Säule etwas anders

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Whynot

Aktives Mitglied
Moin,
für meine Lichtenknecker-Montierung hab ich die letzten Tage eine Säule gebastelt; die Gittertraverse stammt aus der Veranstaltunstechnik, die Füsse sind etwas modifizierte Maschinenbauprofile.
Das Teil ist gestern abend erst soweit fertiggeworden; es braucht aber noch eine Aussteifung zwischen Füssen und der Traverse, um Schwingungen endgültig zu eliminieren.
Durch die Konusverbindungen zwischen der Traverse und den beiden Platten ist das Teil werkzeuglos zerlegbar, zum Lösen der Füsse, um sie anzuklappen, reicht ein Inbusschlüssel.
Fazit:
Traglast mehr als ausreichend
Materialpreis ca. 225 Euro & ein paar Abende Bastelarbeit
 

Anhänge

  • Gittersäule.jpg
    Gittersäule.jpg
    93,1 KB · Aufrufe: 2.116
Hallo
gratuliere, sieht echt cool und stabil aus! Macht sich gut Deine M100...Wie schwer ist die Gitterkonstruktion?

Gruss

Marco
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Die Fussprofile sind aber nicht sonderlich breit und recht lang, damit ist die Konstruktion wohl noch recht "weich" gegen Torsion um die senkrechte Achse.
Ob das in der Praxis ein Problem gibt?

Grüße, Martin
 
Hi,
wie gesagt, stabil ist es, ein Freund aus dem Maschinenbau meinte, es wäre ohne Abstrebung ausreichend, allerdings zeigt sich, dass die Platte unten wohl doch nachgibt, obwohl momentan nur die Montierung drauf steht, mit Optik und GGW kommen da ja auch nochmal bis zu 60 kg dazu...

die Gittertraverse wiegt etwa 6,5 kg, wurde vom Aluspezialisten um 30cm gekürzt, da es die Traversen nur in 1m oder 1,5m gibt.

Kopf-bzw Fussplatte je 1kg

Füsse ca. 15 kg

Gruß Claus

 
Hi Claus,
danke für die Infos. Vielleicht wäre eine Alu-Platte mit 1,5cm-2cm Dicke das richtige...
Die Verstrebungen sind sicher kein Nachteil.

Gruss

Marco
 
Zu den Fussprofilen:
Das sind Maschinenbauprofile 50x100 (Hersteller Schnaithmann), ich habe unten zwar etwas weggefräst, aber die Stabilität sollte ausreichend sein.
Die Platten gibts fertig passend zu den Traversen (Global Truss), an der unteren habe ich ein Rohrstück mit 150mm Durchmesser und 10mm Wandstärke angeschraubt, daran mit einer M12-Schraube die Füsse.
Wenn die Füsse zur Traverse abgestrebt sind, wirds wohl vorbei sein mit dem Schwingen, evtl. muss ich die Tragplatte für die Montierung stärker auslegen.



Gruß Claus

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,
Das Maschinenbauprofil wiegt 5,5kg/m.
3 Stücke mit ca. 75cm ergeben 2,25m, folglich ca 12,4kg; 3 Endstücke aus Vollalu 25x50x70; das Stück 150er Rohr; Schrauben...

Noch Fragen

Claus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

OK. Deine Konstruktion hat drei Schwachstellen. Erste ist sehr dünne Platte. Auf dieser Platte muss in der Mitte eine Masse von bis zu 60 kg aufgefangen werden. Die Montierung selbst kann, wie man auf dem Bild sieht, die Platte kaum zusätzlich versteifen, weil das Durchmesser viel kleiner ist. Das Gerät wird also leicht schwingen können. Normalerweise wäre Schade bei Neukonstruktion diese Möglichkeit, eine Stabile Bodenplatte dort zu plazieren zu verschenken.
Weiterer Schwachpunkt ist natürlich der Fuss. Ich gehe davon aus, man möchte mit dem Stativ ins Feld. Die Füse kann man leicht demontieren usw. Man sieht ja, dass die vertikale Traverse sehr steif ist und trotzdem leicht. Die Füse jedoch überhaupt nicht. Man kann ja die Trägheitsmomente der beiden Elementen vergleichen. Man sieht dann, dass man einen riesen Unterschied hat. Mit dem Aluminium muss man schon aufpassen. Der E-Modul der Aluminium ist schon ein Drittel des Stahls. Leichtbau muss durchgedacht werden. Die Trägheitsmomente in der Hochrichtung dürfen nicht zu klein sein. Nicht vergessen, da gibt kaum etwas in der Konstruktion, was dämpfend wirken konnte. Müssen die Füsse so lang sein? Wurde die Kippkante ermittelt?
Und der letzte Nachteil, wäre eine konstante Höhe. Beobachtet man etwas im Zenith oder 20° über dem Horizont. Ist schon gewaltige Unterschied. Die bequeme Lage des Beobachters ist nicht zu vergessen. Die Säulen oder Stative haben normalerweise variable Höchen. 120 cm plus Höhe der Füsse ist sehr hoch und die Biegemomente beachtlich. Der weg zum Okular wird meiner Meinung nach erschwert.
Ich hoffe ich habe bischen geholfen. Sorry, war etwas kritisch aber beruflich beschäftige ich mich mit der Strukturoptimierung.

viele Grüsse

Michal
 
Michael hat's ja schon geschrieben. Die vergleichsweise dünnen Füsse und die Traverse passen so leider nicht zusammen. Wenn die Füsse verstrebt werden, dann läuft allerdings die Hauptkraft über die Verstrebung, und die Stärke der Maschienenbauprofile ist an der falschen Stelle.

Vergleiche mal die Proportionen des (vielleicht etwas übertrieben entworfenen) Säulenstativs: Monolith:
1. auf Biegung empfindliche und daher sehr dicke Säule
2. starke Stativbeine, die die Last in den Boden leiten, gegen Torsion oben verbreitert
3. Streben, die die Positionen der Füße gegen die Säule abstützen

Mit einer relativ kleinen Änderung könntest Du vielleicht aus Deinem Ansatz die ultimative Stabilität rauskitzeln, indem Du die Maschinenbauprofile als schräge Beine verwendest; und unten als horizontale Streben dünnere und leichtere Profile verbaust, die die Füße gegen das untere Säulenende abstützen.

Viele Grüße, Henning
 
Moin,
was heisst hier sorry, konstruktive Kritik ist gewollt ;)

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich wohl die obere Platte evtl. durch eine stärkere ersetzen muss, die Befestigung der Montierung ist momentan auch noch sehr provisorisch mit einer einzigen M12-Schraube in dem Adapterstück gelöst.
Die Länge der Füsse mag überdimensioniert erscheinen, falls es sinnig erscheinen sollte, die Füsse zu kürzen, ist das überhaupt kein Problem, je ein Schnitt und das stirnseitige Gewinde nachschneiden.
Abschneiden geht immer, das hab ich mir schon überlegt, möchte das Ganze aber erstmal beladen ausprobieren.
Die Höhe wird sich durch den Entfall des Adapterstückes zwischen oberer Montageplatte und Montierung nochmal um 4cm reduzieren, dadurch befindet sich das Teleskop dann ziemlich genau in meiner Augenhöhe.
Da ich mit Refraktor bzw. Cassegrains beobachte, dürfte das schon passen.

Gruß Claus
 
Hi!

Ich noch mal. Kannst Du, bitte alle Profile beschreiben? Ich habe gerade einen Auszubildenden. Er hat schon ein Modell vorbereitet. Wir brauchen noch die geometrische Angaben:
1)Die beide Dreieckplatten
2)Dicke Rohren, dünne Rohren (Durchmesser, Wandstärke)
3)Füsse
4)alle Werkstoffe
5)etwas genaueres über dem unteren Knoten (da, wo sich die Füsse treffen)
6)Massen der Montierung und Optik mit Gegengewichten
7)Räumliche Verteilung der Massen (reicht Skizze mit groben Abmessungen und Einzehlmassen)

Schöne Hausaufgaben, wat?
Wenn Du die schaffst, bekommst Du die Ergebnisse sowohl statischer als dynamischer Analyse, versprochen!

Grüsse

Michal


 
Moin,
sorry, dass es etwas gedauert hat.
Infos über die Masse bzw. Werkstoffe der Traverse gibts bei: Traversen
für die Maschinenbauprofile:Profile
Mag lieber keine Bilder bei denen klauen...
Die Profile hab ich unten abgefräst bis zur Oberkante der unteren seitlichen Nut, in die grosse Öffnung einen Aluklotz eingesetzt, der die beiden Gewinde für die Enndstücke trägt, viel Aufwand, sinniger wäre es wohl gewesen, das äussere Ende der Profile zu lassen, wie es ist, da hätt ich 4 schöne Anschraubpunkte gehabt...
Füsse sind Schrauben M12 in 25mm starken Aluplatten.
Der untere Knoten ist ein Rohrabschnitt AD 150 Dicke 10
Mit 12 Schrauben mit der Grundplatte verschraubt, die Profile sind dort mittels je einer Schraube M12 befestigt, zusätzlich nochmal mit einer M6-Schraube und einem Nutstein ausserhalb der Traversen an der Fussplatte.
Alles klar?

So, nun zu den Änderungen, die Verstrebungen gibts passend, nennen sich Cornerbrakes, die Klemmschellen sind beiderseits dran, aber geschraubt und nur links und rechts zusätzlich verschweisst.
Schweissnaht durch, Schraube weg, mittels Nutstein aufs Profil gesetzt und das Ganze leicht vorgespannt, so dass die Cornerbrakes schon im unbelasteten Zustand leicht auf Druck belastet werden.
Die obere Platte ist noch ein Provisorium, habe gestern in der Bastelkiste ein Stück Rohr mit genau 50mm ID und 20mm Wandstärke gefunden, da lassen sich drei Abschnitte zurechtfräsen, so dass sie genau an den Traversenendstücken anliegen, die Splinte mittels angesetztem Gewinde durch diese Teile verschrauben und die Montageplatte von unten versteifen.

Wie ich das genau mache weiss ich noch nicht, das richtet sich auch nach den Resten aus der Bastelkiste...

Gruß Claus
 

Anhänge

  • Säule neu.jpg
    Säule neu.jpg
    50,9 KB · Aufrufe: 1.483
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben