Refraktor als Fernglas nutzen?

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blue_scape

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Hallo,

auf den ersten Blick sieht die Frage im Betreff sicherlich sehr seltsam aus. Ich mache mir seit einigen Monaten Gedanken um ein Großfeldgerät. Bei den Großferngläsern kommt eigentlich nur das 20x80 von TS mit 90°-Einblick in Frage, oder kennt ihr vielleicht noch andere Großferngläser mit 90°? 90° aus dem einfachen Grund, da jedes Objekt - auch das im Zenit - bequem anzufahren sein soll, auch wenn es einen Mehrpreis von 500 Euro ausmacht. Die direkte Folge des 90°-Einblicks ist wohl das "kleine" 2,3° große Gesichtsfeld.

Darum und weil mir eher was mit 70mm Öffnung vorschwebt, suche ich auf der anderen Seite nach einem Richfield-Refraktor, mit dem ich mindestens 4° überschauen möchte.

Für den Einstieg habe ich erstmal eine Frage: Lässt sich aufgrund der Länge des 20x80 von TS auch eine Brennweite angeben? Falls ich mich jetzt in naher Zukunft doch für einen solchen Refraktor entscheide, möchte ich gleichzeitig eine Umrechnung auf Fernglas vornehmen können.

Ich hoffe meine Grundgedanken sind für euch nachvollziehbar.

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

die Brennweiten von 80er Gläsern liegen üblicherweise im Bereich von 40cm, aber das variiert natürlich von Hersteller zu Hersteller. Frag wegen genaueren Daten halt Wolfi Ransburg mal, der beißt ja bekanntlich nicht.

Und wegen anderer Gläser mit 90° schau mal bei www.intercon-spacetec.de , aber das wird halt wahrscheinlich zu teuer.

Gruß
 
Hallo,

nach Wolfi ist die Brennweite ca. 450mm groß.

Jetzt aber zur Öffnung. Ich habe gelesen, dass die Öffnung von 88mm auf 80mm vignettiert sein soll. Ich muss leider gestehen, dass ich mit dem Begriff nichts anfangen kann. Hat das was mit dem Kidney Beaning-Effekt zu tun?

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

falls du dieses Glas meinst

TS 20x88

bedeutet es, dass die Prismen hinten leider ein bisschen zu klein dimensioniert wurden und deswegen nicht die ganze Öffnung vorne (88mm) ausgenützt werden können.

Da gabs EINE MENGE Diskussionen hier, versuchs einfach mal mit der Suchfunktion und TS 20x88.

Sebastian
 
Hallo Nico,

preislich traue ich mich fast garnicht die Seite zu erwähnen, aber schau sie dir mal an, einfach nur so. Diese Teile wären auch mein Traum.

http://www.binoptic.de/

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Nico,

ich nehme Dein "Betreff" Mal wörtlich und sage, JA das kann man durchaus machen.
Ein 100/500er Refraktor macht sich gut auf einem kleinen Stativ mit leichter azimutaler Monti,
hat aber gegenüber einem Fernglas den Nachteil des "Mono"-Einblicks.
Leider gibt es solche Refraktoren nur sehr billig oder sehr teuer, das ist ähnlich wie bei den Ferngläsern,
die Mittelklasse bricht weg.
Ich erwähne speziell den 100/500er, weil Du damit die Nachteile des Monoeinblicks gegenüber
den Ferngläsern mit 60-80 mm Öffnung in etwa kompensieren kannt, wesentlich transportgünsitger,
montierungsfreundlicher (geringes Gewicht)
preisgünstiger liegst als bei Großferngläsern mit Schrägeinblick (m.E. ein MUß). Hinzu kommt die größere
Anwendungsbreite durch leichte Nutzung verschiedener Okularbrennweiten und Filter.
Für manche Anwendungen mag auch ein Binoansatz interessant sein, wird aber keinesfalls an die
Leistung eines Doppelrohres heranreichen.

Letzlich ist es -wie immer- eine Frage des Anspßruchs und des Geldes.
Für den Preis eines gut montierten Großfernglases wäre schon ein kleiner ED-Refraktor drin,
den ich persönlich für unnötig halte, da ich den Haupteinsatzzweck solcher kleinen Optiken
in der Großfeldbeobachtung sehe. Das Geld wäre für mich also in einen guten okular oder Filter
besser angelegt.

CS
*entfernt*

PS: Ich habe einen 8" F/6 Dobson, einen 102/500er Richfieldrefraktor und ein
10x50 Fernglas (CZJ-Jenoptem) zur Verfügung. M.E. eine ideale Kombi.
 
Hallo Günther,

seit einiger Zeit liebäugle ich mit dem 80/480 Scopos, mit dem ich im 35mm Panoptic 4,6° überschauen würde.

Aber wenn wir beim stereokopischen Mehrsehen gegenüber der monokularen Beobachtung am Refraktor bleiben, finde ich deinen Hinweis auf den 102/500 richtig gut. Damit würde ich genau auf ein 70mm-Fernglas kommen. Ich habe mich hier an den Faktor 1,4 bis 1,5 gehalten.

Aber was sagst du zu der AP von 7mm, die ich dann mit dem 35mm erreichen würde? Aber immerhin würde das Gesichtsfeld noch knapp 4,5° groß sein, und mit 15-facher Vergrößerung enspräche es einem 15x70-Fernglas.

Was benutzt du für ein Übersichtsokular?

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

nun ja, die 7 mm AP kann man unter gutem (~+6Mag) Himmel durchaus gewinnbringend nutzen
und mit den entsprechenden Filtern am 102/500er (O III pp) ist das sogar richtig optimal. Z.B. kompletter
Cirrus sehr detailreich im Feld, ich sag nur...whow!!!!
Für die Übersicht ohne Filter schwöre ich auf Anpassung der AP an die visuellle Grenzgröße in Mag,
also bei etwa 5 Mag Himmel auch 5 mm AP.
Das läuft zwar auf 2 nicht ganz billige Okulare in 2" für die Aufsuche, Übersicht, Sternfeld und
Nebel hinaus, aber m.E. lohnt sich das sehr.
Dabei würde ich eine 100er F/5 Linse als optimal ansehen, drunter fehlt Auflösung, mein 70/350er
Refraktörchen ist/war richtungweisend aber nicht zielführend, kein Vergleich zum 102/500er.
Wenn man es Transport- und montierungsseitig gebacken kriegt, kann man sicher auch über
120/600 nachdenken.
Ich bin da mit einem ganz simplen (A)chromaten zufrieden, weil ich keine hohen Vergrößerungen fahre
und das auch gar nicht will, für Planeten gibt es m.E. bessere Rohre als kleine Linsen egal
welcher Bauform.

CS
*entfernt*
 
Ich erwähne speziell den 100/500er, weil Du damit die Nachteile des Monoeinblicks gegenüber
den Ferngläsern mit 60-80 mm Öffnung in etwa kompensieren kannt ...
Hallo Günther,

nach dem was mir bei Cloudy Nights vorgerechnet wurde, entspricht eine 102mm Linse eher einem 85mm-Fernglas. Falls es dich interessiert, hier geht's zur Rechnung. Somit wäre ich wieder beim Scopos angelangt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß - Nico
 
Hi Nico,

wenn ich, rein von der "Papierform" her, den 80er Scopos mit dem 102er Skywatcher vergleiche,
könnte das in der Praxis einen interessanten direkten Vergleich Qualität/Öffnung ergeben und
ich würde Dir empfehlen wollen, diesen oder einen ähnlichen Vergleich im Rahmen einer Auswahlbestellung
zu machen und erst dann eine Entscheidung zu treffen.
Mir bietet/bot die 70er Linse zu wenig Potenzial, gerade auch für die Filternutzung.
Die 100er Linse ermöglicht sogar überraschend gut die Anwendung des extrem engen Baader O III.
Obwohl die Filternutzung zu 80% von der AP abhängig ist, also viel mehr als von der Öffnung,
würde ich erwarten, dass eine 80 mm Linse doch etwas zu wenig Lichtsammelleistung bietet und
maximal UHC Filter verträgt, zumal bei max. AP auch nur eine sehr geringe Vergrößerung erreicht wird
Die Objekterkennbarkeit hängt ja neben Auflösung und Helligkeit auch entscheidend von
der Flächengröße ab (nicht nur mit Filter).

CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,

nur noch mal zum besseren Verständnis.

Ich möchte am gesuchten Fernrohr nur ein Okular einsetzen, was das 35mm Panoptic wäre. Zur Zeit favorisiere ich 80/480, womit ich ein 15x70 "simulieren" möchte. Mit der AP bin ich schon zufriedener und ich hätte immerhin 4,6°.

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

icvh sehe Deine Beweggründe durchaus und sage auch nicht, dass der Scops Deine Ansprüche/Ziele nicht erfüllt.
Ich rate nur, eine direkte Vergleichsmöglichkeit, z.B. mit einer 100er F/5 Linse zu schaffen und
eine Entscheidung vom eigenen praktischen Vergleich abhängig zu machen.
die Festlegung auf 15fach hast Du jetzt im kopf. Wenn so ein Röhrchen erst Mal da ist, wirst Du auch
bis ~50fach gehen wollen, das ist objekt- und fernrohrsspezifisch nun Mal der Lauf der Dinge. Man geht quasi bis da hin, wo ein größeres Fernrohr "übernimmt".
Nicht umsonst arbeite ich daran, einen 100/500er auf meinen 8" Dobson zu montieren um einen
optimalen Übergang von großem Feld auf mehr Auflösung und farbfehlerfreie Hochvergrößerung zu haben.
So will ich meiner Definition des optimalen Fernrohrs näher kommen.
Wie alle Teilnehmer des Forums stelle ich also meine Ansichten und Ziele zu den
Fragestellungen dar und wenn der Fragesteller sich darin ganz, teilweise oder auch nicht wiederfindet,
ist das Beratungsziel erfüllt, er kann seinen eigenen Weg besser finden.

CS
*entfernt*
 
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