Seeing und Öffnung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

nicolai0512

Aktives Mitglied
Guten Tag,

ich würde mich freuen, wenn mir jemand mal kurz erklären könnte, warum sich das Seeing bei größeren Teleskop-Öffnungen stärker bemerkbar macht. Das die Seeingeinflüsse bei zunehmender Vergrößerung mitvergrößert werden, scheint mir einleuchtend zu sein. Aber ist das Bild denn bei gleicher Vergrößerung in dem Teleskop mit größerer Öffnung "schlechter" in Bezug auf das Seeing? Im Internet habe ich folgenden Text gefunden, den mir das Ganze aber leider nicht ganz klar macht:


"Man kann den Seeingeinfluss noch weiter reduzieren: Indem man auf etwas geringere Öffnung zurückgreift bzw. eine vorhandene große Öffnung abblendet. Eine recht einschneidende Marge ist da die öfnung von ca. 15 cm. Denn die seeingverursachen Luftschlieren formen sich häufig inform von blasenförmigen Strukturen mit eben ca. 15 cm Durchmesser. Und eine solche Luftschliere ist "zu groß" für beispielsweise eine 4-Zoll durchmessende Optik: Ein solches Gerät ist demnach wesentlich weniger Seeinganfällig, als ein entsprechendes Größeres."

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Vielen Dank,

Grüße, Nicolai
 
Hallo Nicolai,

ich habe aufgrund ähnlicher Verunsicherung vor längerer Zeit enen Test unter ungünstigsten
Bedingungen mit einem 4,5-Zöller und einem 8-Zöller unternommen. Beide Spiegelteleskope
sind im unteren Preis- und im mittleren Qualitätssegment einzustufen.

Im Ergebnis war der 8-Zöller auf der warmen Betonplatte und in einer die Sommerhitze noch lange
abstrahlenden Hausecke noch lange auf ähnliche anwendbare Vergrößerungswerte beschränkt, überholte
jedoch bereits bei noch nicht ganz angepassten Temperaturen den 4,5-Zöller deutlich, was Vergrößerungswerte
und Detailerkennbarkeit anging.
Beachten muss man, dass das große Gerät, wenn es im mittleren Vergrößerungsbereich betrieben wird,
mehr Licht zur Verfügung stellt, als das kleine Gerät, wenn es sich bei gleicher Vergrößerung am "Limit" bewegt.
Das führt beim großen Gerät zur Überstrahlung von Details bei der Mond- und Planetenbeobachtung. Dem kann
und muss man mittels Grau- oder (m.E. besser) variablem Polfilter entgegen wirken.
auch Farbfilter (rot) helfen sehr gut (bessr?), die Einfärbung ist aber Geschmackssache.
Das Unterlassen solcher Maßnahmen führt m.E. ebenso häufig zu der Feststellung, dass ein kleines Gerät das
bessere Bild gezeigt hat wie Vergleiche hochwertiger kleiner Geräte mit Großgeräten von
weniger guter Qualität und Ausführung.
Auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen kann man das höhere Auflösungsvermögen größerer Geräte
nutzen, wenn man mit den Bedingungen angepasster AP und an passenden Objekten mit Nebelfiltern beobachtet,
dennoch ist der Nutzen einer großen Optik unter dunklem Himmel und bei gutem Seeing augenfälliger.

Unabhängig davon stellen m.E. 5-8" Öffnung (je nach Perfektion, Anspruch und Standort) eine
ein recht enges Fenster für das Allroundteleskop dar.
Wer oberhalb oder unterhalb dieser Öffnungsklasse einsteigt, wird über kurz oder lang
bei zwei Geräten landen.

Mein Fazit ist, dass es diese genannten Seeingzellen wohl geben wird, ihr Einfluss auf meine
Beobachtungspraxis jedoch nicht existiert.

CS
*entfernt*
 
Hi,
es verringert zu die mögliche Maximalvergrößerung im Endergebnis.
Vom großen Abblenden halte ich allerdings weniger, weil dies Licht, Kontrast und Auflösung kostet.

So bleibe ich lieber bei voller Öffnung und halt weniger Vergrößerung, weil im Ergebnis die Öffnung dann mehr zeigt.
So habe ich das z.B. einmal erlebt:
Mein 12,5er gegen einen 8". Obwohl ich am Planet teilweise nur mit 125fach gucken konnte, der 8" ging noch bei ca. 170fach, waren im 12,5" mehr Details und die identischen Details deutlicher zu sehen.
CS
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben