Spacew_Telescope
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Der Frühlingshimmel ist übersät mit Galaxien – fremde Welteninseln wohin man auch schaut. In kleineren Teleskopen erwecken sie oftmals den Eindruck von zart leuchtenden Wattebäuschen, die je nach Region in Gruppen oder ganzen Schwärmen auftreten.
Besonders viele Galaxien findet man im Virgo- Haufen im Sternbild Jungfrau. Die drei größten und hellsten Galaxien in diesem Cluster sind Messier 49, Messier 60 und Messier 87. Sie alle gehören zur Kategorie der „Riesenellipsen“. Ich mag solche Galaxien, nicht nur wegen der gewaltigen Größe, sondern auch, weil sich im Zentrum meistens ein riesiges schwarzes Loch verbirgt und sich im Halo viele tausend Kugelsternhaufen tummeln. Es ist einfach umwerfend, sich vorzustellen, um was es sich bei dem hellen diffusen Lichtfleck in Wirklichkeit handelt.
Über Messier 49 und Messier 60 möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren. Sie erscheinen in meinem 50cm Teleskop hell und groß und sind einfach schön anzuschauen, weisen aber nicht wirklich viele Details auf. Ist ja aber auch kein Wunder, sind ja schließlich elliptische Galaxien.
Auch Messier 87 ist hell und groß, aber im Halo verbirgt sich ein Geheimnis - denn dort findet man den Jet eines supermassiven schwarzen Lochs. Und der ist nicht nur auf Aufnahmen zu sehen, sondern tatsächlich auch in einem 20 Zoll Teleskop mit sehr hoher Vergrößerung unter einem sehr guten Himmel. Aber das ist wirklich schwierig, denn der Jet ist bei einer Länge von 20 Bogensekunden nur 2 Bogensekunden breit und befindet sich noch dazu vor dem aufgehelltem Hintergrund des riesigen Galaxienhalos. Er gehört also definitiv zu den schwierigen Objekten, die man nicht mal so eben sieht.
Als ich mit meinem 20“ f/3 Dobson Messier 87 eingestellt hatte, habe ich zuerst einmal Ausschau nach den vielen Umgebungsgalaxien gehalten, von denen einige zu sehen waren. Eine der helleren liegt leider außerhalb der Zeichnung. Extrem schwierig waren die beiden winzigen Galaxien direkt außerhalb des Halos von Messier 87. Sie sind in der Zeichnung deshalb auch nur angedeutet (auf 04 Uhr). Nun hatte ich mich eingesehen und mein Auge war richtig dunkeladaptiert. Die Jagd auf den Jet konnte beginnen. Bei einer Vergrößerung von 370x ist mir an einer Stelle des Halos immer wieder eine Unregelmäßigkeit aufgefallen, die mit der Zeit mit indirektem Sehen immer deutlicher zu halten war. Nach vielen Minuten schälte sich dann auch so langsam die Form heraus. Der Jet sah aus wie eine sehr feine Nadel aus Licht. Einfach nur wunderschön!
Eine der tollsten Beobachtungen, die ich bisher gemacht habe. Ich war so fasziniert davon, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergeht...
CS,
Christian
Besonders viele Galaxien findet man im Virgo- Haufen im Sternbild Jungfrau. Die drei größten und hellsten Galaxien in diesem Cluster sind Messier 49, Messier 60 und Messier 87. Sie alle gehören zur Kategorie der „Riesenellipsen“. Ich mag solche Galaxien, nicht nur wegen der gewaltigen Größe, sondern auch, weil sich im Zentrum meistens ein riesiges schwarzes Loch verbirgt und sich im Halo viele tausend Kugelsternhaufen tummeln. Es ist einfach umwerfend, sich vorzustellen, um was es sich bei dem hellen diffusen Lichtfleck in Wirklichkeit handelt.
Über Messier 49 und Messier 60 möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren. Sie erscheinen in meinem 50cm Teleskop hell und groß und sind einfach schön anzuschauen, weisen aber nicht wirklich viele Details auf. Ist ja aber auch kein Wunder, sind ja schließlich elliptische Galaxien.
Auch Messier 87 ist hell und groß, aber im Halo verbirgt sich ein Geheimnis - denn dort findet man den Jet eines supermassiven schwarzen Lochs. Und der ist nicht nur auf Aufnahmen zu sehen, sondern tatsächlich auch in einem 20 Zoll Teleskop mit sehr hoher Vergrößerung unter einem sehr guten Himmel. Aber das ist wirklich schwierig, denn der Jet ist bei einer Länge von 20 Bogensekunden nur 2 Bogensekunden breit und befindet sich noch dazu vor dem aufgehelltem Hintergrund des riesigen Galaxienhalos. Er gehört also definitiv zu den schwierigen Objekten, die man nicht mal so eben sieht.
Als ich mit meinem 20“ f/3 Dobson Messier 87 eingestellt hatte, habe ich zuerst einmal Ausschau nach den vielen Umgebungsgalaxien gehalten, von denen einige zu sehen waren. Eine der helleren liegt leider außerhalb der Zeichnung. Extrem schwierig waren die beiden winzigen Galaxien direkt außerhalb des Halos von Messier 87. Sie sind in der Zeichnung deshalb auch nur angedeutet (auf 04 Uhr). Nun hatte ich mich eingesehen und mein Auge war richtig dunkeladaptiert. Die Jagd auf den Jet konnte beginnen. Bei einer Vergrößerung von 370x ist mir an einer Stelle des Halos immer wieder eine Unregelmäßigkeit aufgefallen, die mit der Zeit mit indirektem Sehen immer deutlicher zu halten war. Nach vielen Minuten schälte sich dann auch so langsam die Form heraus. Der Jet sah aus wie eine sehr feine Nadel aus Licht. Einfach nur wunderschön!
Eine der tollsten Beobachtungen, die ich bisher gemacht habe. Ich war so fasziniert davon, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergeht...
CS,
Christian