Saturn 29.06.2025 bei guten Bedingungen

TorstenHansen

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Hallo,

am 29.06.25 gelang der zweite Saturn bei guten bis sogar fast sehr guten Bedingungen. In der fortgeschrittenen Dämmerung habe ich dann visuell noch versucht den Farbeindruck im Gedächtnis "abzuspeichern"; da stand er dann im Okular! Hab mich an La Palma erinnert gefühlt.

Die folgenden Bilder sind mit der ASI290MM und mit der ASI462MC entstanden, wobei ich mit der Farbkamera nur ein Video, das allererste Video der Sitzung aufgenommen habe. Hier stand der Planet nur 25° hoch, und ich wundere mich immer mehr über die Farbkamera, dass da doch was Brauchbares bei rausgekommen ist. Das Bild enthält nämlich einen White Oval Spot (WOS) knapp unterhalb der Ringebene, der mir zunächst gar nicht aufgefallen war. Erst als ich die Rotkanäle animiert hatte, war der Fall klar. Dort, in der Rotkanalanimation ist der Fleck gut zu erkennen. Bei etwas längerem Hinschauen fallen noch weitere Strukturen auf, die mitrotieren (z.B. rechts unterhalb des WOS).
Die Bilder sind RGBs, wobei das Bild mit der Farbkamera etwas stärker geschärft wurde, um den Kontrast für den WOS zu erhöhen und ihn hervorzuheben. Der Ringschatten auf der Planetenscheibe ist im Vergleich zur Beobachtung vom 25.06.25 noch klarer erkennbar. Da das RGB mit der ASI290MM nicht derotiert ist, fehlt hier der WOS.

RGB mit ASI290:

Saturn20250629RGBv2d.jpg


RGB mit ASI462:

Saturn20250629RGBASI462.jpg


WOS:

Saturn20250629RGBASI462WOS.jpg


Animation Rotkanäle mit WOS in der StrZ:

Saturn20250629AniR10fps.gif


Grüße
Torsten
 

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Hallo,

heute früh hatte ich wieder klaren Himmel und das Teleskop war gut justiert. Diesmal wollte ich nur mit der Farbkamera aufnehmen und habe auf Strukturen auf der Saturnscheibe gehofft. Dies hat sich auch so ergeben, wie die folgende Animation zeigt. Eine Ausmessung der hellen Flecken an beiden Terminen ergab eine deutliche Abweichung in Länge von 37° im System I bzw. 62° in System II. System I ist wie bei Jupiter die Äquatorzone, System II alles jenseits davon.
Somit kann es sich vermutlich nicht um den gleichen Fleck handeln wie am 29.06.25.

Von links rotiert auch noch Thethys ins Bild.

Saturn20250702AniASI462MC0145bis0305UT.gif


Grüße
Torsten
 
Hallo,

ich habe nun auch ein derotiertes Bild vom 02.07.25 erstellen können. Dies war auch das erste Mal, dass ich dies bei Saturn brauchbar hinbekommen habe.
Um den WOS deutlicher hervortreten zu lassen, ist auch eine abgedunkelte bzw. stärker kontrastierte, und sogar nochmal nachgeschärfte, Version mit den Längenkoordinaten des WOS in beiden Rotationssystemen eingefügt. Vermutlich gehört der Fleck aber zum System II, liegt dennoch sehr nahe an der EZ.
Tethys kam nach der Derotation (insges. 74 Minuten) sehr schön definiert aus WinJUPOS raus und steht knapp oberhalb des linken Randes der Ringe!


Saturn20250702RGBASI462derotWOSv2.jpg


Grüße
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich bin nun endlich dazu gekommen, die Schwarzweiß-Daten vom 29.06.25 auch zu derotieren. Die Position des WOS hat sich dabei mit L1 = 100° und L2 = 207° im Vergleich zur Farbaufnahme bestätigt ( Achtung: der Fleck ist ein anderer als derjenige am 02.07.25 ! ).
Die Derotation hat auch noch zwei weitere Objekte zum Vorschein gebracht. Am auffälligsten hierbei ist der schwarze Punkt direkt oberhalb der Ringkante in der Mitte zwischen ZM und rechtem Scheibenrand. Hierbei handelt es sich vermutlich um den Schatten von Rhea, wie das Bild aus WinJUPOS unten offenbart. Die Rhea selbst ist im Blau- und im Grünkanal relativ gut auszumachen und ist grenzwertig im RGB zu sehen. Monde vor der Saturnscheibe sind leichter nachzuweisen, wenn sie randnah stehen.

RGB aus 28 Videos derotiert; Zeitspanne 79 Minuten:

Saturn20250629RGBderotiert.jpg


Saturn20250629RGBderotiertPfeil.jpg


WinJUPOS-Darstellung zur Ansicht von Rhea und Rheas Schatten:

Saturn20250629UT0233p9Rhea.jpg


Grüße
Torsten
 
Hallo Torsten,

wieder klasse Aufnahmen und der Schattenwurf ist deutlich zu erkennen.
Wie hast du den denn derotiert ?
Beim Jupiter Schattenereignissen hatte ich da mit Winjupos so meine Probleme.

Ich habe inzwischen auch einen Satz RGB Filter erworben.
Ab wie vielen Minuten zwischen den Filteraufnahmen macht sich da eigentlich die Rotation bemerkbar ?
Würde ich innerhalb von z.B. 5 Minuten für alle drei Kanäle ohne Derotation auskommen ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

vielen Dank für Deine Rückmeldung und Deine Fragen.

Zur Derotation; ich habe die vorgeschärften Summenbilder eingemessen und bei den Derotations-Optionen "Optimierte Bildausmessung - Verschiebung + Drehung + Größe", "De-Rotation der Planetenringe" und "Korrektur der Planetenmonde und ihrer Schatten" angeklickt und den Maskierungsradius um Monde und Schatten auf 0 gesetzt.

Rotation; da Saturn schneller rotiert als Jupiter, müsste man eigentlich kürzere Videos aufnehmen als beim Jupiter ( meine Werte: 30 bis 40 Sekunden pro Farbe; 1 Minute mit der Farbkamera ). Bei Saturn nehme ich mit der Farbkamera derzeit immer 5000 Bilder pro Video auf (ca. 2 Minuten). Bei R-G-B hatte ich, wie folgt: R bzw. G je 120 s, B 5000 Bilder in 123 s.

5 Minuten alle 3 Farben ohne Derotation; bei Saturn sind die Strukturen weitaus weniger auffällig als bei Jupiter. Ich denke, da wird es dann schwierig ohne Derotation. Wenn ich in einem Schnelldurchlauf oder einer Animation aller Summenbilder keine Strukturen ausmachen kann, dann verzichte ich auf Derotation und addiere die Summenbilder der einzelnen Kanäle einfach so, um ein rauschärmeres Bild zu erhalten. Das RGB erstelle ich dann i.d.R. in fitswork.

Viele Grüße
Torsten
 
Hallo Torsten,

danke für die Infos.
Das Arbeiten mit den RGB Filter ist noch Neuland für mich.
Mal sehen was sich da durchsetzen wird.
1. wie bisher kurze Farbaufnahme und dann Luminanz mit Mono und Gelbfilter
2. Serien mit RGB Filtern mit der dabei nötigen Schrauberei, da ich am Dobson kein Filterrad einsetzen kann.
3. Nur noch Farbaufnahmen mit der neu angeschafften Asi662mc, wäre natürlich der geringste Aufwand

Gruß,
Holger
 
Hallo,

eine Ergänzung zum Thema Rheatransit.

In Beitrag #7 ist ja der Rheaschatten oberhalb der Ringsichtgrenze zu sehen, während Rhea im RGB nur grenzwertig auszumachen ist.

Der Grund hierfür ist, dass der Mond im Roten fast gar nicht zu sehen ist. Dies zeigt die neu bearbeitete Animation der Rotkanäle. Die Wolkenstrukturen können allerdings im R deutlich klarer verfolgt werden. Von links rotiert z.B. auch eine wietere helle Struktur am Äquator nördlich der Ringebene ins Bild.

In der Blau-Animation kommt stattdessen Rhea selbst ziemlich klar zum Vorschein, wie die Animation zeigt. Ganz sicher hängt dies mit der Albedo bzw. einer gewissen spektralen Reflektivität bzw. Streufähigkeit des Mondes zusammen (Recherche folgt evtl. noch).

Animation Blaukanäle, 29.06.2025:

Saturn20250629AniB0156UTbis0305UTv2.gif


Animation Rotkanäle, 29.06.2025:

Saturn20250629AniR0239bis0310UT.gif


Grüße
Torsten
 
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