Fraenkie
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Wir schreiben Freitag, den 4. November 2005. Nach einem anstrengenden Arbeitstag fühle ich mich eigentlich viel zu müde, um noch einen Blick durch das Fernrohr zu werfen, als ich bei einer Gute-Nacht-Zigarette auf dem Balkon feststelle, dass schon mit bloßem Auge hervorragende Sichtbedingungen herrschen. Astronomisch gesehen zumindest. Und was mein laienhaftes Verständnis zu erkennen glaubt. Ein Blick durch meine rasch herbeigeholte Brille bestätigt mir diesen Eindruck und lässt mich die Entscheidung fällen, gegen 0.00 Uhr MEZ doch noch das Fernrohr herauszukramen und aufzustellen.
Schnell (haha) auch noch das Notebook hervorgezerrt, angeschlossen und nach nervenzermürbendem Gefummel seitens der Zentrierung (mit zweifach Barlow) ein paar Filmchen mit der angeschnallten Webcam vom derzeit in Opposition stehenden Mars gedreht, entscheide ich mich dann letztendlich das perfekte Seeing ausschließlich visuell zu genießen. Beides, Fotografie und visuelle Beobachtung geht meiner Meinung nach nicht parallel. Der Himmel ist zu schön, um die Nacht mit der Webcam zu verplempern...
Nach ungefähr 45 Minuten Adaptation (ohne unlautere Wettbewerbsmittel, sprich ohne Heidelbeer-Doping), stelle ich ein fst bei ca. 4,5mag im Zenit fest. Für stadtnahe Randbezirke, wie meine bescheidene Amateurkenntnis meint, sind das traumhafte Bedingungen.
Das 32mm Skywatcher Superplössel, welches mir bei meinem bescheidenen 6" Schmidt-Newton zu einer 23-fachen Vergrößerung verhilft, lädt mich zum Schlendern ein. Der Ballast des Alltags verfliegt zusehends und verliert sich in den unendlichen Weiten von Raum und Zeit. Starhopping. Taurus, Andromeda, Gemini...
Eine willkommene Abwechslung bietet der Blick durchs 20x80 Fernglas, das mir M31, die Andromeda-Galaxie in schöner Auflösung präsentiert. Gelassen streife ich durchs All. Die Gedanken beruhigen sich, Entspannung macht sich breit.
Um 3.00 Uhr endlich, ist es soweit. Meine ausgedehnten Berechnungen und Vermutungen - die Profis unter meinen Lesern mögen Gnade walten lassen - scheinen mir Recht zu geben: Saturn lässt sein Versteck - unsere Dachrinne - hinter sich und blinzelt mir zu. Er verlässt seine sichtgeschützte Position, betritt die kosmische Bühne und beginnt seinen Soloauftritt im himmlischen Rampenlicht.
Saturn das erste Mal im Fernrohr - "Saturn-First-Light" für den 6 Zoll und für mich. Ein bewegender, fast ergreifender Augenblick. Mit dem 18mm SWA von Meade, das mir ca. 42-fache Vergrößerung liefert ist er kristallklar und leuchtend in absoluter Ruhe vor dem samtschwarzen Hintergrund zu erkennen. Ich klemme die Barlow an das Okular und katapultiere den Newton auf 84-fach.
Unglaublich. Kein Flimmern, kein Wabern - ein sensationelles Seeing. Mein, bisher schönstes Astro-Erlebnis. In völliger Stille präsentiert sich ein phantastischer Anblick. Hart an der Grenzelinie zum Kitsch hängt er da, vor sattem Schwarz, leicht schräg geneigt, die Ringe einer Autobahn gleichend, die ihn cremefarben umgibt und leichte Schatten auf die Saturnoberfläche projizieren.
Ich halte inne und verweile minutenlang in fast andächtigem Schweigen und Schwelgen bei diesem seltsamen Gesellen. Dann schalte ich auf das 3,5mm Hyperion mit ca. 217-facher Vergrößerung um. Eine herbeieilende Wolke vereitelt meinen Versuch die Cassini-Teilung näher unter die Lupe zu nehmen und meine Exkursion fortzuführen. Morgen ist auch noch ein Tag, meint das Wetter.
Jetzt, um 3.15 Uhr MEZ schafft es auch Orion endlich seine sichere Position hinter der Birke im Vorgarten zu verlassen und lädt mich während eines schmalen Wolkenfensters ein, einen Blick auf M42, den Orionnebel zu erhaschen.
Ein Teufelssternbild, das ich in den kommenden Monaten noch eingehender unter das Okular nehmen werde. Der Nebel. Im 18er ohne Filter hübsch, aber nicht überwältigend. Doch der Baader OIII-Filter erweist sich in diesem Moment als sinnvolle Anschaffung, denn er potenziert das Erlebnis bestimmt noch einmal um 300 Prozent.
Diese deutliche Steigerung offeriert mir einen wesentlich größeren Gesamtanblick des Nebels, er wird klarer umrissen und wirkt um ein vielfaches filigraner und strukturierter. Leider setzt auch hier nun ein auftretendes Wölkchen weiteren Erkundungen ein rasches Ende.
Ich beginne zusammenzupacken, bevor ich hinter dem Okular einschlafe und werde bald müde aber beeindruckt und sichtlich entspannt ins Bett sinken. Im Augenwinkel nehme ich noch eine Sternschnuppe wahr.
Die Tauriden, die sich im Moment im Maximum befinden liefern einen weiteren kosmischen Höhepunkt am nächtlichen Firmament dieses Tages, wenn sie ihre mächtigen Leuchtfeuer wie ein Abschiedsfeuerwerk zu einer großen Sinfonie über den Himmel feuern und mir einen opulenten Abgang präsentieren – ins wohlverdiente Bett.
Schnell (haha) auch noch das Notebook hervorgezerrt, angeschlossen und nach nervenzermürbendem Gefummel seitens der Zentrierung (mit zweifach Barlow) ein paar Filmchen mit der angeschnallten Webcam vom derzeit in Opposition stehenden Mars gedreht, entscheide ich mich dann letztendlich das perfekte Seeing ausschließlich visuell zu genießen. Beides, Fotografie und visuelle Beobachtung geht meiner Meinung nach nicht parallel. Der Himmel ist zu schön, um die Nacht mit der Webcam zu verplempern...
Nach ungefähr 45 Minuten Adaptation (ohne unlautere Wettbewerbsmittel, sprich ohne Heidelbeer-Doping), stelle ich ein fst bei ca. 4,5mag im Zenit fest. Für stadtnahe Randbezirke, wie meine bescheidene Amateurkenntnis meint, sind das traumhafte Bedingungen.
Das 32mm Skywatcher Superplössel, welches mir bei meinem bescheidenen 6" Schmidt-Newton zu einer 23-fachen Vergrößerung verhilft, lädt mich zum Schlendern ein. Der Ballast des Alltags verfliegt zusehends und verliert sich in den unendlichen Weiten von Raum und Zeit. Starhopping. Taurus, Andromeda, Gemini...
Eine willkommene Abwechslung bietet der Blick durchs 20x80 Fernglas, das mir M31, die Andromeda-Galaxie in schöner Auflösung präsentiert. Gelassen streife ich durchs All. Die Gedanken beruhigen sich, Entspannung macht sich breit.
Um 3.00 Uhr endlich, ist es soweit. Meine ausgedehnten Berechnungen und Vermutungen - die Profis unter meinen Lesern mögen Gnade walten lassen - scheinen mir Recht zu geben: Saturn lässt sein Versteck - unsere Dachrinne - hinter sich und blinzelt mir zu. Er verlässt seine sichtgeschützte Position, betritt die kosmische Bühne und beginnt seinen Soloauftritt im himmlischen Rampenlicht.
Saturn das erste Mal im Fernrohr - "Saturn-First-Light" für den 6 Zoll und für mich. Ein bewegender, fast ergreifender Augenblick. Mit dem 18mm SWA von Meade, das mir ca. 42-fache Vergrößerung liefert ist er kristallklar und leuchtend in absoluter Ruhe vor dem samtschwarzen Hintergrund zu erkennen. Ich klemme die Barlow an das Okular und katapultiere den Newton auf 84-fach.
Unglaublich. Kein Flimmern, kein Wabern - ein sensationelles Seeing. Mein, bisher schönstes Astro-Erlebnis. In völliger Stille präsentiert sich ein phantastischer Anblick. Hart an der Grenzelinie zum Kitsch hängt er da, vor sattem Schwarz, leicht schräg geneigt, die Ringe einer Autobahn gleichend, die ihn cremefarben umgibt und leichte Schatten auf die Saturnoberfläche projizieren.
Ich halte inne und verweile minutenlang in fast andächtigem Schweigen und Schwelgen bei diesem seltsamen Gesellen. Dann schalte ich auf das 3,5mm Hyperion mit ca. 217-facher Vergrößerung um. Eine herbeieilende Wolke vereitelt meinen Versuch die Cassini-Teilung näher unter die Lupe zu nehmen und meine Exkursion fortzuführen. Morgen ist auch noch ein Tag, meint das Wetter.
Jetzt, um 3.15 Uhr MEZ schafft es auch Orion endlich seine sichere Position hinter der Birke im Vorgarten zu verlassen und lädt mich während eines schmalen Wolkenfensters ein, einen Blick auf M42, den Orionnebel zu erhaschen.
Ein Teufelssternbild, das ich in den kommenden Monaten noch eingehender unter das Okular nehmen werde. Der Nebel. Im 18er ohne Filter hübsch, aber nicht überwältigend. Doch der Baader OIII-Filter erweist sich in diesem Moment als sinnvolle Anschaffung, denn er potenziert das Erlebnis bestimmt noch einmal um 300 Prozent.
Diese deutliche Steigerung offeriert mir einen wesentlich größeren Gesamtanblick des Nebels, er wird klarer umrissen und wirkt um ein vielfaches filigraner und strukturierter. Leider setzt auch hier nun ein auftretendes Wölkchen weiteren Erkundungen ein rasches Ende.
Ich beginne zusammenzupacken, bevor ich hinter dem Okular einschlafe und werde bald müde aber beeindruckt und sichtlich entspannt ins Bett sinken. Im Augenwinkel nehme ich noch eine Sternschnuppe wahr.
Die Tauriden, die sich im Moment im Maximum befinden liefern einen weiteren kosmischen Höhepunkt am nächtlichen Firmament dieses Tages, wenn sie ihre mächtigen Leuchtfeuer wie ein Abschiedsfeuerwerk zu einer großen Sinfonie über den Himmel feuern und mir einen opulenten Abgang präsentieren – ins wohlverdiente Bett.