Suche Infos zu Mond und Planetenkamera (Zeiss)

Pellaggio

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Hallo,

schön, daß es noch Leute gibt, welche kleine Teleskope zu schätzen wissen. Ich habe mir - nach meiner "Öffnungswahn" und "Techniklust" (bzw. "-frust)"-Zeit - einen Telemator angeschafft und seitdem ist meine reine Beobachtungszeit wieder in die Höhe geschnellt. Mein vorheriges großen Teleskop habe ich zuletzt immer seltener mühsam auf den Balkon geschleppt, aufgebaut, verkabelt, Remoteverbindung hergestellt und dann mit dem Computer im Wohnzimmer herumgespielt, das ich zum eigentlichen Beobachten gar nicht gekommen bin. Mit dem Telemator ist es anders. Es steht aufgebaut (inkl. Okularrevolver) im Wohnzimmer. Ein Blick aus dem Fenster - Aha, das Wetter passt - Telemator auf dem Balkon (15kg) - Strom anstöpseln - kurz ausrichten - und den Himmel genießen. Herrlich. Jetzt habe ich eine Frage und ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Im "Zeiss virtuellen Museum" habe ich unter dem Begriff "Mond und Planetenkamera" für Amateur und Schulteleskope ein paar Einträge gefunden, leider sind weiterführende Infos/Erfahrungsberichte im Web quasi nicht existent! Gibt es hier jemanden, der hierzu ein Paar Infos/Fotos bereitstellen kann? Würde mich freuen.

Viele Grüße

Peter
 
Hallo Peter,

ich habe auf die schnelle diesen Beitrag in FB gefunden. Für mich hat diese Kamera (9x12 (?) Kamera auf dem Bild mit rotem Hintergrund) starke Ähnlichkeit mit den Mikroskop-Kameras der Zeiss Jena Mikroskope, speziell die von den alten schwarzen Modellen. Diese waren aber meiner Erinnerung nach für Rollfilmformat 6x9. Auch der Winkeleinblick vor der Kamera kommt mir sehr bekannt vor. Hier in einem Zeiss Jena Prospekt zur Mikrophotografischen Einrichtung MF sind Abbildungen der Kamera enthalten. Auch ein Zeiss Jena Fernoptik-Katalog könnte noch was bringen. Ich forste die Blätter mal durch.

Viele Grüße Kay
 
Hallo Peter, leider gibt meine Broschüre von Carl Zeiss Jena mit dem Titel 'Astronomische Amateurgeräte' keine weiteren Hinweise zur Mond- und Planetenkamera, lediglich zur Planfilmkamera mit dem 250er Tessar. Für mich sehen aber die Abbildung meiner im vorherigen Beitrag verlinkten Broschüre zur Mikrofotografischen Einrichtung MF auf Seite 11 und 16 der Planetenkamera schon sehr ähnlich. Da ich schon mal so eine (Mikroskop-)Kamera besessen habe, kann ich zumindest berichten, dass sie vorne einen selbstspannenden Zentralverschluß verbaut hat. Ob dies allerdings bei der Mond- und Planetenkamera auch so war, kann ich nicht sagen. Zumindest bei Mondfotografie würde das aber auch Sinn machen, um die kurzen Belichtungszeiten zu erreichen.

Vielleicht kommen aber noch weitere Hinweise und ggf. habe ich ja mit meinen Ausführungen in die richtige Richtung gedeutet.

Viele Grüße Kay
 
Hallo Alle,
Hallo Kay,

Ja genau, darauf wollte ich hinaus.

Im "Zeiss virtuellen Museum" bin ich auf genau dieses Bild gestoßen. In der Beschreibung wird diese als "Mond und Planetenkamera" ausgewiesen (1960). Mit folgenden Baugruppen:
  • Zwischenstück mit M44x1 Anschlussgewinde und Steckhülse für Projektiv
  • Projektiv 4:1 (6,3:1 verfügbar)
  • 4 Steck-Farbfilter für Projektiv
  • Kontrollokularansatz
  • Wechselring
  • 6,5x9 Plattenkamera (1.6x Vergrößerung) mit Zentralverschluß, 2 Kassetten, Matt & Klarglasscheibe, Drahtauslöser
Ich bin ursprünglich auch über das Kontrollokular gestolpert, welches als "Mond und Planetenkamera" (zur Verwendung mit speziellen Ansatzstücken für KB-Kamera) in der Telementor-Gebrauchsanweisung auftaucht.

Daher frage ich mich, ob hier aus dem Zeiss Mikroskop-Programm ein Set als "Mond und Planetenkamera" zusammengestellt worden ist (Miflex Universalkamera bzw. MF-System). Ich habe nur ein weiteres Bild finden können einer jüngeren Version der "Planetenkamera" in grauer Farbausführung mit Aufsatzkamera (2x Vergrößerung) um 1977.

Die Frage ist, ob auch die erwähnten 4:1 bzw. 6,3:1 Projektive aus dem Mikroskopbereich (mit deren 23,5mm Anschlussmaß) Verwendung fanden oder gab es spezielle Projektive mit 24,5mm Steckmaß? Im Zeiss Teleskop-Prospekt um 1980 wird eine "Mond und Planetenkamera" (und die Projektive) nicht gezeigt, aber auf der Teleskop-Zubehörseite sind Steck-Farbfilter abgebildet, die augenscheinlich einen deutlich kleineren Durchmesser aufweisen, als die Neutralfilter, welche auf die Zeiss Teleskop-Okulare gesteckt werden. Könnten diese Farbfilter für die kleineren Mikroskop-Projektive gedacht sein?

Grüße
Peter
 
Ach, Danke,
den Prospekt bzw. die classictelescope-Seite kannte ich noch gar nicht.
Im gezeigten MF-(Mikroskope) Prospekt wird die 2x Aufsatzkamera gezeigt, im älteren "Miflex"-Prospekt hingegen die 1.6er Kamera. Da die 1,6x Aufsatzkamera im 1979er (?) Schulteleleskop-Prospekt noch abgebildet wurde, gab es danach wohl noch eine Auflage der "Mond und Planetenkamera" mit der 2x Aufsatzkamera. Von dieser habe ich im Web genau 1 Bild gefunden (Real, also kein Prospektbild). Schade, das es so wenige Info's gibt. Wenn also hier Jemand noch was über diese Mondkameras berichten kann (Unterlagen, Prospekte, Gebrauchsanweisung, Bilder, Erfahrungsberichte, selbst angefertigte Astroaufnahmen usw.) würde ich mich darüber freuen.

Grüße
Peter
 
Hallo zusammen, macht euch mal den Spass und lasst Google im KI-Modus nach 'Zeiss Jena Mond- und Planetenkamera' suchen...ich bin erstaunt, wie schnell die in diesem Beitrag vorgenommenen Annahmen für die Suchergebnisse im KI-Modus bereitstehen (dieser Faden ist gerade mal 1,5 Tage alt und wird schon für die KI-Suchergebnisse referenziert). Gleichsam erwecken diese KI-Suchergebnisse den Eindruck, die hier gemachten Annahmen wären gesichert, meine Aussagen sollen aber lediglich als Denkanstoss dienen, technische Ähnlichkeiten zur Zeiss Jena Mikrofotoeinrichtung MF sind für mich zu erkennen. Ich möchte jedoch meine Vermutung, es könnte sich um identische Komponenten handeln, nicht als gesichert verstanden wissen, dazu fehlt mir die Expertise zur technischen Entwicklungsgeschichte von Zeiss Jena.

Aber vielleicht lesen hier ja ehemalige Zeissianer mit, die die Vermutung be- oder widerlegen können.

Viele Grüße Kay
 
Hallo zusammen,
ich habe noch eine Art Prospekt aus dem Jahre 1962 gefunden ... auf 4 Seiten ist sie ausführlich beschrieben.
Das Prospekt sieht sehr nach einem Messe-Exemplar aus ... schnell noch zusammengetippt und vorgestellt zur MMM :-) .

Diese Prospekte im "Schreibmaschinen-Stil" waren früher sehr verbreitet bei Zeiss. Wenn ich so grob überschlage, hat man das gut 40 Jahre lang bei Zeiss durchgezogen. Ich habe - in einem anderem Thema erwähnt - Versilberungs-Anleitungen von Spiegeln aus den 40ern und auch die Meniskas-180-Vorstellung aus Anfang der 80er Jahre.

Im Katalog von 1959 ist die Kamera übrigens noch nicht aufgeführt.

Und ja, ich glaube, dass die Kamera aus dem Mikroskop-Bereich adaptiert ... und damit z.B. auf die 24,5er Okulare umkonsturiert wurde.

CS,
Marcel
 

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Sehr gerne.
Die Broschüre (Schul- und Amateurgeräte) zeigt in der Ausgabe von 1963 und 1975 nicht mehr Details ... und die Spezialbroschüre zur Astrofotographie (1977, wenn ich mich richtig entsinne) zeigt es auch nur etwas bunter (also für damalige DDR-Verhältnisse "bunt", wobei hellgrau und dunkelgrau ja schon fast als Hippie-Farben galten :LOL: ) ... aber eben nicht detailierter.
Falls da doch noch Infos gewünscht werden, könnte ich morgen nochmal den Transmissions-Riemen auf den Scanner auflegen ...

Viele Grüße,
Marcel
 
Hallo Marcel, wenn es nicht zu viele Umstände macht, ich wäre an weiteren Dokumenten interessiert, speziell an der erwähnten 'Spezialbroschüre zur Astrofotografie (1977)'.
Vielen Dank vorab und viele Grüße Kay
 
So ... hier nun noch die zwei versprochenen Literaturstellen zum Thema Mond- und Planetenkamera.
Dann dürfte alles Verfügbare an Daten zusammengetragen sein.
Nach der Einführung (vermutlich 1959) hat sich ja bis in die 70er Jahre vermutlich nichts mehr geändert ... warum auch, Die Sachen haben sich ja in der Mikroskopie schon etliche Jahre vorher bewährt.


Mir stellen sich nun nur noch die Fragen:

Hat jemand so ein Teil vollständig?
Gibt es noch Platten oder Planfilm in der Größe, die man (zumindest theoretisch) mit den Kameransätzen verwenden könnte?

Klar kann man heute mit Mosaik-Technik und KI wesentlich bessere Mondbilder erzeugen ... und ich will auch nicht mehrere kEUR teuere großformatige Chips hinter das 4:1-Projektiv (eines meniscas 150) hängen ... aber die Möglichkeit, ein 80mm großes Mondbild auf Film zu bringen sehe ich als sehr große Herausforderung (und ich weiß, dass ein erfahrener Leiter einer Volkssternwarte an dem Thema gescheitert ist).
Paul Ahnert hat es bestimmt probiert (und/ oder erfolgreich umgesetzt), daber da kommen wir mit einer Frage nun fast 40 Jahre zu spät ...

Ich habe selbst für meine Zeiss-Astrokameras noch einen Adapter (den es ja im Foto-bereich imme rnoch gebraucht zu kaufen gibt) von 9x12-Platte auf 6cm Rollfilm (ich glaube, es ist in einer Kassette sogar noch ein Film eingelegt).
Wahrscheinlich kann uns aber nur einer der "echten" Kamera-Experten (die früher auch selbst zuhause entwickelt haben) sagen, was noch verfügbar wäre.

Vielleicht sehe ich das Thema zu emotional, aber aus der ursprünglichen Frage nach Infos zur Mond- und Planetenkamera sehe ich jetzt das allseits präsente Thema des Verlusts von handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnissen, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurden.

In diesem Sinne ein Dankeschön an alle, die sich um den Erhalt der alten Technik kümmern oder zumindest sorgen.
Aber ich möchte auch den Zeigefinger mahnend erheben und ein Zitat anbringen:
"Nostalgie ist das Heroin des Alters". :cool:

In diesem Sinne CS,
Marcel
 

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