seeing bericht 30.08.2005 um 23.00 uhr

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inisch

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hi leute,
hier also mein bericht von gestern: also ich habe nicht viel gesehen ich denke es war noch zu hell, wenn ich mir die sterne vorgenommen habe (mit 10*50) habe ich nur noch mehr sterne gesehen, aber keine nebel, doppelsterne oder sternhaufen. dann habe ich noch mein 76/700 versucht, aber auch hier keine weiteren erfolge erzielt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> ist es um 23:00 immer noch zu hell um soetwas zusehen? oder was mache ich noch falsch? naja, ansonsten war der abend sehr schön und eine sternschnuppe haben wir auch gesehen. die sternzeichen konnte man auch gut erkennen, heute abend werden wir sicher wieder schauen!

gruß inish
 
Hallo inish,

es war schon recht dunkel um 23.00 Uhr. Aber es war alles andere als klar, weil so viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre war. Ich stand mit meinem Refraktor draußen um den Mars zu beobachten. Von ca. 01.15 bis 01.30 Uhr fiel die Feuchtigkeit fast schlagartig aus und ich stand da wie frisch geduscht. Erst danach war die Luft kristallklar und das Seeing fantastisch. So war z.B. Andromeda so groß wie in einer eiskalten und klaren Winternacht (mit bloßem Auge).

Walter
 
Hallo inish,
die Sonne ist diese Tage um 22 Uhr etwa 15° und ab 22:30 mehr als 18° unter dem Horizont, dann ist es astronomisch richtig dunkel. Daran lag es also nicht. Der Himmel kann natürlich von den umliegenden Städten aufgehellt sein, aber wenn Deine Koordinaten stimmen, dann dürfte es bei Dir keine größere Stadt in der Nähe sein (Du wohnst doch in der Nähe von Rheine, so in der Nähe der Holländischen Grenze und an der Grenze NRW/Niedersachsen nicht wahr?). Du sollst auf jeden Fall ein Ort suchen, wo keine künstliche Beleuchtung aus der Nähe die Beobachtung stört.

Nach meiner Vermutung ist das größte Problem bei Dir, dass Du noch keine Erfahrung hast, wie du die astronomischen Objekte am Himmel finden kannst, und wie diese aussehen wenn Du diese im Fernglas betrachtest.
Es ist nämlich ein himmelsweiter Unterschied zwischen dem, was man in schönen bunten Bildern sieht, und wie die selben Objekte im Fernglas aussehen.Ich habe vermutlich deine Erfahrungen etwas überschätzt und etwas schwierigere Objekte empfohlen.
Aufs geratewohl findet man normalerweise keine Deep-Sky Objekte am Himmel, man muss schon genau wissen, wo diese liegen.
Dafür brauchst Du unbedingt einen guten Sternatlas. Wenn Du es noch nicht hast, dann kauf Dir unbedingt:
1.) eine drehbare Sternkarte (Kosmos, die Version für 14,90 Euro für den nördlichen Sternhimmel von H-M. Hahn)
2.) Atlas für Himmelsbeobachter von Erich Karkoschka
Sehr gut und empfehlenswert ist die Software Cartes du Ciel, die Du kostenlos herunterladen kannst. Damit kann man sich selber Aufsuchkarten über die gewünschten Objekte drucken.
Sehr empfehlenswert sind noch folgende zwei Bücher:
- Stars am Nachthimmel von Stefan Korth
- Deep Sky Reiseführer von Ronald Stoyan (wenn du noch die alte Ausgabe - auch gebraucht - bekommst, empfehle ich diese eher als die neue, 3. Ausgabe, da in der 3. Ausgabe die sehr guten Aufsuchkarten der 2. Ausgabe herausgenommen wurden)
Aus dem Buch von Stoyan kannst Du einen guten Eindruck bekommen, wie die Objekte am Himmel durch das Teleskop oder ein Fernglas betrachtet, aussehen. Sonst gibt es im Internet auch viele gute Zeichnungen, wo man ebenfalls einen Eindruck bekommen kann, wie diese Objekte am Himmel aussehen.

Also: lass dich nicht entmutigen, Du wirst noch die schönen Objekte finden!

Bevor ich weiter spekuliere, sag mir doch, wie viel Erfahrung Du schon in der Astronomie hast!
Kannst Du die Sternbilder am Himmel erkennen? (findest Du z. B. auf Anhieb am Himmel den Schützen, den Adler, den Perseus, den Pegasus, die nördliche Krone, den Delphin oder die Schildwolke?) - das ist die erste Voraussetzung, um weiterzukommen.
Wenn Du dich schon gut am Himmel orientieren kannst, dann kannst Du anhand von Sternkarten auch die interessantesten Objekte am Himmel finden.

Da sich heute Abend wieder ein sternenklarer Himmel ankündigt, und dazu noch praktisch mondlos, schlage ich für heute Abend vor:
1.)
- finde die Sternbilder Perseus und Cassiopeia am Himmel. Am Abend stehen beide in Richtung Ost/Nordost am Himmel.
- zwischen diesen beiden so ungefähr in der Mitte versuche den doppelsternhaufen h+chi Persei (diesen sieht man mit dem bloßen Auge als einen kleinen nebligen Fleck) zu finden. Eine Sternkarte hilft beim Auffinden.
Im Fernglas - und in jedem Teleskop - kommt er dann sehr schön heraus.
2.)
- finde das große Pegasus-Quadrat (steht ebenfalls am Osthimmel rechts vom Perseus). Davon Ausgehend finde das Sternbild Andromeda.
- versuche, die Andromeda-Galaxie zu finden. Diese ist mit Hilfe einer Sternkarte recht leicht zu finden.
Betrachte dann die Andromeda-Galaxie mit dem Fernglas und mit dem Teleskop.
3.) etwas später (etwa um 23 Uhr) geht am Osthimmel das Siebengestirn - die Plejaden - auf. Die findest Du etwa unterhalb von Perseus und links vom Mars, der unübersehbar hell und rot am Osthimmel aufgeht. Die Plejaden sieht man mit dem bloßen Auge als eine Mini-Ansammlung von 5-9 Sternchen. Im Fernglas sehen die Plejaden sehr schön aus, und erinnern ein bisschen im Aussehen an den großen Wagen in Miniatur.

Den Mars kann man schnell finden - er ist am späten Abend das hellste Gestirn am Himmel und steht relativ tief im Osten. Im Fernglas gibt er nicht viel her - ein kleines Scheibchen halt. Wenn Du etwas Geduld hast und abwartest, bis der Mars höher steigt - am höchsten steht er am frühen Morgen - dann kannst Du mit deinem Teleskop eine höhere Vergrößerung versuchen. Aber erwarte nicht zu viel davon, mit der kleinen Öffnung von 76 mm wird nicht allzu viel zu sehen sein.

Noch ein Paar gute Tipps zum Planen einer Astro-Nacht:
- Die Vorhersage der Wolkenbedeckung von Jörg Kachelmann hat sich bei mir bisher sehr gut bewährt. Auf dieser Karte siehst Du, wann und wo sternenklarer Himmel zu erwarten ist
- eine geniale Seite ist diese: astroinfo.org/calsky/ hier kannst Du deine Ortskoordinaten eintragen (Du musst nur auf die Erde rechts oben klicken); dann kannst Du z. B. für jeden Tag sehen, wann der Mond auf- und untergeht; wann es richtig dunkel wird. Du kannst auch für deinen Ort Sternenkarten erstellen und drucken, sehen, wie hoch über dem Horizont ein Deep-Sky Objekt oder ein anderes Himmelsobjekt steht, wann ein Satellit am Himmel vorüberzieht usw usw...

Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Beobachten
CS,
Gabriel
 
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Hallo Walter,
die beiden letzten Nächte waren echt genial, ich denke die besten dieses Jahres bisher
Das Wetter kann ruhig so bleiben für den Rest des Jahres - wenn nicht alle Tage dann mindestens in den mondlosen Nächten -
CS,
Gabriel
 
hi gabriel,

ersteinmal tausend dank für deine ausfühliche antwort, die koordinaten stimmen, ich befinde mich hier an der deutsch-niederländischen grenze bei rheine, der ort liegt aber etwa 20 km von rheine entfernt und es ist eine ländliche gegend. die sicht habe ich zum süden (meine terasse) also richtung schwan, leier, herkules. die sterne konnte man ja auch sehen, aber halt keine besonderheiten (oder ich wußte nicht wo ich genau schauen sollte). wie du beschreibst sind die objekte ja auch nicht zum süden hin also mars, 7sisters etc die sehe ich von meiner terasse aus leider nicht, da müßte ich raus aufs feld denke ich, mehr freie sicht. ein bischen schwer fand ich auch z.b. den schwan zu finden, es fehlt mir noch ein wenig übung mich zu orientieren (da hast du recht) ich meine der schwan war sehr hoch (mußte das fernglas schon richtig hoch halten) tiefer südlich habe ich garnichts mehr gesehen (ich meine es war da auch heller, vielleicht wegen eine stadt) ich versuche mal den delphin zusehen. auch die waage müßte man doch sehen.

gruß inish
 
Hallo inish,
wenn Du von der Terasse aus beobachtest dann darf aber kein Licht in deinem oder im Nachbarhaus brennen, keine Straßenlampen oder vorbeifahrende Autos stören. Auch diese unsinnigen Bewegungsmelder können sehr störend sein.
Ein Paar Schritte mit dem Fernglas um den Hals hinausgehen kann helfen. Wenn Deine Koordinaten exakt sind, dann brauchst Du wirklich nur ein Paar Schritte aus dem Haus hinaus aufs Feld gehen um einen schönen dunklen Himmel zu haben.

Ich habe ein Paar leicht aufzufindende Objekte genommen, die auch im Fernglas gut aussehen, zufällig stehen diese zur Zeit richtung Osten. Ich kann natürlich gerne auch Objekte am Südhimmel empfehlen (z. B. M11, M22)

Sag mal, hast Du Sternkarten oder Sternatlanten im Haus? oder sonstige astronomische Literatur wo auch Aufsuchkarten drin sind?

Gruß,
Gabr4iel
 
hi gabriel,

ich habe hnsky, leider noch kein jahrbuch (warte noch auf die 2006)zeigt hnsky m22 und m11 an?
die lichtverhältnisse sind eigendlich gut, nur habe ich im haus eine kleine lampe angehabt ich werde sie heute abend alle ausmachen (sieht mann wirklich so viel weniger wenn eine kleine lampe an ist?)
 
Hallo inish,
jede Lampe mit weißlicht oder gelblichem Licht verschlechtert erheblich die Nachtsicht, Du solltest nur Rotlichtlampen - auch fürs Kartenlesen - benutzen, die sollten aber auch nicht zu hell sein. Man kann zur Not Rücklichtlampen vom Fahrrad benutzen, diese sind zwar zu hell, trotzdem besser als weißes Licht.
In einer dunklen Nacht braucht man ca. 1/2 Stunde, bis man sich an die Dunkelheit adaptiert ist. Denk nur daran, wie lange man braucht um gut zu sehen, wenn man nachts im stockfinsterem Zimmer aufwacht. Und in dem Moment, wo man das kleinste Licht anmacht, ist die dunkeladaption weg, sprich die Augenpupille zieht sich zurück, Fotografen würden sagen das Auge "blendet ab".
Aber ich will nicht dramatisieren: die kleine Lampe ist natürlich nicht so schlimm und davon wird das Horizont kein bisschen heller.

Hnsky kenne ich nicht, aber M11 und M22 - überhaupt alle Messier-Objekte - sind sicherlich in jedem Astro-Software drin.
Wenn Hnsky gut ist, dürfte das fürs erste reichen, kannst Du damit Himmelskarten ausdrucken?
 
ja, ist richtig mit den rotlicht, dass habe ich auch schon gehört, da muß ich mir mal was basteln <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ich habe mal in hnsky nachgesehen und habe m11 und m22 gefunden www.hnsky.org (kostenlos und absolut super proggy), denke werde sie finden. ich versuche heute abend mal in den norden zu schauen, gibt es da auch was? evt. auch andromeda naja osten könnte von der sicht schlecht werden

gruß inish
 
HAllo Inish,

war gestern abend auch bereits um 23:00 draußen, habe aber viel mehr gesehen (habe mal wieder meine 3 "großen"
Ferngläser verglichen:Danubia 11x80, Tento 20x60 und Olympus 10x50 DPSR). Für die Qualität des Himmels im
Fernglas ist nicht das seeing zuständig (das seeing gibt an, wie stark die Luft wackelt), sondern die Grenzgröße
(also die Helligkeit der Sterne, die man gerade noch sieht). Sie ist prinzipiell einfach zu bestimmen:
Nordstern suchen und von dort ausgehend den kleinen Wagen: die "Kastensterne" die das Viereck bilden, haben
Helligkeit 2, 3, 4 und 5 - wenn Du alle siehst, ist also im Zenit (über dir) schon mal mindestens ein 5er Himmel
und dann sieht man auch ziemlich viel (leider wird zum Horizont hin die Grenzgröße immer schlechter, gestern
zum Beispiel war bei mir im Süden der Schütze schon richtig schwach und daher nur wenig vor allem an Nebeln und
Sternhaufen zu sehen. Und Mars und Antares (2 echte Leuchtfeuer in rot) nur ganz schwach am Horizont.
Fast im Zenit (oben) aber war Andromeda (im gleichnamigen Sternbild), M13 im Herkules sehr gut und etwas tiefer
ziemliches vieles mehr noch (M5/Schlange, M8und Adler-sowie Omeganebel/Schütze) im 10x50 wenn man sich
auskennt doch ganz gut zu sehen.

Am besten Du schaust Dir die Gegend um den Zenit mal zuerst näher an, lernst die Sternbilder erkennen und mit
etwas Erfahrung wirst Du dann auch viel mehr sehen - dauert so 2-3 Jahre, bis man sich wirklich gut auskennt.
Zur Zeit sind Schwan, Adler und Leier sehr hoch und schön - ihre hellsten Sterne bilden das Sommerdreieck. Außerdem
Cassiopeia und Cepheus, kennst Du die schon?

Gruß
 
Hi inish,
ich habe den bereits oben empfohlenen Cartes du Ciel, das ist ebenso

Im Norden ist zur Zeit der große Wagen und der Drache; der Wagen steht aber recht tief am Horizont.
Bleib lieber im Süden und nimm dir ein Liegestuhl oder eine Liege, leg dich auf der Terasse drauf, dann kann man entspannter Richtung Zenit (das ist der höchste Punkt am Himmel über dem Kopf) mit dem Fernglas freihändig betrachten. Pass auf wenn Du mit dem Fernglas auf dem Stativ richtung Zenit guckst, da kann der Stativ samt Fernglas leicht umkippen und dann ist das Fernglas weg.
Wenn die Horizontsicht nicht so gut ist, dann geh etwas höher und nimm Dir Objekte aus dem Schwan, Pegasus, Andromeda, Cassiopeia, Cepheus, vor. Stefan Ueberschaer hat schon auf seinen sehr schönen Bericht hingewiesen, waehle dort die Objekte aus. Hier eine kleine Liste
Schwan: NGC 7000 (Nordamerika-Nebel), M39, Barnard 168 (Dunkelwolke)
Pegasus: M15
Andromeda: M31 (unbedingt!)
Perseus: hîchi (=NGC 869 î NGC 884), M34
Cassiopeia: NGC 457 (Eulennebel)
Das reicht fuers Erste; nimm dir ruhig Zeit, um die Sternbilder zu erkennen und um die Objekte zu finden.

Viel Spa+ wuenscht Dir
Gabriel

(P. S. meine Tastatur faengt an zu spinnen und ich kann nicht mehr die Umlaut-Buchstaben schreiben!)
 
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