Spiegel selber; Frage; Idee;

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Andy

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Hallo.

Ich habe mir überlegt, fürs erste einen Spiegel herzustellen.

Hier ist meine Idee:
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Man nehmen einen normalen Spiegel ca. 1m²
Diesen Spiegel zerschage man in ca. 1-5mm kleine stücke.
Diese Stücke 'klebe' man auf eine oberfläche (hohlspiegel)
Und fertig ist der Teleskop Spiegel.

Theoretisch sollte das kein Problem darstellen allerdings weis ich nicht auf was für eine Oberfläche ich die Spiegelstücke 'kleben' soll.

Hat evtl. von euch einer eine Idee??
 
Hi Andy,

leider wird das nicht klappen.

(i) Die Stuecke muessten extrem klein sein, um den Wellenfrontfehler auf einem Bruchteil der Wellenlaenge zu halten. Aus dem Bauch heraus vermute ich, dass die maximale Laenge eines geneigten Planspiegelelements etwa 5 Mikrometer sein duerfte.

(ii) Die Oberflaechenrauheit wuerde extremes Streulicht verursachen. Denke mal an die Beugung, die jedes Spiegelelement hineinbringt.

(iii) Du muesstest alle Scherben genau zueinander justieren.

(iv) Normales Fensterglas ist kein Oberflaechenspiegel.

(v) Wenn der Klebstoff nicht genau den thermischen Expansionskoeffizienten besitzt wie Unterlage und Scherbe, bekommst Du einen Bimetalleffekt.

(vi) Die Unterlage muesste extrem gut geschliffen und biegesteif sein.

Fazit: Nimm eine extrem gut geschliffene und auspolierte Unterlage, vergiss das mit den Scherben und mach eine Aluschicht drauf ... anders gesagt, schleife Dir einen herkoemmlichen Spiegel.

 
Danke.

Wenn man normale Küchen Alu-Folie verwenden würde, so spiegelt diese doch kaum; habs mir mal angeschaut.
Man könnte so eine Folie benutzen um das Sonnenlicht zu bündeln und Feuer zu machen.
Oder irre ich mich da?

Wie geht das genau einen normalen Spiegel zu schleifen / polieren?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Andy,


Alufolie glaenzt, ist aber wegen der Oxidschicht und Oberflaechenrauheit nicht mit einem optischen Spiegel vergleichbar. Ich habe jahrelang mit Sonnenfilterfolie experimentiert, die ich durch Luftdruck kruemmte. Ein solcher Membranspiegel taugt sicher zum Feuermachen, nicht aber fuer optische Beobachtungen.

Spiegelschliff ... das ist nicht so auf die Schnelle erklaerbar. Es gibt Buecher dazu, z.B. "Spiegelfernrohre selbst gebaut" von Martin Trittelvitz.

Das Prinzip ist, dass Du 2 Glasscheiben in einem bestimmten Schema aufeinander reibst. Zwischen den Scheiben befindet sich ein Schleifmittel, und nach einiger Zeit hoehlt sich die Unterseite der oberen Glasscheibe, die der Spiegel wird, aus.

Hast Du die Kruemmung, die Du willst, erreicht, nimmst Du immer feinere Schleifmittel um die Oberflaeche exakt kugelfoermig (sphaerisch) und glatt zu machen.

Am Schluss polierst Du mit optischem Pech und Poliermittel, das macht die Oberflaeche wieder glaenzend. Es gibt einen einfach zu bauenden und sehr effektiven Test, den Foucaulttest, mit dem Du den Spiegel waehrend der Politur pruefst. Hast Du einen auspolierten, sphaerischen Spiegel, wendest Du noch eine spezielle Retusche, die Parabolisierung, an.

So, das war jetzt in Chrashkursform eine Skizze der Arbeitsgaenge. Aluminisiert wird der Spiegel uebrigens im Hochvakuum, Du musst den Spiegel dafuer an eine Firma senden.

Ich kann Dich nur dazu ermuntern, Dir solch ein Buch anzuschaffen. Ich habe selbst mit dem leider vergriffenen "Ein Fernrohr fuer jedermann" von Hans Rohr den Einstieg gemacht. Es gibt auch Spiegelschleifkurse, z.B. in Berlin und Muenchen.

Wenn Du den Arbeitsaufwand und die Kosten fuer die Rohlinge zusammenrechnest, wirst Du schnell merken dass der Selbstschliff eines Anfaengerspiegels (so um 150mm) nicht finanzell lohnt. Dennoch - was Du dabei lernst kann Dir keiner mehr nehmen, und so mancher Sterngucker ist ueber die Jahre zum "Glaswurm" geworden ...



 
Hallo Andy,
ich hab mir auch schon ein paar Gedanken gemacht wie man am Scheifen vorbeikommt, aber das bringt entweder nicht viel oder ist nicht weniger aufwändig. Ein billiger Bastelversuch war z.B. einen Badezimmer-Vergrößerungs-Spiegel zu verwenden, also einen gewöhnlich von hinten verspiegelten. Die Reflektion der Vorderfläche war ja noch nichtmal so tragisch, aber die Form war total daneben. Sterne wurden zu langen gebogenen Strichen.
Eine andere Idee eine Glasplatte per Vakuum zu ziehen wurde schonmal hier diskutiert, da sind ausser mir also auch schon andere drauf gekommen. Das gibt auch nicht die richtige Form und ist nicht stabil zu bekommen.
Bei deiner Idee brauchst du ja immernoch die parabolische Grundfläche, die eben irgendwie herzustellen ist. Einen Spiegel zerschlagen müsstest du nicht, ich habe gesehen, dass es solche Matten fertig gibt (weiss nichtmehr wo). Aber auch bei 5x5mm-Kacheln wirds sicher kein scharfes Bild geben, ausser vieleicht bei zig Metern Brennweite, dazu dann die Reflektion der ersten Fläche und das Streulicht der vielen Kanten.
Ich hab hier auch mal was gelesen von Rotationsform mit Epoxyd, aber auch das war noch eher im Frühstadium, weils ettliche "kleine" Probleme damit gibt. (sorry ich habs nicht mit Namen, aber es war auch hier irgendwo)

Sieh doch mal da rein, und die Links in den Antworten. (früherer Thread von mir)
 
Hallo Jürgen,

da Du gerade schreibst

Am Schluss polierst Du mit optischem Pech und Poliermittel, das macht die Oberflaeche wieder glaenzend
.

Im Moment schleife und poliere ich einen organischen Kristall. Da sich dieser in Wasser löst benutze ich ein Wasserfreiese Öl.
Hälst du Öl zur Politur der Teleskopspiegel für geeignet (ist sowas schonmal probiert worden) -> eventuell geringere Reibung, gute Oberfläche.....

schöne Grüße nach England
roro

 
Hi RoRo,

ich weiss nicht, ob das schonmal probiert wurde. Allerdings gibt es wasserloesliche Substrate, bei denen eine andere Fluessigkeit Pflicht ist. Ich denke da zum Beispiel an NaCl-Linsen fuer Infrarotoptiken.


 
Hallo,
Da bekommst du so was wie eine Diskokugel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Bislang hab ich noch von keinem gelungenen Versuch gehört, von der herkömmlichen Technik abzuweichen. Gelegentlich wurde versucht Spiegel aus Metall zu machen und wir haben auch einen Spiegel in der Sternwarte.
(20 cm aus Aluminium)
Aber für einen Amateur ist es erfolgversprechender mit einem Stück Glas anzufangen wie so viele hunderte vor dir auch!
Ich kann dir nur mein Buch und Stathi's DVD empfehlen! Da sind alle Informationen drauf die du brauchst.
Grüße Marty
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andy

Ich kann dir nur mein Buch und Stathi's DVD empfehlen!

Der Marty hat recht, lies sein Buch, studiere die DVD und berücksichtige das was Jürgen so schon einfach dargestellt hat. Und dann fang einfach an.
Und wenn Du dann Probleme hast helfen Dir die gleichen Leute über die Liste. So hat es bei mir auch geklappt und riesig viel Freude gemacht.
 
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