Suche Fernglas zur Vogelbeobachtung

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gerhard2k1

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Hallo,

mein Vater hat bald Geburtstag, und ich würde ihm gerne eine Freude machen. Er interessiert sich sehr für die Vogelwelt, hat aber nur ein ganz altes, wohl recht minderwertiges Fernglas. Da ich mich nicht auskenne, suche ich nun ein vernünftiges Glas bis 200€.

Habt ihr da irgendwelche Empfehlungen?

Danke und Grüße
 
Hallo Gerhard,
bei einer Preisgrenze bis 200,- Euro kommen nach meiner Erfahrung gebrauchte Ferngläser von Carl Zeiss Jena in Betracht. Hier sind allerdings für Brillenträger Grenzen gesetzt, wenn die Brille beim Beobachten getragen werden muss.
Auch sollte ein Glas beispielsweise von Nikon oder Minolta tauglich sein, wenn es sich um die Bauart nach Porro handelt.
Dachkantprismengläser in dieser Preisregion bereiten definitiv keine Freude. Die lassen sich offensichtlich für diesen Preis nicht vernünftig herstellen. (Genauigkeit der Prismen und notwendige Phasenkorrektur)
Für nächst bessere Gläser muss man dann schon über 500 - 600 Euro ausgeben.
Für die Vogelbeobachtung sind eine relativ hohe Vegrößerung (10-fach lässt sich oftmals freihändig benutzen) und ein großes Sehfeld von Vorteil.
Ich selbst benutzte über viele Jahre beispielsweise ein CZJ Dekarem 10x50. Ein besseres Bild liefert mir erst seit 2 Jahren ein Zeiss Victory 10x42Fl, wofür aber dann ein wesentlich höherer Preis fällig ist. Ein Versuch mit einem Nikon Dachkantglas für 300,- Euro schlug fehl. Damit war das alte Dekarem noch nicht zu schlagen.
Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
Es ist die Frage, ob es so ein großes Fernglas sein muss. Ein 10x50 trägt ganz schön auf beim Spazierengehen...

Ich habe mir zusätzlich ein 8x24 gekauft. Das passt in die Jackentasche und hat bei der Benutzung am Tage nur wenig Nachteile gegenüber einem Glas mit großer Öffnung. Wenn man die Austritts- udn die Eintrittspupille halbwegs übereinanderstellt, sind die Bilder so hell, wie es am Tag eben geht. In der Dämmerung wird dich so ein Glas freilich verlassen.

Ich habe ein Steiner Wildlife und bin zufrieden. Lediglich die Streulichtabschrimung könnte besser sein (wenn man in Richtung Sonne blickt, wird das Bildfeld heller). Liegt gut in deinem Budget.
 
Hallo Gerhard,

ein 8x25 o. ä. ist zwar schön leicht und kompakt, aber ernsthafte Vogelkundler wird man nur selten mit einem solchen Glas antreffen.

Das hat auch seine Gründe: Die Mini-Gläser sind nicht so ruhig zu halten, das Sehfeld ist meist klein, das Einblickverhalten aufgrund der kleinen Austrittspupille problematisch und die Leistung bei trübem Licht ist unzureichend. Meist ist auch, wie von Uwe Pilz erwähnt, das Streulichtverhalten schlecht, das bedeutet, dass ein kleiner Vogel im dunklen Gebüsch unter hellem Himmel kaum zu erkennen ist, weil das Bild von einem grauen Schleier überzogen wird.

Wenn es denn trotzdem ein Kompaktglas sein soll, wäre das Kowa 8x25 BD eine gute Wahl, bei der letzten Photokina konnte ich mich davon überzeugen.

Ansonsten wäre bei Deinem Preislimit ein gebrauchtes Porroglas wie das Vixen 8x32 Ultima oder das Nikon 8x30 E ( besser EII ) zu erwägen. Ein gebrauchtes Zeiss 8x30 Diafun wäre eine mögliche Alternative bei den Dachkantgläsern. Neue Gläser, egal ob Porro oder Dachkant, die wirklich gut zur Vogelbeobachtung geeignet sind und die Dein Preislimit nicht überschreiten, kenne ich leider nicht.

Beste Grüße

Manfred

 
Zitat von NGC224:
Meist ist auch, wie von Uwe Pilz erwähnt, das Streulichtverhalten schlecht, das bedeutet, dass ein kleiner Vogel im dunklen Gebüsch unter hellem Himmel kaum zu erkennen ist, weil das Bild von einem grauen Schleier überzogen wird.

So ist es bei dem Steiner-Glas nicht. Der Kontrast ist sehr gut. Die anderen Einschränkungen, auch das Ruhig-Halten sind aber solchen kleinen Geräten immanent. Ein großes Glas bringt eben mehr Trägheit mit.
 
Hallo Uwe,

das verstehe ich nun nicht so ganz ?) .

Du hast über das Steinerglas selbst geschrieben:

Lediglich die Streulichtabschrimung könnte besser sein (wenn man in Richtung Sonne blickt, wird das Bildfeld heller).

Das heißt doch, bei bestimmten Situationen leidet der Kontrast durch das Streulicht. Deine Äußerung

So ist es bei dem Steiner-Glas nicht. Der Kontrast ist sehr gut.

gilt also nur eingeschränkt, nämlich dann, wenn das Licht nicht von vorn kommt. Ich habe übrigens schon viele Kompaktgläser ausprobiert, mit von der Partie waren etliche Modelle der oberen Preiskategorie ( Leica, Zeiss, Nikon HG ), der Kontrast bei Gegenlicht konnte bei keinem Glas vollends überzeugen, allerdings gab es Unterschiede.

Beste Grüße

Manfred

 
... vielleicht das Action EX 8x40 CF von Nikon:

sehr großes Sehfeld, brillenträgertauglich, wasserdicht, beschlagfrei.
Hab selber noch nicht durchgesehen, die Optik soll aber gemessen am Preis (nur ca. 125 Euronen bei Foto Erhardt) recht gut sein.

Nachteile: ziemlich schwer und etwas klobig.

Kommt natürlich auch darauf an, welches Fernglas Dein Vater jetzt benutzt. Auch alte Ferngläser können mehr leisten als neue Billiggläser.


Bernhard
 
Zitat von NGC224:
Hallo Uwe,

das verstehe ich nun nicht so ganz ?) .

Du hast über das Steinerglas selbst geschrieben:

> Lediglich die Streulichtabschrimung könnte besser sein (wenn man in Richtung Sonne blickt, wird das Bildfeld heller).
:
:


gilt also nur eingeschränkt...

Gebüsch gegen hellen Hintergrund, das bewältigt das Glas gut. Das ist Kontrast im engeren Sinn.
Streulicht - so wie ich es hier meine - entsteht durch knapp außerhalb des Bildfeldes befindliche helle Lichtquellen (z.B. die Sonne). Wahrscheinlich ist der Platz im Glas für eine hochwertige Streulichtabschirmung zu gering.

Kontrast wird hauptsächlich durch die Gläser, die Vergütung und die innere Schwärzung bestimmt.
Für Streulichabschirmung benötigt man zusätzlich ein gut abgestimmtes Blendensystem.

Die Steiner-Gläser gibts bei Saturn, schaue doch einfach mal durch!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
in Bezug auf die Entblendung muss ich Manfred zustimmen. Ich habe selbst zwei Zeiss Kompaktgläser, nämlich das 8x20 Klassik und das 10x25 Design Selection. Besonders das 10x25 ist bei Gegenlicht kaum zu benutzen. Hier konnten nur selbst hergestellte Aufstecktuben (mit Veloursfolie ausgekleidet) Abhilfe schaffen. Eigentlich ein Armutszeugnis in dem Preisbereich.
Übrigens: Solch ein kleines Fernglas bietet prinzipiell ein sehr gutes Bild. Es ersetzt nach meiner Meinung aber keinesfalls ein größeres Glas, wenn man dem Hobby Ornithologie frönen will.
Gruß
Hans-Jürgen
 
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