Ruhige Hand duch Sport??

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christian_loeb

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Hallo alle zusammen,

ich stand gestern Nacht auf dem Acker hinterm Haus und versuchte mit dem 10x50, freihändig Jupitermonde zu erhaschen (2 hab ich tatsächlich gekriegt!!).
Ich muß doch sagen, daß es leichter gewesen wäre, wenn Jupiter nicht so gehüpft wär.
Nun werden gleich alle "STATIV" schreien, doch mich plagt jetzt die Frage, was wohl die physischen Vorraussetzungen sind, ein Fernglas ruhig zu halten.
Ein niedriger (Ruhe-)Puls (aerobe Kondition) und eine gute Kraftausdauer in den Schultern und den Armen müssten es einem doch erlauben, ein Fernglas relativ ruhig zu halten.
Vielleicht ist man als Leistungssportler ja in der Lage, auch höhere Vergrösserungen (>10fach) ruhig zu halten??
Gibt es hier im Forum vielleicht Triathleten die dazu Auskunft geben können?

Viele Grüsse
Christian



 
Hallo Christian,

Du hast ja eine interessante Idee, aber so ganz wird die nicht funktionieren.

Selbst wenn einer nicht zittert, wird das Bild in regelmäßigen Abständen wackeln, daß kommt daher, weil sich in den Fingern selbst auch nochmal ein Puls befindet.
(Deshalb soll man auch nicht mit dem Daumen den Puls messen.)
Du kannst jedoch versuchen, daß Fernglas mit den Handflächen zu halten und die Fingerspitzen abspreizen.

Alternativ kannst Du das Fernglas auch irgendwo anlehnen oder "festkeilen" oder z.B. Dich auf dem Autodach abstützen.

Allerdings ist ein Stativ für optimale Beobachtungen vorzuziehen. Hier reichen schon Fotostative aus.

Na ja, sonst empfehle ich Dir ein Ruhepuls von "0"! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße & einen schönen 3. Advent
N. Kloth

www.astrogarten.de
--> Bastelgarten
--> Sonstige Ideen
--> Besenstielmontierung
 
Hallo Christian,

ich bin Hobby-Astronom und Hobby-Triathlet, wenngleich ich meine triathletischen Aktivitäten in den letzten 2 Jahren zugunsten der Astronomie stark zurückgefahren habe.
Eine Verbesserung der Handruhe konnte ich allerdings nie bemerken. Auch wenn ich in meinen besten Zeiten einen Ruhepuls von unter 40 Schlägen pro Minute erreicht habe. Diese Schläge fallen dafür umso heftiger aus (das Pumpvolumen pro Herzschlag erhöht sich ja), sodaß man schön jeden einzelnen Herzschlag im Fernglas mitverfolgen kann. Und obwohl das Schwimmen sicher die Armmuskulatur kräftigt, halte ich bei der Fernglasbeobachtung trotzdem nicht allzu lange durch. Das ist eben doch wieder eine andere Form der Belastung, auf die man nicht hintrainiert hat.
Fazit: Astronomie und Triathlon sind 2 schöne Hobbies. In Maßen betrieben, ist der Triathlon sicher eine gute Ergänzung zur eher sitzenden Beschäftigung mit der Astronomie. Allerdings kamen sich diese beiden Hobbies bei mir auch etwas in die Quere: hartes Training nach durchspechtelter Nacht kam irgendwie nicht so gut, Spechteln nach hartem abendlichem Training aber auch nicht ...
Das war einer der Hauptgründe, warum ich den Triathlon eingeschränkt habe (früher teilweise 15-20 Stunden Training pro Woche).
Extra wegen der Astronomie mit Triathlon anzufangen, lohnt sich sicher nicht.
 
könnte mir vorstellen, daß die Schützen hier wirklich punkten - andererseits muß man auch erwähnen, daß
die Geiger gewohnt sind, die Arme weg vom Körper ruhig zu halten - mache das auch selbst und halte ein
10x50 ruhig genug, um Sternhaufen und Nebel zu entdecken (auch mit 20x60 noch gut), aber bei Saturn
(sieht man den Ring oder nicht?), Jupiter-Monden (freihand einfach nicht drin) oder Mond-Details hört es dann
spätestens auf - da braucht man ein Stativ - und wenn man ein Stativ braucht nehme ich lieber mein
"Ofenrohr" 200/1000 Skywatcher Newton, mit dem können auch Zeiss, Miyauchi und Leica Binos nicht mehr mit!
 
Richtig Hanz! Das war meine Intention!
Der Vorteil am Fernglas soll ja die zwanglose Beobachtung, ohne jeglichen Ballast sein. Wenn ich jedoch erst ein Stativ aufbauen muß... egal, hab gerade einen wunderschönen Camping-Stuhl erworben. Dieser erlaubt bequemes, gepolstertes Sitzen und das Abstützen der Ellenbogen auf den Armlehnen ist auch möglich.

Danke aber auch erstmal für die Antworten
Gruss Christian
 
Auf dem deinem Bild hälst Du Dein Fernglas in "Fokussierstellung". Zum Beobachten würde ich das Fernglas weiter vorne nehmen - nahe bei den Frontlinsen. Dadurch wird das Gezittere deutlich kleiner.
 
Beim freihändigen Beobachten halte ich das Glas natürlich anders. Nämlich mit den Handinnenflächen und weiter vorne. (Foto ist gestellt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> )

Weiterhin arbeite ich gerade an einem "Besenstiel-Stativ" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Schön wäre natürlich auch, würde endlich die Wolkendecke aufreissen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Re: Sportschütze sein wäre hilfreich :-) (oT)

Mahlzeit

Hmm....tja, ich glaub auch nicht, daß Sport da viel helfen wird!
Zu dem Pulsproblem kommt auch noch das "Problem" mit der Atmung!
Hab zwar schon öfter versucht mir diese nervige Angewohnheit abzugewöhnen,
aber ich bin wohl unheilbar süchtig! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Deswegen ist es wichtiger als alles andere, daß man total ruhig und erholt
hinterm Glas steht.
Als ehemaliger Sportschütze weiß ich auch, daß es, wenigstens beim Schießen sowohl mit Pistole als auch Gewehr, hilft die Luft einen ganz kurzen Augenblick vorm Abziehen anzuhalten, aber eben nur kurz!
Bei astronomischen Beobachtungen stell ich mir das etwas komlizierter vor,
da die Leistungsfähigkeit unserer Augen durch die Sauerstoffsättigung des Blutes mitbestimmt wird. Mags einer glauben oder nicht, sitzend, mit tiefen Atemzügen hinterm Scope sieht man einiges mehr als stehend mit einer flachen Atmung, oder gar einem Nikotinstengel im Hals.

Zum halten des Fernglases zeigte mir mal mein Vater eine Möglichkeit, die damals angeblich bei der Bundeswehr so gelehrt wurde:
Man hält das Glas ziemlich weit hinten, und presst es praktisch zwischen die beiden Handflächen. Dabei sind die Hände so weit hinten, daß die oberen Handkanten neben den Augen am Gesicht anliegen. Dabei legt man die Finger dann auf das Glas auf, so bilden sie einen Saum an der Stirn.
Man hat nun eine sehr gute Streulichtblende und ein wenig schwankendes Fernglas
-geht mir jedenfalls so.

gruß und clear skies!
André
 
Re: Sportschütze sein wäre hilfreich :-) (oT)

hi folks,
also das mit dem sportschützenvergleich wird wohl nix.
wir halten die hand schließlich nur ein paar sekunden ruhig,
wenn der schuss brechen soll. das beobachtungserlebnis sollte ja schon etwas länger sein. um die störende atmung auszuschalten hört man einfach auf damit oder atmet langsam aus. das ist zwar beim zielfernrohr ok, allerdingens freihändig wird das wohl weniger. im übrigen wollen die rezeptoren ja optimal mit sauerstoff versorgt sein.
und die moral von der geschicht - ohne stütze geht es nicht
 
Re: Sportschütze sein wäre hilfreich :-) (oT)

@ dobsonat
Stimmt, kann ich bestätigen. Eine Freundin von mir war mal ziemlich erfolgreich beim Schießen, war mal Hessenmeisterin in der Diszilpin Schnellfeuerpistole oder wie das heißt.
Ich hab ihr mal den Orionnebel im 10x50 Fernglas zeigen wollen, sie hat es aber nicht auf die Reihe bekommen mal ne halbe Minute still zu halten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Hilft wohl alles nichts, nur ein Stativ.
 
Hi,

ich denke mal das hier Übung den Meister macht. Halte dein 10x50 Glas möglichst weit vorne mit breiter Armstellung oder stütze deine Ellenbogen irgenwo auf. Das hilft!
Die 4 Jupitermonde sind eigentlich freihändig kein Problem.

Es kommt natürlich auch auf das Gewicht an. Ein 10x50 Glas sollte unter einem Kilo wiegen. Denke mal das Bodybilder zwar keine ruhigere Hand haben aber so ein Glas länger ohne Pause halten können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ein Stativ hilft nur bedingt bis in einer Höhe von ca. 50°. Weiter höher bekommst du Nackenschmerzen.

Tja 7x50 geht (fast) noch freihändig und wacklungsfrei. Dafür haste halt mit 10x die höhere Vergrößerung. Man kann halt nicht alles haben.

Selbst Bildstabilisierende Ferngläser mit 14x40, 15x50 oder 18x50 haben außer dem hohen Preis den Nachteil des hohen Gewichtes (üner 1,2 KG).

Wenn du gut einen halben Tausender locker machen kannst, kauf dir so ein 15x60i Miyauchi!

Gruß

Lots
 
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