Push+ für Dobson?!?

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MichelBVB

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Hello.

Mal eine kurze Frage. Benutze seit geraumer Zeit ein Dobson 8“ Orion SkyQuest XT 8 200/1200. Bin wirklich super zufrieden. Die 200mm Öffnung lässt schön viel Licht rein, Deep Sky (wenn ich mal ein Objekt finde :)) Mond und Planeten machen Spaß.

Allerdings, nervt mich das manuelle nachführen mittlerweile tierisch an. Gerade bei hoher Vergrößerung auf dem Mond, bekomme ich schnell Puls, wenn ich ständig am nachschubsen bin ?

Nun zu meiner Frage. Was haltet ihr von einer mechanischen Nachrüstung a la Push + ?!? Recherchen haben ergeben, dass es durchaus Sinn macht. Hat jemand Erfahrung damit gesammelt? Gibt es andere schöne Sachen, die ich nicht auf dem Schirm habe?!? Würde mich über einige Anregungen freuen.

Liebe Grüße ✌️
 
Eine PushTo wird dir beim Nachführen nicht helfen. Für die automatische Nachführung eines Dobson brauchst du eine Equatorial Plattform.

Gruss
 
Hallo .....xxx.....
mit ein Wenig Suchen findest Du sicher eine Menge Bauanleitungen.
Aber so ein Ding zu konstruieren ist wirklich ganz einfach:
Zwei Holzplatten ( z.B. Siebdruckplatte oder Sperrholz, gern auch Gestell aus Aluprofilen)
Die beiden Platten werden auf der einen Seite mit stabilen, möglichst spielfreien Scharnieren verbunden, auf der gegenüberliegenden Seite eine Einstellung aus z.B. Gewindestab, oder etwas ähnlichem. Es reicht ein dicker Gewindestab mit Muttern und großen U-Scheiben.
Mit etwas Phantasie bekommt man das auch schön hin.....
Große Bewegungsmöglichkeit ist nicht nötig, ein Winkel von 50° +- 5° passt in unseren Breiten.
Die untere (Boden)Platte hat idealerweise drei Füße, von denen mindestens zwei höhenverstellbar sein sollten, um Bodenunebenheiten ausgleichen zu können.
Die Bodenplatte sollte beim Betrieb nach Möglichkeit schön waagrecht stehen.
Eine Dosenlibelle ist beim Ausrichten eine große Hilfe, und mit einem aufgeklebten Kompass
kann man die Plattform beim Aufstellen gleich korrekt ausrichten
Auf die obere Platte kommt dann bereits die Rockerbox. Drei Schloßschrauben mit Flügelmuttern ermöglichen schnelles Auf- und Abbbauen.
Auch bei einer parallaktischen Dobsonplattform wird eingenordet. Dafür reicht ein Brettchen auf der oberen Platte mit Kimme und Korn, aber auch ein Polsucher lässt sich einfach ansetzen.
Ich würde einen Polsucher mit Winkeleinblick nehmen, um nicht bäuchlings oder auf den Knien die Polhöheneinstellung vornehmen zu müssen.
Hauptsache, Du kannst die Neigung / Steigung möglichst genau auf die jeweilige Polhöhe einstellen. Umso sauberer läuft dann die Nachführung.

Apropos Nachführung: Da gibt es der Möglichkeiten viele. Ein kleiner Getriebemotor mit ausgerechneter Untersetzung, vorzugsweise mit Reibrad. Ideal ist dabei eine Rutschkupplung, die das leichtgängige Bewegen von Hand ermöglicht. Aber auch eine einfache Kupplung mit
Federandruck und Lösehebel ist denkbar, oder Andruck mit Klemmhebel, oder, oder, oder....

Ein bisschen Rechnen, damit eine Drehzahl der Dobsonbasis von genau 1/24h herauskommt.
Fertig ist die Dobson-Nachführung. Eine großartige Steuerung ist nicht zwingend erforderlich,
aber wer Bock drauf hat, kann das Ganze natürlich auch hochwissenschaftlich angehen.
Erlaubt ist, was gefällt.

CS

Dietmar
 
Hallo .....xxx.....
mit ein Wenig Suchen findest Du sicher eine Menge Bauanleitungen.
Aber so ein Ding zu konstruieren ist wirklich ganz einfach:
Zwei Holzplatten ( z.B. Siebdruckplatte oder Sperrholz, gern auch Gestell aus Aluprofilen)
Die beiden Platten werden auf der einen Seite mit stabilen, möglichst spielfreien Scharnieren verbunden, auf der gegenüberliegenden Seite eine Einstellung aus z.B. Gewindestab, oder etwas ähnlichem. Es reicht ein dicker Gewindestab mit Muttern und großen U-Scheiben.
Mit etwas Phantasie bekommt man das auch schön hin.....
Große Bewegungsmöglichkeit ist nicht nötig, ein Winkel von 50° +- 5° passt in unseren Breiten.
Die untere (Boden)Platte hat idealerweise drei Füße, von denen mindestens zwei höhenverstellbar sein sollten, um Bodenunebenheiten ausgleichen zu können.
Die Bodenplatte sollte beim Betrieb nach Möglichkeit schön waagrecht stehen.
Eine Dosenlibelle ist beim Ausrichten eine große Hilfe, und mit einem aufgeklebten Kompass
kann man die Plattform beim Aufstellen gleich korrekt ausrichten
Auf die obere Platte kommt dann bereits die Rockerbox. Drei Schloßschrauben mit Flügelmuttern ermöglichen schnelles Auf- und Abbbauen.
Auch bei einer parallaktischen Dobsonplattform wird eingenordet. Dafür reicht ein Brettchen auf der oberen Platte mit Kimme und Korn, aber auch ein Polsucher lässt sich einfach ansetzen.
Ich würde einen Polsucher mit Winkeleinblick nehmen, um nicht bäuchlings oder auf den Knien die Polhöheneinstellung vornehmen zu müssen.
Hauptsache, Du kannst die Neigung / Steigung möglichst genau auf die jeweilige Polhöhe einstellen. Umso sauberer läuft dann die Nachführung.

Apropos Nachführung: Da gibt es der Möglichkeiten viele. Ein kleiner Getriebemotor mit ausgerechneter Untersetzung, vorzugsweise mit Reibrad. Ideal ist dabei eine Rutschkupplung, die das leichtgängige Bewegen von Hand ermöglicht. Aber auch eine einfache Kupplung mit
Federandruck und Lösehebel ist denkbar, oder Andruck mit Klemmhebel, oder, oder, oder....

Ein bisschen Rechnen, damit eine Drehzahl der Dobsonbasis von genau 1/24h herauskommt.
Fertig ist die Dobson-Nachführung. Eine großartige Steuerung ist nicht zwingend erforderlich,
aber wer Bock drauf hat, kann das Ganze natürlich auch hochwissenschaftlich angehen.
Erlaubt ist, was gefällt.

CS

Dietmar
Danke, aber das ist jetzt echt sehr kompakt, so ist das natürlich kein Problem. ;)

Wie wird eigentlich bei dieser Konstruktion (2 Scharniere) die "virtuelle" Achse auf den astronomischen Nordpol erzeugt?

Gruss AstroPZ (Peterxxx)
 
Hallo Peter,
eigentlich ganz einfach: Der obere Boden, also der (ca. 50°) aufgestellte zeigt mit seiner Fläche idealerweise auf Polaris, bzw. natürlich auf den Himmelsnordpol, den wir uns über die Position von Polaris erarbeiten. Du kannst direkt an dem Boden Kimme und Korn anbringen und den Himmelsnordpol anpeilen. Kimme und Korn stehen dabei in einem 90° Winkel zum verstellbaren Boden. Stell Dir vor, Du bohrst ein Loch in den verstellbaren Boden (exakt im rechten Winkel) und steckst ein Röhrchen rein (oder eben einen Polsucher) . Damit kannst Du dann den Himmelsnordpol anpeilen.
Nur gedanklich. Im Boden ist die Position natürlich nicht praktikabel, deshalb kommt die Visiereinrichtung irgendwo außen dran, wo sie gut zugänglich ist, aber eben im 90° Winkel zum verstellbaren Boden steht.

Natürlich könntest Du das auch direkt mit Deinem Teleskop machen. Ist das Teleskop exakt 90° zum verstellbaren Boden ausgerichtet (also die ehemalige Position "Zenit"), dann kannst Du den Himmelsnordpol auch damit anpeilen.
Ist die Platform richtig ausgerichtet, und die Polhöhe richtig eingestellt, dann kannst Du das Teleskop drehen (Azimut) und im Okular beschreibt Polaris einen Kreis um den Himmelsnordpol, der im Bild still steht. (Stünde, denn er ist schließlich schwarz ;) ) Dann wäre Dein Teleskop gleichzeitig Polsucher.
Aber wegen der Brennweite der Hauptoptik ist das eher schwierig, und dann bräuchtest Du auch ein Fadenkreuzokular usw. ........ ein Polsucher ist da schon einfacher und auch genauer, denn im Polsucher wird Dir die Korrektur bezüglich der Position von Polaris auf der Strichplatte bereits angezeigt.

Klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

ok verstanden, aber deine Konstruktion hat keine virtuelle sondern eine echte Achse.

Nicht so gut, denn dadurch steht ja die obere Plattform im 40-50° Winkel (zum Nordpol) und falls man auf die obere Plattform etwas aufsetzt, das wieder für eine horizontale Ebene sorgt, dann baut es sehr hoch auf.
Oder ich habe es doch falsch verstanden. ;)

Ich habe mich schon mit den Equatorial Plattformen beschäftigt, da ich plane mir so etwas für meinen 12" und demnächst 20" Dobson anzuschaffen.
Besser sind halt die Plattformen, die ganz niedrig und eben sind und mit einer virtuellen Achse arbeiten.
Dann ist die Konstruktion etwas schwieriger.

Die Motor-Konstruktion ist auch nicht so einfach da man ja eine sehr niedrige und konstante Winkel/Drehgeschwindigkeit erreichen muss. Im Normalfall mit einem entsprechendem hoch untersetztem Getriebe.
Die Getriebe, die ich aus dem Modellbau kenne sind alle viel zu wenig untersetzt,

Eine einfach nach zubauende Konstruktionanleitung mit handelsüblichen/kaufbaren Teilen und möglichst gar keinen selbst zu bauenden Spezialteilen suche ich.

Aber das ganze ist wohl etwas für einen neuen Faden.

Gruss Peter
 
aber deine Konstruktion hat keine virtuelle sondern eine echte Achse.
Hallo Peter,
ich wüsste nicht, wie das anders funktionieren könnte.
Die Azimutachse muß auf den Himmelsnordpol zeigen.
Nur so wird sie zur Stundenachse (Rektaszensionsachse)
Nur so kannst Du mit alleiniger Drehung um diese Achse die Erdrotation ausgleichen.
Klar ist das eine echte Achse. Was meinst Du mit „virtuelle Achse“?

und falls man auf die obere Plattform etwas aufsetzt, das wieder für eine horizontale Ebene sorgt, dann baut es sehr hoch auf.
Auf die obere Plattform, also auf den in der Neigung verstellbaren Boden, kommt nichts mehr drauf, das wieder eine waagrechte Fläche bildet. Da kommt direkt die Rockerbox drauf.

Letzlich kippst Du mit der Konstruktion nur die Rockerbox in Richtung Norden.
Damit hebst Du die Rockerbox natürlich entsprechend an. Aber nur auf einer Seite. (Süd)
Die nach Norden ausgerichtete Seite bleibt unten.

CS

Dietmar
 
Hallo Peter,
ich wüsste nicht, wie das anders funktionieren könnte.
Die Azimutachse muß auf den Himmelsnordpol zeigen.
Nur so wird sie zur Stundenachse (Rektaszensionsachse)
Nur so kannst Du mit alleiniger Drehung um diese Achse die Erdrotation ausgleichen.
Klar ist das eine echte Achse. Was meinst Du mit „virtuelle Achse“?
...
Hallo Dietmar,
bei den ganz flachen Equatorial Plattformen wird keine echte Achse gebildet, sondern die Achse ist virtuell.
Die obere Plattform läuft auf einem entsprechenden Kreisabschnitt/bogen, sodass keine echte Achse vorhanden ist.
So kann man die ganz Konstruktion ganz flach halten. So machen es die käuflich zu erwebenden Plattformen.
Ist aber von der Konstruktion etwas schwieriger. So etwas brauche ich sonst wird das Teleskop viel zu hoch, besonders beim 20" Dobson.

Gruss Peter
 
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