektroskopie-Anwendungen bzw. Langbelichtungen überzeugt.

Punkt 2:
Ich mach bei Jupiter und Mars praktisch nichts mehr ohne Derotation. Die Bildstatistik verbessert sich und beim Zusammenfügen der Einzelkanäle treten praktisch keine Artefakte durch Farbverschiebungen mehr auf.

Ich hoffe, das war hilfreich für Dich.
In jedem Fall geht bei mir natürlich auch nichts ohne entsprechendes Seeing!


Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Torsten.
Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich denke, ich werde mich doch mal mit dem Gedanken näher befassen, den Filtersatz zu tauschen.
Mit dem Thema Derotation will ich mich nach Ostern irgendwann (nach Abarbeitung des gigantischen Berges von Bildern aus dem März) näher befassen. Da meistens das Rauschen ein die Auflösung (und nachträgliche Schärfbarkeit) begrenzender Faktor ist komme ich über den Punkt nur mit mehr Bildern weg. Und dann geht's nicht mehr im gewohnten Kurzzeitrahmen.
CS (aber erst nach der Abarbeitung ;)
Rudolf
 
Hi @dd all,
Torsten, derotierst du die Videos, oder das fertig gestackte Bild, das wuerde mich interessieren.
Hab auch angefangen mit Winjupos zu arbeiten, aber kein leichtes Progri :-)

Danke und lg
Claude
 
Hallo Farank, Rudolf, Claude,

nochmal herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen!

Zitat von RoudenLeiw:
...
Torsten, derotierst du die Videos, oder das fertig gestackte Bild, das wuerde mich interessieren.
Hab auch angefangen mit Winjupos zu arbeiten, aber kein leichtes Progri :-)
Derzeit derotiere ich aus Zeitgründen nur die fertigen Bilder. Für die Videoderotation muss man zweimal überlagern lassen, das ist mir gerade etwas zu aufwendig.
Im Prinzip findet bei den relativ kurzen Zeiträumen zum Aufnehmen des Videos ja schon eine Art Derotation pro Video durch das Überlagerungsprogramm statt. WinJupos rechnet danach, basierend auf den Zeitangaben, die man dem Programm z.B. per Dateibezeichnung mitteilt, die Bilder auf einen mittleren Zeitpunkt zurück.


Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
H Torsten,
danke fuer die hilfreiche Antwort!

Gruss und CS
Claude
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben