Spiegel schleifen

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hanswerner

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Hallo zusammen,
ich habe einen 240mm Spiegelrohling bei mir liegen von dem ich annehme, dass er aus BK7 ist, seine Dicke beträgt 35mm.
Nun bin ich mir aber gar nicht sicher ob ich bez. des Materials überhaupt zu schleifen anfangen soll.
Ich habe mir ein Öffnungsverhältnis um F/5 vorgestellt.
Was meint ihr, macht das überhaupt Sinn die Arbeit zu beginnen?

Gruß Hanswerner
 
Hallo Hanswerner,

das rechnet sich nicht, weder finanziel noch vom Zeitaufwand her. So einen 10"f/5-Dobs bekommt man gebraucht schon ab 200Eulen. Und in den meisten Fällen ist das gebrauchte Teil ohne weitere Umbauten weiter nutzbar.

Grüße,
Matthias
 
Hallo Hanswerner,

es kann nicht schaden, einen Spiegel selbst herzustellen. Falls du später mal noch größere Spiegel selbst polieren möchtest, kannst du die gemachten Erfahrungen gewinnbringend einsetzen. Wenn es dein erster Spiegel ist... den mit ca. 10" herzustellen, stelle ich mir nicht ganz einfach vor. Man hört und liest, dass normalerweise die meisten mit 6"-8" und einem etwas entspannteren Öffnungsverhältnis (ca. F6) anfangen.

Da können dir die ATM'ler allerdings mehr als ich schreiben. Ich habe selbst noch keinen Spiegel poliert, werde mir das aber in meiner Rente sicher mal vornehmen.

P.S.: Es geht ja nicht immer nur um's Geld. :smiley47:

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Hanswerner,

Spiegelschleifen ist eher als Sport zu betrachten. Geld sparen kann man damit bei ca. 10" Durchmesser nicht wirklich. Wenn der Spiegel dann auch noch besonders gut werden soll bedeutet BK 7 wg. dessen relativ hohem TK ein erhebliches Handicap. Aber als Übung geht es natürlich :) .

Gruß Kurt


 
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Danke für die Antworten. Ist es echt so extrem mit der Wärmeausdehnung von BK7, früher wurden Spiegel meines Wissens doch auch mit dem Material hergestellt. Bezüglich der Abbildungsqualität sollte das Material doch egal sein, oder?

Das zukünftige(?) Teleskop soll immer im Freien sein. Muss ich bei Temperaturunterschiede während einer Beobachtungsnacht nicht einfach nachfokussieren?

Kann ich eigentlich die Glassorte irgendwie bestimmen -(lassen)???

Ohje Fragen über Fragen ?)

Gruß Hanswerner

 
Hi,
Über das Gewicht geht das ganz einfach :
Rohdichte von Borofloat ist zB 2,23g/cm3
BK7 hat 2,51g/cm3
Also Rohling wiegen , Volumen ausrechnen dann Volumen x Dichte.
Beim Spiegelschleifen aufpassen !
Das ist ein Hobby für sich und mach einer kann nicht mehr aufhören immer größere und größere Spiegel zu schleifen :smiley47:
240mm finde ich übrigens eine gute Größe zum anfangen 6-8" fand ich fummelig...
Wenn du angefressen bist findest du drüben im blauen Forum einen Hort an Wissen !
Grüße Alex
 
Hallo Hanswerner,


wie man die Glassorte bestimmen kann hat Alex schon beantwortet.

Zu Wärmeausdehnung: ( TK oder Längenausdehnungskoeffizient alpha)
1. Kronglas: 0,0000079/K
2. Pyrex, Duranglas, Borofloat: 0,0000032/K
3. Quarzglas: 0,00000045/K

Unter 2. sind Handelsnamen für Borsilikatglas aufgeführt. Dieses ist nach dem heutigen Stand der Technik das gängige Substrat für kleine bis mittelgroße Teleskopspiegel. Es hat nur ca. 40% der Wärmeausdehnung von Kronglas. Das macht sich vor allem bei der Parabolisierung sehr positiv bemerkbar und natürlich auch bei der Temperaturanpassung im Freien. mit Nachfokussieren allein ist es da nicht getan. Wenn du einen mittelkleinen Newton besonders gut machen willst dann braucht der neben einer guten Optik einen Iso- Tubus mit Zwangsbelüftung.

Als erfahrener Spiegelschleifer würde ich es ablehnen einen Parabolspiegel aus Kronglas zu parabolisieren. Früher gab es kein preisgünstiges oder gar kein Borsilikatglas. Da hat man sich halt mit vorhandenem BK7 o ä. begnügt.

Mein Vorschlag: Biete den BK7- Rohling zum Verkauf an und kauf dir dafür einen 25 mm dicken Borofloat- Rohling. Bezugsquelle zB.:

Stathis-firstlight.de

Der BK7- Rohling wäre zur Herstellung einer großen Linse geeignet. Schick mir bitte eine PM was du dafür haben willst.

Gruß Kurt
 
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Hallo Hanswerner,

das Bessere ist des Guten Feind!
Natürlich kann man in dieser Größe auch BK7 nehmen, wenn es kein Borofloat/Pyrex gäbe.

Neben den Nachteilen, die Kurt schon aufgezählt hat, gibt es auch Vorteile:
- kostet erst einmal nichts
- lässt sich schneller polieren

Ich würde den BK7 Klotz als Tool nehmen, danach kann man den immer noch verkaufen.
Dann sind die Oberflächen feingeschliffen, man kann also mit geringen Aufwand durchsehen.
Das ist gerade bei Verwendung als Linse sehr wichtig. Denn es gibt auch BK7 mit Schlieren, gerade wenn die Herkunft unbekannt ist.

Als Anfänger kann man auch auf 270 oder 300mm Borofloat gehen, wenn man ein PDI Interferometer nimmt.
Dazu würde die Toolgröße gut passen.

ps. ein selbstgeschliffener Spiegel, unter Interferometer-Kontrolle, wird in der Regel deutlich besser als ein gekaufter!
Die Qualität letzerer ist meist undefiniert.

Viele Grüße
Kai
 
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Hallo Kurt,
ich kann noch keine Nachricht an deine PN senden.
Du kannst mich aber gerne unter meiner E-Mailadresse kontaktieren:

schnuppe2504(ätt)web.de

Gruß

Hanswerner
 
Hallo Kurt,
habe leider bisher nichts von dir gehört. Bezüglich des BK7 Rohlings - kannst du ihn gerne haben, wenn du ihn brauchst. Aber eine Linse aus dem Material dehnt sich doch genauso stark aus wie wenn es ein Spiegelsubstrat wäre. Macht das dann einen Sinn?
Gruß
Hanswerner!
 
Hallo Hanswerner,

sorry für die verspätete Antwort. Falls der Rohling noch verfügbar ist kannst du mir dein Angebot
mailen an

kurt.schreckling@t-online.de

Aber eine Linse aus dem Material dehnt sich doch genauso stark aus wie wenn es ein Spiegelsubstrat wäre. Macht das dann einen Sinn?

Macht schon Sinn.
a) Bei einer BK7- Linse gehen die die Oberflächenfehler nur mit ca. 1/4 des Wertes gegenüber einem Spiegel ein. das hat etwas mit Refraktion und Reflexion zu tun

b) Die Linse die ich für eine spezielle Anwendung zu fertigen gedenke muss nicht sooo präzise sein wie eine für ein Refraktorobjektiv.

Gruß Kurt
 
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