Saturn bei böigem Wind im Zehnzöller

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Lotz
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Lotz

Aktives Mitglied
Hallo Planetenfreunde,

Am Mittwoch habe ich bei böigem Wind, der wie blöd am Tubus riß, versucht, quick & dirty
nur mit der ToUCam Saturn mit dem 10"-Newton abzulichten. Ich poste das Ergebnis vor allem,
um die Farbgebung zu diskutieren. Ich habe mich an einem visuellen Eindruck einer vanillegelben
Planetenkugel mit teils ins Olivgrüne changierenden Bändern, teils rauch-blaugrauen Polkappen mit
bräunlichen Kalotten orientiert. DIe in letzter Zeit geposteten Aufnahmen finde ich (einschließlich meiner
letzten) eigentlich - gemessen am visuellen Eindruck - viel zu rotstichig und teils zu bunt gerade was die
blaugrauen Strukturteile anbelangt.

Dieses - an der Schärfe gemessen - bescheidene Ergebnis kam dabei raus:

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/d6c80e00.jpg



Auf meiner Planetenseite
findet Ihr in der Saturnrubrik den mit NEU gekennzeichneten Link zum Bild mit einigen weiteren
technischen Details zu Optik und Kameraeinstellungen und vor allem zu den Aufnahmebedingungen
und Bilder mit unterschiedlichen Verwendungsraten.


Viele Grüße,


Markus


____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
____________________________________________________
DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory at freenet.de
 
Hallo Markus,

gerade bei diesen "wackeligen" Bedingungen sollten kürzere Belichtungszeiten - bei kürzerer Aufnahmebrennweite und vollem Gain - und eine drastische Reduzierung der Verwendungsrate Vorteile bringen.

Man kann ja ohne Probleme nachvergrößern, und zur Rauschunterdrückung reichen nach meiner Erfahrung meistens schon 100 bis 200 Bilder im Stack.

Wenn die mittlere Qualität der 100 besten Bilder deutlich höher ist als die mittlere Qualität von 1900 Bildern, dann brauchen die 100 Bilder auch vergleichsweise wenig Schärfung.

Vielleicht wäre diese Überlegung ja einen nachträglichen Versuch wert?

Zugegebenermaßen habe ich keine Erfahrung mit der ToU-Cam, nehme aber an, dass da - bis auf die etwas größere effektive Pixelweite infolge der Bayermaske - ähnliche Grundregeln gelten wie für die Verwendung von Monochrom-Kameras.

Gruß, Jan
 
Hallo Markus!

Mit der Farbgebung ist das so eine Sache! Auch am Teleskop sieht Jeder (speziell bei sehr zarten Farben) was Anderes.

Du hast die Brennweite gut geschätzt, es sind tatsächlich fast exakt 6m (genauer wohl 6,20m). Da Du einen Spiegel verwendest und eine Barlow (wie auch ich es mache), könntest Du eventuell den IR Sperrfilter weglassen, die Belichtung verbessert das deutlich, macht das Bild aber etwas rotstichiger, was sich aber mit den Farbreglern der TouCam korrigieren lässt. Das ideale Öffnungsverhältnis für die TouCam ist f26, was Du recht gut getroffen hast. Kleinere Werte empfehlen sich nur wenn das Seeing schlecht ist (wie wohl auf deinem Bild).

Ich glaube, ich muss nun auch mal einen Saturn posten, mal sehen was sich da auf die Schnelle machen läßt....

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

Du denkst, den IR/UV Block kann man weglassen? Wie sieht es aus mit der Dispersion des Projektivs? Jene Linsen werden im NIR doch kein scharfes Bild hinkriegen wie im VIS? Oder irre ich da? Nur wegen der Barlow habe ich auch am Spiegel ein IR/UV - Block drin. Ich werd das mal probieren, wenn das bei Dir klappt, sollt es bei mir auch gehn. Allerdings hab ich kein FFC, der vielleicht besonders niedrige Dispersion zeigt?
Was in der 5x Powermate für Gläsr verbaut sind, keine Ahnung...

Gruß

Markus



____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
____________________________________________________

DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de



 
Hallo Jan,

also bei mir reichen bei der ToUCam 100 bis 200 Bilder nicht, um ein rauscharmes Stackingresultat hinzukriegen, vor allem nicht, wenn man, wie bei diesen Öffnungsverhältnissen nötig, den Gain auf deutlich jenseits der 50% erhöhen muß. Weniger Frames sind etwas schärfer, aber asuch deutlich verrauschter. Das seeing war ja eigentlich konstant rel. gut, nur hat zyklisch der WEind zu sehr am Scope gerissen, und diese frames versuchte ich über die 95%-Marke gezielt zu entfernen.
Ich werd mal mit 10% Rate nochmals drübergehn.

Gruß

Markus


____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
____________________________________________________

DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de

 
Hallo Markus!
Du denkst, den IR/UV Block kann man weglassen? Wie sieht es aus mit der Dispersion des Projektivs?
Ich habe mir da auch Gedanken gemacht. Ich verwende die apochromatische 2fach-Barlow von Celestron. Das Linsenelement habe ich abgeschraubt, und verschiebbar im Strahlengang. Diese Barlow macht auch ohne IR-Sperrfilter kein erkennbar schlechteres Bild von einem Planeten. Um die Linsen dichter an die Kamera zu bringen, kann ich das Element sogar um 180 Grad umdrehen!

Ich habe oft die Wahl: Entweder wähle ich ein kleineres Öffnungsverhältnis als f20, das wäre aber (zumindest nach meinen Versuchen) für optimale Auflösung tödlich, oder ich Entferne den Filter. Falls man ein Farbbild macht wird es ohne Filter etwas rötlicher, kann aber leicht (unbedingt schon bei der Aufnahme) korrigiert werden.

Optimal ist die Lösung natürlich nicht, weil bei einem S/w-Bild mit der DMK21 die atmosphärische Dispersion nicht beseitigt wird (bei Saturn im Moment doch ein deutlich sichtbarer Anteil). Es ist eben -wie bei Filtern immer- keine einfache Entscheidung und bedarf des Experiments.

Gruß, Peter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben