Suche gutes Einsteigerteleskop

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Baaws

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Hallo,

da dies mein erster Beitrag ist, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heiße Niko, bin 24 Jahre alt und wohne in einer ländlicher Gegend.
Ich bin auf der Suche nach einem guten Einsteigerteleskop mit Nachrüstungsmöglichkeiten für eine Spiegelreflexkamera.
Fotografieren möchte ich aber erst mal hinten anstellen.
Ich habe mich ein bisschen im Forum umgeschaut und somit konnte ich mir schon ein paar Fragen beantworten.
Nur möchte ich zwischen 500-600€ in das Teleskop investieren (ohne Kamera, mit Zubehör).

Ich würde unsere Planeten gerne detailreich beobachten können und ebenso nahe Galaxien und Nebel.
Ich glaube ein Teleskop mit einer Öffnung zwischen 130-150mm und hoher Brennweite würde da passen,
falls ich mich nicht zu sehr von den Werten beirren lasse.
Wichtig ist mir auch eine stabile Montierung. Zwar werde ich das Teleskop fast nur in meiner Wohnung nutzen,
aber es ist für die spätere Fotografie sicherlich von Vorteil.
Ich habe ein, auf den ersten Blick, passendes Teleskop gefunden:
http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-n-150-750-eq-4/p,22465

Nur lässt sich dort keine Spiegelreflex drauf montieren, was mich etwas stört. Kann man das umgehen?
Im Zubehör befinden sich noch zusätzliche Okulare und zwei Barlowlinsen aus Plastik.
Nur würde ich mir auch zu einem anderen Teleskop das gleiche Zubehör bestellen sowie einen Satz Farbfilter.
Hat jemand Erfahrungen mit diesem Teleskop, oder kennt jemand ein gutes Teleskop welches passen würde?


Viele Grüße

-Niko
 
Hallo Niko,

Meine Empfehlung wäre ein 8'' F6 Dobson, damit kannst Du erst einmal Erfahrungen sammeln und in der Rockerbox ist das super stabil. Auch das Schwenken ich alle Richtungen ohne Montierung und Stativ finde ich angenehm.
Außerdem kommst Du da mit Deinem Budget aus und hast mehr in die Optik investiert. Falls dann später die Fotografie dazu kommt kann man eine passende Montierung zulegen und das Teleskop weiter verwenden.

Ich selbst habe einen 8'' F6 Dobson von GSO und bin sehr zufrieden. Fotos mache ich damit auch und habe mir dafür eine EQ-Plattform gebaut. Allerdings bin ich ohne Montierung auf helle Planeten, Mond usw. beschränkt. Oder die ISS Raumstation, wie Du an meinem aktuellen Bild in der Fotogalerie sehen kannst.

Gruß,
Holger
 
Hallo Niko,

willkommen im Forum.

Ich schließe mich Holger bezüglich der Empfehlung an.

Anstelle GSO würde ich, wenn eine DSLR ran soll, zum Skywatcher Dobson raten. Der hat anstelle der klassischen Höhenräder einen Andruckmechanismus, mit dem die Gängigkeit der Höheneinstellung reguliert werden kann. Durch das Gewicht der Kamera wird dann der Dobson nicht nach unten driften, wenn man es etwas fester stellt. Hier ein Bild, auf dem man das mit der Klemmung deutlich erkennt:

http://www.zudensternen.de/Teleskope%20f%FCr%20Einsteiger%20Dobson.html

Auch ohne nachführung geht bei Sonne und Mond mit der DSLR schon eine Menge. :-) Und mit Webcam erst recht.

VG Christian
 
Hallo Niko,

willkommen im Forum.

Fotografische und visuelle Beobachtung solltest Du unbedingt trennen,
Für den visuellen Teil ist viel Öffnung (wie unter den gegebenen Randbedingungen - insbesondere Mobilitätsanforderungen und Budget - machbar) nur durch mehr Öffnung sinnvoll zu ersetzen (und dunkler Himmel durch nichts).
Daher halte ich die Empfehlung für den 8"-f/6-Dobson für absolut sinnvoll: keine besonders hohen Anforderungen an Okulare, viel Öffnung, im Budget, stabil montiert, im Auto noch gut transportabel.
Für den fotografischen Teil brauchst Du eine genaue und stabile motorische Nachführung, bei 750mm Brennweite dürfte Guiding auch Pflicht sein - was weitere Komplexität und kosten bedeutet.
Deshalb aus eigener Erfahrung: fang mit dem Fotografieren mit den normalen Obbjektiven an. Das wird auch noch vom Skywatcher Star Adventurer (kompakte Reisemontierung, die ab und zu schon gebraucht zu haben ist) getragen.

Der Hauptgrund für die Trennung zwischen visuell und fotografisch: Was machst Du, während die Kamera durch das einzige Teleskop fotografiert?

E.

PS: Bevor ich das vergesse:
Zwar werde ich das Teleskop fast nur in meiner Wohnung nutzen
Das ist keine gute Idee, weil durch die aufsteigende warme Luft praktisch keine sinnvolle Beobachtung möglich sein wird.
 
Hallo nochmal,

@ Ecky:

Das mit der Trennung visuell/fotografisch ging für mich schon daraus hervor, dass Niko die Kamera "nachrüsten" möchte.

@ Niko:

Schau dir mal im Nachbarthema "Teleskope" den Thread "Galaxien fotografieren" an:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...cs/1193618/Galaxien_fotografieren#Post1193618

Da wird der Einstieg in die Fotografie gerade ausgiebig erläutert. Es wäre in Anbetracht des vorhandenen Threads wenig zweckführend, hier das Ganze noch einmal zu texten.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Niko,

Zitat von Baaws:
...Zwar werde ich das Teleskop fast nur in meiner Wohnung nutzen,...

Das fiel mir vorhin gar nicht auf. Lese ich hier zwischen den Zeilen, dass du weder Balkon/Garten/Terasse zum Beobachten und auch kein Fahrzeug zum Transport zur Verfügung hast?

Falls ja, wäre die ganze bisherige Beratung hinfällig. Die bisher angesprochenen Geräte sind definitiv nichts fürs Handgepäck. Außer, du nutzt eine Sackkarre oder Ähnliches.

Wie mein Vorredner bereits sagte, IN der Wohnung aus dem Fenster zu beobachten wird definitiv nichts. Da sind höchstens Fernglasbeobachtungen machbar, wenn man am Fenster steht.

VG Christian
 
Hallo,

erst einmal vielen Dank für die Antworten!

Zitat von copernicus:
Lese ich hier zwischen den Zeilen, dass du weder Balkon/Garten/Terasse zum Beobachten und auch kein Fahrzeug zum Transport zur Verfügung hast?

Ich wohne aktuell in einer Dachgeschosswohnung ohne Balkon, aber in Mitten von Weinbergen von denen aus man einen guten Blick hat.
Ich hatte mir tatsächlich überlegt das Teleskop vor das Fenster zu stellen, oder auf meine knapp 1/2 Meter breite Fensterbank (eher aber ersteres). Ich wusste nicht das die aufsteigende Raumluft einen Einfluss hat. In etwa einem halben Jahr werde ich aber aus dieser Wohnung ausziehen.



Zitat von EckyH:
Fotografische und visuelle Beobachtung solltest Du unbedingt trennen.
Der Hauptgrund für die Trennung zwischen visuell und fotografisch: Was machst Du, während die Kamera durch das einzige Teleskop fotografiert?

Das macht auf jeden Fall Sinn :biggrin:
Von daher werde ich mich dann auch erst mal auf Beboachtungen beschränken wollen und später dann auf die Fotografie, weshalb das 8"-f/6-Dobson Skywatcher glaube eine gute Wahl ist.
Außerdem scheint es noch relativ gut zu transportieren sein und der Weg in die Berge ist nicht weit und ein Auto habe ich auch.

Grüße

-Niko
 
Hallo Niko,

Zitat von Baaws:
...aber in Mitten von Weinbergen von denen aus man einen guten Blick hat...

Das klingt ja nach exzellenten Voraussetzungen, sofern der Himmel dort hinreichend dunkel ist. Hättest du kein Auto, würde ich jetzt zu einem lichtstarken Handgepäck-Teleskop raten, aber so bist du mit dem 8" f/6 Dobson augenscheinlich am besten beraten.

VG Christian
 
Hallo Niko,

auch von mir ein Wilkommen im Forum.

Zum Gucken würde ich Dir auch einen 8" Newton in Dobsonmontierung mit 2" Okularauszug empfehlen. Weil da so gut wie alles Geld in die Optik geht. Allerdings bräuchtest Du dann, wenn Du in die Deepsky-Fotografie einsteigen möchtest, nochmal sehr viel Geld.

Denn so ein 8" Newton-Teleskop braucht fotografisch noch etliches an Zubehör.

Als erstes eine Montierung der HEQ-6 Klasse. Oder besser. Alles drunter ist "Murx hoch 3". Denn das Gewicht und der Hebel vom Teleskop führt dazu, daß es beim Fokussieren, oder wenn Du das Teleskop berührst, oder auch nur der leiseste Windhauch geht, sofort anfängt zu schwingen und zu zittern. Visuell wartet man halt, bis das Schwingen/Zittern weg ist, aber fotografisch ist das der absolute Frustfaktor. Zitterlinien oder Eier statt runder Sterne. :(

Dann braucht die Montierung zwingend ein Polsucherfernrohr. Ohne wird "Einnorden" zum Kampf. :(

Die Montierung sollte auf einem ausreichend dimensionierten Stahlrohrstativ oder einem guten Holzstativ betrieben werden.

Und natürlich eine elektronische Nachführung mit ST-4 Eingang für Autoguiding. Ohne Autoguiding kannst Deepsky-Fotografie vergessen. :(

Für diese Elektronik brauchst im Weinberg dann natürlich einen ausreichend groß dimensionierten Akku.

Dann kommt der Autoguider. Das ist eine kleine Kamera, die in den Sucher gesteckt wird. Da bleibt sie am besten direkt drinn, wird einmal korrekt scharfgestellt und nie wieder rausgenommen. Mit dieser Kamera wird ein Stern kontinuierlich beobachtet. Software bemerkt sofort, wenn sich der Leitstern vom virtuellen Fadenkreuz wegbewegt und generiert Korrekturbefehle, die mit nem ST-4 Kabel in den ST-4 Eingang an die Nachführungssteuerung geschickt wird. Prinzipiell gibt es da 2 verschiedene Systeme:

- Standaloneautoguider wie den MGEN
- oder man nimmt eine kleine Planetenkamera wie die ALCCD5L-IIc. Letztere stöpselt man per USB-Kabel an den Laptop, auf dem läuft dann die Autoguidingsoftware.

Also muß der Laptop auch mit Strom versorgt werden.

So, nun zum Teleskop. Um die Kamera da ran zu flanschen, ist ein 2 " Okularauszug notwendig. Denn ein Newtonspiegel hat bauartbedingt immer "Koma". Sterne am Gesichtsfeldrand werden zu fetten Blobs mit Kometenschwanz nach außen abgebildet. Abhilfe bringt ein "Komakorrektor". Den gibt es nur in 2" Ausführung. Vom Komakorrektor geht es per T2 Zwischenring an einen Kameraadapter T2 auf Canonbajonet.

Damit man gut scharfstellen kann, brauchst

- einen Okularauszug mit 1:10 Untersetzung, optional auch noch einen Fokusmotor
- eine Bahtinovmaske

Alles zusammen koscht so ca. 2000 bis 2500 Euro. Ohne das Teleskop.

Wenn Du statt "Deepsky" (= Galaxien, Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen, ...) lieber Planeten fotografieren möchtest, brauchst ne gute apochromatische Barlow-Linse und Abstandsringe sowie ne Planetenkamera. Da reicht dann eine Nachführplattform (zusammen etwa 1000 Euro).

Deepsky-Astrofotos fallen jedoch nicht einfach so aus der Kamera. Für die braucht man viel Zeit beim Aufnehmen und später dann am Computer. Neben den "Lights" (langzeitbelichtete Fotos vom Motiv) brauchst auch noch "Darks" (Deckel auf den Newton, dann genauso lange Fotografieren wie bei den Lights), Bias (Deckel auf das Teleskop, so kurz wie möglich fotografieren) und "Flats (weißes T-shirt in der Dämmerung oder Flatfieldfolie über das Teleskop), die dann alle zusammen mit Deepskystacker (DSS) zu einem einzigen Summenbild verwurschtelt werden. Dieses "kalibrierte" Summenbild wird dann mit anderen Programmen (z.B. Fitswork) weiter verarbeitet. Im Kontrastumfang gestreckt, Helligkeit, Rauschen, Schärfe, Farbe angepaßt...

Auch bei Planetenfotos ist es nicht mit "Kamera anflanschen, scharfstellen, abdrücken, feddisch" getan. Da werden mit einer Planetenkamera 90 Sekunden Videos aufgenommen, diese Videos dann am Rechner sortiert und nur die scharfen Bilder übereinander gelegt. Das Summenbild wird ebenfalls geschärft und in Kontrast, Farbe und Rauschen angepaßt...

Ich schlage vor, Du lernst erstmal den Himmel ohne Fotografie kennen. Nach 2-3 Jahren Beobachtungspraxis kannst dann drüber nachdenken, ob Du Dir wirklich die Fotografie antun willst.Bis dahin weißt auch, welche Objekte/Motive es Dir angetan haben und dann kaufst genau das Geraffel, was Du für dieses Spezialgebiet brauchst...

:)
 
Hallo Niko
ich häng mich auch mal mit rein, ich will Dir einen Rat geben, warum fahrt Ihr nicht mal auf eine Sternwarte in eurer Gegend, die gibts eigentlich Überall. In Sternwarten sind meist auch Vereine die sich dort betätigen, dort findet Ihr die Info die Ihr braucht und die Leute helfen euch weiter, dort könnt Ihr auch sicherlich das eine oder andere Gerät testen. Es ist so was dem einen sein Dobson ist dem anderen sein Refaktor und dann kommen die Sprüche "Spiegel gehören ins Bad und Linsen in die Suppe" Jedes Teleskop hat seine Vor- und Nachteile, Du solltest das nicht Überstürzen, dem eins ist sicher "Die Sterne laufen Dir nicht weg" Ich hab in meiner Sammlung mehr als ein Dutzend Teleskope und zwei Koffer mit Okularen, das geht vom 60er Lunt über C14 bis zum 16"Dobson. Wenn Du Glück hast kannst Du dort aus der Sternwarte auch ein gebrauchtes Teleskop von einem alten Hasen kaufen, es testen und Dir weiter helfen lassen. Wir helfen neuen Leuten immer gerne weiter!
Erst gucken dann kaufen!
Grüße aus Dresden

Lothar
Sternwarte Radebeul
 
Hallo Lothar,

ganz meiner Meinung. Man lernt am besten Beim Umgang mit Teleskopen und im Austausch mit anderen Sternfreunden.

VG Christian
 
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