Refraktor mit hoher Brennweite oder Cassegrain?

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FPM1984

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Hallo zusammen liebe Community,

Ich stehe gerade vor einer Kaufentscheidung und wollte gerne um Feedback zu meinen Gedanken bitten ob ihr meiner Schlussfolgerung zustimmt oder eine andere Empfehlung habt.

Mein Sohn wir jetzt zeitnah eingeschult und wird zum Jahresende 7 Jahre alt. Zur Einschulung möchte ich ihm gerne ein Teleskop schenken, dass ihn lange Jahre durchs Leben begleiten soll, also auch viel Spaß macht wenn er mal älter ist. Entsprechend ist ein "richtiges" Teleskop geplant und kein Kaufhaus-Plastik.

Meine Überlegungen gehen bei der Anschaffung momentan sehr stark in Richtung eines klassischen Refraktors obwohl ich selber früher viel mit einem Newton in den Himmel geschaut habe. Meine Gedanken sind folgende:

- Gerade als Kind und wenn er später lernt damit selber umzugehen wird der Fokus sicher erstmal ganz klar Mond- und Planetenbeobachtung sein - hier wären mit gerade Kontrast und Detailschärke (z.B. Mondkrater, Saturnringe, Jupitermonde) wichtig
- Deep Sky würde eher in fortgeschrittenem Alter spannend werden und bis das soweit ist, habe ich hoffentlich eine kleine Sternenwarte mit einem großen Dobson in meinem Garten gebaut, wird zeitnah also eher nicht wichtig sein
- Das Auskühlen im Winter ist kein Problem, das Teleskop kann auf einem überdachten Balkon draußen stehen und ist dort in Sicherheit, unser Grundstück ist relativ groß, gut abgegrenzt und der Balkon ist auch nur durchs Haus erreichbar
- Transport ist nicht geplant, da wir sicher nur von daheim schauen werden, der Tubus kann also lang sein, schwere Montierung ist auch kein Problem
- Kinderfreundlich ist für mich auch, dass der Okularauszug hinten ist, da kommt mein Sohn gut dran oder er kann prima auf meinen Beinen sitzen wenn wir gemeinsam schauen
- Mit dem Farbfehler des Refraktors habe ich kein großes Problem, am Ende bleiben wir ja im Amateurbereich und wollen keine Fotos schießen
- Die Handhabung ist einfach, vor allem wenn mein Sohn lernt damit selber umzugehen, er muss z.B. keine Spiegel justieren o.ä.

Soweit meine Gedanken die alle für einen Refraktor mit langer Brennweite sprechen würden. Seht ihr das irgendwo anders oder habt ihr Anmerkungen?

Meine Überlegung wäre noch, ob ich ein Cassegrain in Betracht ziehen sollte als Alternative, mit diesem Teleskop-Typ habe ich aber keine praktischen Erfahrungen und mich noch nie damit richtig auseinandergesetzt.

Last but not least - was wäre aus eurer Sicht ein guter, großer Refraktor? Ich würde den Preisbereich 400 bis 800 Euro (mit Montierung) in Betracht ziehen, da es ein "lebenslanges" Geschenk von mir an meinen Sohn sein soll (und Papa will ja auch mal mitschauen :) ).

Ich hatte früher mal Skywatcher-Teleskope, die werden aber ja sehr oft als Ramschware aus China verrissen, ich bin nicht sicher wie heute die Qualität ist. Ich würde daher ggfs. eher in Richtung der Hausmarke von Teleskop Express gehen, würde vmtl. ohnehin dort das Teleskop kaufen wollen.

Kleinigkeit am Rande: Mir wäre ein 2" Okularauszug wichtig und mich würde interessieren welches Set an Okularen ihr empfehlen würdet?

Vielen lieben Dank für eure Hinweise und Ratschläge, freue mich auf eure Meinung!

LG

FPM



 
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Hallo!

Zitat von FPM1984:
Last but not least - was wäre aus eurer Sicht ein guter, großer Refraktor? Ich würde den Preisbereich 400 bis 800 Euro (mit Montierung) in Betracht ziehen...

Also „guter großer Refraktor“ und „400 bis 800 Euro mit Montierung“ könnten gegensätzlichere Anforderungen nicht sein :)


Ansonsten fiel mir bei Deinen Wunschvorstellungen spontan ein 70 oder 80mm apochromatischer Refraktor ein, wenn es etwas fürs Leben sein soll. Das wäre dann aber ein „guter kleiner Refraktor“. Den kann man einfach so verwenden, später auch als Fotoobjektiv oder als Sucher/Zweitrohr an zukünftigen Fernrohren. Da musst Du aber schon suchen um einen für 800 Euro zu finden. Und da ist dann nichts dabei, kein Okular und schon gar keine Montierung. Für den Anfang könnte man den aber auf ein Fotostativ setzen. Einen 2 Zoll Auszug hat sowas auch serienmässig, bei passende Okularen fängt die Preisspanne in der Gegend um 200 Euro (pro Stück) an, nach oben ohne Limit.

In diesem Preisrahmen gibt es aber schon brauchbare Schmitt-Cassegrains mit Montierung mit 4 Zoll oder 5 Zoll Öffnung. Ich bin selbst ein SC Anhänger und habe welche mit 3, 5, 6 und 8 Zoll. Die können alle auch 2-Zoll Zubehör verwenden.
Wobei selbst ein 5-zöller mit Montierung von einem Siebenjährigen aufgrund von Größe und Gewicht nicht alleine aufgebaut und bedient werden kann! Spiegel justieren tu ich bein den SCs etwa einmal in 5 Jahren - der Bub wäre dann 12 und kann das dann alleine. Interessiert ihn dann aber sowieso nicht mehr, weil er bis dahin Smartphone und Nintendo entdeckt haben wird - zumindest wenn er wie mein Sohn ist.

Viele Grüße
Maximilian
 
Zitat von maximilian:
Hallo!

Also „guter großer Refraktor“ und „400 bis 800 Euro mit Montierung“ könnten gegensätzlichere Anforderungen nicht sein :)

Alles aus der Perspektive des Amateuers gesprochen, hab Nachsicht ;-)

Bei "Groß" denke ich auch nicht an einen 6" Tubus ;-). Aber es sollte schon mehr als 70 oder 80mm sein, ich bin nicht sicher ob der Größenbereich nicht einfach viel zu lichtschwach ist?

Notfalls greife ich sonst etwas tiefer in die Tasche. Was Aufbau und Bedienung betrifft: Das macht der Sohnemann mit 7 natürlich nicht alleine - die reste Jahre bin ich immer mit dabei, aber wenn er mal 10 oder 11 ist, sieht das vielleicht anders aus.

D.h. letztlich wäre das Preis-Leistungsverhältnis eines SC besser?
 
Hallo!

Habe oben noch was verändert in der Zwischenzeit!

Zitat von FPM1984:
Alles aus der Perspektive des Amateuers gesprochen, hab Nachsicht ;-)

Wir sind doch alle Amateure :) Wobei ich einige Kollegen habe die in ihren Astrokram soviel Geld stecken wie in ein gutes neues Familienauto.

Zitat von FPM1984:
D.h. letztlich wäre das Preis-Leistungsverhältnis eines SC besser?

Viel besser. Was vor allem daran liegt, dass SCs deutlich geringere Anforderungen an die Montierung stellen. Und die wird bei länger bauenden Fernrohren - also vor allem Refraktoren und Newtons - schnell zum dominierenden Kostenfaktor. (*)

Viele Grüße
Maximilian

(*) Es sei denn, man würde einen „Dobson“ nehmen, der auf Foren wie diesen Anfängern gerne empfohlen wird. Ist aber nichts für jeden (für mich jedenfalls nicht, ich schrieb an anderer Stelle schon dass ich eher die Garage aufräumen würde als mit einem Dobson zu beobachten und möchte das noch steigern, indem ich schreibe: Ich würde lieber die Steuererklärung für die ganze Familie machen als durch einen Dobson zu schauen :/ ). Das müsstest Du mit Deinem Sohn unbedingt ausprobieren, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.
Dobsonsche Montierungen gehen aber sowieso nur mit Newtons, nicht mit Refraktoren.
 
Hallo FPM1984 (Name???)

Für einen 7-jährigen würde ich nicht zu einem Schmidt-Cassegrain raten. Zu schnell hat man Fettfingerchen auf der Schmidt-Platte und häufiges reinigen mögen die Dinger garnicht. Zudem ist schon so manche Schmidtplatte durch unsachgemäße Handhabung zu Bruch gegangen. Die Dinger sind halt etwas empfindlich und ob das was für eine Siebenjährigen ist, na, ich weiß nicht. Auch ein Newton ist so eine Sache. Da wird dann schon mal an Schrauben herumgedreht an denen man nur mit dem nötigen Sachverstand drehen sollte. Ein Refraktor ist da in der Hinsicht etwas robuster.
Wenn´s dann ein Refraktor sein soll mit der nötigen Mindestöffnung der auch noch zukunftsfähig also ein Teil für´s Leben sein soll dann wird´s nicht billig außer man greift zum Farbwerfer mit billigen Plastikauszug.
Daher einmal eine nicht ganz billige Empfehlung, ein TS-Optics ED Apo 102mm f/7 Refraktor mit 2.5" R&P Okularauszug.
Eine Alternative währe dieser hier, da ist aber der Farbfehler etwas größer und preislich spart man hier nichts, da man noch eine Prismenschiene dazurechnen muß.
Beide Refraktoren haben eine ordentliche, preiswerte Optik mit einem guten 2"-Okularauszug. Mit beiden erreicht man ein großzügiges Gesichtsfeld von 3,7° (2,4°)sowie eine Vergrößerung von 200-fach.
Dazu noch eine NE-EQ 5 Montierung . Aber Vorsicht beide Teile sind schon recht groß. Das bringt die Öffnung halt so mit sich.
Das ganze Paket sprengt zwar Deine Preisvorstellung um rund 140€ aber Du hast dann eine ordentliche, zukunftsfähige Optik, ein Geschenk fürs Leben.

Gruß Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo FPM,

ich finde, da ist doch noch Einiges sehr unstrukturiert und von Hörensagen geprägt:



Zitat von FPM1984:
.......
Mein Sohn wir jetzt zeitnah eingeschult und wird zum Jahresende 7 Jahre alt. Zur Einschulung möchte ich ihm gerne ein Teleskop schenken, dass ihn lange Jahre durchs Leben begleiten soll, also auch viel Spaß macht wenn er mal älter ist. Entsprechend ist ein "richtiges" Teleskop geplant und kein Kaufhaus-Plastik....


... hier wären mit gerade Kontrast und Detailschärke (z.B. Mondkrater, Saturnringe, Jupitermonde) wichtig.....
...
- Mit dem Farbfehler des Refraktors habe ich kein großes Problem,........
Die Handhabung ist einfach, vor allem wenn mein Sohn lernt damit selber umzugehen, er muss z.B. keine Spiegel justieren o.ä.

Soweit meine Gedanken die alle für einen Refraktor mit langer Brennweite sprechen würden........

.....ob ich ein Cassegrain in Betracht ziehen sollte als Alternative, mit diesem Teleskop-Typ habe ich aber keine praktischen Erfahrungen und mich noch nie damit richtig auseinandergesetzt......

Last but not least - was wäre aus eurer Sicht ein guter, großer Refraktor? Ich würde den Preisbereich 400 bis 800 Euro (mit Montierung) in Betracht ziehen, da es ein "lebenslanges" Geschenk von mir an meinen Sohn sein soll (und Papa will ja auch mal mitschauen :) )......

Da beißt sich so einiges und ich frage mich, welcher langbrennweitige Refraktor, montiert für 500-800 Euro nur mal z.B. einen 6" f/8 Skywatcher Newton/Dobson, den Du mit dem Geld noch okular- und zubehörtechnisch voll ausstatten kannst (wenn Du schon gleich zu Anfang willst) in Handhabung für ein Kind schlagen soll und das auch noch mit annähernd ähnlichem Auflösungsverbögen an Mond- und Planetendetails sowie Lichtsammelleistung für künftige Deep-Skyobjekte.
Wir machen jährlich bei den Ferienspielen mit und da scharen sich die Kids um die Dobsons und sie kriegen das gebacken.
Mit ein wenig Anleitung und Aufsicht führen sie händisch nach und stellen über Leuchtpunktsucher Mond und Planeten selbst ein.

Link zur Grafik: https://*entfernt*/images/PICS/IMG_6308.JPG

Link zur Grafik: https://*entfernt*/images/PICS/IMG_8277.JPG

Parallaktisch montierter Refraktor und SC bedienen da m.E. eher Ambitionen des Schenkenden als des Beschenkten.

Daneben gibt es noch ein KO-Kriterium für einen kindgerechten, intuitiv zu bedienenden Dobson, wie ich ihn vorschlage und das wäre eine Balkonbreite unter 1,2 Metern.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von *entfernt*GMS:

Nichts an einem Dobson ist intuitiv (dafür hasse hasse hasse ich die Dinger ja so!). Man schaut in eine ganz andere Richtung, als die in die das Fernrohr zeigt. Die Sterne im Okular bewegen sich in eine ganz andere Richtung als die, in die ich das Fernrohr schubse. Und wenn ich meinen Kumpels zeigen will, was ich tolles entdeckt habe, ist es längst weg, wenn die dann selbst durchschauen.

Auf den Fotos oben sehe ich übrigens viel mehr Kinder an parallaktisch montierten Fernrohren stehen als an Dobsons...

Und was den Einwand im anderen Posting angeht mit den Fingertappern auf der Schmidtplatte: Warum sollte ein Kind darauf Fingerabdrücke machen sber nicht auf die wahrscheinlich viel empfindlichere Frontlinse eines Refraktors? Unser Sohn hat mit 6 oder 7 Jahren seine erste Kamera bekommen und hat, wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, nicht einen Fingertapper auf dem Objektiv hinterlassen.
 
Ähh Maximilian,

7 jährige kommen definitv klar, 10jährige ganz alleine und ich sowie eine Unzahl von anderen Hobbystronomen auch, für mich ist das intuitiv bedienbar.

Wenn du eine parallaktische Montierung mit einem langen Refraktor drauf für einen 7 jährigen als intuitiv und sicher bedienbar erkennst, dann schreibe das so hin, aber lass anderen Leuten den Raum für ihre Erfahrungen auch.

Was soll Dein Hass in einem Forum? Da sind wir gerade hoffentlich mit ein paar anderen Akkounts drüber hinweg.

Der Threadstarter fragt explizit:

"Soweit meine Gedanken die alle für einen Refraktor mit langer Brennweite sprechen würden. Seht ihr das irgendwo anders oder habt ihr Anmerkungen?"

Und ich denke, er will sachliche Argumente und keine Hasstiraden.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo!

Zitat von *entfernt*GMS:

Ich mag es nicht und das drücke ich in meinen Worten aus. Hier wie anderswo. Ausserdem muss doch irgendjemand einen Gegenpol bilden zu diesem ewigen „nur ein Dobson ist für Anfänger geeignet“-Credo, das ich so nur aus dem Internet kenne! Sonst brauchen wir hier kein Diskussionsforum, sondern können gleich einen Link zu irgendwelchen Händlerseiten draus machen. Ich bin auch schon ziemlich lange als Amateurastronom aktiv inklusive Öffentlichkeitsarbeit und habe meine eigenen Erfahrungen gemacht und darf hier wohl davon berichten, ohne dafür gemaßregelt zu werden.

Viele Grüße
Maximilian (ab heute nur noch Anfängerberatung „face to face“ bei uns an der Sternwarte)
 
Hallo,

Und wenn ich meinen Kumpels zeigen will, was ich tolles entdeckt habe, ist es längst weg, wenn die dann selbst durchschauen.
nein nein...das ist nicht weg...versprochen ;)

Die Frage ist,was bringt mehr Beobachtungsfreude...und da sind die individuellen Vorlieben einfach zu unterschiedlich,als dass man eine pauschale Antwort geben kann.
Ich würde einen Familienausflug zu einem Teleskoptreffen anraten.Da kann man , samt Sohn,durch all die verschiedenen Teleskoptypen Durcschauen und ein bisschen ausprobieren,wie sich das Teil bedienen lässt.

Jetzt beginnt die Zeit der Teleskoptreffen...das sollte man nutzen :)

Grüße Rainer
 
Man sieht also mal wieder, die Meinungen gehen auseinander.

Lasst mich mal etwas positives sagen: ich finde die Idee sehr cool. Ich habe mich als Kind schon wahnsinnig gefreut den Feldstecher benutzten zu dürfen, an ein Teleskop war nicht zu denken! Ich glaube mit 400-800 Euro fängst du ja nicht an der absolut untersten Grenze an und man sollte mit jedem Set-Up etwas erkennen können und der Rest ... ergibt sich doch. Man kann doch jetzt nicht wissen welcher Teleskoptyp dein Junge ist/einmal sein wird. Irgendwo muss man anfangen. Dann steigert man sich, man lernt dazu, man hat Erfolgserlebnisse, man verbringt Zeit zusammen, probiert alles mögliche (auch dumme) aus. Und ob in 10 Jahren die Astronomie noch interessant für deinen Buben ist.... tja, wer weiß.
Ich find's gut, dass du dir Gedanken machst und ihm die Möglichkeit gibst in dieses Hobby mit dir gemeinsam hineinzuwachsen :)

Lass dich nicht verrückt machen, Gruß Andrea
 
Hallo erstmal,

Zitat von maximilian:
Zitat von *entfernt*GMS:

Nichts an einem Dobson ist intuitiv (dafür hasse hasse hasse ich die Dinger ja so!).

das ist eine emotionale Aussage, die dem Threadersteller möglicherweise nichts bringt. :cool:

Der Threadersteller kann nur selbst herausfinden, ob er bzw. sein Sohn mit einem Dobson zurecht kommt.
Daher wird ja auch gerne empfohlen, sich Teleskope mal bei einem Treffen anzuschauen oder in Foren nach Kollegen im Umkreis von vielleicht 50 Km Ausschau zu halten.
Da der Threadersteller sich ursprünglich nach einem Cassegrain oder Refraktor erkundigte, ist ein Dobson für ihn vielleicht gar keine Option. Falls doch, so hilft ihm vielleicht dieses Video weiter:
Einführung Dobson Teleskop

Schönen Abend

Ronald
 
Hallo FPM,

hm. Ich wünschte, sowas wäre käuflich:
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/MC90_1250.jpg
Es ist da ganz unerheblich, dass in dieser Montierung ein 90mm Ma steckt. Ein SC wäre darin ganz genauso denkbar und bis ca. 5" kann man derartige Montierungen für den Handbetrieb bauen (nicht exakt so, wie im Bild, sondern vielleicht mit richtigen Höhenrädern.)

Großer Refraktor auf Balkon... das ist nicht so toll vom Handling her. Großer Refraktor im Garten aufgebaut? Müsste immer Papa machen - wer hat da öfter Lust oder Zeit? Beim Refraktor ist der Einblick für die meisten Objekte unterhalb des Stativkopfes, das Stativ wird also voll ausgezogen. Kommt man aus der Spielzeugklasse heraus, wird das hoch.
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/Transit9.jpg

Kleine Sternwarte mit großem Dobson im Garten? Ein Dobson ist eigentlich kein Kuppel-Teleskop. Auch keines für eine Rolldach-Hütte. Wenn eine ganze Hütte auf Schienen. Ich glaube da ist einiges noch nicht zu Ende gedacht.

Es mag die vom Dobson gelangweilten ja ärgern, aber:
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/Omegon8-5d2.jpg
So ein Dobson mit Handantrieb aber elektronischer Positionsübermittlung an eine App oder ein Programm auf dem PC hat schon was für den Anfang. Bekommt man auch eine Nummer kleiner und über eine GP-Klemmung passt eine Unzahl Teleskope dran - nur muss der Einblick bedacht werden. Da kommt ein Cassegrain in Frage, wenn man diese Montierung oder deren kleinen Bruder "aufbockt", also auf einen Sockel stellt, oder ein Newton.

Ich mag bei solchen Überlegungen eigentlich auch nur ehrlich empfehlen, was mir ehrlich Spaß macht. Refraktoren mit FH Objektiv sind da praktisch nur bis 80mm und in Ausnahmen mit 100mm lang genug zu finden. Verlässt man diese Grenzen, ziehe ich APOs vor, aber unter den APOs auch wirklich für den jeweiligen Zweck passend ausgesuchte. Ein Apo ist nicht automatisch für jeden Zweck gut.
Ansonsten habe ich mit Maks und Newtons gute Erfahrungen gemacht, wobei man Newtons meist gut zureden muss, während Maks irgendwie von der Stange ausreichend gut sind. Bastelt man aber sowieso, holt man auch aus den Maks nochmal einiges raus.

Das sind die Gründe, warum ich "solala" denke, wenn ich die jetzige Planung lese. Auf dem Bild oben ist mein Vixen 80L gezeigt. Ein schöner 80/1200 FH. Aber das große, sperrige Ding hat trotz seiner Anforderung an die Montierung (Hebelarm) am Ende nur 80mm Öffnung mit Restfarbfehler. Ich mag das Gerät, aber ich finde es heutzutage unpassend als Einsteiger-Teleskop. Ein 90/1000 FH steht schon etwas besser dar, aber ich empfinde auch das als heute überholt. Da kann ich nicht aus meiner Haut, auch wenn es da viel Kritik von anderen Liebhabern hagelt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Maximilian,

wenn Du Dich von mir gemaßregelt fühlst, so war das nicht meine Absicht, nur halte ich eben HASS so wie Du ihn bringst für nicht verargumentierbar, schon gar nicht gegen Argumente im Für und Wider einsetzbar.
Hier wurde für einen 7-jährigen ein 4" f/7 ED mit parallaktischer Montierung empfohlen und da empfehle ich ohne das zu negieren einen 6" f/8 Dobson.
Ich habe nun mal 7jährige mehrfach mit solchen Dobsons erfolgreich umgehen sehen und 10jährige sogar völlig eigenständig.
Das ist ein Argument für mich, was setzt Du als Argument.......!?

Ist (d)ein Argument gegen einen Newton, dass man beim Einblick nicht da hin schaut, wo das Objekt steht wirklich ein Argument?

Wohin schaust Du beim Refraktor oder auch beim SC? Schaust Du immer ohne Zenitspiegel, oder schaust Du doch eher meistens in Richtung Boden anstatt in Richtung Himmel?
Ach nee, also ich schaue bei meinen Refraktoren sehr oft mit seitlich gestelltem Zenitspiegel um einen bequemen Einblick zu haben, ohne das Stativ oder den Stuhl ständig den unterschiedlichen Einblickhöhen anpassen zu müssen. Da komme ich am besten klar, indem ich mich seitlich stelle, bzw lieber seitlich sitze. Je länger der Refraktor um so öfter sitze ich seitlich Dann sitze ich beim Refraktor seitlich hinter der Monti, beim Newton davor, in der Summe habe ich aber meim Newton, erst recht beim Dobson, immer eine niedrigere Montierungs-/Stativhöhe, was mit höherer Stabilität gleichzusetzen ist.

Also....was ist nun das Argument, dem 7jährigen einen Refraktor zu schenken? Papa will den schenken, hat zwar gefragt ob da noch jemand andere Ideen hat, aber er will.
Wenn er wirklich will, dann soll er, da macht niemand was dran, das zeigt sich in Foren immer wieder. Niemand der ein Fernglas oder einen besuch in der Sternwarte empfiehlt, niemand der Lektüre oder eine Nacht auf einem Teleskoptreffen empfiehlt, Du nicht mit Deinem platten Hass, auch meine Idee mit dem 6" f/8 Newton/Dobson nicht.

Gute Nacht
*entfernt*
 
Also ganz ehrlich, habe auch eine 7 jährige Tochter. Ich würde ihr noch gar kein Teleskop schenken, das klappt doch noch nicht alleine. Aber zum 8. Geburtstag bekommt sie meinen 8*32 Feldstecher geschenkt. Ich glaube ich habe damals einen zum 10. Geburtstag bekommen und habe mir mein erstes Teleskop mit 12 gekauft, ein Tasco T9 60mm Refraktor und mit 18 ein C8 mit all meinem Erspartem.
 
Moin Leute,
ich würde mit meinem Kind erst mal zu einer Sternwarte in der nähe fahren und das Kind soll dann mal die verschiedenen Teleskop-Typen probieren.
Vielleicht will ja ein Newton :-)
Zum Anfang kann man ja auch einen Newtontubus kaufen und ne Rockerbox bauen und dann später eine Paralktische Nontierung dafür kaufen....


Es ist heutzutage doch alles möglich.
Wenn ich da an meine Jugend denke da hat man nur in den Büchern Werbung gesehen und konnte nicht im Internet nachfragen usw.
Gruß Wolfgang.
 
Hallo FPM,

ich selbst bin Besitzer eines Skywatchers AC 120/600 Refraktoren und finde die Bedienung mit der AZ-3 Montierung sehr intuitiv. Das Ding ist auch nicht zu schwer, das kann dein Junior auch mal transportieren, wenn er es in Tubus und Montierung zerlegt. Dann hat es auch einen Bastel-Charakter.

Bauartbedingt gibt es Farbfehler, z.B. den Blausaum, das stört mich aber nicht. Es lassen sich auch schöne Erdbeobachtungen machen, z.B. Vögel in den Bäumen, wenn der Himmel mal verhangen ist.

Der Mond ist ein schönes Beobachtungsobjekt. der Saturn auch, ist aber doch recht "klein" zu sehen. Jupiter selbst und seine Monde sieht man auch, nur die Jupiteroberfläche, da braucht man gute Bedingungen.

Preislich liegt der Refraktor so bei ca. 400€ mit Montierung. Als einstieg sicher okay, dann kannst du ja sondieren ob der Kleine Interesse hat. :-)
 
Hallo zusammen,

Vielen lieben Dank für all eure Antworten!

Wie ich sehe lässt sich das Thema auch auf Basis objektiver Fakten ja doch ganz kontrovers diskutieren. In euren Antworten liegen viele gute Ideen und Impulse, entscheiden muss ich am Ende natürlich selbst, das ist klar.

Ich will da jetzt aber auch keine Wissenschaft draus machen - im Alter meines Sohnes habe ich von meinen Großeltern ein "Kaufhaus-Teleskop" mit 60mm oder 70mm Öffnung bekommen und mich hat es schon begeistert. Von daher alles eine Diskussion auf hohem Niveau :) Es ist natürlich klar, dass ich ihn mit 7 Jahren nicht alleine rausschicke und ihn machen lasse, er solls ja erstmal gemeinsam mit mir (oder der Mama) lernen, sich in die Thematik einfinden und dass er komplett eigenständig mit dem Gerät arbeitet, dass kommt sicher eher so mit 9 oder 10 denke ich mir. Man wird es sehen.

Jetzt muss ich nur noch eine finale Entscheidung treffen :)

Danke euch und viele Grüße,

FPM
 
Hallo FPM,

Du hast Dir ja schon einige Gedanken gemacht, hier sind ein paar Anmerkungen dazu:
Zitat von FPM1984:
Zur Einschulung möchte ich ihm gerne ein Teleskop schenken, dass ihn lange Jahre durchs Leben begleiten soll, also auch viel Spaß macht wenn er mal älter ist. Entsprechend ist ein "richtiges" Teleskop geplant und kein Kaufhaus-Plastik.
Löblich - aber dann würde ich die Öffnung eher etwas größer wählen.

wird der Fokus sicher erstmal ganz klar Mond- und Planetenbeobachtung sein - hier wären mit gerade Kontrast und Detailschärke (z.B. Mondkrater, Saturnringe, Jupitermonde) wichtig
Dann wäre ein sehr langbrennweitiger (1:15) FH-Refraktor recht nett, aber kaum zu kriegen. Ein Apochromat oder längerbrennweitiger ED ist auch gut, aber nicht gerade billig. Die Alternative wäre ein Newton mit kleinem Fangspiegel - bei 25 % Obstruktion ist von derselben nicht mehr viel zu bemerken. Die Maks haben mehr Obstruktion, sind aber einfach zu handhaben.

- Das Auskühlen im Winter ist kein Problem, das Teleskop kann auf einem überdachten Balkon draußen stehen und ist dort in Sicherheit, unser Grundstück ist relativ groß, gut abgegrenzt und der Balkon ist auch nur durchs Haus erreichbar
- Transport ist nicht geplant, da wir sicher nur von daheim schauen werden, der Tubus kann also lang sein, schwere Montierung ist auch kein Problem
Klingt nach dem (kaum erhältlichen) langbrennweitigen FH oder einem Newton.

- Kinderfreundlich ist für mich auch, dass der Okularauszug hinten ist, da kommt mein Sohn gut dran oder er kann prima auf meinen Beinen sitzen wenn wir gemeinsam schauen
Das spricht wieder gegen einen Newton und für einen Mak. Andererseits gibt es sowas wie kleine Leitern (Klapptritt mit drei Stufen), und die Dinger reichen für den Kleinen locker aus. Oder man nimmt einen Tischdobson.

- Mit dem Farbfehler des Refraktors habe ich kein großes Problem, am Ende bleiben wir ja im Amateurbereich und wollen keine Fotos schießen
Der Farbfehler ist selbst bei 80/900 visuell erkennbar und kostet auch Kontrast.

- Die Handhabung ist einfach, vor allem wenn mein Sohn lernt damit selber umzugehen, er muss z.B. keine Spiegel justieren o.ä.
Ein Mak braucht praktisch keine Justage, bei längerbrennweitigen Newtons benötigt man nur Laser und das Werkzeug zum Drehen der Schrauben und Muttern. Ob ein Punkt in einem Ring ist, sollte auch ein Schulkind erkennen können.

Ich hatte früher mal Skywatcher-Teleskope, die werden aber ja sehr oft als Ramschware aus China verrissen, ich bin nicht sicher wie heute die Qualität ist.
Die wurden mal. Viele ED und die kleinen Maks sind gut, die Newtons üblicherweise auch. Meinen 150-mm-Newton habe ich mit der langen Brennweite geordert, da durch das resultierenden Öffnungsverhältnis von 1:8 recht große Toleranzen erlaubt sind, aber nur eher kleine Fehler auftreten.

Kleinigkeit am Rande: Mir wäre ein 2" Okularauszug wichtig
Bringt bei Planeten und Mond wenig.

und mich würde interessieren welches Set an Okularen ihr empfehlen würdet?
Für Planeten eher mehrere einfache Typen wie Plössls, weil man sich dabei an die maximale Vergrößerung herantasten kann, welche die momentane Luftunruhe noch zuläßt.

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo,

das mit dem lebenslangen Geschenk das ruhig was kosten darf würde ich mir bei einem Siebenjährigen dreimal überlegen. Vielleicht hat der Jung ja schnell gar kein Interesse mehr und selbst findet man auch nicht die Zeit fürs Hobby. Ein kurzer Fraunhofer auf Azimutaler Montierung ist mitunter günstig zu bekommen, zB 80/400, viel handlicher gehts kaum. Am Planeten nicht optimal, erste Details sind dort aber schon sichtbar. Mit Erfahrung sogar sehr viele Details. Ich würde dann auch in die Materie eintauchen und erstmal auf große offene Sternhaufen halten. Danach gehen mit einem schmalbandigen UHC Filter auch große Nebel (Nordamerika, Cirrus) wunderbar, wenn man es mal ins einigermaßen Dunkle schafft und das nicht zu gruselig ist.

Für Kugelsternhaufen und Galaxien braucht es dann Öffnung. Und die kann man sich besser erst zulegen wenn das Interesse keine Eintagsfliege war. So sehe ich das.

VG
Klaus
 
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