Spektiv als Einsteigergerät?

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JupiterFred

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Hallo,

Nach jahrzehntelanger astronomischer Abstinenz habe ich mich entschlossen, mal wieder mit einem Rohr in den Himmel schauen zu wollen.

Da mir noch nicht so recht klar ist, wieviel Zeit mir für Beobachtungen bleibt und ich auf jeden Fall auch ein Gerät benötige, welches ich z.B. auf Flugreisen mitnehmen oder was gut in einem Rucksack über mehrere Kilometer transportiert werden kann, habe ich mich in der Spektiv-Ecke etwas umgesehen (kompakt, leicht, moderate Preise).

Dabei sind mir folgende Geräte ins Auge gefallen:

bei TS:
TS Voyager2 - 38-114 x 70mm Maksutov Spektiv (89 Euro, 700 Gramm)
TS Zoom Spektiv 20-60 x 80mm (160 Euro, 1400 Gramm)
Skymax-90 OTA / 90/1250mm Maksutov Cassegrain (128 Euro, 1400 Gramm)

bei Teleskop-austria.at:
70/750 Maksutov-Cassegrain Zoomspektiv, mit 25x-75x (zoom) – (99 Euro, unter 1000 Gramm)

Welches wäre wirklich eine Empfehlung wert? Ein stabiles Stativ ist übrigens vorhanden. Beobachtet wird vorwiegend in relativer Nähe zu einer größeren Stadt. Tagesbeobachtungen / Sonnenbeobachtungen stehen eher nicht im Vordergrund. Beobachtet werden sollen Mond, Planeten, helle DeepSky und evt. Kometen.

Mir ist klar, dass die Geräte natürlich nicht an einen 8'' oder 10'' Newton herankommen. Die Anschaffung hebe ich mir mal für später auf. Vielleicht könnte man ja eines dieser Spektive später auch als Sucher verwenden?!

Vielen Dank im Voraus an alle, die jetzt in die Tasten hauen und ein Kompliment an das gepflegte Forum hier, in dem ich schon eine Weile mitlese!!!
Jörg
 
Hi Jörg

Spektive können schon sehr nett sein - ich nutze da genr ein 90/1250, wie auch von dir erwähnt.
Das Teil ist jedoch auf sehr enge Felder beschränkt - macht irre Spass bei Planeten, da man mit gemütlichen Okularen beobachten kann, aber ausgedehnte Objekte gehn kaum - andererseits sind die aus der Stadt eh kaum zu erreichen - außer m31.
Enge Felder bzw. hohe Vergrößerungen bringen neben den Anforderungen an die Umgebung, wie z.B. keine wabernden Dächer, noch ein weiteres Problem: Das händisch in ALt/Az nachzuführt ist nicht wirklich spassig, sondern stressig. Erst recht mit Fotostativen.
Hierfür finde ich kleine parallaktische Montierungen (Skyview, EQ3, Astro3(?) schon schicker. Wobei ich parallaktisch nur größere hab/hatte, aber ich mutmaße mal, dass die erwähnten Montis das recht gut packen; notfalls soll angeblich sogar eine EQ1 gehn.
Weitere Alternative wäre eine gotoMontierung in AltAz. Die führen visuell gut genug nach, dass man sich aufs Beobachten konzentrieren kann.
Ergänzen würde ich das noch mit einem Fernglas - eben für ausgedehnte Objekte. Das wiederum lässt sich sehr gut mit einem Fotostativ nutzen.

cs
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Eine parallaktische Montierung könnte man ja noch dazu kaufen. Vielleicht gibt es ja irgendwo auch ein (sinnvolles!) Set.

Was aber meinst Du mit engen Feldern? Was muß ich mir darunter vorstellen?

Vielleicht noch ein Hinweis zu meinen Vorstellungen in Sachen DeepSky. Ich habe hier ein paar Bilder entdeckt, die mich wirklich überrascht haben (die oberen 3!). Überrascht im Sinne von "mit einem 70/700 beobachtet". Wenn das mit dem Mini-Mak gehen würde, wäre ich fürs Erste sehr zufrieden. Man will ja noch etwas Steigerungspotential haben ;-) ...
 
Hallo Jörg,

habe ein no-name Spektiv, dass bei ca. 80mm Öffnung 20-60 fach vergrößert. Bei 20x ist das scheinbare GEsichtsfeld des Zoom-Okulars sehr klein, wird mit zunehmender Vergrößerung akzeptabler. Dafür lässt Schärfe und Kontrast ab 40x gewaltig nach. Habe schon überlegt, mir einen Okularstutzen hinzubasteln, bringt aber nix, da das eingebaute Amici-Prisma so klein ist, dass ´selbst ein 32mm Standard-Plössl nicht ausgeleuchtet wird. Ausserdem ist das Zoom Okular baugleich mit den üblichen 21-7mm Zooms (Skywatcher Apo Serie, Seben usw.).
Vermutlich macht ein Volksapo mehr Spass. Gerade an Mond und Planeten brauchst Du Vergrößerung, und da gehen die preisgünstigen "nicht ED" Spektive in die Knie.
Das gleiche gilt übrigens für den 70mm Maksutov, der hat zwar nominal 114x, aber ohne Bildhelligkeit und Kontrast wirds dann schwierig.
Die 90mm Mak-Variante ist dann schon um Klassen besser.


Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Moin Jörg!

> Was aber meinst Du mit engen Feldern?

Damit sind die tatsächlichen Gesichtsfelder am Himmel gemeint, die man erreichen kann. Gerade bei Spektiven mit ihren - in dieser Preisklasse sehr einfachen - Zoom-Okularen können die von recht weit (3-4°) bis sehr eng (einiges unter 1°) reichen, je nach Vergrößerung.
Bei Spektiven gibt es noch einen weiteren Punkt zu beachten: Das System mit vielen Spiegeln und / oder mehreren Prismen schluckt sehr viel Licht. Da ich solche Geräte selbst schon erlebt habe, würde ich mal sagen: Ein Refraktor-Spektiv sollte mindestens 80 mm, ein Mak mindestens 100 mm Öffung besitzen, damit man am Himmel Spaß hat.
Ein 90-mm-Mak bspw. hatte nach meiner eigenen Gegenüberstellung weniger Lichtdurchlaß als besagter 70-mm-Skylux-Refraktor, von dem hier schon die Rede war.
Die Spektive sind für den Tageseinsatz konzipiert. Man darf also am Himmel auch kein Wunderbild erwarten, gerade auch, was die Detailschärfe angeht, Stichwort: Amici-/Dachkant-Prisma.
 
Hallo Jörg,

Ich habe hier ein paar Bilder entdeckt, die mich wirklich überrascht haben (die oberen 3!). Überrascht im Sinne von "mit einem 70/700 beobachtet". Wenn das mit dem Mini-Mak gehen würde, wäre ich fürs Erste sehr zufrieden. Man will ja noch etwas Steigerungspotential haben ;-) ...

Ja, mit sehr viel Beobachtungserfahrung und unter dunklem Himmel kann man mit einem 70/700 schon Galaxien sehen.

Nachdem Du schreibst, daß Du lange Pause gemacht hast und in Großstadtnähe beobachten möchtest, kannst das aber knicken.

Das indirekte Sehen kannst trainieren, gegen die Lichterflut von Großstädten hilft nur weit weg von denen beobachten...

CS
Fee
 
Hallo Jörg,

ich habe ein 102er Mak und beobachte aus der Stadt. Das mit Galaxien kannst nahezu vergessen. Nur so als Beispiel: M78 (is jetzt zwar keine Galaxie)ist im Prinzip schon eine ziemliche "Kerze", den finde ich in einer wirklich nicht gerade großen Stadt (schon mehr am Rand, nicht mitten drin) nur so mit Hängen und Würgen.

Wenn du in der Stadt bleiben möchtest, solltest du als "Objekte der Begierde" etwas anderes wählen als Galaxien. Ich habe inzwischen einen Faible für Doppelsterne entwickelt. Nur so zum Beispiel...

Viele Grüße
Markus
 
Skywatcher ED80/600pro

Gruß
Ernie
 
Zitat von Terrorernie:

Klingt gut, ist mir aber für die ersten Gehversuche nach langer Zeit etwas zu teuer.

Ich habe noch ein wenig bei TS gestöbert und bin auf das hier gestoßen:

Skywatcher-Maksutov-102-1300mm-auf-EQ2

Das wäre, denke ich, gegeüber der bisherigen Auswahl noch ein Stück besser, ebenfalls gut im Rucksack zu verstauen (27x12 cm, 1,9kg + 1,5kg für das EQ2) und liegt gerade noch so im Limit. Obwohl ich mich damit gefährlich den Dobsons nähere ...

Was mich wundert: Das Gerät scheint das reguläre Gerät zu sein - es kostet genauso viel wie das oben genannte Sonderangebot. Komisch ?)
 
Hallo Jörg,

das falsch gelabelte (Pentaflex statt SW) gab es mal für 199.- €. Hab mir das letztes Jahr geschnappt zu dem Preis (die gesparten 50 Steine hab ich in ein Übersichtsoku investiert). Vllt. lassen die dort mit sich reden?

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Jürgen,

Zitat von Nasus:
ich mutmaße mal, dass die erwähnten Montis das recht gut packen; notfalls soll angeblich sogar eine EQ1 gehn.

Die geht tatsächlich recht ordentlich. Für Reisezwecke könnte man sich noch ein leichteres Gegengewicht drehen lassen, das spart über ein Kilogramm Gewicht.

Bei mir passen Teleskop, Montierung, Gegengewicht, 5 Okulare, Prisma, Sucher und der einfache Motor in einen Fotorucksack. Das Feldstativ findet aber nur außen Platz. Zusammen sind das etwa 8 kg, also noch zu transportieren.

Ergänzen würde ich das noch mit einem Fernglas - eben für ausgedehnte Objekte.

Alternativ ginge ein kleiner Refraktor. Mein 80/400er hat leichte Auskühlungs- und dadurch Justageprobleme, aber dafür paßt er auf dieselbe Montierung. Das Teil ist gut für die Sommermilchstraße vom Schützen nach Norden, aber auch, mit [O III]-Filter, den Rosettennebel.

Grüße

fquadrat
 
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