Adson
Aktives Mitglied
Das hier fand ich gerade noch auf meinem Palm, zwar schon 3 Wochen alt aber was soll's ...
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Hallo Leute,
heute einmal ein kleiner Bericht zu Beobachtungen mit dem MEADE 10x50, welches es letztes Jahr (also ca. April 2005) bei LIDL gab. Ich habe das Teil damals "ungesehen" einfach mal so mitgenommen, weil mir der Preis von knapp 20 EUR nicht weh tat und ich mir dachte, wenn ich nichts damit anfangen kann, schenke ich es an Neffe oder Nichte weiter ... Seitdem habe ich das Teil meist im Auto liegen als "immer dabei" Fernglas, denn es ist besser als gedacht und ich habe damit schon so manche schöne Naturbeobachtung machen können. Astronomisch wurde es bisher eher selten genutzt, aber dieses Jahr musste es nun mal ran.
Wir waren im Januar in Dänemark, genauer gesagt in Nordjütland direkt an der Nordsee und außer 10" Dobson war auch noch ein Vixen ED 80 dabei. Nur leider hatte ich mein CZJ Dekarem vergessen ... aber zum Glück das MEADE 10x50 im Auto! Ich möchte hier nun keinen Bericht über die Beobachtung mit den beiden Teleskopen bringen, sondern einfach mal schreiben, was man mit dem "Billigteil" vom LIDL alles sehen kann, wobei ich wirklich einfach mal so spazierengesehen habe, kein Stativ, kein Plan, kein Streß ...
Ort der Handlung: Fjerritslev (DK), dunkler Wald, 400 m von der Nordsee entfernt, Terasse in Richtung Süden. Ausgezeichnet dunkler Himmel, klare Luft (-8°C), fst 7m0, die Milchstraße quer über den gesamten Himmel ein glitzerndes Band ... ich bin vermutlich der erste Verrückte, der dieses Jahr einen Liegestuhl auf die Terasse zerrt, eine Isomatte drauflegt und sich selbst gemütlich darauf positioniert.
Bereits mit bloßem Auge sind die bekannten Schätzchen (M 31, M 45, M 43, M 44 ... ) ein Genuss, vor allem dank des dunklen Himmels, den ich glaube ich schon erwähnt hatte. Also, zur Sache ... zuerst geht's zu M 31, dann weiter zu M 33. Beide Objekte sind schnell zu finden und deutlich zu sehen, ein Stativ würde wohl noch ein wesentlich beeindruckenderes Bild liefern. Hatte ich erwähnt, dass es kalt war? ... Nun mal weiter in loser Reihenfolge, ausführliche Beschreibungen setze ich als bekannt voraus.
M 45 und die Hyaden (in M 45 konnte ich mit bloßem Auge tatsächlich 10 ! Sterne deutlich sehen) sind vor allem im Fernglas immer wieder ein beeindruckend. Aldebaran leuchtet rötlich und man kann sich dank des großen Blickwinkels gar nicht satt sehen an dieser glitzernden Pracht. H und Chi Persei sind oft beschrieben worden und auch in dieser Nacht bestätigt sich der Vergleich mit funkelnden Diamanten auf schwarzem Samt. Ein Schwenk zu M 44, bereits mit bloßem Auge sichtbar, im Fernglas kann ich ca. 15 Sterne zählen. Südlich von Praesepe steht Saturn, den ich deutlich als "länglichen Stern" erkennen kann. Noch weiter südlich sehe ich M 67 als Nebelfleckchen, einzelne Sterne kann ich nicht wahrnehmen. Im Fernglas so schnell nach M 44 angesehen eher enttäuschend. Vielleicht hätte ich mir da mehr Zeit nehmen sollen?
Nahe dem "Kopf des Löwen" finde ich NGC 2903, aber außer einem blassen Fleckchen ist da nichts zu erkennen. Wenig spektakulär und kein wirkliches Fernglasobjekt.
M 81 ist mit dem Fernglas leicht aufzufinden, aber auch nur ein diffuses kleines Wölkchen zu sehen. Wer da Fotos im Kopf hat, ist ggf. schnell enttäuscht. M 82 kann ich bestenfalls erahnen, vielleicht wäre ein Stativ für konzentriertere Beobachtung hilfreich?
M 38 im Fuhrmann steht hoch über mir, ich sehe ein weißes Wölkchen, einige einzelne Sterne in der Wolke sind erkennbar oder besser zu erahnen. M 36 in der Nachbarschaft bietet ca. 11-13 Sterne, ich habe den Eindruck dass M 36 zwar kleiner aber doch heller ist als M 38. Etwas weiter zu M 37 geschwenkt; ich hatte M 37 irgendwie "beeindruckender" in Erinnerung, im Fernglas erscheint mir der Haufen heute etwas blaß, ein Nebel mit ein paar helleren Pünktchen ist alles, was ich dort zu sehen bekomme.
M 35 im Westen der Zwillinge ist leicht aufzufinden, wenig spektakulär und irgendwie hält es mich heute nicht lang dort.
M 42 ist für mich Pflichtprogramm, wenn der Orion zu sehen ist. Also auch in dieser Nacht und ich verwende allein eine halbe Stunde auf das Betrachten der Region um M 42, M 43 bis zu den Gürtelsternen. Danach noch ein kleiner Ausflug zu M 78, ich sehe ... nichts. Ein helles Fleckchen an der Stelle, wo M 78 sein müsste. Das wars.
Ich brauche noch ein schönes Erfolgserlebnis, etwas "fürs Auge"; und werde bei M 46 und M 47 fündig, die in bequemer Höhe stehen und während eines kleinen Aufwärm-Rundgangs betrachtet werden. Diese beiden Sternhaufen sind m.E. nicht besonders bekannt, aber besonders für Fernglasbeobachter gut positioniert. Man sieht aber mehr Sterne "drumherum" als im eigentlichen Haufen, ist aber ein schöner Anblick.
Da mir vom herumtrampeln nicht wieder warm wird, verkrieche ich mich mitten in der Nacht, um diesen kleinen Spaziergang durch Jahrmillionen mit einem hochprozentigen Getränk zu begießen.
Fazit: Man sieht mit einem 10x50 Fernglas sehr viel und sehr schöne Objekte. Dass es kein Lichteimer ist, steht außer Frage. Aber: Das MEADE 10x50 hat keine 20 EUR gekostet, die Qualität meines Glases ist durchaus akzeptabel, die Justierung stimmt und auch die Vergütung sowie die Mechanik ist für den Preis OK.
Gerade für Anfänger und eingeschränkte Geldbeutel ist ein solches Glas sicher eine lohnende Anschaffung, weil man es auch noch für tausend andere Dinge verwenden kann und am Ende kann man es immer noch verschenken, versteigern oder seine Kinder damit spielen lassen. Wenn ich als 10jähriger ein solches Fernglas gehabt hätte, wäre ich der stolzeste Mensch auf Erden gewesen. Vielleicht sollte man, gerade zur "Nachwuchsförderung", viel mehr das Einfache betonen. Umso besser, dass es hier ein extra Fernglas-Forum gibt
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Hallo Leute,
heute einmal ein kleiner Bericht zu Beobachtungen mit dem MEADE 10x50, welches es letztes Jahr (also ca. April 2005) bei LIDL gab. Ich habe das Teil damals "ungesehen" einfach mal so mitgenommen, weil mir der Preis von knapp 20 EUR nicht weh tat und ich mir dachte, wenn ich nichts damit anfangen kann, schenke ich es an Neffe oder Nichte weiter ... Seitdem habe ich das Teil meist im Auto liegen als "immer dabei" Fernglas, denn es ist besser als gedacht und ich habe damit schon so manche schöne Naturbeobachtung machen können. Astronomisch wurde es bisher eher selten genutzt, aber dieses Jahr musste es nun mal ran.
Wir waren im Januar in Dänemark, genauer gesagt in Nordjütland direkt an der Nordsee und außer 10" Dobson war auch noch ein Vixen ED 80 dabei. Nur leider hatte ich mein CZJ Dekarem vergessen ... aber zum Glück das MEADE 10x50 im Auto! Ich möchte hier nun keinen Bericht über die Beobachtung mit den beiden Teleskopen bringen, sondern einfach mal schreiben, was man mit dem "Billigteil" vom LIDL alles sehen kann, wobei ich wirklich einfach mal so spazierengesehen habe, kein Stativ, kein Plan, kein Streß ...
Ort der Handlung: Fjerritslev (DK), dunkler Wald, 400 m von der Nordsee entfernt, Terasse in Richtung Süden. Ausgezeichnet dunkler Himmel, klare Luft (-8°C), fst 7m0, die Milchstraße quer über den gesamten Himmel ein glitzerndes Band ... ich bin vermutlich der erste Verrückte, der dieses Jahr einen Liegestuhl auf die Terasse zerrt, eine Isomatte drauflegt und sich selbst gemütlich darauf positioniert.
Bereits mit bloßem Auge sind die bekannten Schätzchen (M 31, M 45, M 43, M 44 ... ) ein Genuss, vor allem dank des dunklen Himmels, den ich glaube ich schon erwähnt hatte. Also, zur Sache ... zuerst geht's zu M 31, dann weiter zu M 33. Beide Objekte sind schnell zu finden und deutlich zu sehen, ein Stativ würde wohl noch ein wesentlich beeindruckenderes Bild liefern. Hatte ich erwähnt, dass es kalt war? ... Nun mal weiter in loser Reihenfolge, ausführliche Beschreibungen setze ich als bekannt voraus.
M 45 und die Hyaden (in M 45 konnte ich mit bloßem Auge tatsächlich 10 ! Sterne deutlich sehen) sind vor allem im Fernglas immer wieder ein beeindruckend. Aldebaran leuchtet rötlich und man kann sich dank des großen Blickwinkels gar nicht satt sehen an dieser glitzernden Pracht. H und Chi Persei sind oft beschrieben worden und auch in dieser Nacht bestätigt sich der Vergleich mit funkelnden Diamanten auf schwarzem Samt. Ein Schwenk zu M 44, bereits mit bloßem Auge sichtbar, im Fernglas kann ich ca. 15 Sterne zählen. Südlich von Praesepe steht Saturn, den ich deutlich als "länglichen Stern" erkennen kann. Noch weiter südlich sehe ich M 67 als Nebelfleckchen, einzelne Sterne kann ich nicht wahrnehmen. Im Fernglas so schnell nach M 44 angesehen eher enttäuschend. Vielleicht hätte ich mir da mehr Zeit nehmen sollen?
Nahe dem "Kopf des Löwen" finde ich NGC 2903, aber außer einem blassen Fleckchen ist da nichts zu erkennen. Wenig spektakulär und kein wirkliches Fernglasobjekt.
M 81 ist mit dem Fernglas leicht aufzufinden, aber auch nur ein diffuses kleines Wölkchen zu sehen. Wer da Fotos im Kopf hat, ist ggf. schnell enttäuscht. M 82 kann ich bestenfalls erahnen, vielleicht wäre ein Stativ für konzentriertere Beobachtung hilfreich?
M 38 im Fuhrmann steht hoch über mir, ich sehe ein weißes Wölkchen, einige einzelne Sterne in der Wolke sind erkennbar oder besser zu erahnen. M 36 in der Nachbarschaft bietet ca. 11-13 Sterne, ich habe den Eindruck dass M 36 zwar kleiner aber doch heller ist als M 38. Etwas weiter zu M 37 geschwenkt; ich hatte M 37 irgendwie "beeindruckender" in Erinnerung, im Fernglas erscheint mir der Haufen heute etwas blaß, ein Nebel mit ein paar helleren Pünktchen ist alles, was ich dort zu sehen bekomme.
M 35 im Westen der Zwillinge ist leicht aufzufinden, wenig spektakulär und irgendwie hält es mich heute nicht lang dort.
M 42 ist für mich Pflichtprogramm, wenn der Orion zu sehen ist. Also auch in dieser Nacht und ich verwende allein eine halbe Stunde auf das Betrachten der Region um M 42, M 43 bis zu den Gürtelsternen. Danach noch ein kleiner Ausflug zu M 78, ich sehe ... nichts. Ein helles Fleckchen an der Stelle, wo M 78 sein müsste. Das wars.
Ich brauche noch ein schönes Erfolgserlebnis, etwas "fürs Auge"; und werde bei M 46 und M 47 fündig, die in bequemer Höhe stehen und während eines kleinen Aufwärm-Rundgangs betrachtet werden. Diese beiden Sternhaufen sind m.E. nicht besonders bekannt, aber besonders für Fernglasbeobachter gut positioniert. Man sieht aber mehr Sterne "drumherum" als im eigentlichen Haufen, ist aber ein schöner Anblick.
Da mir vom herumtrampeln nicht wieder warm wird, verkrieche ich mich mitten in der Nacht, um diesen kleinen Spaziergang durch Jahrmillionen mit einem hochprozentigen Getränk zu begießen.
Fazit: Man sieht mit einem 10x50 Fernglas sehr viel und sehr schöne Objekte. Dass es kein Lichteimer ist, steht außer Frage. Aber: Das MEADE 10x50 hat keine 20 EUR gekostet, die Qualität meines Glases ist durchaus akzeptabel, die Justierung stimmt und auch die Vergütung sowie die Mechanik ist für den Preis OK.
Gerade für Anfänger und eingeschränkte Geldbeutel ist ein solches Glas sicher eine lohnende Anschaffung, weil man es auch noch für tausend andere Dinge verwenden kann und am Ende kann man es immer noch verschenken, versteigern oder seine Kinder damit spielen lassen. Wenn ich als 10jähriger ein solches Fernglas gehabt hätte, wäre ich der stolzeste Mensch auf Erden gewesen. Vielleicht sollte man, gerade zur "Nachwuchsförderung", viel mehr das Einfache betonen. Umso besser, dass es hier ein extra Fernglas-Forum gibt
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