Rat zum Okularkauf

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Frollein_D

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Hallo Forumsgemeinde,

ich bin blutige Anfängerin und lese seit einiger Zeit interessiert mit.
Ich habe seit letzter Woche mein erstes Teleskop, ein Sky-Watcher Maksutov 102/1300.
Zubehör waren jeweils ein 10mm und ein 25mm Okular.
Das Wetter hat es bisher ein bis zweimal zugelassen, "ein bisschen zu gucken". Dabei ist mir Aufgefallen, daß ich gerne zwei unterschiedliche Dinge weiter ausbauen möchte.
1. würde ich gerne die Planeten mit etwas mehr Vergrößerung sehen, ohne daß das Bild zu Dunkel wird. Welches Okular wäre dafür geeignet? Sollte ich überhaupt kleiner als 10mm gehen? Was ist mit einer Barlowlinse?
2. würde ich gerne am Himmel "spazierengehen". Sprich, soviele Sterne wie möglich sehen. Welches Okular wäre dafür gut?

Tut mir Leid, wenn meine Fragen so, oder so ähnlich, schon zigmal gestellt wurden.

Viele Grüße
Heike
 
Hallo Heike,

mit 102mm Öffnung gehen bis 200x an Vergrößerung. Die Vergrößerung läßt sich aus dem Quotienten von Teleskop-Brennweite und Okular-Brennweite errechnen. Die Maximalvergrößerung von 200x erreichst Du mit einem Okular mit 6,5mm Brennweite. Da es ein solches wohl nicht gibt, nimmst Du ein 6mm oder ein 7mm Okular. Welches genau, ist bei der Bauart Deines Teleskops egal: Plössl, Erfle, Ortho, Panetary, Nagler, Hyperion, LVW... Hier entscheidet die persönliche Vorliebe: wenig Linsen für maximale Transmission oder bequemer Einblick.
Bzgl. Qualität kommt es darauf an, was Du ausgeben möchtest.

Bzgl. Weitfeld kann ich Dir leider nicht helfen. Das Blendrohr des Maks beschränkt wohl die Okularwahl in Richtung langer Brennweite. Einen 2 Zoll Auszug hat der Mak vermutlich keinen, oder?

Gruß,
Markus
 
Hi Markus,
danke für Deine Antwort.
Nein, der Mak hat nur eine 1.25" Öffnung.
Ich bin mir Bewusst, dass der Mak nicht gerade die idealen Vorraussetzungen hat, die Sterne zu beobachten. Ich dachte nur, ich könnte vielleicht einen Tip bekommen, um unter den gegebenen Vorraussetzungen das Beste herauszuholen.
Geht das mit einem normalen 32mm oder 40mm Okular?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

man kann zwar eine 2" Auszug anbauen, dies macht aber keinen Sinn, bei meinem 127/1500 Mak hat das Blendrohr 33mm, da kommt es bei einem 2" Okular klar zur Verdunkelung am Bildrand.
Ein 6mm Okular ist nur selten zu gebrauchen, ich würde da als kleinstes ein 7mm, oder 8mm Oku vorschlagen.
Die Wahl ist bei der Brennweite relativ unkritisch. Ob SP, Erfle,Nagler etc. da kann der Geldbeutel, bzw. Wille frei walten. In der heutigen Zeit spielt eine Anzahl an Linsen nicht mehr zwingend eine Rolle des Lichtdurchlasses. Eine gute Berrechnung und eine gute Vergütung machen auch Viellinser zu Lichtstarken Okularen. Da muss man sich im Vorfeld erkundigen.
Ich habe mir erstmal eine Palette über den gesammten Raum des Teleskopes besorgt. Bestehend aus SP, Erfle und WA's. Hochwertigere kommen nach und nach.

LG Silvio
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich glaube gelesen zu haben 42mm sind da maximal sinnvoll, aber zum "Spazierengehen" am Himmel finde ich nichts besser als ein guter Feldstecher. Das ist sehr entspannend.
 
ICH HABE GERADE DIE RINGE DES SATURN DAS ERSTE MAL GESEHEN!!

'Tschuldigung, hat nichts mit dem Thread zu tun... bin nur begeistert...
 
Zitat von Frollein_D:
ICH HABE GERADE DIE RINGE DES SATURN DAS ERSTE MAL GESEHEN!!

'Tschuldigung, hat nichts mit dem Thread zu tun... bin nur begeistert...

Hi Frollein!

:super: Ich weiß noch dass ich ganz genauso drauf war als ich die Ringe das erste Mal gesehn habe - bei mir ist das nämlich auch noch nicht so lange her.

Ich habe übrigens das gleiche Teleskop wie Du und bin sehr zufrieden damit. Klar hat es ein paar Einschränkungen: Das im Vergleich geringe Eigengesichtsfeld führt dazu dass Du große Objekte nicht im Ganzen zu sehen bekommst, sondern nur im Detail. Für Mond, Planeten und die Sonne (nur mit geeignetem Filter!) ist es aber ein tolles Teleskop!

Welche Vergrößerung Du wählst (d.h. welches Okular) hängt nicht nur von der Öffnung Deines Teleskopes ab - 200x wurde als theoretische Maximalvergrößerung schon genannt. Es hängt aber auch entscheidend davon ab wo Du beobachtest. Ich schaue oft vom Balkon über andere Häuser, und da macht mir das Seeing durch die Abwärme oft einen Strich durch die Maximalvergrößerung. Daher beobachte ich recht häufig zwischen 86x und 130x (also mit 15mm oder 10mm Okularen). Höher geht meistens nicht wirklich von meinem "Heim-Standort".

Für recht große Gesichtsfelder benutze ich ein Erfle Weitwinkel Okular mit 30mm Brennweite, dass ich hier im Forum gebraucht erworben habe. Damit erreiche ich ein scheinbares Gesichtsfeld von 1,3°, das ist für den MAK schon ganz gut. Damit hat man meiner Meinung nach ein schönes Übersichtsokular zum Suchen und zum Betrachten von größeren Objekten wie dem Orionnebel.

Schau Dir auch mal diese Seite an, da kannst Du ein wenig mit verschiedenen Okularen spielen und das Gesichtsfeld simulieren:
http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php

Ach ja, Dein Satz zum Sucher lässt mich auch grinsen - genau die gleiche Erfahrung habe ich beim ersten Blick durch einen 8x50 Sucher gemacht...

Viele Grüße,
Stephan
 
Hallo Heike,

im Thraed http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/885982/Zubehor_fur_einen_Mak_127_1500 findest du ein paar Sachen zum 5" Mak, kann man auch für den 4", wie du ihn hast, heranziehen. Ich habe das gleiche Gerät wie du und benutze folgende Okulare:
- TSWA 12mm
- William Optics WA 20mm (dürfte in etwa dem TSWA 20mm entsprechen)
- TSSP 32mm
- billiges 7-21 mm Zoom

Für die Hochvergrößerung benutze ich das Zoom im Bereich bis etwa 10mm, ab Einstellung 15 mm macht das Okular keinen Spaß mehr. Ich würde nicht unbedingt zum Kauf dieses Zooms raten, in diesem Bereich solltest du mal dem Originaloku mit 10mm eine Chance geben (das sieht bei mir soweit ganz i.O. aus) und später überlegen, mit was du im "Hochvergrößerungsbereich" arbeiten möchtest (bei 10mm macht das Seeing nicht so viel aus, kann öfter verwandt werden, mit nem 8mm bist du schön marginal über der sinnvollen Maximalvergrößerung[1,5*Öffnung] und das Seeing schlägt mehr durch). Auch wenn das Zoom nicht so toll ist, so muss ich mich wenigstens um diese Entscheidung nicht kümmern ;)

Die anderen von mir eingesetzten Okulare sind ziemlich billig, zwei in Erfle-Bauweise und ein Superplössl. Die funktionieren bei mir ganz ordentlich, ohne unschön abzubilden. Die Erfles haben zudem ein großes Gesichtsfeld, das ist dann nicht so, als würde man in einen Tunnel blicken.

Als Übersichtsokular benutze ich das 32mm Superplössl, etwas in der Art würde ich dir auch empfehlen, denn mit dem mitgeliferten 25mm kann man höchstens die Wildschweine bewerfen, die einen beim Beobachten stören. Das 12mm Erfle reicht auch gut für die Planetenbeobachtung und schlechtes Seeing fällt nicht so schwerwiegend aus. Und, wie gesagt, dem originalen 10mm kannst du ja auch mal ne Chance am Planeten geben. Dann sollte man die Lücke zwischen 32 und 12mm schließen, aus meiner Sicht ist mir das mit dem 20mm ganz gut gelungen. Tja, und dann kann man sich um die Hochvergrößerung bemühen: hätte ich kein Zoom, würde ich mich aus dem Bauch heraus für das TSWA 8mm entscheiden, allerdings hab ich dazu ja keine Erfahrung.

Müßte ich aus finanziellen Gründen alles nacheinander kaufen, würde ich folgende Reihenfolge empfehlen:
1. Übersichtsokular (wie etwa mein 32mm)
2. für eine höhere moderate Vergrößerung, evtl. 12mm Weitwinkel
3. Mittlere Vergrößerung mit einem 20er Weitwinkel
4. Etwas für die hohe Vergrößerung, vlt. zwischen 7 und 10mm?

Wie gesagt, bei mir funktioniert diese Abstufung sehr gut und ich habe jetzt auch noch keine Zwischengröße vermisst. Mit den 7mm schlägt, wie bereits gesagt, das Seeing stark zu, so dass die hohen Vergrößerungen oft nicht sinnvoll eingesetzt werden können (drum liegt das auf meiner Prioritätsliste ganz hinten). Was nutzt ein "großer" Jupiter, wenn du vor lauter Schwurbeln die Wolkenbänder nicht erkennen kannst?

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen oder dir zumindest einen Denkansatz für weitere Anschaffungen geben.

Viele Grüße
Markus
 
Vielen Dank Euch allen, für die ausführliche Beratung.

So ähnlich hatte ich mir das schon gedacht. Da tatsächlich ich die meiste Zeit vom Balkon aus beobachte, werde ich es wohl am besten erstmal beim 10er belassen und mich als erstes nach einem 32er Weitwinkel o.Ä. umsehen.

Viele Grüße

Heike
 
Zitat von Frollein_D:
@Juwel, Es werden jetzt alle lachen, , aber ich fand die Sicht durch mein Sucherfernrohr ganz schön :-)

Glaub ich gerne, Du solltest wirklich auch mal ein guten Feldstecher probieren, ich habe einen guten 7x42 geerbt und der Blick in den Sternenhimmel damit, haut einen fast aus den Socken. Insbesondere die Milchstraße sieht damit toll aus. Weil man auch mit zwei Augen durch blickt, wirkt das Bild sehr natürlich und entspannend. Die niedrige Vergrößerung stört gar nicht, dadurch hat man aber ein schönes helles Bild. Für Planeten etc. ist das aber natürlich nichts.
 
Hallo Heike,

herzlich Willkommen im Forum. :)Erzähl uns doch ein bichen über dich.





Grüße, Frank :huhu:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

zu
Zitat von helly:
Die Maximalvergrößerung von 200x erreichst Du mit einem Okular mit 6,5mm Brennweite. Da es ein solches wohl nicht gibt
wäre zu sagen, daß es diese Brennweite zumindest als Plössl sogar sehr preiswert gibt. Das Einblickverhalten ist nicht so irre gut, man kann sich aber daran gewöhnen.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Heike,

bei
Zitat von Frollein_D:
als erstes nach einem 32er Weitwinkel o.Ä. umsehen.
ist nur "o.Ä." sinnvoll. Ein 32-mm-Weitwinkel hat 2" Steckmaß, somit wirst Du Dich eher zwischen 25-mm-Weitwinkel und 32-mm-Plössl entscheiden können. Das Plössl gibt mehr Austrittspupille, das Weitwinkel hat dagegen bei offenen Sternhaufen Vorteile.

Grüße

fquadrat
 
@Frank1:
Ich habe meinem Vater letztes Jahr zu Weihnachten ein Teleskop gekauft und dabei "Blut geleckt". Seitdem habe ich versucht mich so gut wie möglich zu informieren, um das passende Teleskop für mich zu finden. Und seit vorletzter Woche ist es nun da!
Ich muss selber noch sehen, wo mich das hinführt und wie ernsthaft ich mein neues Hobby betreiben werde.
Für den Moment bin ich froh, dass ich die Planeten am Himmel gefunden habe und bin von meinen ersten Erfahrungen noch ziemlich beeindruckt!

@fquadrat:
Vielen Dank für den Hinweis!

Welches wäre denn dann besser, ein 32mm oder 40mm?
 
Ich benutze auch am Mak (127er) ein 32mm TSSP als Übersichtsokular. Das 40 mm hat wohl schon Verzeichnungen am Rand, daher scheint das 32 mm optimal. Evtl. kauf ich mir trotzdem irgendwann mal ein 40er, weil die Austrittspupille damit größer wird, und das kann beim Mak mit seiner geringen maximalen Austrittspupille sicher nicht schaden. Aber für den Anfang würde ich jederzeit wieder das 32er kaufen.
 
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