Reducer Position

onkeldirk

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Hallo zusammen

Frage: wenn die Brennweite *mit Reducer* größer/länger ist als was das Teleskop mit Reducer eigentlich haben sollte?
Muss der Reducer weiter zum Auszug rein oder muss der Reducer weiter raus?

Die Kamera ist auf 56mm Abstand.

Grüße Dirk
 
Hallo Dirk,

wie groß ist der Unterschied denn?

Verrätst du uns das Teleskop um das es geht dazu? Weil das hat möglicherweise Einfluss auf eine präzisere Antwort.

Aus den 56 mm Arbeitsabstand würde ich Takahashi schliessen(?)

Häufig, wenn die Brennweite abweicht stimmt der Arbeitsabstand noch nicht. Aber der ist besser an der Sternabbildung in den Bildecken zu ermitteln als an der effektiven Brennweite.

Grüße,
Alex
 
Frage: wenn die Brennweite *mit Reducer* größer/länger ist als was das Teleskop mit Reducer eigentlich haben sollte?
Muss der Reducer weiter zum Auszug rein oder muss der Reducer weiter raus?

Die Kamera ist auf 56mm Abstand.

Hallo Dirk,

Wenn "M" den Reduzierungsfaktor bezeichnet, und "a" den Abstand der Reducer-Linse vor dem originalen Fokus der Optik, dann verkürzt sich die Systembrennweite und die Bildebene steht dann nur noch im verkürzten Abstand "b" hinter der Reducer-Linse, das wäre dann also der nominelle Arbeitsabstand:

b = M a = 56 mm

Dabei gilt

M = b / a = f_r / (f_r + a)

wobei f_r die Brennweite der Reducer-Linse ist.

Die Systembrennweite reduziert sich dann von der originalen Brennweite f auf

f_eff = M f

Wenn f_eff zu groß ist, dann musst du M verkleinern.

Bei vorgegebenem Arbeitsabstand "b" muss dann also der Abstand "a" des Reducers vor dem originalen Fokus vergrößert werden.

>>> Der OAZ mit dem Reducer muss dann also weiter eingefahren werden!

Gruß, Peter
 
Hallo Alex

Ja das Mewlon 180c und 0.8 Reducer. Sind 1870mm Brennweite. Bin noch 100mm zu viel.
Da ein Moonlite Auszug verbaut ist, habe ich nicht den originalen Übergang wo der Reducer laut Takahashi im 2" reingeschoben wird.

Grüße Dirk
 
Hallo Peter

Danke für dein Input.
Hab den Auszug voll eingefahren und am Mewlon Rückseite ist ja noch eine Fokusschraube/Stift.
Hier konnte ich den Fokus nachstellen. Hab es noch nicht so lange.

Bin jetzt bei ca 1830mm laut AsiAir, gut 50mm weniger Brennweite.

Grüße Dirk
 
Hallo Dirk nochmal,

das Takahashi Mewlon fokussiert ja nicht mit einem externen Okularauszug (OAZ), sondern ähnlich wie bei Schmidt-Cassegrains durch Verstellung der Hauptspiegelposition mit einem Fokussierknopf auf der Rückseite.
  • Wenn du diesen Fokussierknopf im Uhrzeigersinn drehst, bewegt sich der Hauptspiegel nach hinten. Der Backfokus, also der Abstand der Brennebene hinter dem Hauptspiegel, und die effektive Brennweite vom Mewlon verkürzen sich dabei. Das gilt auch, wenn der Reducer/Flattener eingesetzt wird, für die dann noch weiter reduzierte Brennweite.
So solltest du dann auch in der Lage sein, die Brennweite auf 1760 mm zu reduzieren.

Gruß, Peter

Mewlon-180C instruction manual
 
Ja das Mewlon 180c und 0.8 Reducer. Sind 1870mm Brennweite. Bin noch 100mm zu viel.
Da ein Moonlite Auszug verbaut ist, habe ich nicht den originalen Übergang wo der Reducer laut Takahashi im 2" reingeschoben wird.

Es ist natürlich logisch das du bei HS Fokussierung mit einem extra OAZ am Teleskop der entsprechend zusätzlichen Weg benötigt auf mehr Brennweite kommen musst.
Du vergrößerst dann zwangsläufig die Teleskopbrennweite über die HS Fokussierung.
Bei einer HS Fokussierung erreicht man nur dann die angegebene Teleskopbrennweite wenn der Fokus die dafür vorgesehene Position hinter dem HS hat.
Das Ganze hat erst mal mit dem Reducer überhaupt nichts zu tun, sondern ausschließlich mit dem Teleskop und dem Abstand HS- Sekundärspiegel der über die HS Fokussierung verändert wird.

Verwendest du anderes Zubehör mit anderem Weg muss sich der Fokus hinter HS verändern.
Verwendest du zb. keinen ZS sondern steckst das Okular direkt in den Stutzen des Teleskops fehlen die 120mm Weg eines 2“ ZS und der Fokus hinter HS muss über den Abstand HS-Sekundärspiegel um 120mm verkürzt werden.
Das verkürzt auch die Brennweite des Teleskops.
Verwendest du hinter einem 2“ ZS noch ein Bino muss der Fokus hinter HS noch um den Weg des Binos verlängert werden.
Das verlängert auch die Brennweite des Teleskops.

Du musst dir also überlegen ob du den extra OAZ mit seinem extra Weg benötigst oder nicht.
Wenn ja wirst du zwangsläufig über die HS Fokussierung die Teleskopbrennweite erhöhen und bei einer höheren Teleskopbrennweite hat man natürlich dann auch mit 0,8X Reducer eine höhere Systembrennweite, ist ja logisch.

Resultierende Teleskopbrennweite bei dir mit extra OAZ = 2337,5mm statt der originalen 2160mm
Systembrennweite mit 0,8 Reducer = 2337,5 x 0,8 = 1870mm

Das ist aber überhaupt kein Problem, der Reducer arbeitet trotzdem optimal mit exakt Faktor 0,8 bei optimalen Arbeitsabstand von 56mm und alles ist bestens.

Grüße Gerd
 
Hallo Peter
Danke für deine Infos.
Bei mir ist ein Moonlite Auszug + EAF Motorfokus am Mewlon 180c verbaut.
Die Bautiefe sind ca 85mm *Rückseite Mewlon bis Auflage 2"
Das originale Tak Übergangsstück hat 46mm Bautiefe bis 2" Auflage

Weiter rein gehts nicht, außer ich baue es zurück.

Bis jetzt komme ich mit der leicht geänderten Brennweite auch gut hin.

Grüße Dirk
 
Bei mir ist ein Moonlite Auszug + EAF Motorfokus am Mewlon 180c verbaut.
Die Bautiefe sind ca 85mm *Rückseite Mewlon bis Auflage 2"
Das originale Tak Übergangsstück hat 46mm Bautiefe bis 2" Auflage
Ah ok - das habe ich wohl übersehen, dass du auch noch einen externen OAZ benutzt.
Damit vergrößert sich dann allerdings nicht nur der Backfokus, sondern auch die effektive Brennweite.
Und das betrifft dann auch die reduzierte Brennweite.

Gruß, Peter
 
Hallo Dirk,

warum einen extra OAZ? Ich hatte vor vielen Jahren ein Mewlon210, jenes hatte nur ein minimalstes Shifting bei Fokusumkehr und ließ sich wunderbar fokussieren. Externer OAZ war überflüssig.
Gerade bei Reducernutzung würde ich auf jeden Fall auf den Moonlight verzichten! Ich weiß auch nicht, wie es mit der Feldkorrektur bei (durch zusätzlichen OAZ) nicht korrektem Reducer-Abstand beim Mewlon aussieht ...

viele Grüße - Ronald
 
Ich weiß auch nicht, wie es mit der Feldkorrektur bei (durch zusätzlichen OAZ) nicht korrektem Reducer-Abstand beim Mewlon aussieht ...

wie kommst du drauf das wegen des OAZ der Reducer Abstand nicht korrekt wäre?
Der Reducer hat völlig egal ob mit oder ohne OAZ immer den optimalen Arbeitsabstand von 56mm und funktioniert daher in jedem Fall optimal.
Es wird lediglich durch den anderen Abstand HS-Sekundärspiegel die Brennweite des Teleskops etwas vergrößert.
Ansonsten ändert sich am Teleskop nichts mit Praxisrelevanz.
Man kann also ohne irgendeinen Nachteil auch den zusätzlichen OAZ drin lassen.
Das ist reine Geschmackssache und wenn es Dirk mit OAZ besser gefällt kann er diesen ohne irgendwelche praxisrelevanten Nachteile auch mit Reducer nutzen.
Es ergibt sich dann halt nur eine geringfügig andere Brennweite.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd, Hallo Ronald, Hallo Peter

Mit den Auszug ist es über der AsiAir + EAF + Ipad einfacher in der Handhabung zum *nach* fokussieren.
Ich war mir nur erstmal nicht sicher wegen der Brennweite und neue Teleskoptyp. Aber Gerd hat mir die Unsicherheit genommen. :y:

Ich lass alles so am Mewlon, mit bissel extra Brennweite.

Falls ich einen Filter vor den 0,8er Reducer schraube müsste der Arbeitsabstand von 56mm auf ca 57-58 je nach Filterdicke verlängert werden?

Grüße Dirk
 
Hallo Dirk,

alls ich einen Filter vor den 0,8er Reducer schraube müsste der Arbeitsabstand von 56mm auf ca 57-58 je nach Filterdicke verlängert werden?

befindet sich der Filter vor dem Reducer bleibt es bei den 56mm hinter dem Reducer bis zum Fokus.
Die vom Filter bzw. dessen Glasweg verursachte Fokus Verlagerung wird hier ja beim Fokussieren kompensiert.
Nur wenn sich der Filter hinter dem Reducer also innerhalb des Arbeitsabstands befindet muss die Wirkung von dessen Glasweg berücksichtigt werden.
Ein Glasweg verlagert den Fokus wie folgt

Delta = t * ((n-1)/n)
Delta……Verlängerung zu altem Fokus
t…………Glasweg
n…………Brechzahl

Damit ergibt sich für 1mm Glasweg bei BK7 und bei Grün also 546nm

Delta t = 1 * ((1,51872-1)/1,51872)
Delta t = 0,34mm

Wer es also ganz genau machen möchte müsste diese 0,34mm verrechnen und dann insgesamt 56,34mm Arbeitsabstand verwirklichen.
Beim Mewlon mit 0,8X Reducer sollte der Arbeitsabstand aber nicht ganz so kritisch sein.
Da würde ich mich wegen der 0,34mm jetzt nicht heiß machen.
Es gibt andere Fälle wo der Arbeitsabstand wesentlich kritischer ist und wo es durchaus notwendig sein kann die 0,34mm zu berücksichtigen.

Grüße Gerd
 
Moin Gerd

Danke für die Info´s.
:)du bist mein Wikipedia.
Hab schon viel im Forum gesucht und gelesen aber jetzt ist es auf´m Punkt.

Grüße Dirk
 
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