ubit
Aktives Mitglied
Hi zusammen,
ich habe jetzt eine ganze Weile gebraucht um meinen Workflow mit Siril korrekt zusammen zu bekommen. Da meine Omegon VETEC533C völlig unauffällig bei den Darks und Bias ist habe ich mich entschlossen nur mit Lights und Flats zu arbeiten. Das spart Zeit und vermeidet eine Quelle für (geringes) Bildrauschen welches durch die Darks und Bias immer "eingemischt" werden.
Wenn ich die Bilder aber nun mit Siril gestackt habe, wurden die Flats immer überkorrigiert. Habe ich stattdessen Bias und Darks verwendet wurde alles perfekt kalibriert. Aber wenn ich ohne Bias und Darks gearbeitet habe hat es halt nicht funktioniert.
Meine Vorgehensweise nur mit Lights und Flats in Siril:
1. Konvertieren der Flats mit DeBayering
2. Preprocessing mit Offset. Im Feld "Offset" habe ich dann z.B. =100 eingetragen (weil ich bei der Aufnahme einen Offset von 100 eingestellt hatte)
3. Stacking (Median, Multiplikativ)
4. Konvertieren der Lights mit DeBayering
5. Preprocessing mit Offset (siehe oben) und dem in Schritt 3 erstellten Master-Flat
6. Registrieren
7. Stacken - z.B. Additiv mit Rejection
Wie gesagt: Die Flats haben immer überkorrigiert...
Jetzt habe ich herausgefunden woran es lag: Die Kamera hat nur 14 Bit. Das habe ich auch so in N.I.N.A. eingetragen (Options->Equipment->Camera). Allerdings war in N.I.N.A. auch unter den "Advanced Settings" auch "Enable bit scaling" aktiviert. Ich glaube das ist die Defaulteinstellung.... Was ist nun dabei passiert? Mit dem Bit-Scaling wird in meinem Fall jeder ADU-Wert den die Kamera liefert mit 4 multipliziert um von 14 Bit auf 16 Bit zu skalieren. In den ADU-Werten der Kamera steckt aber ja auch der eingestellte Offsetwert drin. Jeder ADU-Wert von der Kamera ist also um 100 ADU höher als "eigentlich" gemessen wurde - das ist ja die Funktion des Offsets. Durch die Skalierung sind es dann aber eben keine 100 ADU mehr sondern 400 ADU, weil ja jeder Pixelwert mit 4 multipliziert wird.
Wenn ich obigen Workflow mit dem korrigierten Offset 400 durchführe, klappt es (natürlich....) einwandfrei. Problem ist dabei halt: Der tatsächliche Offset bzw. die Info darüber ob die Kameradaten skaliert wurden findet sich nirgendwo in den Bilddaten. Im Gegenteil: Im FITS-Header trägt N.I.N.A. den eingestellten Offset 100 ein. Arbeitet man mit Bias und Darks ist das kein Problem - hier wird der Offset-Wert ja im Workflow gar nicht genutzt - es kommt nur darauf an alle Bilder mit den selben Einstellungen für Gain und Offset aufzunehmen. Der Offset "kalibriert" sich automatisch heraus, weil nicht sein Zahlenwert sondern sein "Ergebnis" in den Bias bzw. Darks beim Kalibrieren genutzt wird. Arbeitet man aber mit synthetischem Bias (wie ich halt), so braucht man den tatsächlichen Zahlenwert - und hier passt dann einfach der im FITS-Header stehende Wert nicht zu den Bilddaten. Man muss sich zusätzlich notieren ob Bit-Scaling aktiviert war (und ggf. welcher Skalierungsfaktor genutzt wurde). Problematisch, falls man das nicht notiert und in ein paar Monaten oder Jahren "alte Bilddaten" nochmal bearbeiten möchte. Meiner Meinung nach müsste N.I.N.A. den Offset im Fits-Header ebenfalls skalieren damit er zu den tatsächlich gespeicherten Bilddaten der FITS-Datei passt.
Also als Tipp, falls es noch bei Anderen Probleme mit der Kalibrierung ohne Bias/Darks gibt: Notiert bzw. ermittelt einen ggf. in der Aufnahmesoftware verwendeten Skalierungsfaktor und korrigiert den Offset bei der Bearbeitung entsprechend. Dann klappt das auch ohne Bias und Darks. Alternativ darauf achten, dass die Skalierung im N.I.N.A. deaktiviert ist.
Ciao, Udo
ich habe jetzt eine ganze Weile gebraucht um meinen Workflow mit Siril korrekt zusammen zu bekommen. Da meine Omegon VETEC533C völlig unauffällig bei den Darks und Bias ist habe ich mich entschlossen nur mit Lights und Flats zu arbeiten. Das spart Zeit und vermeidet eine Quelle für (geringes) Bildrauschen welches durch die Darks und Bias immer "eingemischt" werden.
Wenn ich die Bilder aber nun mit Siril gestackt habe, wurden die Flats immer überkorrigiert. Habe ich stattdessen Bias und Darks verwendet wurde alles perfekt kalibriert. Aber wenn ich ohne Bias und Darks gearbeitet habe hat es halt nicht funktioniert.
Meine Vorgehensweise nur mit Lights und Flats in Siril:
1. Konvertieren der Flats mit DeBayering
2. Preprocessing mit Offset. Im Feld "Offset" habe ich dann z.B. =100 eingetragen (weil ich bei der Aufnahme einen Offset von 100 eingestellt hatte)
3. Stacking (Median, Multiplikativ)
4. Konvertieren der Lights mit DeBayering
5. Preprocessing mit Offset (siehe oben) und dem in Schritt 3 erstellten Master-Flat
6. Registrieren
7. Stacken - z.B. Additiv mit Rejection
Wie gesagt: Die Flats haben immer überkorrigiert...
Jetzt habe ich herausgefunden woran es lag: Die Kamera hat nur 14 Bit. Das habe ich auch so in N.I.N.A. eingetragen (Options->Equipment->Camera). Allerdings war in N.I.N.A. auch unter den "Advanced Settings" auch "Enable bit scaling" aktiviert. Ich glaube das ist die Defaulteinstellung.... Was ist nun dabei passiert? Mit dem Bit-Scaling wird in meinem Fall jeder ADU-Wert den die Kamera liefert mit 4 multipliziert um von 14 Bit auf 16 Bit zu skalieren. In den ADU-Werten der Kamera steckt aber ja auch der eingestellte Offsetwert drin. Jeder ADU-Wert von der Kamera ist also um 100 ADU höher als "eigentlich" gemessen wurde - das ist ja die Funktion des Offsets. Durch die Skalierung sind es dann aber eben keine 100 ADU mehr sondern 400 ADU, weil ja jeder Pixelwert mit 4 multipliziert wird.
Wenn ich obigen Workflow mit dem korrigierten Offset 400 durchführe, klappt es (natürlich....) einwandfrei. Problem ist dabei halt: Der tatsächliche Offset bzw. die Info darüber ob die Kameradaten skaliert wurden findet sich nirgendwo in den Bilddaten. Im Gegenteil: Im FITS-Header trägt N.I.N.A. den eingestellten Offset 100 ein. Arbeitet man mit Bias und Darks ist das kein Problem - hier wird der Offset-Wert ja im Workflow gar nicht genutzt - es kommt nur darauf an alle Bilder mit den selben Einstellungen für Gain und Offset aufzunehmen. Der Offset "kalibriert" sich automatisch heraus, weil nicht sein Zahlenwert sondern sein "Ergebnis" in den Bias bzw. Darks beim Kalibrieren genutzt wird. Arbeitet man aber mit synthetischem Bias (wie ich halt), so braucht man den tatsächlichen Zahlenwert - und hier passt dann einfach der im FITS-Header stehende Wert nicht zu den Bilddaten. Man muss sich zusätzlich notieren ob Bit-Scaling aktiviert war (und ggf. welcher Skalierungsfaktor genutzt wurde). Problematisch, falls man das nicht notiert und in ein paar Monaten oder Jahren "alte Bilddaten" nochmal bearbeiten möchte. Meiner Meinung nach müsste N.I.N.A. den Offset im Fits-Header ebenfalls skalieren damit er zu den tatsächlich gespeicherten Bilddaten der FITS-Datei passt.
Also als Tipp, falls es noch bei Anderen Probleme mit der Kalibrierung ohne Bias/Darks gibt: Notiert bzw. ermittelt einen ggf. in der Aufnahmesoftware verwendeten Skalierungsfaktor und korrigiert den Offset bei der Bearbeitung entsprechend. Dann klappt das auch ohne Bias und Darks. Alternativ darauf achten, dass die Skalierung im N.I.N.A. deaktiviert ist.
Ciao, Udo