Wellmann
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Hallo!
Alle unsere Mondbilder von Anfang 2009 haben wir mit AviStack 1.74 bearbeitet, auch das hier gezeigte Bild von Plato und Alpental, das in einem schönen Kontrast zu dem nur einen Tag zuvor aufgenommenen Bild derselben Region steht. Das Bild wurde wegen des mäßigen Seeings nicht auf maximale Schärfe bearbeitet, sondern eher in Richtung „glatt aber dennoch nicht unscharf wirkend“. Die volle Auflösung unten ist wie immer am besten im Vollbildmodus (Taste F11) zu betrachten. Den ausführlichen Bericht über AviStack habe ich aus verschiedenen Gründen auf eine knappe Darstellung gekürzt, die sich ausschließlich auf die Bearbeitung unserer hier geposteten Mondbilder beschränkt.
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/MareFrigoris.jpg
Volle Auflösung
Prinzipieller Ablauf der Bearbeitung: Zunächst untersucht der Rechner anhand zweier möglichst weit voneinander entfernter Ausrichtpunkte die Lage aller Frames des Videos, und verschiebt die einzelnen Frames so, dass sie möglichst genau übereinander liegen. Die so ausgerichteten Frames werden zu einem Mittenbild gemittelt. Dann unterteilt der Rechner das Mittenbild in viele kleine Teilgebiete, in der Mitte eines jeden Teilgebiets wird ein Referenzpunkt festgelegt. Ein Referenzpunkt ist eine möglichst auffällige Struktur, die der Rechner später ausreichend sicher in allen Video-Frames wieder finden sollte.
Nun wird jedes einzelne Video-Frame in Bereiche aufgeteilt, deren Bildqualität anhand bestimmter Kriterien bestimmt wird. Der Nutzer legt fest, welche Qualität er mindestens fordert. In Folge sucht der Rechner den Referenzpunkt eines der zuvor festgelegten Teilgebiete in allen Frames des Videos, die eine genügende Qualität haben, und zentriert alle Teilbilder anhand des Referenzpunktes für dieses Teilgebiet. Dieser Vorgang muss für jedes einzelne Teilgebiete erfolgen, ist er für alle Teilgebiete beendet, so werden die zentrierten Teilbilder aller Teilgebiete überlagert, und zum fertigen Bild zusammengefügt. Einen Eindruck davon wie das abläuft gibt die folgende Zusammenstellung für die Bearbeitung eines kleinen Ausschnitts aus einem großen Mondbild: Hier Klicken!
1.Schritt: Zunächst setzen wir in einem ausgesucht guten Video-Frame zwei Ausrichtpunkte, die möglichst prägnant und weit voneinander entfernt sein sollten. Ausrichtgebiet 25; Suchradius 20; Glättungsfaktor 1. Dann starten wir die Ausrichtung der Video-Frames. Sollten am Ende einige besonders ausgeprägte Ausreißer im Ergebnisdiagramm erkennbar sein, so blenden wir diese mit dem Regler links am Bild aus, und berechnen ein neues Referenzbild.
2. Schritt: Zunächst setzen wir die Schwellenwerte für eventuelle schwarze Himmelpartien am Mondrand, die nicht mit Referenzpunkten belegt werden sollen. Danach erzeugen wir die Referenzpunkte (die die Zahl der Ausrichtgebiete bestimmen). Glättungsfaktor 20; Minimalabstand 30 (ein höherer Wert geht leider nicht einzustellen); Suchradius 5; Korrelationsflächen Radius 24; Frameausweitung 96 (was das ist, keine Ahnung). Jetzt speichern wir normalerweise die Daten für eine spätere Batch-Auswertung.
3. Schritt: Es folgt die Festlegung der Qualitätsgebietsgröße, wir wählen keinesfalls weniger als 80, und starten die Berechnung. In Folge setzen wir die Qualitätsschwelle auf 10 - 30 Prozent, und starten die Ausrichtung der Frames. Am Ende dann noch die Überlagerung der Frames und die Speicherung des fertigen Bildes. Auf die Schärfung mit Wavelets verzichten wir gerne. Die Ausrichtung der Frames erfordert längere Rechenzeit, weshalb sich für den 3. Schritt zumindest bei großen Bildern der Batch-Modus unter Verwendung der beim 2. Schritt gespeicherten Daten empfiehlt. Das fertige Bild muss am Ende noch mit einem geeigneten Schärfungsfilter geschärft werden, hierzu verwenden wir die Filter von Giotto.
AviStack 1.74 arbeitet bei korrekter Bedienung auf unserem Rechner (wohl auch ein Verdienst der VM) absolut stabil und ohne jeden Programmabsturz auch im Hintergrund und Batch-Modus. Zwischenzustände der Bearbeitung können jederzeit gespeichert und mit anderen Parametern wiederholt werden. Der Ablauf der Bearbeitung ist geradlinig und genau vorgegeben, ein enormer Vorteil für ungeübte Nutzer. Die Qualität fertiger Bilder liegt bei ordentlichem Ausgangsmaterial im Mittel auf dem Niveau der Konkurrenz. Eine ordentliche Bedienungsanleitung liegt vor.
Der Aufwand bei der Zerlegung in Teilgebiete sollte unbedingt reduziert werden. Wo in einem 1280x1024 Bild 25 bis 50 Gebiete reichen würden erzeugt AviStack mehrere Tausend, was sich auch durch Einstellung der Parameter nicht unter 500 drücken lässt. Testweise Veränderung wichtiger Parameter macht sich im Endergebnis bei unseren Bildern kaum bemerkbar, ein Hinweis darauf, dass bei der Zahl der Gebiete ein unnötiger Aufwand getrieben wird. Die zur Bearbeitung erforderlichen Referenzpunkte werden auch in nahezu strukturlose Bereiche gelegt, wie das funktionieren soll bleibt offen. Störungen an den Nahtstellen der Gebiete sind selten. Vergrößerung der Bildfläche durch volle Überlagerung der bei der Aufnahme verschobenen Video-Frames ist bei AviStack leider nicht möglich, in unseren Augen ein ärgerlicher Mangel, der sich leicht beheben ließe (Menüpunkt „Frameausweitung“??). Videos über 1GB Dateigröße liefen problemlos.
Registax oder AviStack? Wer ein gut funktionierendes, überschaubares, weitgehend fehlerfrei und stabil laufendes Programm für seine Mondbilder sucht, der ist mit AviStack hervorragend bedient. Ob die neue Version Registax5 daran etwas ändern wird wage ich nach ersten Informationen und einschlägigen Erfahrungen mit der im Prinzip sehr guten Software Registax4 vorerst nicht zu behaupten. Trotz gewisser Einschränkungen ist AviStack zumindest nach unseren bisherigen Erfahrungen speziell auch ungeübten Usern bedingungslos und wärmstens für die Bearbeitung von Mondbildern zu empfehlen. Unser Dank gilt auch den "Machern" des Programms, ohne deren Arbeit unsere schönen Bilder nicht möglich wären!
Gruß, Peter
Hallo!
Alle unsere Mondbilder von Anfang 2009 haben wir mit AviStack 1.74 bearbeitet, auch das hier gezeigte Bild von Plato und Alpental, das in einem schönen Kontrast zu dem nur einen Tag zuvor aufgenommenen Bild derselben Region steht. Das Bild wurde wegen des mäßigen Seeings nicht auf maximale Schärfe bearbeitet, sondern eher in Richtung „glatt aber dennoch nicht unscharf wirkend“. Die volle Auflösung unten ist wie immer am besten im Vollbildmodus (Taste F11) zu betrachten. Den ausführlichen Bericht über AviStack habe ich aus verschiedenen Gründen auf eine knappe Darstellung gekürzt, die sich ausschließlich auf die Bearbeitung unserer hier geposteten Mondbilder beschränkt.
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/MareFrigoris.jpg
Volle Auflösung
Prinzipieller Ablauf der Bearbeitung: Zunächst untersucht der Rechner anhand zweier möglichst weit voneinander entfernter Ausrichtpunkte die Lage aller Frames des Videos, und verschiebt die einzelnen Frames so, dass sie möglichst genau übereinander liegen. Die so ausgerichteten Frames werden zu einem Mittenbild gemittelt. Dann unterteilt der Rechner das Mittenbild in viele kleine Teilgebiete, in der Mitte eines jeden Teilgebiets wird ein Referenzpunkt festgelegt. Ein Referenzpunkt ist eine möglichst auffällige Struktur, die der Rechner später ausreichend sicher in allen Video-Frames wieder finden sollte.
Nun wird jedes einzelne Video-Frame in Bereiche aufgeteilt, deren Bildqualität anhand bestimmter Kriterien bestimmt wird. Der Nutzer legt fest, welche Qualität er mindestens fordert. In Folge sucht der Rechner den Referenzpunkt eines der zuvor festgelegten Teilgebiete in allen Frames des Videos, die eine genügende Qualität haben, und zentriert alle Teilbilder anhand des Referenzpunktes für dieses Teilgebiet. Dieser Vorgang muss für jedes einzelne Teilgebiete erfolgen, ist er für alle Teilgebiete beendet, so werden die zentrierten Teilbilder aller Teilgebiete überlagert, und zum fertigen Bild zusammengefügt. Einen Eindruck davon wie das abläuft gibt die folgende Zusammenstellung für die Bearbeitung eines kleinen Ausschnitts aus einem großen Mondbild: Hier Klicken!
1.Schritt: Zunächst setzen wir in einem ausgesucht guten Video-Frame zwei Ausrichtpunkte, die möglichst prägnant und weit voneinander entfernt sein sollten. Ausrichtgebiet 25; Suchradius 20; Glättungsfaktor 1. Dann starten wir die Ausrichtung der Video-Frames. Sollten am Ende einige besonders ausgeprägte Ausreißer im Ergebnisdiagramm erkennbar sein, so blenden wir diese mit dem Regler links am Bild aus, und berechnen ein neues Referenzbild.
2. Schritt: Zunächst setzen wir die Schwellenwerte für eventuelle schwarze Himmelpartien am Mondrand, die nicht mit Referenzpunkten belegt werden sollen. Danach erzeugen wir die Referenzpunkte (die die Zahl der Ausrichtgebiete bestimmen). Glättungsfaktor 20; Minimalabstand 30 (ein höherer Wert geht leider nicht einzustellen); Suchradius 5; Korrelationsflächen Radius 24; Frameausweitung 96 (was das ist, keine Ahnung). Jetzt speichern wir normalerweise die Daten für eine spätere Batch-Auswertung.
3. Schritt: Es folgt die Festlegung der Qualitätsgebietsgröße, wir wählen keinesfalls weniger als 80, und starten die Berechnung. In Folge setzen wir die Qualitätsschwelle auf 10 - 30 Prozent, und starten die Ausrichtung der Frames. Am Ende dann noch die Überlagerung der Frames und die Speicherung des fertigen Bildes. Auf die Schärfung mit Wavelets verzichten wir gerne. Die Ausrichtung der Frames erfordert längere Rechenzeit, weshalb sich für den 3. Schritt zumindest bei großen Bildern der Batch-Modus unter Verwendung der beim 2. Schritt gespeicherten Daten empfiehlt. Das fertige Bild muss am Ende noch mit einem geeigneten Schärfungsfilter geschärft werden, hierzu verwenden wir die Filter von Giotto.
AviStack 1.74 arbeitet bei korrekter Bedienung auf unserem Rechner (wohl auch ein Verdienst der VM) absolut stabil und ohne jeden Programmabsturz auch im Hintergrund und Batch-Modus. Zwischenzustände der Bearbeitung können jederzeit gespeichert und mit anderen Parametern wiederholt werden. Der Ablauf der Bearbeitung ist geradlinig und genau vorgegeben, ein enormer Vorteil für ungeübte Nutzer. Die Qualität fertiger Bilder liegt bei ordentlichem Ausgangsmaterial im Mittel auf dem Niveau der Konkurrenz. Eine ordentliche Bedienungsanleitung liegt vor.
Der Aufwand bei der Zerlegung in Teilgebiete sollte unbedingt reduziert werden. Wo in einem 1280x1024 Bild 25 bis 50 Gebiete reichen würden erzeugt AviStack mehrere Tausend, was sich auch durch Einstellung der Parameter nicht unter 500 drücken lässt. Testweise Veränderung wichtiger Parameter macht sich im Endergebnis bei unseren Bildern kaum bemerkbar, ein Hinweis darauf, dass bei der Zahl der Gebiete ein unnötiger Aufwand getrieben wird. Die zur Bearbeitung erforderlichen Referenzpunkte werden auch in nahezu strukturlose Bereiche gelegt, wie das funktionieren soll bleibt offen. Störungen an den Nahtstellen der Gebiete sind selten. Vergrößerung der Bildfläche durch volle Überlagerung der bei der Aufnahme verschobenen Video-Frames ist bei AviStack leider nicht möglich, in unseren Augen ein ärgerlicher Mangel, der sich leicht beheben ließe (Menüpunkt „Frameausweitung“??). Videos über 1GB Dateigröße liefen problemlos.
Registax oder AviStack? Wer ein gut funktionierendes, überschaubares, weitgehend fehlerfrei und stabil laufendes Programm für seine Mondbilder sucht, der ist mit AviStack hervorragend bedient. Ob die neue Version Registax5 daran etwas ändern wird wage ich nach ersten Informationen und einschlägigen Erfahrungen mit der im Prinzip sehr guten Software Registax4 vorerst nicht zu behaupten. Trotz gewisser Einschränkungen ist AviStack zumindest nach unseren bisherigen Erfahrungen speziell auch ungeübten Usern bedingungslos und wärmstens für die Bearbeitung von Mondbildern zu empfehlen. Unser Dank gilt auch den "Machern" des Programms, ohne deren Arbeit unsere schönen Bilder nicht möglich wären!
Gruß, Peter