Schutzhütte auf Schienen für 24"

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Hallo alle
Ich erwäge meinen 24"ller in einem Mittelgebirge bei einem Freund aufzustellen . Ich möchte das Gerät fertig aufgebaut stehen haben, um Beobachtungszeit und Auskühlung zu optimieren.
Als Vorteil sehe ich das eine wegrollbare Schutzhütte.
Da ich den baulichen Aufwand und die damit verbundenen Kosten aber nicht übertreiben will suche ich eine Idee ,ggf unter Benutzung/Zweckentfremdung fertiger Konstruktionen.
Sollte das Gerät dann eher flach oder hochwärts oder 45° gelagert sein?

Eine Hochwärtslagerung würde immerhin rund 3m hoch sein müssen.
Wer hat eine schöne Idee?
Gruß
Manfred
m.kleisa@gmx.de

 
Hallo Manfred,

so ganz spontan ohne die lokalen Gegebenheiten zu kennen: eine flache Lagerung hätte den Vorteil daß die Hütte auch flacher ausfallen kann und man sich die Sicht nicht selber verbaut. Wenn in einer Richtung die Sicht eh eingeschränkt ist sollte die Schutzhütte in diese Richtung weggerollt werden.

Viele Grüße Felix
 
Hallo Manfred,

man kann eigentlich jede handeslübliche Gartenhütte, ob nun aus Blech oder Profilbrettern auf ein überlanges Balkenlager setzen und komplett auf Rollen zu einer Seite wegschieben.
Diese Hütten gibt es auch mit Doppelflügeltür, sodass man das waagrecht gelegte Teleskop problemlos ortsfest lassen kann. Ein doppelter Boden (mit Doppelbalkenlager) macht dann das Gartenhaus und die "Teleskopplattform" in jedem Zustand nutzbar. Die Einrichtung der Hütte, bis auf das Teleskop wird einfach mit verschoben.
Das ist sicher etwas teurer als aufklappbare Dachhälften und erfordert mehr Fläche, aber es ist sehr komfortabel sogar Versorgungsleitungen für die Hütte kann man recht simpel in flexiblen Schleifen legen.

Mit sehr wenig Grundfläche kann man auch Hütten mit Tonnendach verwenden, wobei der konstruktive Aufwand für ein nach hinten abrollbares Tonnendach schon ein weing handwerkliches Geschick erfordert.

Gruß und CS
*entfernt*
 
hallo
Bei Blechkonstruktionen fürchte ich irgendwie Feuchtigkeit! Bei Holz habe ich da ein besseres Gefühl. So ein normales Gartenhaus ist aber relativ schwer. Da gibts doch sicherlich einfachere Konstruktionen ?!
 
Hallo Manfred,

ich persönlich ziehe auch Holszkonstruktionen vor.
Wie schwer das wird, bestimmt der Anspruch. Von Nut und Feder Brettern 19-28 mm bis zu Blockbohlen und Rundstämmen kannst Du da alles bekommen. Wie massiv, wie gut gedämmt, wie "bewohnbar" soll die Hütte sein?
Das Gewicht ist für die Verschiebbarkeit eher unwichtig, hier kommt es mehr auf eine gute Wasserwaage und ein ordentliches Führungsschienenprofil sowie gute Schwerlastrollen an.
Der höhere Materialaufwand eine komlett verschiebbaren Hütte rechnet sich durch den Vorteil, das man die (meist recht einfache/billige) Grundkonstruktion der Hütte mit ihren Schwund- und Dehnungsfugen in Ruhe lassen kann.
Man bekommt ja heute kein abgelagertes Holz mehr.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Manfred

Sandwitchplatten statt Blech währe sinvoller. Holzrahmen Konstruktion darauf die Sandwitchplatten wie im Industriebau verwenden und für etwas Belüftung sorgen.
Im Frühjahr ist es innen zu kalt und draussen feuchtwarm damit schwitz es zu dieser Jahreszeit.

Gruß Rolf
 
Da ich beruflich mit diesem Thema befasst bin hier ein paar (grundsätzliche) Überlegungen, Tipps usw.
Dauerndes Lagern hat folgende Nachteile:
-Die Feuchtigkeit dringt ein auch wenn es „dicht“ ist (Kondenswasser an der Decke bzw. Wände).
-Die Tierchen kommen (Insekten, Mäuse, Ratten, Marder, Fledermäuse....)
-Große Temperaturschwankungen, im Vergleich zu „mitgeheizten“ Nebenräumen wie Garage und Keller. Da fällt die Temperatur (im Regelfall) nie unter 0 Grad und steigt auch nicht über 30°.
-Diebstall, mutwillige Zerstörungen, Abbrennen etc, gut das kann man sonst auch nicht verhindern.

Wenn, dann mit 2-schichtiger Hülle: das Teleskop sollte mechanisch besser geschützt sein, z.B. mit dichter Blechhülle (oder Holzverbau) und innen einen Feuchteschutz (hygroskopischer Entfeuchter = Silikatperlen) (=innere Box) und darüber die Bauhülle, die dann nicht so feuchtedicht sein muß. Alle Spalten (der inneren Hülle) über 2 cm sind Einladungen an Mäuse...

Generell zur Konstruktion:
Wie langlebig soll die Hütte sein? 5 Jahre, 10 oder 20? Holz muß alle 3 - 5 Jahre gestrichen werden! Blech alle 10 Jahre bei normaler Beanspruchung. Im (Mittel)gebirge vielleicht öfter. Wie windgeschützt ist die Lage?
Der Fußboden sollte um einige cm höher als das anschließende Niveau sein.
Wie sieht es mit Hangwasser und Schnee aus? Das ist nur schwer in Griff zu bekommen, Lagern des Teleskopes über den Winter ist vielleicht nicht so gut (Durchfrieren).
Thema Blitzschutz? Ist zu überlegen, wenn daneben Bäume stehen vielleicht nicht.
Leichtkonstruktionen müssen gegen den Sturm ausreichend geschützt sein (mit Haken oder den Beton verankert).

Ich würde folgende Bauweise vorschlagen:
Zwei niedere Mauern (25 – 30 cm) am besten aus Beton, leicht bewehrt (mit „Eisen“) die mit der Bodenbetonplatte (10 bis 15 cm Beton) verbunden sind oder auf frostfreien Fundamenten sitzen (ca. 80cm). Eventuell genügt es die niederen Mauern auch nur an beiden Enden mit dem Boden zugfest zu verbinden (zwei Punktfundamente an denen die Mauern „angehängt“ werden = die beiden Stahlbewehrungen müssen verbunden sein). Wichtig ist, daß die niedrigen Mauern nicht vom Wind ausgerissen werden können bzw. die Hütte nicht davonfliegt (kommt auf die Lage an).
Auf diese Mauern kommen die Führungsschienen (am billigsten „echte“ massive Schienen vom Schrottplatz, die können nicht durchrosten) oder irgendein Stahlprofil (muß dann rostgeschützt werden oder aus Nirosta – ist wieder teuer).
Auf diesen Schienen liegt die äußere Hülle, die dann leicht auf den Schienen verschoben wird (Niveau ungefähr eben! = auf ca. 2cm genau). Achtung diese leichte Konstruktion muß gegen den Wind gesichert sein. Am leichtesten durch einen Haken an der Schiene oder durch Drahtseile etc. Am windanfälligsten sind einseitig offene Konstruktionen.

Die billigste und langfristig haltbarste Bauweise ist aus beschichteten (Stahl)blechen (wie bei Industriehallen) auf einer Stahlrohrtragkonstruktion. Es könnte auch Alublech sein, das müßte nicht gestrichen werden. Die Dachneigung hängt von der Schneelage ab (im Gebirge kommen da schon Lasten zusammen), üblich und günstig sind über 30° Grad, damit der Schnee (von selbst) abrutscht.
Alternativ ging auch eine Holzschalung auf der Stahltragstruktur, die dann verkleidet wird mit z.B. Bitumenschindeln oder –bahnen. Sieht aber sehr billig aus und wird im Sommer ziemlich heiß durch die dunkle Farbe (in der Hütte könnte es über 50° C bekommen). Das Holz muß aber imprägniert sein, sonst „verfault“ es unter der Bitumenschicht (wegen dem Kondenswasser).
Die Außenhülle sollte „hell“ sein = grau, weiß, nicht dunkelgrün, braun (s.o.).
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Rundbogenkonstruktion mit einer Kunststoffplane, diese Folien halten aber nur 10 – 15 Jahre (wegen der UV-Strahlen, die die Beschichtungen angreift). Achtung auf Schneelasten, oben muß eine Spitze sein (= eigentlich ein Spitzbogen), damit der Schnee abrutscht.
Eine Lüftung wegen der Wärme sollte an gegenüberliegenden Wänden mit Gittern (ca. 15 x 15cm) regengeschützt unter dem Dach erfolgen.
Die innere Hülle (Box) könnte aus Holz sein, am billigsten sind OSB-Platten, die müßten nur lackiert werden. Ansonsten gehen auch wasserbeständige Spanplatten (V100), Holzbretter oder Nut- und Feder. Achtung auf die Nagerdichtheit (kein Spalt größer 2cm). Sonst hat man Mäusenester im Newton.
Der Sockel für das Teleskop sollte auch erhöht sein (wegen dem Wasser). Günstig ist ein Kanalrohr als verlorene Schalung (einfach mit Beton füllen), inzwischen schon "üblich" bei ATMlern ;-). Achtung auf die ausreichende Tragfähigkeit dieser Bauteile, gefühlsmäßig wurde ich sagen 50x50x100cm Beton unter der Erde + genügend Eisen in Fundament und Sockel, die das Kippen des hohen Teleskopes verhindern. Dieser Punkt sollte fachmännisch gelöst werden (muss kein amtlicher Fachmann wie Baumeister sein), ein gelernter Betonbauer oder Mauerer kann das aus der Praxis auch. Ich weiß nicht wie hoch das Ding ist, wichtig ist der Hebel. Ein 3m Ding mit Übergewicht (hohem Schwerpunkt) mit fünf Plastikdübeln befestigen wollen ist z.B. grob fahrlässig.

Der Fußboden könnte mit (Wasch)Betonplatten (50x50cm) auf Betonplatte oder in Sand ausgelegt sein. Dieser Boden kann aber durch Frieren mit der Zeit uneben werden, besonders bei loser Verlegung in Schotter + Sand.

Zum rechtlichen:
Ich würde diese Hütte als "Bauwerk" bezeichnen und es könnte dafür eine Bewilligung oder zumindestens ein Informieren der zuständigen Behörden erforderlich sein. In meinem Fall müsste ich eine Meldung an die Baubehörde ab einer Grundfläche von 10 m² machen.

Bei Fremdnutzung (vermieten an andere oder ähnliches) sollten an eine Versicherung gedacht werden. Der Teufel schläft nicht und wenn das Ding umfällt gibt es uU Verletzte oder noch schlimmer.

Ist jetzt etwas lang geworden, (ich pack den Zeigefinger wieder ein ;-)
mfg bird_watcher
 
Hallo Manfred,

da ich ebenso wie du erwäge meinen 60cm Dobson fix aufzustellen, habe ich mir auch schon Gedanken zu diesem Problem gemacht. Ein sehr guter Ideenlieferant ist der sehr lange und mit vielen Fotos von ungewöhnliche Sternwarten garnierte "My Observatory" Thread auf Cloudy Nights.

Als mögliche Lösungen sah ich entweder eine als ganzes abfahrbare Hütte (hatte ich schon mal für eine 20 plus 25cm Newtoncombi auf einer Staku Monti und war äusserst billig und zuverlässig) oder eine Kuppel nach dem Astroheaven Prinzip, das ist aber sehr aufwändig im Selbstbau.

Auf die entgültige Lösung,(welche ich umsetzten möchte, sobald ich ein Grundstück gefunden habe) die mit Abstand die billigste und einfachste ist brachte mich ein cleverer Amerikaner auf Cloudy Nights. Die Lösung ist so einfach, dass ich mich geärgert habe nicht selbst drauf gekommen zu sein: Man nehme eine ganz simple Gartenhütte aus Holz oder Blech mit einer mittigen Doppeltüre. Die Hütte wird fix aufgestellt, das Fernrohr ( Justierter komplett aufgebauter Gitterrohrdobs) wird durch die Tür herausgeschoben (mit den schon vorhandenen Wheely Bars).
Vor der Hütte muss ausreichend Platz sein der mit Waschbetonplatten ausgelegt wird. Diese Lösung ist billig da je eine normale Gartenhütte ausreicht, auch eine eventuell notwendige Baugenehmigung wird einfacher zu bekommen sein, als mit einer Sonderkonstruktion.
CS Mike

 
Hi Manfred,
könnte man nicht einfach einen Uralttransporter nehmen und dort vor Ort (abgemeldet) abstellen? Das wäre doch eine prima "Abstellkammer".

Gruß
Kalle
 
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