Spontaner Vergleich: Dobson-Sucher vs. 80er Refrak

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Achim

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Bericht vom 06.04.03; 20.50h bis 21.20h

Ausrüstung:
Sucher-Newton REITERLEIN, 440mm Brennweite, 106mm Öffnung; f/4,1
Vixen-Refraktor Shuttle-Scope 80S, 480mm Brennweite, 80mm Öffnung f/6

Nach geschlossener Wolkendecke tagsüber, Nachmittags mit einzelnen Lücken klart es gegen 19.00h auf! Ab und an ziehen Wolken über den sonst klaren Himmel. Zum Rausfahren bin ich zu faul, auch würde es bis zum Monduntergang noch lange dauern.

Ich stelle meinen kleinen Reiserefraktor auf einfachem Fotostativ auf die Terrasse. Mein 6-jähriger Sohn bestaunt eine Weile den Mond, dann gibt es Abendessen. Dabei kommt mir die Idee, den Refraktor mit dem Suchernewton zu vergleichen. REITERLEIN wird auch rausgestellt, um die Spiegelchen durchzukühlen. Kinder ins Bett, dann raus auf die Terrasse.

Noch dämmert es, Orion ist aber bereits vollständig in SW zu erkennen, hoch oben steht Auriga. Zunächst kommt der Refraktor am Mond zum Zuge. Im 26er Plössel bei 18-fach ist sehr viel Raum um den Mond. Faszinierend das aschfahle Licht; so hell, dass man große Maare im Dunklen Bereich des Mondes erahnen kann. Zunächst in einem 14 Spektiv-Oku (Reflexe!), dann im 17er Bertele bei 28-fach. Wunderschön unser Erdtrabant. Greife zum 10mm, dann gleich zum 7er Siebert (69fach). Wunderbar klar die Details auf dem Mond, jedoch bereits jetzt schnelles szillieren – Seeing ist aus der Siedlung heraus, über Schornsteine und warme Dächer hinweg nicht berauschend. Trotzdem: 2-fach Barlow rein, 137-fach. Das Stativ ist nun eine echte Schwachstelle. Mit den ca. 2kg schweren Refraktor ist dies überfordert, justieren wird zum Problem. Mit Geduld klappt es trotzdem. Immer noch gut, der Mond, ab und an seeingbedingt etwas unscharf.

Schwenk zum Saturn im Taurus: Wirklich ordentlich, die Cassini-Teilung ist fast permanent erkennbar, nicht ganz umlaufend, vor der Plantenkugel fällt die Trennung schwer.

Eine Schraube lösen, den Refraktor runter, mit ebenfalls einer Schraube den Newton befestigen. Der Einblick ist nun deutlich höher. Beim Refraktor ist – trotz Zenithspiegel – mein Bügelstuhl eine Hilfe, im Newton stelle ich das Stativ etwas niedriger, um nicht auf die Zehenspitzen gehen zum müssen. Vergrößerungen sind mit 440mm Brennweite ähnlich.

Zunächst wieder Mond ... Mond .... Wolken! Grrr ... da ist etwas Geduld angesagt. Gott sei Dank keine allzu mächtigen Wolkenbänke, auch ziehen die Wolken relativ schnell dahin. Trotzdem, 5min gehen ins Land.
106mm Öffnung minus 27mm Fangspiegel = 79mm Kontrastdurchmesser, so wie beim Refraktor.
Das Bild ist – wie erwartet – doch einiges heller, zunächst auch scgön scharf im 26er. Im 7er bei 62-fach wird es schwieriger. Die Okus werden nur geklemmt, da muss ich mit beiden Händen herumfummeln, auch sind die Hebelverhältnisse ungünstig, da meine Hände den Newton fast am äußerten Ende anfassen, während die Verbindung zum Stativ an der Spiegelbox sitzt. Trotz knapp 1kg Gewicht ist der Newton so im Nachteil. Ich besitze keinen Sucher für den Sucher, doch lässt sich ganz gut über das Gerät peilen, ja sogar DURCH den Newton. Das Bodenbrettchen ist wegen Belüftung durchbrochen, da kann ich knapp über den Spiegelrand zum Innenrand des Huts peilen das ganze noch ungefähr mittig – so lassen sich helle Objekte anpeilen. Zunächst auf den Mond, gleich mit 2-fach Barlow. Hmmm ... fokussieren fällt schwer. Das Bild ist recht hell, doch auch unscharf, selbst in der Mitte. Zum Rand macht sicherlich die schnelle Optik bei den relativ einfachen Oku zusätzlich bemerkbar, trotzdem, nicht gut. Wolken ziehen wieder vor den Mond. An Capella will ich den Newton justieren. Ja, extrafokal ist die FS-Abschattung nicht zentrisch. Relativ deutlich ist auch die Überkorrektur an einem deutlich ausgeprägten äußersten Interferenzring erkennbar. Beim Justieren zieht es wieder zu. Geduld ... ich brauche sicher 10min, teilweise wegen der Wolken, andererseits auch zur Justage, ich schraube ab und an in die falsche Richtung. Dann dürfte es passen.

Zurück zum Mond .... viel besser! Schön die Kraterwälle und Gebirge am Terminator. Dann auf Saturn. Hell, recht ordentlich, doch nicht ganz so klar wie beim Refraktor. Wenn ich den Planeten in aller Ruhe durch das GF wandern lasse, ist die Cassiniteilung zu erkennen, beim Refraktor war dies aber einen Tick besser.
Was soll es, denke ich ... für einen Sucher ist das Teil doch Ideal. Bei einem Deep-Sky-Vergleich wäre der Test sicher anders ausgegangen, da ist der Newton mit doppelter Lichtsammelfläche deutlich im Vorteil.

Klaren Himmel wünscht

Achim



 
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