Ring- und Hantelnebel

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Hallo Clemens!

Beschreib mal, wie du so vorgegangen bist. Um den Ringnebel zu finden musst du das Sternbild der Leier (Lyra) kennen und die Gerüststerne schon mit bloßem Auge gut erkennen. Für den Hantelnebel solltest du das Sternbild Pfeil (Sagitta) kennen. Zum Aufsuchen wäre auch ein Buch wie der Karkoschka (Atlas für Himmelsbeobachter) und ein Fernglas praktisch. Du solltest dir viel Zeit nehmen und systematisch vorgehen, bloß nicht wild "rumrühren". Zum Aufsuchen brauchst du den Sucher und ein wenig vergrößerndes Okular. Versuch dir eine Reihe von Sternen und Muster einzuprägen, die dich zum Ziel führen. Erwarte im Fernrohr nichts Spektakuläres und Buntes. Du wirst zunächst nur kleine graue Fleckchen sehen (erst bei stärkerer Vergrößerung wirst du mehr sehen)! Der Ringnebel sieht zunächst nur wie ein nicht richtig fokussierter Stern aus (ein kleines Scheibchen) und am Anfang nimmt man ihn garnicht richtig wahr (ist mir auch so gegangen). Der Hantelnebel ist schon etwas einfacher weil größer. Diese Fleckchen sieht man übrigens sehr gut wenn man mit dem Teleskop leicht hin und herfährt. Das Auge kann Bewegungen sehr gut wahrnehmen und ein dahinhuschendes Nebelchen sieht man sofort.

Wenn du die Objekte gefunden hast musst du stärker vergrößernde Okulare benutzen. Du solltest aber schon etwas Erfahrung im Nachführen haben, damit dir die Objekte nicht gleich wieder enteilen ;)

OK - Erzähl mal, wo das Problem war.

Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
also erstmal: Den Atlas von Karkoschka hab ich.
Ich hab mir in ihm alle Sterne gut eingeprägt und gesucht. Aber da war nichts !
Ich werde es mal mit deienen Methoden probieren.

Ich glaube das Problem liegt im spiegelverkehrten Bild des Suchers. Wie spiegelt der das Bild? Ich meine wie liegt die Achse ? Horizontal, oder vertikal?
Die Sternbilder kenn ich mittlerweile sehr gut, und weis wie sie aussehen. Ich werd mir mal einen ganzen Abend Zeit nehmen.
 
Hallo Clemens - der Sucher spiegelt nicht, er stellt das Bild nur auf den Kopf (dreht das Bild also um 180°). Aus Links Oben wird also Rechts Unten. Beobachtest du mit einem Zenitspiegel? (Wahrscheinlich schon, wenn du ein Linsenfernrohr hast.) Dann steht das Bild im Okular zwar aufrecht ist aber spiegelverkehrt! Vielleicht führt *das* dazu dass du die Orientierung verlierst. Üb einfach mal an ein paar einfachen Objekten, z.B. hellen Sternen, die nicht weit auseinander liegen.

Thomas
 
Hallo Clemens,

stelle beim Ringnebel die beiden unteren Sterne mit schwacher Vergrößerung ein. Genau zwischen den beiden sollte Dein Teleskop stehen. Dann rasch auf eine hohe Vergrößerung wechseln, um ihn als verwaschenes Scheibchen zu sehen. Dann ziemlich stark vergrößern.
Im Übersichtsokular ist er nämlich in deinem Scope nur als Stern zu sehen.

CS
Winfried

der Rest wurde ja schon geschrieben
 
Moin Clemens!

Nu' mal Butter bei die Fische!
Du willst doch nicht als "M57-nicht-finden-Könner" in die Geschichte eingehen, oder?! ;)

Das Sternbild Leier (Lyra) solltest Du kennen. Wichtig sind die beiden unteren Sterne des "Leier-Kastens", Beta und Gamma Lyrae. M57 ist bereits im 70 mm Refraktor bei 35facher Vergrößerung wenigstens als kleines Scheibchen zu erkennen (ich sehe bei dieser Vergrößerung im Lidl bereits das dunkle Innere, aber das nur nebenbei). Der Abstand zwischen Beta und Gamma Lyr beträgt ziemlich genau 2°.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - das Foto gibt gut den visuellen Eindruck bei ca. 50fach wieder:

Link zur Grafik: http://www.ki.tng.de/~winnie/ablage/m57-ak.jpg

Für M27 gbt es einen Trick: Zunächst muß man natürlich das Sternbild Pfeil (Sagitta) lokalisieren können - da Du den Karkoschka schon besitzt, erspare ich mir das Weitere.
Mit einer parallaktischen Montierung ist dann das Finden einfach: Mit einem Aufsuch-Okular wird der Stern Gamma Sge zentral eingestellt. Dann klemmt man die RA-Achse und fährt nur mit der freien Dek-Achse nach Norden (also Richtung Polarstern!). M27 kommt nach kurzer Zeit ins Bild, er steht nämlich fast genau 3°15' nördlich von Gamma Sge! Auch hier ein Bild dazu:

Link zur Grafik: http://www.ki.tng.de/~winnie/ablage/m27-ak.gif

So, ich hoffe, nun sind alle Klarheiten beseitigt... ;)
 
Hi Thomas,
Das kommt jetzt zwar etwas spät, aber ich habs erst grad geblickt:
der Sucher spiegelt nicht, er stellt das Bild nur auf den Kopf (dreht das Bild also um 180°)
Das widerspricht sich doch, oder ?
Wenn etwas um 180° gedreht wird, dann heißt das doch, es wird horizontal und vertikal gespiegelt und nicht nur vertikal.
Also ist es das gleiche, wenn man etwas um 180° dreht und wenn man etwas vertikal und horizontal spiegelt ?
 
Moin Clemens!

> Wenn etwas um 180° gedreht wird, dann heißt das doch, es wird horizontal und vertikal gespiegelt

Ja, das ist richtig.

Ein gradsichtiger Sucher zeigt aber - wie jedes astronomische Fernrohr auch - das Bild kopfstehend und seitenverkehrt. Um das Bild dann aufzurichten, braucht es Prismen oder Spiegel - so funktioniert jedes Fernglas oder Spektiv (für aufrechte und seitenrichtige Abbildung).
Ein Zenitprisma oder -spiegel richtet zwar auch das Bild auf, es bleibt aber seitenverkehrt.

So: Watt is' nu' mit Ring- und Hantelnebel bei Dir? - oder was soll das Ablenken vom zentralen Thema?! ;)
 
Hi Clemens,
Also ist es das gleiche, wenn man etwas um 180° dreht und wenn man etwas vertikal und horizontal spiegelt ?
Ja, das ist korrekt.

Aber Deine ursprüngliche Frage lautete so:
Ich glaube das Problem liegt im spiegelverkehrten Bild des Suchers. Wie spiegelt der das Bild? Ich meine wie liegt die Achse ? Horizontal, oder vertikal?
Mit 'spiegelverkehrt' meint man aber in der Regel nur um eine Achse gespiegelt eben an einem Spiegel wie Zenithspiegel.

Man kann natürlich auch eine Punktspiegelung vornehmen, worauf man dann das gleiche Bild erhält wie bei einer 180°-Drehung oder einer Horizontal+Vertikalspiegelung.

Entsprechend ist die Formulierung
nicht ganz eindeutig. Man könnte auch verstehen: Vertikal gespiegelt - was wiederum nicht das gleiche ist wie um 180° gedreht.

Im Ergebnis würde ich meinen, dass Deine ursprüngliche Formulierung "spiegelverkehrt" im Falle eines Suchers mit Zenithspiegel korrekt ist: Das originale Sucherbild ist punktgespiegelt und wird dann durch den Z-Spiegel aufgerichtet. Aber die Seiten Links-Rechts sind noch vertauscht. Das resultierende Bild ist wie bei einem Spiegel, vor dem man steht.

Um's vollends verwirrend zu machen, kommt natürlich noch hinzu, dass eine Montierung die Nachführbewegungen an der Okularseite wiederum am Himmel 'punkt'spiegelt. :D :D :D

Zum Glück muß man aber in der Praxis nicht so viel nachdenken und das meiste geht intuitiv sehr gut.

Gruß
Je
 
Hi,

zu M27 habe ich einen anderen Aufsuchtrick gelernt.
Das Sternbild Pfeil hat Micha ja schon schön oben dargestellt, wenn du dir jetzt den hellen Stern in der Mitte, γ Sge als Mittelpunkt einer Uhr vorstellst und die Verlängerung nach links zu δ Sge (also das Ende des Schafts) als Zeiger auf 3 Uhr vorstellst, dann musst du einfach auf dieser imaginären Uhr in nicht ganz dem selben Abstand auf 11 Uhr peilen und voila M27. :)

CS Benny
 
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