Da ich beruflich mit diesem Thema befasst bin hier ein paar (grundsätzliche) Überlegungen, Tipps usw.
Dauerndes Lagern hat folgende Nachteile:
-Die Feuchtigkeit dringt ein auch wenn es „dicht“ ist (Kondenswasser an der Decke bzw. Wände).
-Die Tierchen kommen (Insekten, Mäuse, Ratten, Marder, Fledermäuse....)
-Große Temperaturschwankungen, im Vergleich zu „mitgeheizten“ Nebenräumen wie Garage und Keller. Da fällt die Temperatur (im Regelfall) nie unter 0 Grad und steigt auch nicht über 30°.
-Diebstall, mutwillige Zerstörungen, Abbrennen etc, gut das kann man sonst auch nicht verhindern.
Wenn, dann mit 2-schichtiger Hülle: das Teleskop sollte mechanisch besser geschützt sein, z.B. mit dichter Blechhülle (oder Holzverbau) und innen einen Feuchteschutz (hygroskopischer Entfeuchter = Silikatperlen) (=innere Box) und darüber die Bauhülle, die dann nicht so feuchtedicht sein muß. Alle Spalten (der inneren Hülle) über 2 cm sind Einladungen an Mäuse...
Generell zur Konstruktion:
Wie langlebig soll die Hütte sein? 5 Jahre, 10 oder 20? Holz muß alle 3 - 5 Jahre gestrichen werden! Blech alle 10 Jahre bei normaler Beanspruchung. Im (Mittel)gebirge vielleicht öfter. Wie windgeschützt ist die Lage?
Der Fußboden sollte um einige cm höher als das anschließende Niveau sein.
Wie sieht es mit Hangwasser und Schnee aus? Das ist nur schwer in Griff zu bekommen, Lagern des Teleskopes über den Winter ist vielleicht nicht so gut (Durchfrieren).
Thema Blitzschutz? Ist zu überlegen, wenn daneben Bäume stehen vielleicht nicht.
Leichtkonstruktionen müssen gegen den Sturm ausreichend geschützt sein (mit Haken oder den Beton verankert).
Ich würde folgende Bauweise vorschlagen:
Zwei niedere Mauern (25 – 30 cm) am besten aus Beton, leicht bewehrt (mit „Eisen“) die mit der Bodenbetonplatte (10 bis 15 cm Beton) verbunden sind oder auf frostfreien Fundamenten sitzen (ca. 80cm). Eventuell genügt es die niederen Mauern auch nur an beiden Enden mit dem Boden zugfest zu verbinden (zwei Punktfundamente an denen die Mauern „angehängt“ werden = die beiden Stahlbewehrungen müssen verbunden sein). Wichtig ist, daß die niedrigen Mauern nicht vom Wind ausgerissen werden können bzw. die Hütte nicht davonfliegt (kommt auf die Lage an).
Auf diese Mauern kommen die Führungsschienen (am billigsten „echte“ massive Schienen vom Schrottplatz, die können nicht durchrosten) oder irgendein Stahlprofil (muß dann rostgeschützt werden oder aus Nirosta – ist wieder teuer).
Auf diesen Schienen liegt die äußere Hülle, die dann leicht auf den Schienen verschoben wird (Niveau ungefähr eben! = auf ca. 2cm genau). Achtung diese leichte Konstruktion muß gegen den Wind gesichert sein. Am leichtesten durch einen Haken an der Schiene oder durch Drahtseile etc. Am windanfälligsten sind einseitig offene Konstruktionen.
Die billigste und langfristig haltbarste Bauweise ist aus beschichteten (Stahl)blechen (wie bei Industriehallen) auf einer Stahlrohrtragkonstruktion. Es könnte auch Alublech sein, das müßte nicht gestrichen werden. Die Dachneigung hängt von der Schneelage ab (im Gebirge kommen da schon Lasten zusammen), üblich und günstig sind über 30° Grad, damit der Schnee (von selbst) abrutscht.
Alternativ ging auch eine Holzschalung auf der Stahltragstruktur, die dann verkleidet wird mit z.B. Bitumenschindeln oder –bahnen. Sieht aber sehr billig aus und wird im Sommer ziemlich heiß durch die dunkle Farbe (in der Hütte könnte es über 50° C bekommen). Das Holz muß aber imprägniert sein, sonst „verfault“ es unter der Bitumenschicht (wegen dem Kondenswasser).
Die Außenhülle sollte „hell“ sein = grau, weiß, nicht dunkelgrün, braun (s.o.).
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Rundbogenkonstruktion mit einer Kunststoffplane, diese Folien halten aber nur 10 – 15 Jahre (wegen der UV-Strahlen, die die Beschichtungen angreift). Achtung auf Schneelasten, oben muß eine Spitze sein (= eigentlich ein Spitzbogen), damit der Schnee abrutscht.
Eine Lüftung wegen der Wärme sollte an gegenüberliegenden Wänden mit Gittern (ca. 15 x 15cm) regengeschützt unter dem Dach erfolgen.
Die innere Hülle (Box) könnte aus Holz sein, am billigsten sind OSB-Platten, die müßten nur lackiert werden. Ansonsten gehen auch wasserbeständige Spanplatten (V100), Holzbretter oder Nut- und Feder. Achtung auf die Nagerdichtheit (kein Spalt größer 2cm). Sonst hat man Mäusenester im Newton.
Der Sockel für das Teleskop sollte auch erhöht sein (wegen dem Wasser). Günstig ist ein Kanalrohr als verlorene Schalung (einfach mit Beton füllen), inzwischen schon "üblich" bei ATMlern ;-). Achtung auf die ausreichende Tragfähigkeit dieser Bauteile, gefühlsmäßig wurde ich sagen 50x50x100cm Beton unter der Erde + genügend Eisen in Fundament und Sockel, die das Kippen des hohen Teleskopes verhindern. Dieser Punkt sollte fachmännisch gelöst werden (muss kein amtlicher Fachmann wie Baumeister sein), ein gelernter Betonbauer oder Mauerer kann das aus der Praxis auch. Ich weiß nicht wie hoch das Ding ist, wichtig ist der Hebel. Ein 3m Ding mit Übergewicht (hohem Schwerpunkt) mit fünf Plastikdübeln befestigen wollen ist z.B. grob fahrlässig.
Der Fußboden könnte mit (Wasch)Betonplatten (50x50cm) auf Betonplatte oder in Sand ausgelegt sein. Dieser Boden kann aber durch Frieren mit der Zeit uneben werden, besonders bei loser Verlegung in Schotter + Sand.
Zum rechtlichen:
Ich würde diese Hütte als "Bauwerk" bezeichnen und es könnte dafür eine Bewilligung oder zumindestens ein Informieren der zuständigen Behörden erforderlich sein. In meinem Fall müsste ich eine Meldung an die Baubehörde ab einer Grundfläche von 10 m² machen.
Bei Fremdnutzung (vermieten an andere oder ähnliches) sollten an eine Versicherung gedacht werden. Der Teufel schläft nicht und wenn das Ding umfällt gibt es uU Verletzte oder noch schlimmer.
Ist jetzt etwas lang geworden, (ich pack den Zeigefinger wieder ein ;-)
mfg bird_watcher