Sattiga online messen, PLUS machts möglich?

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Lutz

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Heute gab es einen Compakt-Laser, der mich interessierte, denn ich
brauche ein 5m-bandmass mit halter, um den ROC beim Foucault-test zu
ermitteln.

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/nivellierlaser.JPG


Solch ein bandmass kostet im örtlichen werkzeughandel praktisch soviel,
wie das ganze teil bei PLUS, einschliesslich dem eingebauten laser.

Doch beim ausprobieren der zuschaltbaren, zweiachsigen strahlaufweitung
(die beiden senkrecht aufeinanderstehenden linien lassen sich kontinuierlich
zu einem strahl-kreuz kombinieren, genial !) kam die idee, damit eine in-
process-sattiga-messung beim maschinenschleifen zu schaffen.

Ich hatte im forum vor kurzem meine zweit-schleifmaschine vorgestellt:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=selbstbau&Number=287080&page=&view=&sb=&o=&fpart=all&vc=1

Folgende annahmen sollen gelten: öffnung des spiegels 150 mm, f 4, ROC
damit 1200 mm. In der maßstäblichen zeichnung kann man die zu
erwartenden ergebnisse direkt ablesen.


Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/sattiga.JPG


Der zu ermittelnde ROC (hier 1200 mm) soll über eine winkelmessung gemessen
bzw. errechnet werden (1.2 grad in der zeichnung). Dieser winkel mit fusspunkt
im kalottenzentrum, in der zeichnung unten abgeschnitten, ergibt sich, wenn sich
die schleifschale (untenliegend) gegenüber dem spiegel (MOT) aus der zentrischen
mittenlage bis zum umkehrpunkt eines strichs verschiebt. Diese verschiebung
entspricht einem halben strich, nämlich der exzenterarmlänge (hier 25 mm).

Der zugehörige winkel lässt sich auch leicht selbst errechnen:
arctan (gegen-kathete / an-kathete) = arctan (25 / 1200) = 1,19 grad

Durch umstellung der formel nach der an-kathete ergibt sich:
ROC = strich-radius / tan 1,19 grad

Dieser winkel (1,2 grad) tritt noch zweimal auf:
- zwischen der rotationsachse des spiegels und der senkrechten
- als kippwinkel zwischen der obenliegenden, planen rückseite des spiegels und der horizontalen

Es könnte also sinnvoll sein, auf der rückseite des zu schleifenden spiegels
einen planen taschenspiegel anzubringen und die linie des nivellier-lasers
senkrecht auftreffen zu lassen (die pfeile sollen die strahlrichtung
verdeutlichen). Die reflektierte linie sollte dann bei jedem schleif-strich
parallel zu sich auswandern. Im beispiel würde schon ein lichtzeiger von nur
300 mm länge eine halbe auslenkung von 12,5 mm erfahren (die
umkehrlagen hätten dann ca. 25 mm abstand).
Und das schöne an lichtzeigern ist, dass man sie beliebig verlängern kann
und wir damit nach belieben am verstärkungsknopf drehen können.

Bei einer zeigerlänge von ca. 3000 mm (bei einer reflektion an einer schrägen wand
und dem ablesen des linien-versatzes an einer senkrechten wand (maschine
steht unterm dach) ergäbe sich ein zeiger-endlagen-hub von ca. 250 mm.
Bei einem angenommenen ablesefehler von 2,5 mm (zweimal ca. 1mm,
gleich 1%) sollte sich die momentane sattiga/ROC mit einem relativen fehler von
1% gleich + - 12 mm bestimmen lassen.

Es wäre allerdings eine integrale sattiga, also gemittelt über die gesamte
kalottenfläche (öffnung) des spiegels. Die erfahrungen mit dem sphärometer
als lokaleres messmittel zeigen aber, dass ab karbo 400 mit dem
spärometer kaum noch örtliche pfeiltiefen-unterschiede messbar sind.

Beim nachdenken über weitere fehlereinflüsse bei dieser messung bin ich
darauf gekommen, dass der rotierende taschen-spiegel mit seiner evtl.
verkippung bzw. einem taumelfehler den grössten fehlereinfluss ausüben
würde. Man sollte ihn darum auf einer scheibe aufkleben, die es gestattet,
diese mittels dreier stellfüsse am aussenrand (schrauben) in bezug auf die
spiegelrückseite "in die waage" zu bringen.
Die zeichnung liefert nämlich einen hub des spiegelrands von nur zweimal
1,571 mm, also ca. nur 3 mm über die volle strichlänge.

Wenn sich dem ein höhenschlag des spiegelrohlings bzw. des taschen-
spiegels überlagert, würde dies die messung erheblich verfälschen.
Wäre allerdings von endlage zu endlage des spiegels verschieden (ich meine mit
endlage die strichumkehrpunkte), denn der aufgesetzte taschen-spiegel hat
in jeder endlage des spiegels eine andere, strich-unkorrelierte drehlage bzw.
orientierung.

Und das wär doch wieder was für den stochastiker: die höhenposition der
umkehrpunkte der roten laserlinie an der wand (des schleifers Menetekel ! :-)
müsste man opto-elektronisch mit einem ortsauflösenden sensor erfassen
und über mehrere messungen MITTELN. Dann würde der verkippfehler des
taschen-spiegels oder der dickenschwankung des rohlings praktisch nicht
mehr in erscheinung treten, weil sich die überlagerte wertepunktwolke als
störung zu null mittelt.

Mein messtechnik-prof. nannte das vor dreissig jahren: mit nem
integrierenden auge hinschauen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Bedingung an die schleifmaschine ist, dass der rohling von einem Hindle-
alligator gehalten wird, damit das zentrum der rückseite des spiegels nicht
durch den üblichen zentralen haltestab verbaut ist. Da das messverfahren
auf einer reinen winkelmessung beruht, sollte die übliche oszillation des
rohlings bei "normalen" maschinen keine rolle spielen.

Bevor ich mich an die realisierung mache, würde ich gern eure meinung
bzw. erfahrung dazu hören. Vielleicht ist da ja noch ein denkfehler drin.

V. g. Lutz
 
Hallo Lutz,

ich finde die Idee gut; es müsste funktionieren.
Ein paar Anmerkungen hätte ich noch:

1.
Bei größeren Spiegeln, wo die Schleifschale oben liegt, wäre das Verfahren auch anwendbar. Dann pendelt der Strahl nur genau entgegengesetzt, oder nicht ?

2.
Wenn der Laser genau von oben kommt, pendelt der reflektierte Strahl genau über die Laserdiode hinweg und ist dort nicht gut ablesbar. Es spricht aber nichts dagegen, den Strahl leicht schief auftreffen zu lassen, damit die Reflektion einen freien Punkt an der Decke trifft.

3.
Anstatt eines Taschenspiegels wäre auch ein ringförmiger Spiegel denkbar. Dann könnte auch eine Mittelbefestigung des Rohlings zum Einsatz kommen.
Wenn der Strahl den Teil des Rings seitlich neben der Strichrichtung trifft, wären auch längere Striche möglich, ohne dass der Strahl den Spiegel verlässt. Dann wäre die Bewegung des Strahls genauer ablesbar.
Ein größerer Ring ist durch den größeren Abstand der drei Füße (Stellschrauben) genauer zu justieren. Das 'integrierende Auge' ist dann nicht nötig.
Die Justierung stelle ich mir so vor, dass das obenliegende Teil (Spiegel oder Schleifschale) bei stehender Maschine einfach gedreht wird. Der reflektierte Strahl darf sich dabei nicht bewegen.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Cibulski
http://martin-cibulski.de/atm/
 
Hallo,
Gute Beschreibung!
Die Methode wird bereits im Kurt Wenske , Sterne und Weltraum Taschenbuch 7 beschrieben (Seite 19) Allerdings natürlich ohne Laser sondern mit Taschenlampe. (heist aber Sagitta, die Pfeilhöhe)
Grüße Martin
 
Antwort an Martin

Hallo Martin, du schriebst:
> Bei größeren Spiegeln, wo die Schleifschale oben liegt, wäre das Verfahren
> auch anwendbar. Dann pendelt der Strahl nur genau entgegengesetzt,
> oder nicht ?
Klar, das sehe ich genauso.

> Wenn der Laser genau von oben kommt, pendelt der reflektierte Strahl
> genau über die Laserdiode hinweg und ist dort nicht gut ablesbar.
> Es spricht aber nichts dagegen, den Strahl leicht schief auftreffen zu
> lassen, damit die Reflektion einen freien Punkt an der Decke trifft.
Genau, als indirekte messgrösse ergibt sich eine winkeländerung und die ist vom grundanteil
(der winkel bei statischer einstrahlung in den drehspiegel) unabhängig.

> Anstatt eines Taschenspiegels wäre auch ein ringförmiger Spiegel
> denkbar. Dann könnte auch eine Mittelbefestigung des Rohlings
> zum Einsatz kommen.
Im prinzip ja, aber die beschaffung eines ringspiegels ist sicher nicht so einfach.
Ich habe das verfahren inzwischen realisiert, allerdings mit einem billigen taschenspiegel,
den ich auf einen gedrehten alu-fuss gesetzt habe. Das bearbeiten erfolgte in einer aufspannung,
so dass kein taumelfehler von diesem teil ausgehen sollte. Dennoch zeigte es sich, dass ein
"integrierendes auge" notwendig erscheint, weil eine erhebliche zitterbewegung der reflektierten
strahlrichtung aufmoduliert wird (ca. 2 bis 3 % der gesamtauslenkung). Obwohl ich als spiegel-
rohling einen borosilikat-pressling von Schroeder-Glas verwende, der praktisch keine
messbare dickenschwankung am rand aufweist..

> Die Justierung stelle ich mir so vor, dass das obenliegende Teil (Spiegel oder
> Schleifschale) bei stehender Maschine einfach gedreht wird. Der reflektierte
>Strahl darf sich dabei nicht bewegen.
Du hast im prinzip recht, aber hierbei geht es um hundertstel mm, solch eine justierung
erscheint schwierig.

Nachstehend die erfolgte realisierung. Der nivellierlaser strahlt von hinks oben auf die
rückseite des spiegelrohlings (MOT). Der mittig aufgestellte drehspiegel wirft den strahl
nach oben gegen den rasierspiegel, der ihn horizontal gegen eine senkrechte wand
reflektiert. Die strahllänge nach dem drehspiegel beträgt 620 mm (schräg hoch) plus
2050 mm horizontal

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2611.JPG

Die striche erzeugen offensichtlich nicht nur eine verkippung des rohlings in richtung der
strichführung, sondern eine kombinierte taumel-bewegung in zwei ebenen, die dazu führt,
dass der abgelenkte lichtstrahl eine ellipse an der wand beschreibt. Diese wurde über
mehrene striche beobachtet und dann durch eine best-fit-ellipse (per CAD-programm)
manuell angenähert (s. nachstehendes bild).
Der strahl ist leider ziemlich verrauscht, wie man sieht, was einen weiteren bedarf nach einer
messung "mit einem integrierenden auge" darstellt. Meine schleifmaschine steht komplett auf
gummifüssen, um die einleitung von körperschall in den fussboden zu verhindern. Dadurch
gerät sie in leichte und irreguläre schwingungen, was sich in einem zittern des strahls mitteilt.
Interessant die tatsache, dass die ellipse leicht verkippt ist, warum auch immer...

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2610.JPG

Hier eine nahaufnahme von dem ürsprünglich beidseitig planen pressling. Die gewichtsscheibe
wurde dazu abgenommen. Die alligator-rollen haben einen abstand zur zylindrischen
mantelfläche des rohlings von ca. 0,5 mm, was zur folge hat, dass immer nur das
"schiebende" kugelgelagerte rollenpaar im eingriff ist, was weniger reibung und weniger
bremsmoment für den passiv-rotierenden spiegelrohling bedeutet.

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2614.JPG

Der drehspiegel-sockel steht auf einem gummi-ring (präzisions-o-ring mit extrem geringer
schnurstärkenschwankung), der übrigens nach abwischen mit waschbenzin eine sagenhafte
traktion entwickelt.

Ergebnis: Die rechnerische auswertung der länge der grossen halbachse (107,5 mm) ergab
KEINE übereinstimmung mit der sagitta/ROC, die ich per sphärometer und kalottenformel
gefunden hatte, und die als korrekt angenommen werden kann. Allerdings war die mittig
eingeschliffene kreiszone erst auf einen durchmesser von 100 mm ausgebildet, so dass
dies kein abschliessendes ergebnis ist.

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2615.JPG

- geschliffen wurde auf einer gegenschale, die schon die krümmung vom vorhergehenden
spiegel (f=1200 mm, ROC=2400 mm) konvex aufweist.
- die schwarze gewichtsscheibe hat eine masse von 2 kg.
- karbo 80: strich-radius 25 mm und seitl. überhang 15 mm
- automatisches karbo-/spraywasser-zuführen alle 80 striche

Nach 3000 strichen (programmgesteuerte abschaltung) ist eine kreisrunde kontaktfläche
des durchmessers 95 mm eingeschliffen: die sagitta beträgt ca. 115 um bzw. ROC 3913 mm.

Nach 4000 strichen hat die angeschliffene kreisfläche einen durchmesser von 100 mm,
die strahl-ellipse hat sich von anbeginn noch nicht verändert. Die sagitta (sphärometer)
beträgt 135 um, das entspricht über die kalottenformel einem ROC von 3333 mm.

Nach 8500 strichen ist eine kreisrunde kontaktfläche des durchmessers 125 mm
eingeschliffen, die sagitta beträgt ca. 110 um bzw. ROC 4054 mm.

Nach 10000 strichen ist eine kreisrunde kontaktfläche des durchmessers 133 mm
eingeschliffen, die sagitta beträgt ca. 105 um bzw. ROC 4286 mm im zentrum und
110 um maximal aussermittig (die vom dreipunkt-sphärometer aufgespannte basis ist
ein kreis mit durchmesser 60 mm).

Die ellipse des nivellierlasers ist bisher grössenunverändert: grosse halbachse 107,5 mm

Nach 13000 strichen ist eine kreisrunde kontaktfläche des durchmessers 140 mm
eingeschliffen: die sagitta beträgt ca. 120 um bzw. ROC 3750 mm im zentrum und
auch aussermittig.

Hier zeigt sich, dass die grosse halbachse der strahl-ellipse nunmehr auf 82,5 mm
zurückgegangen ist.

Nach 15000 strichen ist eine kreisrunde kontaktfläche des durchmessers 148 mm
(effektive öffnung aufgrund der umlaufenden fase des presslings) eingeschliffen, die
sagitta beträgt ca. 120 um bzw. ROC 3750 mm im zentrum und auch aussermittig.

Die grosse halbachse der strahl-ellipse weiterhin bei ca. 82,5 mm.

Nach 10000 wurde wurde die schleifschale mit dem winkelschleifer nachgerillt.
Diese rillung (schachbrett im raster 15 mm) erscheint unabdingbar, um eine überall
gleichmässige sagitta zu erhalten (erfahrungswert).

Den rückgang des ROC hin zu schwächerer krümmung führe ich darauf zurück, dass
das schleifen mit einer schleifschale begonnen wurde, die aus dem schliff eines f/8-spiegels
herrührte und damit zunächst einen konvexen ROC von 2400 mm besass.

Nach 20000 strichen gehe ich davon aus, dass sich die krümmung vollflächig in die zuvor
plane fläche eingeschliffen hat. Nun wurde geprüft, ob sich die elliptische strahlauslenkung
ändert, wenn der seitliche überhang auf null reduziert wird.

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2612.JPG

Doch auch hier ergibt sich eine identische taumelbewegung des spiegelrohlings, so
dass die ellipse bleibt..
Hintergrund zum seitlichen überhang: Da ich aufgrund der einfachen maschinen-
konstruktion mit einem einzigen antriebsmotor nur diskrete strich-radien einstellen
kann (20 mm, 25, 30, 53, 60 65), benutze ich den seitlichen überhang, um die zwischen-
werte zu erreichen, die ich für einen bestimmten ROC brauche.

Situation nach 20000 strichen (maschine macht ca. 50 striche pro minute, abzüglich
der kurzen pausen für das carbo-feeding): die sagitta beträgt mittig 125 um bzw.
ROC 3600 mm im zentrum und aussermittig 130 um, entspr. ROC 3462 mm.
Die grosse halbachse der strahl-ellipse beträgt 92,5

Hier der erneute versuch, die sagitta "optisch" zu berechnen:

Der doppelte kippwinkel alpha (besser gesagt: die änderung des kippwinkels) ergibt sich
als: arctan (grosse halbachse / reflektierte strahllänge)
alpha = arctan (92,5 / 2670) = 1.98 grad Der einfache kippwinkel also als 0,99 grad

Durch umstellung der formel nach der an-kathete ergibt sich:
ROC = strich-radius / tan 0,99 grad = 25 / tan 0,99 = 1446 mm (falsch!)

Der wahre ROC (s.o.) ergibt sich laut sphärometer und kalottenformel und steht in
guter übereinstimmung mit dem Foucault-test: zwischen 3600 mm und 3400 mm.

Die optische messung mit dem vorstehend genannten, trigonometrischen lösungsansatz
korrespondiert also nicht mit der mechanischen messung.

Nun könnte man ja die theorie vergessen und sich sog. look-up-tables basteln, in denen
die mechanisch gemessene, wahre ROC über eine empirisch ermittelte wertetabelle mit den
optischen strahl-auslenkungen verbunden wird. Durch diese wertepunktpaar-wolke wird
dann, z.b. per regressions-analyse ein best-fit-graph gelegt.
Sicherlich machbar. Aber um zu einem, dem sphärometer an genauigkeit ebenbürtigen
verfahren zu kommen, müsste die auslenkung des laserstrahls personen-unabhängig
erfasst werden, was nur mit erheblichem, opto-elektronischen aufwand möglich ist,
z.b. per CCD-camera und software (eben das integrierende auge). Eine einmalige,
personenbezogene ablesung durch den menschen erscheint nicht ausreichend, da der
strahl zum einen "verrauscht" ist, also zittert, zum anderen mit einem periodischen
störhub überlagert ist.

Das zittern des laser-strahls kann übrigens auch an den billigen baumarkt-laufrollen liegen,
die dem drehteller als auch dem linearen laufwagen zugeordnet sind.

Frage an Marty:
> Kurt Wenske , Sterne und Weltraum Taschenbuch 7
Ist dort auch die trigonometrische/mathematische herleitung des verfahrens offengelegt?
Wenn nicht, werde wohl den nivellier-laser besser zum bannen von vampiren einsetzen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Lutz Liebers

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/Jul2607.JPG
 
Re: Antwort an Martin

Hallo,
> Kurt Wenske , Sterne und Weltraum Taschenbuch 7
Ist dort auch die trigonometrische/mathematische herleitung des verfahrens offengelegt?
Wenn nicht, werde wohl den nivellier-laser besser zum bannen von vampiren einsetzen!

Hallo,
Ja da ist alles genau beschrieben, mit Zeichnung und Formel. Ich habs noch nie ausprobiert, aber es sieht ganz einleuchtend aus. Leider hab ich im Moment keinen einsatzfähigen Scanner, sonst würde ich das hier zugänglich machen. Vielleicht findet sich da jemand der das macht.
Grüße Martin
 
Des rätsels lösung

Einen elliptischen laserstrahlverlauf als signal zu bekommen, führte zu dem gedanken,
dass die ellipse eigentlich nur durch einen störanteil zustandekommen kann, nämlich
durch taumeln des rohlings.
Denn wenn eine kalotte ZENTRISCH über seine gegenkalotte geschoben wird, kann
sich nur eine verkippung in EINER achse ergeben, so dass sich der laserstrahl zu
einer LINIE ausformen MUSS.

Damit war der fehler bald gefunden: einen lokale schleifschlamm-anhäufung unter
der auflage bzw. halterung für die untenliegende schleifschale im weissen trog.

Nachdem diese störung abgestellt war, ergab sich eine deutlich kleinere und
gleichzeitig stärker gestauchte ellipse: die grosse achse ist ca. 100 mm lang, die
kleine ca. 25 mm.
Also gibt es noch ein rest-taumeln. Und das sollte eigentlich einen kreis als laserlinie
erzeugen. Diese vermutung brachte mich dahin, den rest-störanteil (kleine achse der
ellipse) von der grossen achse zu subtrahieren. 100 - 25 = 75 mm = nutz-signal

Inzwischen hatte mir freundlicherweise jemand die seite 19 aus dem genannten buch
zukommen lassen. Die dort genannte formel ist sehr ähnlich zu meiner, nur dass dort
der tangens (weil die winkel weit unter 5,5 grad liegen) durch das argument selbst
ersetzt wurde. Und das weglassen des faktor 2 als divisor führt zur brennweite F, bei
mir zum doppelten, nämlich dem ROC.
Die herleitung der formeln entspringt dennoch demselben gedankengang.

Link zur Grafik: http://www.liebers-dental.de/Astronomie/wenzke.JPG

F = X * H / Y
Mit X als länge der schleifstriche, H als laserstrahllänge, Y als strahlauslenkung

Frühere werte in Wenskes formel eingesetzt:
F = 2 * 25 mm * 2670 mm / 75 mm = 1780 mm
ROC = 2 * F = 2 * 1780 = 3560 mm (gute näherung!)

Verwende ich meine formeln, so ergibt sich:
alpha = arctan ((75 / 2) / 2670) = 0,80 grad. Der einfache kippwinkel ist 0,40 grad
ROC = strich-radius / tan 0,40 grad = 25 / tan 0,40 = 3560 mm


Damit betrachte ich die richtigkeit der formeln als experimentell bestätigt.

Dennoch bleibt als schwierigkeit der praktischen umsetzung des verfahrens die
tatsache, dass die aufspannung der schleifschale taumelfrei erfolgen muss, und dass,
insbesondere bei kleiner sagitta (langbrennweitiger spiegel) das signal, also die
auslenkung des laserstrahls klein ist (im bereich von einem halben grad liegend).

Ferner wird das nutzsignal von einem beträchtlichen, karbokorngrössen-abhängigen
zittern überlagert, was darauf schliessen lässt, dass die zu erwartenden ablesefehler
zu verminderten messgenauigkeiten führen werden und man NICHT ohne weitere,
beträchtliche vorkehrungen an die genauigkeit eines sphärometers herankommen wird.

Daher erscheint mir das verfahren nur bedingt zur übernahme in amateur-schleif-
maschinen geeignet zu sein.

LutzLiebers@gmx.de
 
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