003sec
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Hallo Forum,
Saturn hat mich gerade voll im Griff und ich bleibe oft bis 2 Uhr auf, um zu sehen, ob da seeingmäßig etwas geht (wenn es denn klar ist)
Am 8.3. war es wieder so weit. Das Seeing war teilweise klasse, die Justage ging super, das Scharfstellen sehr einfach und die Cassiniteilung war fast durchgängig im Lifebild zu sehen. Nach 50 Min. kamen leider die Wolken, ansonsten hätte ich die ganze Nacht durchgemacht.
Am Ende blieben 43 Filme a 1 min. übrig und 7 Filme mit der Farbkamera.
Ein blödes Problem war unser Haus. Erst stand Saturn links vom Dach, dann rechts, und zwischendrin musste ich 30 Min. Pause machen. Entsprechend wechselhaft war das Seeing durch die warme Luft des Daches. Das führte zu seltsamen Verzerrungen, die aussahen wie eine Dejustage, und ich habe lange gebraucht, um das zu identifizieren. Am Ende waren das gerichtete Luftströmungen, parallel zur Dachfläche.
In der Folge gab es immer wieder "furchtbare" Momente und sehr wechselhafte Bedingungen. Durch eine geringere Verwendungsrate konnte ich diese zwar ausschließen, aber auf der anderen Seite gab es sehr gute Filme, die bei geringer Verwendungsrate ihr Potenzial "verschwendet" hätten. Also habe ich jeden Film in 4 Teile a 15 s gestackt und dann die Ergebnisse erneut nach Qualität sortiert. So habe ich jetzt aus einigen Filmen 3 Teile verwendet, von anderen nur einen Teil. Das hört sich nach viel Arbeit an, aber Autostakkert kann das sehr gut über "Limit" machen. Das werde ich in Zukunft immer so machen, denke ich.
Und dann ging es um die komische Farbe von Saturn z.Z. Aus diesem Grund habe ich versucht mal sehr "korrekt" zu arbeiten. Die Farbfilme schärfe ich i.d.R. mit einem größeren Radius, das hat aber indirekt zur Folge, dass die Farbe intensiviert wird (ohne, dass ich an der Sättigungsschraube gedreht hätte).
Hier habe ich nun die Farbfilme mit demselben Radius geschärft, wie die Luminanzfilme in Rot.
Es sind nur 7 Min., aber als reines Bayer-RGB sieht das so aus:
kleiner Tipp: wenn ihr den Kopf zur Seite neigt, dann fallen die Bänder deutlicher auf.
Und dann war ja noch das R-Bild da. Bei einer "guten" Schärfung (bis das Rauschen kommt) sind die kontrastreichen Regionen beim Ring überschärft. Entweder muss ich jetzt "einen Tod sterben" oder ich schärfe die Ringebene selektiv. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich verwende dazu die Randerkennung nach Sobel in PS. Damit kann ich kontrastreiche Regionen definieren und daraus eine Maske erstellen. Der Ring wurde mit gleichem Radius geschärft, das macht auch Sinn, weil die Bildschärfe sich ja durch die PSF definiert, aber eben mit weniger Intensität (weil eben schon viel Kontrast vorhanden war).
Und dann wurde die Farbe des Farbbilds einfach auf das L-Rotbild gelegt, das zwar derotiert wurde, aber keine klaren mitrotierende Details zeigte.
Zum einen kann man nun schön den Unterschied zw. R(RGB) und reinem RGB sehen, (auch, wenn das RGB bei nicht genialem Seeing unschärfer ist), zum anderen ist das nun aber auch möglichst exakt die "echte" Farbe von Saturn. Natürlich sind durch den Rotfilter die roten Bänder heller geworden, aber da ich keine weitere Bildbearbeitung gemacht habe, sehe ich das Bild als mehr oder weniger realistisch an.
Viele Grüße
ralf
Saturn hat mich gerade voll im Griff und ich bleibe oft bis 2 Uhr auf, um zu sehen, ob da seeingmäßig etwas geht (wenn es denn klar ist)
Am 8.3. war es wieder so weit. Das Seeing war teilweise klasse, die Justage ging super, das Scharfstellen sehr einfach und die Cassiniteilung war fast durchgängig im Lifebild zu sehen. Nach 50 Min. kamen leider die Wolken, ansonsten hätte ich die ganze Nacht durchgemacht.
Am Ende blieben 43 Filme a 1 min. übrig und 7 Filme mit der Farbkamera.
Ein blödes Problem war unser Haus. Erst stand Saturn links vom Dach, dann rechts, und zwischendrin musste ich 30 Min. Pause machen. Entsprechend wechselhaft war das Seeing durch die warme Luft des Daches. Das führte zu seltsamen Verzerrungen, die aussahen wie eine Dejustage, und ich habe lange gebraucht, um das zu identifizieren. Am Ende waren das gerichtete Luftströmungen, parallel zur Dachfläche.
In der Folge gab es immer wieder "furchtbare" Momente und sehr wechselhafte Bedingungen. Durch eine geringere Verwendungsrate konnte ich diese zwar ausschließen, aber auf der anderen Seite gab es sehr gute Filme, die bei geringer Verwendungsrate ihr Potenzial "verschwendet" hätten. Also habe ich jeden Film in 4 Teile a 15 s gestackt und dann die Ergebnisse erneut nach Qualität sortiert. So habe ich jetzt aus einigen Filmen 3 Teile verwendet, von anderen nur einen Teil. Das hört sich nach viel Arbeit an, aber Autostakkert kann das sehr gut über "Limit" machen. Das werde ich in Zukunft immer so machen, denke ich.
Und dann ging es um die komische Farbe von Saturn z.Z. Aus diesem Grund habe ich versucht mal sehr "korrekt" zu arbeiten. Die Farbfilme schärfe ich i.d.R. mit einem größeren Radius, das hat aber indirekt zur Folge, dass die Farbe intensiviert wird (ohne, dass ich an der Sättigungsschraube gedreht hätte).
Hier habe ich nun die Farbfilme mit demselben Radius geschärft, wie die Luminanzfilme in Rot.
Es sind nur 7 Min., aber als reines Bayer-RGB sieht das so aus:
kleiner Tipp: wenn ihr den Kopf zur Seite neigt, dann fallen die Bänder deutlicher auf.
Und dann war ja noch das R-Bild da. Bei einer "guten" Schärfung (bis das Rauschen kommt) sind die kontrastreichen Regionen beim Ring überschärft. Entweder muss ich jetzt "einen Tod sterben" oder ich schärfe die Ringebene selektiv. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich verwende dazu die Randerkennung nach Sobel in PS. Damit kann ich kontrastreiche Regionen definieren und daraus eine Maske erstellen. Der Ring wurde mit gleichem Radius geschärft, das macht auch Sinn, weil die Bildschärfe sich ja durch die PSF definiert, aber eben mit weniger Intensität (weil eben schon viel Kontrast vorhanden war).
Und dann wurde die Farbe des Farbbilds einfach auf das L-Rotbild gelegt, das zwar derotiert wurde, aber keine klaren mitrotierende Details zeigte.
Zum einen kann man nun schön den Unterschied zw. R(RGB) und reinem RGB sehen, (auch, wenn das RGB bei nicht genialem Seeing unschärfer ist), zum anderen ist das nun aber auch möglichst exakt die "echte" Farbe von Saturn. Natürlich sind durch den Rotfilter die roten Bänder heller geworden, aber da ich keine weitere Bildbearbeitung gemacht habe, sehe ich das Bild als mehr oder weniger realistisch an.
Viele Grüße
ralf