Schiespiegler Newton / Clant Newton ???

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Brutek

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Hallo Mark,

der Clant hat sich nie richtig durchgesetzt. Der Spiegel ist aus einem großen Spiegel-Segment "geschnitten" und liegt bei 3,6" und F/13,6. Sollte ein brauchbares Planetengerät werden. Ich würde da eher einen 8" F/5 Newton empfehlen oder F/6 als Planetengerät, die dürften zudem preiswerter sein.

Daher macht ein F/5 als Clant-System (ohne Reducer) eher keinen Sinn.

LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hey Eberhard,
An einen MPCC für den 8" f5 Clant hätte ich schon gedacht. Ich denke den meintest du. Aber vielleicht macht für dieses System auch noch bis f8 Sinn.
Ich weiß es nicht, allerdings denke ich das dieses System schon interessant wäre.
Nur eben mit 3,6" auf f13.6 nicht.
Für mein Geschmack zu mindestens.
Grüße
 
So, ich meinte so ein System.
Hier
Habe gerade erst gecheckt, das der Clant aus einem größeren Spiegel geschnitten wird. Aber geht das System nicht auch mit einem normalen Newtonspiegel?
 
Hallo Mark,

Aus normalen Newtonspiegeln werden solche Systeme durchaus gebaut, das sind dann die Schiefspiegler. Aber durch den schiefen HS fängst Du Dir massive Bildfehler ein, die durch geeignete Korrektoren, einen aufwendigen Strahlengang oder vorgespannte Spiegel kompensiert werden müssen.

Google mal nach Schiefspieglern, insbesondere Yolo und Kutter, das sind die gängigsten.

Bis dann:
Marcus
 
Moin zusammen!

Also, aus einem einfachen f/5-Newtonspiegel kriegt man so ohne weiteres kein obstruktionsfreies Teleskop gefrickelt, was ein brauchbares Bild produziert.

Ein bißchen Googeln bringt folgendes zutage: Herschel-Spiegel, Yolo und Schiefspiegler und der sogenannte off-axis-Newton.
http://www.telescope-optics.net/tilted_component_telescopes.htm

Mit ausgestellten Achsen arbeiten die Kutter-Schiefspiegler: Die haben in ihren Varianten aber f/24 und f/20, wobei die Verkippungswinkel die Baugrößen einschränken. Die dreiteiligen f/20er besitzen eine Keillinse im Strahlengang, um die gröbsten Bildfeher noch zu kompensieren. Schlußendlich bleibt trotzdem die geneigte Fokalebene übrig.

Es werden auch Newtons gebaut (off-axis), die wie klassische Newtons aussehen, deren Fangspiegel aber dann nicht eben sind. Außerhalb der opt. Achse einfallendes Licht erzeugt im Parabolspiegel Koma (je größer das Öffnungsverhältnis, umso mehr), siehe erste Grafik unter:
http://www.telescope-optics.net/newtonian_off_axis_aberrations.htm

Klassisch ist die Seite "Weird Telescopes" - da werden so ziemlich alle Arten von obstruktionsfreien Konstruktionen vorgestellt:
http://bhs.broo.k12.wv.us/homepage/alumni/dstevick/weird.htm

...darunter ein "tilted newtonian" mit 150-mm-HS f/12. Auch hier bleibt mit dem leicht deformierten FS die gekippte Fokalebene übrig.
http://bhs.broo.k12.wv.us/homepage/alumni/dstevick/unobnewt.htm

Wer's mag...?! :smiley64:
 
hallo Leute,
es macht schon einen Unterschied ob ich einfach irgendwie
aus einem großen Parabolspiegel ein Stück exzentrisch ausblende/schneide und dann eine undefinierte Oberfläche habe
(welche aber ein tatsächlich brauchbares Bild liefert!) im oder einen leicht keilförmigen Parabol/-Kugelspiegel entsprechend extra fertige :blush:.
Habt Ihr schon mal einen Parabolspiegel exzentrisch abgeblendet und Euch dann einen Stern intra/extrafokal angeschaut :schwitz: :pfeif: ?

Gruß
Christian
 
Das ist natürlich schade.
Ich habe mir das ganze irgendwie einfacher vorgestellt, aber so ist es ja immer :-/
Na gut, danke für eure Infos.
Vielleicht lassen sich irgendwann diese Geräte günstig in China produzieren.

Grüße
Mark
 
Hallo Mark


Ein einfacher Newton-Spiegel zusammen mit dem Fangspiegel außerhalb der Apertur hat schon W.Herschel gebaut. Begründet war dies dadurch, dass Herschel jedes Stück der Spiegelfläche brauchte, um Licht zu sammeln. So war er jedenfalls der Meinung, setzte also diese Priorität. Die damaligen Beschichtungen waren noch sehr schlecht und die Spiegel auch nicht so gut. Herschel nahm sogar massive Bildfehler in kauf, nur um das Mehr an Licht zu haben. Dieser Teleskop-Typ wird heute Herschelian (Herschel-Teleskop) genannt. Ein sphärischer Newton-Spiegel von f/23 ist dafür gut einsetzbar bei 6 Zoll lichtem Durchmesser der Optik.


Für Experimente kann ich als Einstieg das Programm SPOT PLOTTER empfehlen. Dort ist unter anderem das oben genannte Herschelian 6"f/23 als Vorlage enthalten.



Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Mark,

Die Schärfeleistung sollte dabei doch recht ordentlich sein.
Kann man einen f5 Newton so umbauen?
f/5 Newton obstruktionsfrei geht mit Sicherheit nicht. Ein 8" f/6 Newton lässt sich für Planetenbeobachtung problemlos mit ca. 15% Obstruktion bauen. Wenn man auf f/8 geht kommt man auf ca. 12% Obstruktion. Nach den Regeln der Wellenoptik ist hier durch Reduktion auf 0% Obstruktion keine merkliche Verbesserung der Kontrastübertragung mehr möglich. Also was soll der Krampf mit Schiefspiegler -Newton als "Planetengerät"?

Wem diese simple Logik nicht einleuchtet der möge mal spaßeshalber einen kleinen Refraktor mit obigen Obstruktionen ausrüsten und den Unterschied mit/ohne Obstruktion im Blindversuch suchen. Ersatzweise für diesen Versuch kann man auch einen Newton off Axis obstruktionsfrei abblenden und diese Öffnung mit einer kleinen Obstruktion ausrüsten.

Gruß Kurt
 
Hallo Kurt,
man hätte es nicht besser formulieren können. :super:
LG
Eberhard
 
Zitat von Kurt:
Hallo Mark,

Also was soll der Krampf mit Schiefspiegler -Newton als "Planetengerät"?

Gruß Kurt

Hey Kurt,

da gibt es keinen Krampf, war nur eine Überlegung meinerseits.
Und deine vor Redner haben schon geschrieben das es nicht umsetzbar ist.
Von daher alles ok.
Außerdem hat niemand von einem Planeten Newton geredet.


Bin kein Optik Experte und diese Plattform lebt vom Austausch, also frage ich doch mal nach.
Aber Testweise werde ich meinen Apo mit 10%, 20%, und 30% Obstruktionsplätchen versehen.
Interessante Idee Kurt.

Grüße
Mark
 
Hallo Mark,

berichte doch mal über Deine Obstruktionsexperimente, wenn Du sie durchgeführt hast.

Ich habe leider kein Linsenteleskop, mich würde die Auswirkung von 10, 20, 30 und auch 35% Obstruktion an ein und demselben Instrument auch brennend interessieren (die 35% sind deswegen so interessant, weil die ganzen SC's in diesem Bereich liegen)

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

für Obstruktionsversuche kannst Du auch Deinen 12,5" Newton auf Glant-Niveau abblenden und dann die 10,20,30 bis 35% Obstruktion simulieren.

Ich befürchte aber, Du wirst nicht glücklich dabei.

Grüße,
Gerrit
 
hallo Leute,

Christian:
>dass Herschel jedes Stück der Spiegelfläche brauchte, um Licht zu sammeln.<

Deine Aussage ist so nicht korrekt. Knackpunkt war der geringe Reflexionsgrad der verwendeten Metallspiegel (wenn sie frisch poliert waren ca. 50%). Das mal zwei mit FS war Herschel dann am Okular zu dunkel. Da er sehr langbrennweitige Optiken nutzte ließ er halt den FS weg.
Ein nun sogar größeres Stück, eggenüber dem gesparten FS, Spiegelfläche verlor er übrigens so wieder da sein Kopf nun natürlich permanent partiell in den Strahlengang ragte ;) .

Gruß
Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Kurt:
Hallo Mark,

Die Schärfeleistung sollte dabei doch recht ordentlich sein.
Kann man einen f5 Newton so umbauen?
f/5 Newton obstruktionsfrei geht mit Sicherheit nicht. Ein 8" f/6 Newton lässt sich für Planetenbeobachtung problemlos mit ca. 15% Obstruktion bauen. Wenn man auf f/8 geht kommt man auf ca. 12% Obstruktion. Nach den Regeln der Wellenoptik ist hier durch Reduktion auf 0% Obstruktion keine merkliche Verbesserung der Kontrastübertragung mehr möglich. Also was soll der Krampf mit Schiefspiegler -Newton als "Planetengerät"?

Wem diese simple Logik nicht einleuchtet der möge mal spaßeshalber einen kleinen Refraktor mit obigen Obstruktionen ausrüsten und den Unterschied mit/ohne Obstruktion im Blindversuch suchen. Ersatzweise für diesen Versuch kann man auch einen Newton off Axis obstruktionsfrei abblenden und diese Öffnung mit einer kleinen Obstruktion ausrüsten.

Gruß Kurt

Hallo Leute,

Kurt hat es kurz und knackig auf den Punkt gebracht. In meinem aktuellen Selbstbauprojekt wird aufgrund dieser Tatsachen auch der Anwendungsfall berücksichtigt im Primärfokus des Hauptspiegels zu fotographieren. Durch diesen Ansatz erreicht man (ab einer gewissen Hauptspiegelgröße) eine extrem geringe Obstruktion unterhalb von 20% . Zwar müssen dann Filterschieber eingesetzt werden oder Farbkameras mit feinen Pixeln, aber die Obstruktion bleibt sehr gering. Durch sehr dünne Streben der Fangspiegelhalterung werden Beugungserscheinungen weiter reduziert.

Viele Grüße,
Gerrit
 
Hallo Mark,
hab doch absolut nix gegen deine Fragestellung einzuwenden :)
...Außerdem hat niemand von einem Planeten Newton geredet.
stimmt, hast du nicht. Üblicherweise werden leicht realisierbare langbrennweitige Newtons mit möglichst wenig Obstruktion als "Planetenteleskope" oder "planetenoptimierte Newtons" ausgelobt. (Keine Ahnung wo die sonst noch Vorteile hätten. ?) )

Ich hab den Eindruck nur Wenigen scheint klar zu sein dass man sich mit obstruktionsfreien Spiegelteleskopen zwar garantiert technische Schwierigkeiten aber keine merklichen Vorteile gegenüber obigen Newtons einhandelt. Da ich rein spaßeshalber mehrere Kutter- Versionen realisiert und auch schon YOLOs getestet habe spreche ich aus praktischer Erfahrung.

...Aber Testweise werde ich meinen Apo mit 10%, 20%, und 30% Obstruktionsplätchen versehen.
Interessante Idee Kurt.
Freut mich dass du diesen Vorschlag aufgegriffen hast. Jetzt an alle werten Mitleser:
Nicht fragen: "was hast du dabei herausbekommen?" Besser wäre erst mal selber probieren!

Gruß Kurt

 
Hallo Christian


vielen Dank für die Korrektur! Jetzt macht es noch mehr Sinn! :)


Viele Grüße,
Christian
 
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