Schiefspiegler möglich bei f=1/6 ????

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kopernikuss

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Hallo zusammen,
Frage an die Experten: ist es möglich einen sinnvollen Schiefspiegler zu bauen mit folgenden Daten: parabolischer Hauptspiegel 300mm Durchmesser, f=1/6, also 1800mm Brennweite, Danke schon im voraus für die Anregungen und Hilfe,

es soll nur dieser Hauptspiegel mit diesen Daten verwendet werden;
und viele Grüße
 
Hallo Kopernikus,

den Zahn muss man dir leider ziehen. Der Schiefspiegler nach Kutter ist etwas für lange Brennweiten auf jeden Fall jenseits der 1/15 oft 1/20.

Du solltest dich mit den Originalarbeiten von Kutter beschäftigen oder zumindest die "Spiegeloptik" von Wenske lesen. Nicht umsonst sind Schiefspiegler trotz ihrer bestechenden Leistung heute sehr selten und werden schon lange nicht mehr industriell gefertigt angeboten.

Wenn du schnellere Öffnungsverhältnisse wünschst dann musst du dich in das Zauberland der Tri Schiefspiegler (und ähnlicher Konstruktionen) - Enthusiasten (meist USA) begeben.
Ich würde mich das nicht trauen.

Beste Grüße Gerhard Schmitt (Sterngucker Frankenberg e.V.)
 
Hallo Kopernikus,

im Prinzip käme der CHiefspiegler in Betracht, allerdings empfiehlt Ed Jones, ihn eher etwas entspannter zu bauen, so um 1:8 herum. Was recht verführerisch ist: Parabolspiegel und in einigen Konfigurationen Plankonvexlinsen, die mit fertig mit Vergütung gekauft werden können. Etwas mehr auf Deutsch findest Du im astrotreff .

CS
Arnold
 
Hallo Kopernikus.


Wie Arnold3 schon schrieb, ist ein CHiefspiegler möglich.
Für den von dir erwähnten Spiegel würde ich eher abraten. Die Toleranzen für den Korrektor sind sehr eng, und die resultierende Abbildung nicht gerade herausragend.
Mit fertig käuflichen Linsen ist, soviel ich weiß, ein 300mm f/6 nicht möglich.

In der Summe wäre so ein Teleskop den Aufwand wahrscheinlich nicht wert.

Grüße,

Guntram
 
Hallo Copernicus

Warum soll es ein F6 sein? Willst Du damit deep Sky fotographieren oder Weitfeldbeobachtungen machen?
Bei visueller Beobachtung zählt für die Bildhelligkeit nur die Einstellung der Austrittspupille und nicht das Öffnungsverhältnis. Die Austrittspupille ist aber erstmal eine Sache der richtigen Okulare in Verbindung mit der verwendeten Brennweite. Selbst bei 5Meter Brennweite erreiche ich mit dem 100MM Rodenstockokular ( hat gerade mal 80€ gekostet ) immer noch eine 5MM Austrittspupille. Und wenn es um ein möglichst großes Feld geht so erreiche ich bei gleicher Brennweite mit einem 80MM Okular von Wachter bei einer Feldblende von 70MM immer noch ein Feld von knapp 48 Bogenminuten. Wenn es dann aber unbedingt doch ein relativ schnelles Öffnungsverhältnis sein muß so währe das in der Art:

http://www.reise-teleskop.de/038ad09d730a64903/index.html

wohlmöglich ein gangbarer Weg. Das muß aber dann erst mal für 300MM völlig neu durchgerechnet werden, ob das denn in dieser Größe überhaupt noch geht. Wie der Arnold aber bereits bei seinem Beispiel gezeigt hat scheint es doch zu klappen.

Ein anderer Weg währe ein Yolo. Bei 300MM Öffnung wirst Du dann aber mit einem Öffnungsverhältnis von midestens F12 besser F14 rechnen müssen sonst klopft der Asti im Feld schon deutlich an. Auch das muß erst noch gründlich durchgerechnet werden. Aber dann bleibt bei beiden Varianten wieviel an Feldblende und damit an wahren Gesichtfeld sich auch noch tatsächlich sinvoll realisieren lässt. Ein großer Yolo sieht dann in etwa so aus:

http://bhs.broo.k12.wv.us/homepage/alumni/dstevick/stressedglass/yomax.html

Aber laß Dich nicht abschrecken, 300MM Öffnung ohne Obstruktion, das hat schon was. Aber billig wird das nicht.

Gruß Peter
 
Herzlichen Dank für die Hinweise, das Projekt werde ich auf alle Fälle weiterverfolgen, bei den optisch-rechnerischen Möglichkeiten heutzutage mit den vielfälltigen Angeboten muß das doch machbar sein, man denke nur an die mittlerweile vielen Newtonspiegelschleifer die hervorragende Qualitäten herstellen. An den 300mm Zerodur-Hauptspiegel halt ich fest, einer der letzten die von Carl Zeiss Jena 1993 als Einzelauftrag für einen Amateurastronomen nach dessen Daten produziert wurde noch unter der Leitung von Hr. Strömich, seinerzeitiger Produktmanager von Carl Zeiss Jena; so ein historisch edles Stück möchte ich nicht in der "Schublade" wissen sondern wartet auf den Zweck seiner Bestimmung. Als Newtonbau mit 70mm CZJ-Zerodurumlenkspiegel bestätigte sich die hervorragende Qualität, die garantierte Lambda/10 Ausführung und die Historie des CZJ-Spiegels verdienen einen entsprechenden finanziellen Einsatz um in entspannter, sitzender Position den Sternenhimmel "neu" zu entdecken.
Viele Grüße, Kopernikuss;
PS.: vielleicht hat wer eine Idee um mit brennweitenverlängerden Gegenspiegel (ähnlich Cassegrain) hier das Schiefspiegler-System zu ermöglichen.
Danke für die Anregungen
 
Hallo (Dein Name?)

Der einzige Schiefspiegler, den ich kenne, der einen parabolischen Primärspiegel braucht und (theoretisch) F/6 kann, ist der Stevick -Paul - siehe http://bhs.broo.k12.wv.us/homepage/alumni/dstevick/sptplan1.htm -
aber auch der kriegt dieses Öffnungsverhältnis nur mit "Biegen und Brechen" hin - nämlich mit sehr wenig Platz zwischen dem vierten Spiegel und dem Okular sowie einer enormen Bildfeldneigung die zu Vignettierung und Bildfehlern am Okular führen.

Es gibt eigentlich keinen Vorteil für ein solches System : Visuell ist die Eingangslichtstärke egal und Fotografisch bei Deep Sky wiegt der Lichtverlust durch 4 Spiegel schwerer als der Gewinn durch die fehlende Fangspiegelabschattung.
Der Kontrastgewinn visuell am Planeten ist im Vergleich zu einer 20 % Abschattung am Newton zu klein, als daß sich das Abenteuer unter diesen Bedingungen(F/6) lohnen würde.

Ich würde einen kontrastoptimierten Newton draus machen mit Verbesserungen sprich : möglichst gute Fassungen, saugende Lüftung, wirklich planer Fangspiegel, justierstabiler Aufbau etc. Damit würdest Du die angesprochene hohe Qualität des Hauptspiegels ausnutzen.

Ich würde auch noch gerne wissen, warum Du dieses Konzept verfolgst (F/6 Schiefspiegler)

Weg mit den Wolken wünscht
Felix
 
Hallo Felix,

Danke für deine fachliche Ausführung,
wird mir bestimmt eine große Hilfe sein;

folgende Kriterien geben meinen Systementwurf vor, dazu zählen: die vorhandene Zerodur-Optik 300mm; f=1800mm parallaktisch montiert, die Höhe der Montierung ist ca. 1,70m über Fußboden meiner Dachterrasse (nordseitiger Dacheinschnitt) direkt auf, oder in unmittelbarer Nähe an der Montierung muß der Hauptspiegel situiert werden (Gewichtsgründe ca. 15kg des Spiegels, kleine statische Momente, besseres Schwingungsverhalten) und ganz wichtig Einblick in sitzender Position.

Diese Kriterien geben meinen Entwurfsrahmen vor. Als optische Qualität wäre entsprechend Newtonbauweise mit Abschattung 20% für meine Anforderung ausreichend.

Viele Grüße
Jakob
 
Hallo Jakob,

kann deine Vorgaben schon verstehen. Wenn es nicht anders geht...
Die Einwände von Felix sind plausibel. Aus Qualitätssicht/Kontrastgründen lohnt der Aufwand und die beschriebenen Nachteile wohl eher nicht. Allerdings macht mich das Gewicht deines HS etwas stutzig. Hat der definitiv ohne Fassung 15kg? Das wäre für einen 300 mm HS schon mächtig viel. Der wäre nach meiner groben Rechnung mit ca. 8,5 cm ungewöhnlich dick (sonst käme man nicht auf ca. 15kg) und hätte in einer Beobachtungsnacht einige Probleme richtig durchzukühlen.

Viele Grüße
Werner
 
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Hi Kopernikuss,

...es soll nur dieser Hauptspiegel mit diesen Daten verwendet werden;

fein, dann verpass ihm noch einen guten 60 mm Fangspiegel und du hast ein f/6 Newton an das kein irgendwie vergewaltigter Schiefspiegler herankommt. Ich hab wirklich nix gegen Schiefpiegler weil schon 5 verschieden gebaut. Daher glaube ich auch abschätzen zu können dass dein Parabolspiegel dafür viel zu schade ist.

Gruß Kurt
 
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Hallo Werner,

Dicke s=8,5 cm passt zu 15 kg und 30 cm D. Das wäre D/s =3,5 und das kann ich mir auch nicht so recht vorstellen. Davon mal abgesehen, wenn der Spiegel relativ dick aber aus ZERODUR o.ä. ist dann muss er nur belüftet werden. Welche Temperatur er dann noch hat spielt praktisch keine Rolle. Ich hab selber einen 45 mm dicken 250 mm ZERODUR-Spiegel. Mit Belüftung ist der nach Wechsel von ca. 18° in frostige Nachtluft praktisch sofort planetentauglich. Aber wie gesagt nur mit Belüftung!

Gruß Kurt
 
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Zitat von arago:
Hallo Copernicus





Ein anderer Weg währe ein Yolo. Bei 300MM Öffnung wirst Du dann aber mit einem Öffnungsverhältnis von midestens F12 besser F14 rechnen müssen sonst klopft der Asti im Feld schon deutlich an. /stressedglass/yomax.html

Aber laß Dich nicht abschrecken, 300MM Öffnung ohne Obstruktion, das hat schon was. Aber billig wird das nicht.

Gruß Peter

Hallo Sternfreunde,

Also mit Yolo und öffnung ist nicht so eindeutlich.
Ich habe meine dritte Yolo in 280mm durchmesser gemacht, und die öffnung ist F/10. Das gesamte system hat 95,8% Streel werte. Das teleskope tubus ist ungefehr 1800mm lang.
Bildern von meine 280mm/F10 Yolo:


https:// 280mm Yolo bildern
Rahme ist aus aluminium, und gesamtgewicht ist 15 kg.

So geht das, in kürtzer tubus auch.

Gruß

Attila
 
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Hallo Kopernikuss,

ich rate ebenfalls von der Verwendung des Spiegels als Bauelement eines Schiefspieglers ab. Wenn du die Leistung des Spiegels gut nützen willst und dabei eine angenehme Einblickposition habe willst, bau dir einen Dobson mit relativ kleinen Fangspiegel. Ich hatte selbst längere Zeit genau so ein Gerät (Eigenbau im Stile der Firma Obsession) mit 300mm Öffnung und 1800mm Brennweite. Eignete sich genausogut zum Planetenbeobachten wie für einen entspannten Messiermarathon.
Und wenn du es noch angenehmer habe willst montierst du noch ein Servocatsystem mit ArgoNavis dran.
Damit hast du dann wesentlich mehr Nutzen von deinem Zeissspiegel als von einer fragwürdigen Schiefspieglerkonstruktion.

CS Mike
 
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