So ein 13er Nagler wäre recht gewesen ...

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hallo Leute,

ich habe das Gejammere über die Astropreise und das ewige in Amerika ist aber alles biller (folglich besser) ziemlich dick. Da ich sonst nicht in solche Diskussion einsteige, kommt jetzt eine "geballte Ladung"

1. Das Leben ist ungerecht. Ist einfach so.

2. Jeder sollte für sich selbst ausmachen, was ihm sein "Luxus"-Hobby wert ist und fertig. Schließlich kann man ja auf Naglers verzichten, wenn sie einem zu teuer ist. Ich denke, selbst mit Mindestpreisen reguliert sich der Markt. Entweder es wird genug verkauft oder nicht. Je teurer Televue wird, desto mehr schaut sich der Markt nach Konkurenzprodukten um und forciert evtl. deren Entwicklung. Die Nagler werden also morgen nicht doppelt so teuer sein wie jetzt.

3. Jammern die Engländer, die Schweizer, die Skandinavier z.B. ständig darüber, dass bei Ihnen die Lebensmittel deutlich teurer sind als bei uns?
Wenn Ja: Pech für sie, Lebensmittel kann man nämlich kaum wie Okulare im Ausland kaufen.
Wenn Nein: Akzeptanz von 1.

4. Ein bisschen "Amerikanische Verhältnisse" nur für Okularepreise gibts nicht. Entweder ganz oder garnicht. Ob man das hier möchte, soll sich jeder selbst überlegen.

5. Was hier imho noch nicht genannt wurde, aber an anderer Stelle, ist die Hoffnung auf billige Chinesenklone.
Wie schlau! Aber dann bei uns jammern, wenn wieder ein paar Firmen pleite gehen oder ins Ausland umziehen.
Das ist genau dass, was uns kaputt macht, wenn man dem Erfinder, Entwickler, Markteinführer seine Gewinne nicht lässt. Und die Chinesen zahlen natürlich für ihre Klone brav Lizenzen, haha!
Hätten die Chinesen die Nagler-Zooms (in dieser Qualität) entwickelt, dann hätte ich meines von denen gekauft. Haben sie aber nicht, sondern Televue, weil die eben das Kapital für Entwicklungskosten, QM, Knowhow usw. haben. Wo es am Schluss dann gefertigt wird, ist dabei egal. Und woher kommt das Kohle für die Entwicklung? Von den vorher verkauften Produkten. Klingelts?

Nur am Rande:
Genauso dumm ist es, im Gesundheitswesen auf Generikahersteller zu setzten und sich dann irgendwann zu wundern, wenn die Neuentwicklung von Medikamenten den Bach runter geht. Uups, hat man ja nicht wissen können, dass die das nicht aus Altruismus machen, sondern weil die innerhalb von 15 Jahren nach Patentierung Gewinn machen wollen, bevor Generikas auf den Markt kommen.


So viel von mir.

Viele Grüße
Christian


@bzfrank: Das geht jetzt nicht speziell gegen dich, sondern allgemein, so don't panic <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Ooch, bei mir klingelts schon, und zwar hoffentlich irgendwann im Geldbeutel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Du wirst bemerken das ich mein Posting als Fragen gestellt habe, leider scheint es hier so zu sein das jede Form der Preisdiskussion, die auf hohe Preise in Deutschland zu sprechen kommt, akut mit dem Argument das diese Preise für den Service und den Fortbestand der Händlerschaft notwendig sind abgewürgt wird.

Ich stelle jetzt mal in den Raum das der Service im Ausland laut meinen Erfahrung nicht schlechter ist und Händler dort trotzdem Gewinne machen (sprich sich jahrelang am Markt halten können), trotz niedrigerer Preise. Wie kann das sein?

> Und woher kommt das Kohle für die Entwicklung? Von den vorher > verkauften Produkten. Klingelts?

Nochmal - wer hierzulande Extrapreise für Televue und WilliamOptics bezahlt, finanziert nicht die hiesige Industrie, sondern subventioniert höchstens billigere Preise woanders oder die lokale Händlerschaft (je nach Auslegung und EK-Preisen, die ich nicht kenne). Nichts gegen eine vernünftige Marge, aber wenn schon im Nachbar-Hochpreisland Schweiz die Preise günstiger sein können (als hier), frag ich mich halt schon warum. Falls Du das nicht tust, mache ich es dir nicht zu Vorwurf. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

 
Re: Back to the roots...

Hallo Frank,

mir ist prinzipiell wurscht, was die Nagler woanders kosten, weil
1. ich nicht gezwungen bin, überhaupt welche zu kaufen.
2. ich nicht unbedingt gezwungen bin, hier welche zu kaufen bzw. neue vom Händler zu kaufen.

Der Preisunterschied zur Schweiz (AOK) ist imho im Endeffekt übrigens nicht soooo berauschend, meist ist hier gebraucht billiger, als dort neu. Und selbst wenn ich hier neu kaufen will, sind mir die x% Ersparnis das nicht wert, weil ich das "Geiz ist Geil" ablehne. Die 20 bis 30 (?) Euro Nettoersparnis sind es mir in Relation zum Gesamtpreis wert, dafür muss ich mich Gewissen nicht verbiegen. Außerdem hält so ein Nagler ewig und kann auch ordentlich wieder verkauft werden, d.h ich kaufe sowas optimalerweise einmal im Leben.

Ich habe (bis auf das Zoom, dass ich vorher testen wollte) alle Okulare gebraucht gekauft. Mit etwas Geduld brauchst also du keinem Händler Geld in den Rachen werfen.

Das ich auf deine Fragen nicht eingehe, liegt übrigens daran, dass ich meine allgemeine Meinung, die ich loswerden wollte, einfach an den untersten drangehängt habe, und da hats halt dich erwischt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Eins doch noch (wieder allgemein zur Preisdiskussion!):

Man braucht doch nicht zu jammern, dass wir "gemolken" werden. Sind wir Kühe, die im Stall stehen und auf den Bauern (Händler) warten, damit uns nicht der Euter (Geldbeutel) platzt? Pentaxe XW werden nur selten gekauft, weil sie für ihre Leistung oft zu teuer sind, aber bei Televue wird gejammert? Sind wir Televue-süchtig?

Es gibt imho nur
a) das Geld ist es mir wert --> Ich kaufe
b) das Geld ist es mir nicht wert --> Ich kaufe nicht

und für den Händler/Hersteller/Wen auch immer
a) ich mache genug Gewinn --> Alles ok
b) ich mache nicht genug Gewinn --> Ich muss was ändern

Irgendwo müssen sich Käufer und Verkäufer treffen, so dass jeweils genug a) dabei rauskommt.

Viele Grüße
Christian
 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hi!

Du sprichst mir aus der Seele!

Nur ne kurze allgemeine Anmerkung zu Punkt 5 (billige Klone):

Das ist eine Hoffnung, die nie aufgehen kann. Denn dazu muss man sich mal
vor Augen führen unter welchen Bedingungen die Arbeiter dort unter Brot stehen.
Die arbeiten um zu überleben und nicht nicht umgekehrt. Von gut ausgebildetem
Fachpersonal kann da keine Rede sein, denn die sind auch dort teuer.
Das Produkt, dass sie herstellen ist ihnen wurscht. Das sieht man wenn man die
Dinger mal aufschraubt. Das ist alles zusammen gezimmert, die Linsen sind nicht richtig
auspoliert etc.
Ein Spiegel in f/4 einigermaßen perfekt zu schleifen ist eine Kunst, das wird hier jeder
der Spiegelschleifer bestätigen können. Es ist eine Illusion, dass solche in der
Herstellung höchst anspruchsvolle optischen Elemente für einen Appel und ein Ei in
Massenserie möglich ist.

Außerdem ist es wie mit den Generikahersteller in der Apotheke.
Das original Aspirin und Beopanthen ist immer noch besser weil der Hersteller nicht so
blöd ist und wirklich alle Kniffe ins Rezept geschrieben hat. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Grüße

Sabine

 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hallo Sabine,

ich würde die Chinesen nicht unterschätzen, die holen schon mächtig auf. Ich weiß z.b. von einer Firma, wo hundert Chinesen künstliche Hüftgelenke per Hand fräsen und das genausogut wie hier mit CNC. Ein bischen Ausschuss ist einkalkuliert, wird bei der Qualitätkontrolle rausgefischt. Gerade weil eine große Arbeiterschaft billig zur Verfügung steht, können z.B. Spiegel oder Hüften oder was weiß ich was noch per Hand von zig Leuten gemacht werden. Wenn einer vom Stuhl kippt, steht schon der nächste bereit. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Was derzeit noch nicht sooo intensiv läuft, ist, dass sie selbst entwicklen, aber das kommt noch und dann Gute Nacht hier. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Viele Grüße
Christian
 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hi Christian!

Jo, mit dem Zahnersatz aus China waren die Leute auch so richtig zufrieden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ne, bis die uns eigeholt haben dauert das noch. Wir können es nur beschleunigen
wenn wir uns selbst kaputt machen in dem wir unseren Mittelstand kaputtreden und nicht über
den Tellerrand hinsschauen. Die Großfirmen werden gerade von den moderenen Plünderern und
Raubrittern ausgesaugt und zerstört.
Aufkaufen, das wetvolle rausziehen, nichts investieren, den kaputten
Rest wieder verkaufen und zuschauen wie das Traditionsunternehmen die Bach runter geht.
Der Manager bekommt auf alle Fälle ein dickes Kopfgeld dafür. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Wie man so richtig Reibach machen kann habe ich dem Markus Ludes schon mal erklärt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Wenn die Chinesen es dann geschafft haben sind wir das Billiglohnland mit den
Arbeitsverhältnissen wie dort. Tolle Aussichten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hallo Christian,

100% Zustimmung!

Wenn ich mich mal nicht mit Astronomiefreunden unterhalte sondern mit Leuten, die sich für was anderes interessieren (z.B. Musikinstrumente, Hifi-Geräte oder Fotoausrüstung) dann wird sehr schnell klar, dass der durchschnittliche deutsche Sternfreund eine tief sitzende Händlerparanoia haben muss. Ist schon seltsam, dass wir sogar ein Board hier haben, um über Preise zu diskutieren. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Wozu eigentlich? Die Händler machen ihre Preise doch sowieso nach eigenem Ermessen und unser Geschreibsel hier wird doch keinen zu irgendeiner Änderung bewegen. Wir brauchen die Händler nicht beraten. Und ausgewogen ist das auch nicht: hier wird stets bemäkelt, dass irgendwas zu teuer oder woanders billiger sei - wer hat einem Händler schon mal vorgeschlagen, einen Artikel zu verteuern, weil das durchaus angemessen wäre?

Aber offenbar ist keiner von den Mitdiskutierenden wirklich auf sein Einkommen angewiesen, denn "Geiz ist geil" ist das supergründliche Patentrezept, um unsere Wirtschaft endlich ganz in's Abseits zu fahren und ausserdem macht es ja nichts, dass menschliche Arbeitskraft (auch beim Händler) immer billiger wird. Es muss ja keiner von seinem Job leben können, weil uns sogar der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sagt, dass man sich von der Vorstellung lösen müsse, von einem Job alleine eine Familie ernähren zu können. Klar, wenn man die Kinder der Verwahrlosung überlässt (weil Geiz generell und damit auch in der Bildung geil ist) und nur noch der Preis "alles regelt" ist für eine längst erforderliche Gegenoffensive in intelligenten und guten Produkten keine Chance gegeben. Wenn Talente hier keine Chance mehr haben, weil der geile Geiz sie nicht mehr bezahlen will, dann gehen sie notgedrungen (oder sowieso gerne!) in's Ausland. Verschleudert ihr eure Arbeitskraft denn unter Wert? Wenn nein, dann verlangt das bitte auch nicht von anderen Menschen!

Über soviel einfache Denkstrukturen kann ich mich nur wundern, wo doch gerade Sternfreunde gewohnt sein sollten, in größeren Zusammenhängen zu denken.

Aber das war die letzte Kritik von mir: aus Preisdiskussionen werde ich mich in Zukunft ebenso heraushalten wie aus irgendwelchen besserwisserischen Beratungsthreads, die früher oder später wieder in die üblichen Stellungskämpfe Linse vs Spiegel o.ä. ausarten.

Schließlich gibt es noch den Spaß beim Beobachten, den man mit Optik der unterschiedlichsten Preisklasse haben kann. Ich weiß das, denn ich habe mit Schrott angefangen, der vor 25 Jahren allerdings längst nicht so billig war wie heute...

Vorschlag: macht es doch einfach wie Christian und ich und entscheidet ohne großes Aufsehen zu veranstalten darüber, ob ihr den Preis eines Händlers für angemessen erachtet oder nicht. Das tut ihr doch mit euren anderen Einkäufen auch, oder?

Sorry für das Geschimpfe, aber das musste endlich mal raus.

Gruß,
Tom
 
Re: Back to the roots... (Tannenvergleich hinkt)

Hallo Zusammen,

aber gerade deshalb lohnt es sich doch, dafür zu kämpfen, daß Markenprodukte attraktiv bleiben.
Was hilft denn bitte ein Markenprodukt aus Deutschen Landen der hiesigen Wirtschaft, wenn das keiner bezahlen kann?
Ich habe an anderer Stelle, nämlich am Beispiel von FH-Refraktoren, schon vor einigen Wochen darauf hingewiesen, daß die "Mittelklasse" nicht nur vom Aussterben bedroht ist, sondern in einigen Bereichen schon ausgestorben ist. Ein 120mm Standard-Refraktor (Achromat) lässt sich ja offenbar nur noch aus Taiwan oder China beschaffen. Hiesige Hersteller bieten wenn überhaupt noch einzelne Objektive an.

Ich meine, es ist zu einfach, das Käuferverhalten zu kritisieren. Vielmehr muß man sich überlegen, welche strukturellen Veränderungen das Käuferverhalten wieder positiv für heimische Produkte entwickeln können. Nun, dazu müssen nicht nur erstmal Produkte am Markt sein, sondern dafür muß man sich auch endlich mal von der "weißer noch als Weiß"-Werbestrategie entfernen. Der Wunsch nach Qualität ist durchaus vorhanden, es müsste nur dem Kunden gegenüber fair dargestellt werden, was diese Qualität in welchem Umfang kostet. Die Summen, die in Deutschland in den letzten zwei Jahren in Optikprüfungen und Zertifikate investiert wurden, haben ja die Qualität der gekauften Optik nicht beeinflussen können. Es zeigt aber, daß für Geräte im Bereich der "ausgestorbenen Mittelklasse" durchaus Kaufkraft vorhanden ist. Es fehlt nur an heimischen Herstellern, die diese Kaufkraft nutzen wollen - oder die Gewinvorstellungen heutiger Anleger sind zu kurzfristig gedacht und überzogen hoch.

Clear Skies
Sven
 
Güldene Worte!

Hallo Sven,

Der Wunsch nach Qualität ist durchaus vorhanden, es müsste nur dem Kunden gegenüber fair dargestellt werden, was diese Qualität in welchem Umfang kostet.
kannst du diese Worte nicht irgendwo in goldenen Lettern eingravieren lassen?

In keinem Bereich werden sie Sternfreunde so sehr für dumm verkauft wie in
der Frage der Qualität,insbesondere der Qualität der Optik.

Daß die Mittelklasse ausstirbt ist meiner Ansicht nach auch ein Folge des
Internets.Ultramäßige Chinarefraktoren werden von wenig erfahrenen Usern
hochgelobt und die bessere aber teurere Qualität bleibt in der Folge
unverkauft und stirbt aus.Nach einer Weile hat der Anfänger nicht einmal
die Chance eines Vergleiches mit einem Qualitätsteleskop.

Was bleibt ist die high-end-Ecke für diejenigen die das nötige Kleingeld haben.

Ich finde das ist eine fatale Entwicklung!

In der high-end-Ecke werden die Interessenten dann mit der "weißer als weiß"
Werbung zugemüllt,was das Vertrauen in die beteiligten Händler ebenfalls
nicht gerade fördert.Das sieht dezeit alles nicht besonders gut aus und
Besserung ist wohl nicht zu erwarten.
Mancher dereinst als Hoffnungsträger gestartete Händler hat sich in der
Zwischenzeit disqualifiziert.Und alle Händler hier denken nur kurzfristig.

Gruß,Karsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben