Pupillenabstand ?

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Carsten_Gaebe

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Moin Leute,
bin derzeit grade dabei, mit meinem frisch und spontan erworbenem TS20x80 Erfahrungen zu sammeln.

Berichte hier von der ausgezeichneten Randschärfe und 'knackigen' Darstellung und Verzerrungsfreiheit kann ich auch bestätigen ... zu mehr reichts bei diesem blöden Himmel derzeit leider nicht.

Meine Frage geht aber nun in eine andere Richtung:
Was habt ihr für Erfahrungen beim Einstellen des Pupillenabstandes (also von Auge zu Auge ... nicht Pupille-Linse) gemacht ? Grade bei den etwas kleineren Austrittspupillen (hier: 4mm) habe ich das Gefühl, dass eine suboptimale Einstellung dazu führt, dass man irgendwie immer 'schwarze Schatten' durchs Bild huschen sieht (schwer zu beschreiben).

Machts Sinn, mal mitner Schieblehre den eigenen Pupillenabstand zu messen und die Okulare darauf einzumessen ? Oder macht ihr das bei jeder Sitzung aus dem Gefühl heraus ?

Bei Gläsern, deren AP so von 6-7mm reicht, hatte ich dieses Phänomen an sich noch nicht.

Danke für Infos vorab & grüsse

Carsten
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Fernglas korrekt auf die Augenweite einstellen

Die richtige Einstellung eines Fernglases oder Binoansatzes auf die eigene Augenweite ist nicht nur wichtig, um die störenden schwarzen Flecken (Blackouts oder Kidney Beaning) speziell beim Rollen der Augen für die Beobachtung am Sehfeldrand zu vermeiden, sondern auch, um möglichst gute Schärfe und geringstmögliche Farbsäume zu erzielen. Denn eine falsche Abstandseinstellung der beiden Rohre bzw. Okulare (bei Ferngläsern mit starr verbundenen Rohren und schwenkbaren Okularen mit Rhombusprismen) hat zur Folge, daß zumindest eine Augenachse nicht mit der Okularachse fluchtet, und das wiederum ist eine Dezentrierung, die ungeachtet der Qualität des Fernglases zusätzliche Abbildungsfehler ins Spiel bringt. Bei weniger guten Ferngläsern kommt noch hinzu, daß evtl. die Randstrahlen innerhalb der Austrittspupille (die dann in oder nahe der Augenachse liegen) erheblich stärker fehlerbehaftet sind als die durchs Zentrum der AP verlaufenden, und dann sinkt die Bildqualität noch mehr.

Für die präziseste Einstellung kann man die Tatsache nutzen, daß eine Dezentrierung der Augenpupille sich dann am stärksten sichtbar auswirkt, wenn die Augenpupille und die Fernglas-AP gleich groß und beide möglichst klein sind. Da kann schon eine Verschiebung der Augenachse relativ zur Okularachse um einige zehntel Millimeter zu einer deutlich erkennbaren Bildverdunkelung führen. Ist dagegen z.B. die Augenpupille deutlich kleiner als die AP, dann besteht ein erheblicher Verschiebespielraum innerhalb dessen zwar schon die Schärfe ein klein wenig nachlassen kann (was aber nicht gut genug fürs korrekte Zentrieren erkennbar ist), aber die Bildhelligkeit bleibt so lange unverändert, bis die kleine Augenpupille aus der größeren AP heraus wandert. Ebenso ist es, wenn die AP deutlich kleiner als die Augenpupille ist, wobei dann die AP aus der Augenpupille heraus wandert.

Um nun diesen Umstand zum präzisen Justieren auszunutzen, muß man also dafür sorgen, daß sowohl die Augenpupille als auch die AP klein und beide möglichst exakt gleich groß sind.

1. Die Augenpupille wird am kleinsten, wenn es am hellsten ist. Also muß man bei guter Tageshelligkeit, am besten bei strahlendem Sonnenschein arbeiten. Die Augenpupille verengt sich dann bei den meisten erwachsenen Menschen auf etwa 2 mm bis 1,8 mm. Ich gehe bei mir von 1,8 mm aus.

2. Nun muß man dafür sorgen, daß auch die AP diese Größe hat. Dazu setzt man zwei schwarze Kartonscheiben vor die Objektive (passend zuschneiden und mit Tesafilm fixieren), in die man genau mittig kreisrunde Löcher der Größe „1,8 mm · Vergrößerung” schneidet, also z.B. bei einem 20fach vergrößernden TS 20x80 Löcher der Größe 1,8 mm · 20 = 36 mm Durchmesser.

3. Schaut man nun bei hellem Tageslicht und mit diesen Kartons vor den Objektiven durchs Fernglas, so müssen die ca. 1,8 mm großen Augenpupillen ziemlich genau deckungsgleich mit den ebenfalls 1,8 mm großen AP des Fernglases liegen. Bei schon geringfügiger Verschiebung sieht das Auge das Bild des betreffenden Auges dunkler bzw. schon partiell schwarz. Wichtig ist noch, daß man beim Justieren des Okularabstandes auf die Augenweite ein Motiv in sehr großer Entfernung anpeilt, also am besten in einer Entfernung von mehreren Kilometern. Liegt das Motiv nämlich näher, so konvergieren die Augenachsen schon, und zwar proportional zur Vergrößerung stärker als ohne Fernglas. Würde man also mit dem 20fach-Fernglas z.B. ein nur 40 m weit liegendes Motiv betrachten, dann konvergieren die Augen beim Blick durchs Fernglas bereits so wie ohne Fernglas auf 2 m Entfernung. Wenn aber die Augenachsen konvergieren, dann verkleinert sich der Abstand zwischen den beiden Pupillen etwas, und man würde dann das Fernglas auf eine kleinere Augenweite justieren, als man sie für den astronomischen Einsatz (Entfernung = unendlich) braucht.

4. Es ist bei der korrekten Einstellung des Okularabstandes auf die eigene Augenweite hilfreich und steigert die Einstellgenauigkeit erheblich, wenn man dabei die Augen ein klein wenig (nur ca. 1-3 cm) von den Fernglasokularen entfernt. Man sieht dann nicht mehr das volle Sehfeld, sondern es verengt sich auf zwei unscharf begrenze Kreisscheiben, die deckungsgleich aufeinanderliegen und nicht eine liegende 8 bilden dürfen (wie man das im Film oder Fernsehen zeigt, wenn ein Blick durch ein Fernglas simuliert werden soll).

5. Man kann die Genauigkeit nochmals steigern, wenn man diese Prozedur mehrmals, z.B. 10 mal, ausführt und anhand einer Skala (wenn nicht vorhanden, dann mit Strichlein auf einem aufgeklebten Blatt Papier oder durch Nachmessen mit einer Schiebelehre nach jedem neuen Durchgang) die Einstellung prüft und die Werte notiert, aus denen man am Ende einen Mittelwert bildet und diesen dann definitiv einstellt. Auf diese Weise reduziert man die Einstelltoleranz.

Hat man so das Fernglas richtig eingestellt, muß man nur dafür sorgen, daß sich dann nichts mehr verstellt oder daß man durch eine Markierung oder bei Vorhandensein einer Skala durch Merken des Wertes die Einstellung jederzeit genau wiederfindet.

Walter E. Schön
 
Re: Fernglas korrekt auf die Augenweite einstellen

Besten Dank für die Infos, genau das wollte ich wissen.
Ggf. kann man auch mal beim Augenarzt bzw. Optiker reinschauen, damit der mit seiner High-Tec-Apparatur die ermittelten Werte verifizieren kann ?

Grüsse

Carsten
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