Skala für das Seeing

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Thomas_Pfleger

Aktives Mitglied
Liebe (Planeten)beobachter!

Für die Beschreibung der Sichtbarkeit von Deep Sky Objekten in Beobachtungsberichten gibt es eine Skala von 1 bis 7, die von "Objekt ist auffällig zu sehen" bis zu "Objekt definitiv nicht gesehen" reicht. Sie wird u.a. in der Deep Sky Liste der VdS Fachgruppe Deep Sky benutzt und ist in der Szene akzeptiert.

Nun suche ich nach einer vergleichbaren Skala zur Beschreibung des Seeings, weil ich derzeit die Logbuchfunktionen meiner Software "Eye&Telescope" erweitere und somit zukünftig auch Planeten, Mond und Sonne im Logbuch eingetragen werden können. Bei Planeten macht die Deep Sky Skala naturgemäß keinen Sinn, aber es wäre schick, dann eine Seeing-Skala im Logbucheintrag zu benutzen.

Ich will nun eine existierende (und hoffentlich mit vorhandenen Beobachtungsaufzeichnungen vergleichbare) Skala benutzen anstatt eine neue zu definieren, die ausser E&T keiner kennt und will. Standard statt Egomanie <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Könnt ihr mir Hinweise auf solche Skalen geben? Das ganze ist nicht nur für E&T wichtig, sondern auch für die Entwicklung eines Standard-Datenformats für Beobachtungen, das derzeit die VdS-Fachgruppe 'Computerastronomie' vorantreibt.

Clear skies,
Tom
 
Danke!

Hallo Roland und Tom,

vielen Dank für die Links. Das ist erst mal hilfreich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Die Animationen des Geflimmers veranschaulichen die Pickering-Skala wirklich prima. Tolle Sache <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Der AK Planetenbeobachter verwendet eine Skala von 1 bis 5 wie Antoniadi; jedoch werden noch 0,5er Zwischenstufen zugelassen. Damit wären wir dann wieder bei einer zehnstufigen Skala.

Ich persönlich mag "so lange" Skalen eigentlich nicht sooo besonders gerne, weil es einfacher ist, sich zwischen fünf oder sieben Werten als zwischen zehn zu entscheiden. Ob die feinere Auflösung wirklich zu einer höheren Aussagegenauigkeit führt? Wahrscheinlich werde ich dem AK Planetenbeobachter folgen und die Halbschritte zulassen. Wer sie benutzen mag, kann's tun, muss aber nicht. Zur Illustration kann man ja die Pickering-Skala danebenstellen.

Danke und clear skies,
Tom
 
Hallo Tom
Wieso überläßt du das nicht dem Benutzter deines Programms. Ich denke viele verschiedene Benutzter benutzten viele verschiedene Skalen und viele wollen sich da sicherlich nichts von einem Programm vorschreiben lassen. Du kannst doch einfach ein Textfeld für 2 Stellen dafür vorsehen.

Gruß
Martin
 
Hallo Martin!

<< Eigentlich gehört das jetzt ins Board für Literatur und Software <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> >>

Dein Einwand ist berechtigt. Da es in E&T bereits jetzt beim Eintragen einer Beobachtung ein Feld für die Beschreibung und ein anderes für kurze Bemerkungen zu den Beobachtungsbedingungen gibt, kann man dort nach eigenem Ermessen reinschreiben, was immer beliebt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Die Vorgabe einer Skala macht m.E. aber aus einem anderen Grund durchaus Sinn:
  • Eye&Telescope ist schon seit der ersten verfügbaren Ausgabe ein sehr offenes Programm. Zur Datenhaltung verwendet es das Format von Microsoft Access. Wer Access besitzt, kann damit problemlos auf die Daten (Katalog, eigene Beobachtungen) zugreifen. Niemand soll befürchten müssen, seine wertvollen Daten seien in einem selbergestrickten und nicht anderweitig lesbaren Format wie in einem Tresor versperrt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
  • Aktuell sind Funktionen in der Entwicklung, die den Export von Objektdaten und Beobachtungen in einem betriebssystemübergreifenden und im Klartext lesbaren Format (basierend auf XML inkl. einem Schema dazu; Link siehe erstes Posting) ermöglichen. Als Prototyp läuft das schon. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
    Dieses Format wird zudem in Zusammenarbeit mit der VdS abgestimmt und soll allen Interessenten zur Nutzung ohne irgendwelche Einschränkungen offenstehen. Begleitend sollen (kostenlose) Tools entstehen, die eine Erfassung und Nutzung der Daten gestatten und den Datenaustausch zwischen Programmen und Betriebssystemen fördern.
Mit diesem Ansatz verfolgt die VdS Fachgruppe "Computerastronomie" auch das Ziel einer Internet-Datenbank, die Beobachtungen aufnehmen soll und in der man recherchieren kann. Dann gibt eine einheitliche Struktur der Beobachtungen (die das Datenformat erzwingt; jedoch sind zahlreiche Angaben optional) die Möglichkeit zu interessanten Auswertungen (z.B. "besteht eine Korrelation zwischen dem Seeing und dem Parameter XY?"). Bei "freestyle" Angaben geht sowas nicht.

Im übrigen schlagen die Fachgruppen Planeten, Kometen und Deep Sky bereits solche Skalen für die Ausprägung bestimmter Parameter vor, die in Beobachtungsprotokollen erfasst werden sollen. Der Sinn ist auch hier die Auswertemöglichkeit solcher Angaben.

Mit dieser etwas ausführlicheren Antwort möchte ich deinen Einwand nicht plattbügeln, aber auch ein wenig für unser zukünftiges Datenformat werben. Wer hier noch Ideen einbringen und tatkräftig mitgestalten will, der ist herzlich willkommen -> FG Computerastronomie oder mich kontakten

Clear skies,
Tom
 
Wow, das klingt ja alles richtig interessant! Gerade weil ich zumindestens Plane meinen DSD Manager kräftig aufzubohren, in wieweit ich das verwirklichen werde (und kann) wird sich aber noch zeigen müssen...
Aber das mit dem Access und XML hatte ich mir auch schon gedacht...

Gruß
Martin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben