Säulenfundament

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basso

Mitglied
Hallo,

da ich mir in der nächsten Zeit ein neues Fundament für meine Stahlsäule (1,1m) gießen möchte, stellt sich mir die Frage wie ich es optimal auslege. Kann mir jemand sagen worauf ich dabei besonders achten sollte?
Belastung bisher GPDX mit 6" Newton - Ausbau wahrscheinlich :-)
80 cm tief sollte reichen, aber welches Volumen(Masse) sollte es haben damit es Trittschwingungen möglichst absorbiert? Ist die Form auch irgentwie wichtig? Wie sollte die Armierung und der Beton beschaffen sein?
Eine Menge Fragen, aber ich hoffe jemand kann mir ein paar Tips geben.

Gruß Hartmut
 
Hallo

Was Tiefe und Form angeht, wissen die Häuslebauer wohl eher Bescheid, aber mir hängt da noch die Aussage eines Profs in den Ohren wegen vieler Schadens-Gutachten an Betonbauten...

Aus kurzsichtigen Kostenargumenten wird oftmals die Betonschicht über der Armierung recht dünn gemacht. Dadurch wird dann die alkalische Umgebung teilweise neutralisiert (was ja das dolle am Beton ist: daß er die Armierung vor Rost schützt). Dadurch rostet dann das Eisen, quillt auf, der Beton platzt ab usw...

Also lieber 2 cm mehr Platz zur Einschalung lassen.


Was Schwingungsauslegung angeht, kann ich leider nix sagen - stationärer Ausbau unwahrscheinlich, schnief...

Grüße, Daniel
 
Hallo,

zuerst kommt es natürlich darauf an, was du für Boden hast. Sandig kiesiger Boden ist gut; lehmig toniger Boden ist schon mal schlecht, dadurch wird sich die Säule mit der Zeit setzen. Du musst so tief graben bis Sand/Kies oder Fels kommt; oder wenns nicht geht das Loch graben den Boden verdichten und ca. 30cm Kies auffüllen und verdichten.

Die Unterkante des Fundaments muss auf jedenfall 80cm unter der Geländeoberfläche liegen (wegen Frost!), den Rest des Fundaments überschütten und verdichten.

Größe des Fundaments:
max zul. Bodenpressung für sehr schlechten Boden 100kN/m^2
Last aus Teleskop + Monti max. 1kN (das wirst du nie erreichen)

--> Vorschlag für Fundament: l x b x h = 40cm x 40cm x 30cm (h = 25cm würde auch gehen) => Wiegt: 0,048m^3 * 25kN/m^3(Wichte von Beton) = 1,2kN
Bodenpressung = 2,2kN / 0,16m^2 = 13,75kN/m^2 ... das hält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Beton für Fundament B25 oder C20/25
Bewehrung:
- Mindesbetondeckung an allen Seiten 5cm, dann kann direkt gegen Erde betoniert werden (an Stütze reichen 2cm)
- Q131 Baustahlmatte verwenden (das Ding ist groß, vielleicht gibt es irgendwo Reste) die Matte so _biegen_, so dass eine Würfelform entsteht, die Matte muss evt. geschnitten werden Ich würde keine einzelen Stäbe verwenden, weil bei der Matte die Äbstände schon stimmen
- 4 Bewehrungsstäbe 5mm Durchmesser als L-Form biegen, das L steht auf der Matte am Boden und geht durch die Stütze bis ganz nach oben
- für die Stütze würde ich ein Abwasserrohr nehmen (15cm?), dann brauchst du keine Schalung zu bauen

so könnte es aussehen (Stütze von Industriehalle)
Link zur Grafik: http://www.schweigel-net.de/forum/stuetze.gif

Zur Stahlsäule: wie willst du die festmachen? Mit 4 Schrauben im Beton?
Ich würde dir empfehlen die Säule zu betonieren, das ist weniger schwinungsanfälliger.

Stefan
 
Hi Hartmut,

also...
Das, was dir der Stefan sagt ist zwar grundsätzlich richtig, aber für deine Zwecke doch ein wenig theoretisch und überdimensioniert.

Im Prinzip reicht es, ein ca. 1 m tiefes Loch auszuheben. Bei der Tiefe dürften die "Baugruben"-Wände noch sekrecht stehen. Kommt natürlich auch ein wenig auf den Boden an... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich weiß nicht wie groß der Säulendurchmesser ist, bei angenommenen 15cm würde ich auf jeder Seite 10cm dazu nehmen, also in Summe 35 cm im Durchmesser bzw, ein entsprechendes Rechteck! Bei 50 auf 50cm bist du auf der sicheren Seite!
Rund brauchts nicht zu sein, ebensowenig schön rechteckig.
Wichtig ist nur, daß die Oberfläche exakt waagerecht ist!
Du baust dir also mehr oder weniger einen massiven Betonklotz. Bei 50 x 50 x 100 wiegt das Teil dann so ca. 500 kg!! Das sollte reichen um Schwingungen zu dämpfen...

In das Loch legst du dann senkrecht die Bewehrung ein, also eine Baustahlmatte, die du dir am besten von einer Baustelle in der Nähe besorgst. Da liegen immer Reste herum. Wenn du nett fragst, schnieden dir die Jungs das auch passend zu und biegen es dir.

Der Abstand von der Außenkante Stahl zum Erdreich sollte ungefähr 4 bis 5 cm betragen.

Den Beton kannst du dir auch selbst mischen. Besonders hochwertig muß der nicht sein. Er hat ja keine Belastung...
Wenn du eine Frage zur Mischung hast, frag mich einfach. Liefern wird a bisserl blöd, weil es halt noch nicht mal 1 m3 ist...

Die Säulenaufnahme ist ein separates Problem. Hast du dafür eine Lösung??

Wenn du noch Fragen hast, nur zu! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich bin zwar Bauingenieur, aber im Alltag meistens mit juristischen Fragestellungen beschäftigt - da ist das hier eine willkommene Abwechslung! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Servus
Oliver
 
Hallo,

da muss ich jetzt aber nochmal meinen Senf dazu geben. Also 50x50x100cm ist schon ein ganz schön großer Klotz, ich meine das muss nicht sein, das Ding benötigt 0,25m^3 Beton, das ist ja auch eine Kostenfrage.

Ein kleinerer Block 40x40x30cm (oder ähnliche Größe) benötigt nur 0,048m^3. Das Teil wird dann auf 0,8-1m Tiefe gegründet und mit Erde überschüttet, dies sollte genauso stabil, wie der große Block sein.

Den Beton kann man im Baumarkt schon fertig in Säcken kaufen, da muss nur noch Wasser drangerührt werden. Das nennt sich Estrichbeton. Ich würde den Beton nicht selbst (aus Zement+Kies+Sand+Wasser) mischen, das ist zwar nicht schwer, aber wenn die Mischung nicht stimmt, dann kann der Beton bröselig werden und das Fundament geht kaputt ... daran hat man bestimmt keine große Freude mehr.

Nochmal ein paar Worte zur Bewehrung: die wird nicht aus statischen Zwecken eingelegt, sondern nur aus konstruktiven Gründen, damit das Fundament nicht reißt und kein Wasser (--> Frost) eindringt. So ein Stück Matte muss nur an den sechs Seitenflächen des Würfels eingelegt werden, dann ist das Ding perfekt und fast unkaputtbar.

Stefan
 
Hi Stefan,

also wenn du deinen Senf dazugibst, gebe ich nun ein Würstl dazu... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Schau, Hartmut hat doch schon eine Stahlsäule. Die will er nun auf ein Fundament "stellen". Bei deinem Vorschlaq macht er ein Einzel-Fundament in geeigneter Tiefe und muß dann noch, da es ja nur 25 bis 30 cm hoch ist, noch eine Art Stütze aufbetonieren (Stütze von Industriehalle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> ), auf die dann wiederum seine Stahlsäule kommt.
Du schlägst ihm ja sogar vor, alles in Beton zu machen. Dann kann er seine Säule in den Keller packen.

Bei mir macht er sich einen "Klotz" mit 1m Höhe und 50cm Kantenlänge. Sprachlich würde ich das eher einen Gründungskörper nennen. Darauf kann er dann direkt seine Säule (mit geeigneten Mitteln) befestigen.

Die 50cm habe ich gewählt, weil er später vielleicht noch eine andere Säule nehmen möchte (er will sich ja evtl. vergrößern).
Außerdem: Nichts dämpft Schwinungen so gut wie große Masse!

Und die Kosten... Na, ich schätze mal max. 100 bis 150 Euro.
Und das ist schon üppig geschätzt.
Nicht wirklich viel, oder?!

Viel Spaß beim Beobachten
und Studieren
O.
 
Hallo Stefan und Oliver,
vielen Dank für eure Tips. Genau sowas habe ich gesucht.
Der Boden ist tatsächlich ein lehmiger. Mein bisheriges Fundament ist 50 x 50 x 80 und hält bisher 3 Jahre, aber bei dem Neuen wollte ich genau wissen was ich tue, damit es länger hält. Die Säule wollte ich mit 4 V2A Gewindestangen die im Beton verankert sind befestigen und die Säule dann noch mit Sand füllen. Da ich eine Hütte darum herumbauen will, muß das Fundament eher noch aus dem Boden herausragen und damit werde ich dann wohl leider eine Menge Beton brauchen. Dieser Fertigbeton heißt also "Estrichbeton"? Wieviele Säcke werde ich da schätzungsweise brauchen für 1/4 m^3 ?

Gruß Hartmut
 
Hallo Hartmut,

gern geschehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Also, dein Fundment hat ca. 250l Raumvolumen (theoretisch, weil du ja keinen idealen Würfel aushebst).

Mischung Estrichbeton: ca. 20l Ergiebigkeit je 40kg Sack, d.h. du brauchst ca. 13 Sack. De facto aber etwas mehr kaufen, da siehe oben!

An Wasser brauchst du ca. 4 bis 5l pro Sack.

Lagenweise einbauen und jede Lage gut verdichten (durch Stampfen, etc).

Wichtig: Damit es an der Oberfläche später keine Risse gibt, legst du am besten einen alten Stoffsack, den du schön feucht hältst für 7 Tage drauf. Damit vermeidest du Schwindrisse durch das Austrocken.

So, und nun viel Spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Solltst du noch etwas wissen wollen - nur zu!!

Deine Befestigung der Säule interessiert mich noch. Wäre schön, wenn du uns auf dem laufenden hältst.

Servus
Oliver
 
Hallo Oliver,

Diese Menge hatte ich mir auch so etwa zusammengereimt, schön sie bestätigt zu sehen von jemand fachkundigem. Die Säule hat einen Flansch der dann an vier im Beton eingegossenen V2A Gewindestangen angeschraubt wird. Ich wollte sie eigentlich nicht eingießen der Variabilität wegen. Wie verdichte ich den Beton am besten. Mit einer Harke lagenweise stampfen? Aber wie funktioniert das dann mit den Armierungen?

Gruß Hartmut
 
Hallo Hartmut

Also Estrichbeton wäre mir zu feinkörnig,wenn dann schon richtiger Kies und den mit Zement angemacht.Meine Säule steht jetzt schon 10 Jahre und sie wackel noch nicht ein bischen.
Ich habe ein 80x80x80er Loch bemacht mit Beton aufgefüllt,ein vierziger Zementrohr obendraufgestellt und 16er Torstahl mit einbetoniert.Das ganze trägt eine Selbstbaumonti von 70 kg Gewicht.
Leider krieg ich kein Bild eingestellt,aber wenn du mir deine Mailadresse schickst kann ich dir ein paar Bilder
von Säule,Monti und Hütte schicken.

Gruß Rainer
schellrainer@aol.com
 
Hallo Hartmut,

du kannst den Beton einfach verdichten, indem du einen Stock nimmst und darin solange "rumstocherst", bis der Beton anfängt zu fließen. Das Verdichten dient nicht zum Komprimieren, sondern um alle Luftbläßchen aus dem Frischbeton zu entfernen.

Wenn du die Gewi-Stangen am Ende im Winkel 45° bis 90° abbiegen kannst (diese Stangen sind meist gehärtet und lassen sich nicht so leicht wie Bewehrung biegen), dann wird der Verbund zwischen Stange und Beton erhöht, sonst kann es möglich sein, dass die Stangen beim Festziehen der Muttern aus dem Beton gezogen werden können. Das größere Problem sehe ich aber während des Betonierens, wenn die Stangen nicht richtig fest sitzen, können sie während des Einfüllens oder Stocherns verschoben werden und werden dann nicht mehr in die Löcher der Lasche passen.

Die Säule kannst du anstatt mit Sand, auch gleich mit Beton ausfüllen, dadurch wird sie richtig stabil.
 
Hallo,

danke nochmals für die Tips. Das mit dem Abwinkeln der Gewindestange ist ne gute Idee. Da hab ich gleich noch eine Frage. Wie sieht es denn mit den Punktfundamenten der Hütte aus die ich darumherum stellen will. Der Holzrahmen der Hütte soll auf vier Stützen ruhen. Wenn ich mir nun vorstelle, dass so eine Hütte wesentlich mehr Last auf das Fundament ausübt als ein Teleskop, müsste es ja noch größer sein. Bei den bisher gesehenen Hütten waren die Fundamente aber meist nur so 30 x 30 cm. Hat da jemand Erfahrungswerte wie groß so ein Fundament sein sollte? Die Hütte wird so 2,5 x 3 m.
Gruß Hartmut
 
Hallo Hartmut,

30 x 30 ist m.E. schon ok. Wenn du aber etwas "Reserve" haben möchtest, dann nimm auch die 50 x 50 des Säulenfundamentes.

Habe übrigens noch mal überlegt: Das Säulenfundament kannst du auch unbewehrt herstellen also ohne Eiseneinlage. Kriegt ja eh kaum Belastung. Die Hüttenfundamente mußt du aber bewehren, da sie auch durch Momente (Kraft x Hebelarm z.B. Wind) belastet werden.

Bei 4 + 1 Fundmenten wäre es nun vielleicht doch praktischer, sich den Beton liefern zu lassen! Du mischst dir ja sonst einen Wolf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Frag mal ein Betonwerk in deiner Nähe an. Du wirst zwar den Listenpreis + Kleinmengenzuschläge bezahlen müssen, aber es ist recht einfach mit dem Einbau (vorausgesetzt, die Einbaustelle ist frei zugänglich, sonst ist doch wieder schwitzen angesagt...).

Zu den Gewindestangen: Das Problem ist in der Tat die Lagesicherung beim Einbau.
Alternativ könntest du fertig betonieren. Dann leihst du dir eine ordentliche Hilti und bohrst die Löcher in das Fundament. Für den endgültigen Verbund kannst du dann die Stangen mit Klebepatronen (z.B. UPAT Verbundankerpatronen) sichern.
Diese Variante hat den Vorteil, daß du dir die exakten Abstände auf dem Fundament anreißen kannst.

Du siehst, es hat alles Vor- und Nachteile. Aber besser, du überlegst vorher genau, als sich hinterher mit Schadensbegrenzung rumzuschlagen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Servus
Oliver
 
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