Plate Solving ?

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Ehemaliges Mitglieder [6370]

Hallo,

seit einiger Zeit fällt in euren Beiträgen öfters der Begriff "plate solving" in verschiedenen Abwandlungen. Ich habe darüber immer hinweg gelesen. Es schien für mich immer eine mir nicht bekannte Technik, die ich wohl auch nicht brauchte. Sie schien mit Astrofotografie zu tun zu haben, aber da ich damit keine bekannten Probleme hatte, habe ich mich darüber auch nicht weiter beunruhigt und einfach wie gehabt weitergemacht.

In letzter Zeit sehe ich aber immer öfter diesen Begriff, fast jeder Astrofotograf scheint das anzuwenden.

Kann mir bitte jemand einmal erklären, um was es sich dabei handelt.
"Plate Solving" übersetze ich als "Platte auflösen", darf ich darunter verstehen, daß damit so etwas wie das Identifizieren des aufgenommenen Himmelsgebiets gemeint ist?

Ich kann mir schon vorstellen, daß das interessant sein könnte. Gibt es dafür fertige Programme, mit denen man das machen kann?
Sind sie Bestandteile von käuflichen Astro-Programmen oder gibt es dafür auch schon funktionierende freeware?
Welche Datenformate sind dafür notwendig? So ziemlich jede meiner Kameras verwendet ein anderes Bildformat, muß das Bildformat zum Plate Solving in ein spezielles Format konvertiert werden?

Ihr seht schon, viel Unverständnis bei mir, aber vielleicht könnt ihr mir in diesem Punkt Hinweise oder Anleitungen geben...

Dank und Grüße

*entfernt*
 
Richtig, Dieter.

Du nimmst eine Gegend auf und ermittelst per "plate solving" die Koordinaten des Bildmittelpunktes. Damit das funktioniert musst du aber die ungefähre Brennweite und Pixelgröße der Kamera (CCD/DSLR) angeben.

Die Programme verwenden dieses Verfahren nicht nur um die ermitteln wohin fotografiert wurde, sondern damit kannst du eine exakte Position für die Aufnahme anfahren. Entweder weil das Objekt nicht genau in der Mitte liegt oder weil du über mehrere Sessions immer das gleiche Feld aufnehmen möchtest oder für Mosaik-Aufnahmen. Die Anwendungen sind vielfältig, das plate solving extrem mächtig (aber auch keine Zauberei).

Das PS kannst du online und offline durchführen, sofern die notwendigen KAtaloge etc. installiert sind.

HTH
Christian
 
Hallo Dietrich,
Aufnahmen kannst Du bei einem Webservice, wie z.B. Astrometry.net hochladen. Da siehst Du dann an den Aufnahmen, die dort schon sind, wie mächtig sowas ist. Du kannst das auch lokal auf deinem Rechner machen, mit z.B. Sharpcap.
Viele Grüße
Matthias
 
... oder mit der Windows freeware All Sky Plate Solver
Die Webseite da zeigt ein paar Screenshots des Programs, ich nehme an, das ist für Dich schon Erklärungshilfe, was Plate Solving ist und wie es auf Deinem Computer funktionieren würde, wenn Du es benutzen würdest.
( Das Programm kann man auch einfach so benutzen, um ein Sternenfeld-Foto identifizieren zu lassen, bei dem man nicht weiss, welches Stück Himmel es zeigt.
Oder man verwendet dafür den online server nova.astrometry.net . )
 
Moin,

zudem kann die Verzeichnung als Ortsfunktion über das Bildfeld ermittelt werden, so dass ausgehend von einem Katalog die anderen Objekte richtig verortet werden können. Das ist der ursprüngliche Sinn des Platesolving.

CS
Jörg
 
Ich habe für das Plate Solving ein Tool (HNSFits), was auf der Hallo HNSky-Seite heruntergeladen werden kann: HNS_FITS, screen shots and instructions.

Hierbei wandelt das Programm eine bmp oder jpg Datei in ein 8-bit fits-file um , mit entsprechendem Header. Die Referenz bilden zwei Sterne, deren RA/DEC-Positionen bekannt sein müssen. Dafür kann man jedes Planetariumsprogramm verwenden. Danach lade ich die FITS Datei in Cartes du Ciel.
 
Danke erst einmal für die Erklärungen und Klärungen zum Thema!

Für meine Astrofotografie ist erst einmal das Problem der verschiedenen Aufnahmeformate und der Annahmeformate der Plate-Solving-Programme gegeben.
Für den Anfang habe ich mir den All Sky Plate Solver geladen. Beim Laden wurde ich dann nach der für die Fotografie benutzte Brennweite und die Sensorgröße gefragt und es wurden dann Kataloge geladen. Wohin weiß ich noch nicht, werde es aber bestimmt noch herauskriegen.
Wenn ich jetzt ein Bild ins Programm lade, rödelt das lange rum bis eine Fehlermeldung kommt.
Offenbar braucht das Programm Bilder im Fits-Format.
Ich habe aber nur Bilder im ACIF-, ASCF,- SEF- und in vier verschiedenen CR2-Formaten und die Umformung in Fits-Formate dauert einfach recht lange.

Da ich eigentlich recht gut weiß, was ich fotografiere, ist das Plate Solving für mich derzeit wohl noch nicht ganz so notwendig. Ich werde bei Gelegenheit, d.h. wenn ich dafür Zeit finde, weitere Versuche damit machen.
Bilder nach Astrometry.net laden ging problemlos und ergab auch richtige Identifizierungen, dauerte aber mit meinem langsamen Internet-Zugang viel zu lange um damit während der Aufnahme irgendetwas auszurichten.

Für jetzt erst einmal vielen Dank für die Hinweise!

Grüße

*entfernt*
 
Nabend Dietrich,

Ich werde bei Gelegenheit, d.h. wenn ich dafür Zeit finde, weitere Versuche damit machen.
Bilder nach Astrometry.net laden ging problemlos und ergab auch richtige Identifizierungen, dauerte aber mit meinem langsamen Internet-Zugang viel zu lange um damit während der Aufnahme irgendetwas auszurichten.

Guck mal HIER rein. Da hab ich nochwas zu dem Thema geschrieben. Ich hab ATP für diesen Zweck gefunden, ist eine Offlinelösung. Muss nur einmal eingerichtet werden und liefert dann ziemlich bequem die Ergebnisse. Dauert bei mir so 30-40s für ein Bild.

Gruß
Martin
 
Wenn ich jetzt ein Bild ins Programm lade, rödelt das lange rum bis eine Fehlermeldung kommt.
Offenbar braucht das Programm Bilder im Fits-Format.
Ich habe aber nur Bilder im ACIF-, ASCF,- SEF- und in vier verschiedenen CR2-Formaten und die Umformung in Fits-Formate dauert einfach recht lange.

...ATP schluckt die Canon-Raws (.cr). Da ist kein Formatieren nötig. Siehe Link

Gruß
Martin
 
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