Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobachtung

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Rincewind

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Hallo Bino-freunde,

ich suche ein reisetaugliches Fernglas 7x40 bis 10x50.
Möchte es kurz halten und sage Euch einfach meine Anforderungen und was ich damit vorhabe.

Meine Anforderungen:
1. relativ leicht
2. Preis bis 200€
3. garantiert Staubdicht!
4. evtl. Spritzwasserdicht

Was habe ich damit vor?
Ich möchte auf Safari nach Afrika.
Also soll es möglichst gut den Staub der Wüste abkönnen und auf Temperaturunterschiede nicht grad mit Innenbeschlag reagieren (Tropen/Wüste, Tag/Nacht).
Es soll zur Tierbeobachtung auf der Safari dienen.

Ein weiterer Zweck ist die Himmelsbeobachtung Nachts. Ich werde wohl keine Aufhellung am Himmel haben und maximalen Kontrast. Möchte damit einige Objekte des Südhimmels beobachten. Dafür muss es aber wieder relativ Lichtstark sein.

Kann es das geben? Ein gleich gutes Glas für die Gluthitze des Tages und grellem Sonnenschein UND für die Astronomie?

Nach eine Frage: Haben Ferngläser einen eingebauten UV-Filter?
Wenn nicht: Gibt es welche mit Filtergewinde Objektivseitig um evtl. Fotofilter (Grau, UV, Skylight, Polar) aufzuschauben?

Bei Teleskopen wird ein Riesenaufstand zur Sonnenbeobachtung gemacht - bei Ferngläsern lese ich noch nicht mal was von UV-Schutz. Was passiert, wenn ich mit einem 7x50-Fernglas bei voller Sonne auf eine spiegelnde Wasseroberfläche schaue?

Bitte schreibt mal was dazu. Ich habe von Ferngläsern soviel Ahnung, wie ein Tintenfisch vom Bergsteigen.

 
Hallo Max,

wenn ich mal drei Deiner Anforderungen nehme (garantiert staubdicht, kein Beschlagen im Innern und Preis 200 Euro), so sieht es in dem Moment schlecht aus, wo das Fernglas auch optisch was taugen soll. Irgendwie passen solche Anforderungen nicht zum Preislimit. Im Klartext muß Dein Fernglas mit Stickstoff gefüllt sein und es muß entweder eine Innenfokussierung oder eine Einzelokulareinstellung haben. Nur damit läßt sich ein Fernglas soweit abdichten, daß es praktisch wüstentauglich wird. Solche Ferngläser gibt es beispielsweise von Docter-Optik und evtl. auch bei Steiner. Dummerweise kosten die aber deutlich mehr wie 200 Euro. Als Alternative würde mir ein Zeiss Jena DF oder EDF 7x40 einfallen, was man sich gebraucht auf ebay suchen könnte. Aber auch da wird es mit 200 Euro eng. Bei Porrogläsern mit Aussenfokussierung wäre ich vorsichtig. Es gibt zwar solche mit Stickstofffüllung, aber ob die Mechanik auf längere Zeit feinem Staub widersteht, da habe ich meine Zweifel. Bleibt also im wesentlichen ein Dachkantglas mit Innenfokussierung oder ein Modell mit Einzelokulareinstellung (Dachkant oder Porro). Aber auch so ein Exemplar kann den Geist aufgeben, wenn Staub in die Gewinde der Okularverstellung kommt.

Nun finde mal ein Dachkantglas mit Innenfokussierung, was widrigen klimatischen Bedingungen gewachsen ist, wo auch noch die Optik ansprechende Ergebnisse liefert und das Fernglas in Deinen Preisrahmen passt. Es soll ein paar Steiner Ferngläser geben, die für einen harten Einsatz konzipiert sind. Allerdings kenne ich keins, was optisch sehr gut ist und erst recht keins für 200 Euro. Die Docter-Optik Gläser sind auch nicht unter 500 Euro zu haben und für Alternativen von Zeiss oder Nikon (wie die 8x30 Gläser mit Einzelokulareinstellung) gilt beim Preis dasselbe. Wenn es bei 200 Euro bleibt, dann kannst Du Dir nur ein halbwegs brauchbares Dachkantglas kaufen und hoffen, daß es die Reise überlebt. Wenn ich mir anschaue, was es da für 200 Euro gibt, so sehe ich die Sache nicht besonders optimistisch ...

Was den UV Schutz betrifft, so gibt es durchaus Hersteller, die dem Rechnung tragen. Das Docter-Optic Navidoc 7x50 gehört dazu und auch bei Steiner müßte man was finden. Schau Dich mal auf deren HP um, da kann man auch den aktuellen Katalog herunterladen. Im Forum wurde das Thema schon diskutiert und es sollten sich fundierte Aussagen finden. Zum Beispiel hier und hier ...

Frank.
 
Hallo,

da will ich auch mal meinen Senf dazu geben...

Ich stimme Frank zu, daß die Optionen in dem Preisbereich mager sind. Der Vorschlag, ein billiges Dachkantglas zu kaufen und das Beste zu hoffen, wäre mir aber doch zu riskant. Bei einer Reise, die man wohl nur einmal macht und die sicher nicht ganz billig ist, würde ich nicht gerade da sparen. Wenn das Glas nun doch verreckt, ärgert man sich erst recht. Außerdem sind billige Dachkanten oft optisch nicht so toll.

Eine Alternative wäre, doch ein teures Marken-Dachkantglas zu kaufen (Zeiss, Swarovski, Leica) und nach der Reise wieder zu verkaufen. Wenn es nicht gerade im Sandsturm abgeschmirgelt wurde, sollte sich der Wertverlust in Grenzen halten. Nachteil: hinterher hat man kein Fernglas mehr...

Die andere Alternative sind Porro-Ferngläser mit Einzelokular-Einstellung. Der Einzelfokus ist für Astro nicht weiter störend. Bei Naturbeobachtung ist er nur störend, wenn man oft Objekte im Nahbereich (< 30m) sehen will. Ich denke, wenn der Löwe so nahe 'rankommt, hat man andere Sorgen :-)

Schau Dir mal diesen Testbericht an: http://www.boote-magazin.de/testtechnik/zubehoer/tec12021.html . Da geht es zwar um Kompass-Ferngläser für Segelboote; aber ich denke, wenn es wasserdicht ist, wird es auch staubdicht sein. Als Testsieger wird das 'Fujinon Mariner 7x50', auch als Fujinon WPC-XL bekannt, für 150 Euro genannt (nicht zu verwechslen mit Fujinon FMT-SX, das ein Vielfaches kostet). Das Glas gibt es auch ohne Kompass (Fujinon WP-XL - ohne 'C'). Das könnte Deine Anforderungen erfüllen. Ich habe aber selber keine Erfahrung damit.

Interessant ist an dem Test noch, daß die optischen Eigenschaften selbst der teuren Steiner-Gläser nicht so toll bewertet werden. Da kann man sich dann vorstellen, wie es mit den billigeren (sinnigerweise 'Safari' genannten) Produkten aussehen mag...

Letzlich sind da noch die Militärferngläser. Da ist das Problem, daß man sie in der Regel nicht fabrikneu kaufen kann (bzw. sie sind dann sehr teuer), und die ausgemusterten sind oft schlecht erhalten. Hinzu kommt, daß sie oft farbstichig sind (für Naturbeobachtung nicht gut). Ich würde in diesem Bereich zum DF 7x40 von Zeiss/Jena (Porro-Glas der NVA) raten. Es ist nur leicht gelbstichig und die Strichplatte ist nicht so aufdringlich. Ich habe selber eines und hatte es genau für diesen doppelten Einsatz zur Tag- und Nachtbeobachtung schon im Urlaub mit, allerdings nur in Bayern und nicht in Afrika :-) Nachteil: es ist schwer und es ist nicht multivergütet, d. h. die Transmission ist nicht so hoch und es mag Geisterbilder an Lichtquellen wie dem Mond geben. In jedem Fall muß man darauf achten, ein neuwertiges aus Lagerbestand oder ein gut restauriertes zu bekommen. Bei ebay und auch bei Frankonia sind viele 'runtergewirtschaftete Gurken dabei.

Das EDF 7x40 (Dachkant-Glas der NVA) ist besser vergütet und leichter, aber stark gelbstichig und i. d. R. auch teurer als 200 Euro, wenn es in ordentlichem Zustand ist. Das russische BPO 7x30 ist für 120 Euro fabrikneu zu haben, aber auch gelbstichig und zeigt tolle Geisterbilder am Mond :-( In dem Testbericht http://de.geocities.com/holger_merlitz/ior7x40.html wird noch das rumänische IOR 7x40 sehr gut bewertet; das kenne ich aber nicht aus eigener Anschauung. Das muß man wohl aus USA beziehen. Es gibt davon auch eine Variante ohne Strichplatte und sonstigen militärischen Schnickschnack.

Ach, noch etwas: wenn Du Brillenträger bist, teste vor dem Kauf, ob Du mit Brille das volle Gesichtsfeld überblicken kannst. In keinem Punkt wird von Herstellern und Verkäufern so unglaublich gelogen wie bei Brillenträger-Tauglichkeit. Und erst die Brille wegstecken, wenn sich der Löwe zeigt, dauert zu lang - dann ist er vielleicht schon wieder weg.

Hans-Georg
 
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Hallo,

7x40-10x50 Ferngläser sind eigentlich selten reisetauglich und relativ leicht.
Ich kann mich den bisherigen Antworten nur anschließen, ein Glas wie von Dir gewünscht ist mir noch nicht unter gekommen.
Bei Steiner rate ich zur Vorsicht, für das Geld bekommt man auch vorteilhaftere Optik.
Ich empfehle Dir für Reisen ein 8x30 oder 10x30, das kann man auch zur Digicam mitnehmen und wenns ein Gutes ist auch für Astrozwecke einsetzen. Größere Gläser lässt man schnell in der Unterkunft liegen und nimmt lieber die Fotoausrüstung und mehr zu trinken mit...
Schau bei ebay nach einem neuen 8x32BA (oder BN) Auslaufmodell vom Händler, das kannst Du ohne Verlust nach dem Urlaub wieder verkaufen.
Unter 600 Euro wird´s aber wohl eher mager aussehen...

UV Licht spielt bei größeren Objektivdurchmessern und höheren Vergrößerungen wohl eher eine Rolle. Aber wer trägt schon gerne ein 10x50 Fujinon mit sich rum, nur diese Gläser haben aufschraubbare Filtervorsätze.

Gruß

Robert
 
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Ja, ein gutes gebrauchtes älteres Leica wäre sicher optimal. Ansonsten - das günstigste Dachkantfernglas, das ich als gut bezeichnen und für die genannten Zwecke geeignet halten würde, kostet neu leider knapp 400,- Euro. Ich meine das Olympus 8x42 EXWP I waterproof. Es gibt auch noch einige andere Geräte dieses Typs: http://www2.olympus.de/consumer/bino/series.cfm?id=WATERPROOF
Vielleicht hast Du irgendwo die Gelegenheit, dieses Glas auszuprobieren.

Steve
 
Hallo Ricewind !

Nun möchte ich auch meinen Senf dazugeben, bzw. meine Erfahrungen:
Ich habe mir für solche Zwecke ein gebrauchtes Optolyth 10x25 Pocket ersteigert /Type Sporting.
Selbiges wird zwar nicht mehr produziert, das Nachfolgemodell ist ein 10x28 und für ca. 300 Euro zu haben.
Lt. Herstellerangaben wasserdicht, stickstoffgefüllt.
Ob die Prismen auch mit Phasenkorrekturbelag ausgestattet sind, weiss ich nicht, ich bin mit meinem 10x25 aber hoch zufrieden. 10-fach ist gerade die Vergrößerung, die man noch einigermassen freihändig nutzen kann. Die Austrittspupille von 2,8mm ist für die Tagbeobachtung auch gut geeignet. Eventuell hat es bei Architekturbetrachtung (Kircheninneres) etwas zu wenig Lichtsammelvermögen, aber das ist ja auch nicht Dein Hauptzweck. So ein Pocketfernglas wiegt nicht viel und passt in die Hosentasche. Meinem Vater habe ich ein 8x21 Pentax UCF mini gekauft, auch sehr gute Optik (das ist ein Porroglas mit nach innen gedrehten BAK4 Prismen, damit es kompakt ist). Dieses kostete um die 100 Euro. Im direkten Vergleich zum LEICA 8x20 hat es kaum Schwächen gezeigt (ausser, dass es hässlich ist).
S.a. http://www.pentax.de/pentaxeurope/pentaxeurope_prod/pentaxeurope/v2/de/photo/Fernglaeser/UCF%20Serien/UCF%20M%20Serien/UCF-M_8x21/index.html

Dann gäbe es z.B. noch den Nikon Sporter I 10x36 für runde 270 Euro.
Alle dies Gläser sind relativ gut, natürlich wäre ein Zeiss, Leica oder Swarovski in der Kategorie 8x30 bzw. 10x32 o.ä. die bessere Wahl, aber da müsstest Du tiefer in die Tasche greifen (800-1200 Euro).

Ich empfehle Dir für Deine Anforderungen:
"Ich möchte auf Safari nach Afrika.
Also soll es möglichst gut den Staub der Wüste abkönnen und auf Temperaturunterschiede nicht grad mit Innenbeschlag reagieren (Tropen/Wüste, Tag/Nacht).
Es soll zur Tierbeobachtung auf der Safari dienen."

So ein Pocket-Glas wie von mir erwähnt in der von Dir gewünschten Preiskategorie.

CS
Hans
 
Einspruch!

Dann gäbe es z.B. noch den Nikon Sporter I 10x36 für runde 270 Euro.
Alle dies Gläser sind relativ gut
Hallo Hans,

ich widerspreche Dir ungern, aber beim Nikon Sporter I kann ich nicht anders <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Soweit ich weiß, ist das Fernglas nicht mit Stickstoff gefüllt und "nur" mit O-Ring Dichtungen gegen Spritzwasser geschützt. Das ist aber nicht das Problem. Optisch ist das Fernglas aus meiner Sicht eine Zumutung. Die Vergütung der Prismen läßt arg zu wünschen übrig und das Bild wirkt am Tag einfach nur flau. Ich habe vor einigen Tagen wieder mal durch ein 8x36 geschaut und schlagartig wurde mir klar, warum andere Hersteller ihre Optiken auch im Innern ordentlich vergüten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Man sollte vermuten, daß ein preiswertes 8x36 nicht soviel schlechter ist wie ein teures 8x30, immerhin ist die Öffnung in ihrer Fläche um 44% größer. Pustekuchen. Ich glaube, sogar ein Leica 8x20 liefert bei Tag bessere Bilder. Für Astro mag das Nikon gehen, für Tagbeobachtungen würde ich mir lieber ein vernünftiges Kompaktglas suchen. Für ein gebrauchtes Leica 8x20 ist der Aufpreis wahrscheinlich gar nicht mal so hoch ...

Frank.
 
Hi,

laß Dir doch mal von Teleskopservice das 10x42 Triplet Dachkant zur Ansicht kommen! Recht klobig und schwer (970 Gramm), aber wasserdicht, stickstoffgefüllt und mit einer für den Preis überzeugenden optischen Leistung versehen.

Frank Schäfer hat mal einen Test auf seiner lobenswerten HP gemacht:

http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/astro_fgl4.htm

Mich wundert, daß er es Dir nicht empfohlen hat. Vom Preis- Leistungsverhältnis hervorragend und Du hast den Service eines anerkannt guten Händlers:

http://www.teleskop-service.de/Fernglas/Fernglas/42Dachkant/42dachkant.htm

Auf der TS-Seite findest Du auch einen Vergleichstest mit einem Docter und einem älteren Zeiss Dialyt. Dort ist es auch nicht schlecht weggekommen. Das TS Glas hat früher über 200,-EUR gekostet, IMHO sind 149,-EUR ein Schnäppchen.


carpe noctem
Matthias

 
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Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Man kann natürlich auch einen anderen Standpunkt einnehmen und sich fragen: Warum muss das Fernglas eigentlich unbedingt dicht sein? Ein CZJ Dekarem/Jenoptem würde ein paar Wochen Urlaub in der Wüste doch auch überleben. Wenn man Jahrelang in der Wüste unterwegs wäre, dann wäre das etwas anderes, aber jedes Fernglas erträgt eine Menge Staub, bevor es unbrauchbar wird. Auch ein gewisser Herr Rommel musste damals ohne Leica und Fujinon auskommen :-). Man könnte daher 150 Euro für ein 10x50 Dekarem/Jenoptem investieren, und falls die Gewinde dann wirklich sandig werden, dann anschliessend noch einmal 100 Euro für die Generalüberholung, um zu verhindern, dass sie sich im Laufe der Jahre abschmirgeln.

Ansonsten käme in der Tat das rumänische IOR 7x40 den Anforderungen relativ nahe, weil es eine modernere Vergütung hat als die NVA Ferngläser (es leistet am Himmel aber trotzdem nicht so viel wie ein 10x50). Alternativ gibt es bei TS ein 10x50 WP, dessen optische Qualität ich nicht kenne, das aber so eine Reise auch überleben sollte.

Die letzte Alternative wurde bereits genannt: Vergiss die 200 Euro Grenze und kauf Dir ein wirklich gutes Fernglas, das Dich auch auf allen kommenden Reisen begleiten wird. Dabei arbeiten Deine Ansprüche leider immer noch gegeneinander: Das beste mobile Astro Glas ist wohl das 10x50 Fujinon FMT-SX, das aber 1.4 kg wiegt, und das würde ich wiederum nicht auf der Safari herumschleppen wollen. Zum Reisen wäre ein 8x42 oder 10x42 geeigneter, und hier gibt es ja unter den teureren Geräten jede Menge Auswahl :-)



Viele Grüsse,
Holger
 
Wunder

> Mich wundert, daß er es Dir nicht empfohlen hat.

Hallo Matthias,

mich wundert, daß Dich das wundert. Mich wundert es nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Als ich den Bericht geschrieben habe, war ich noch jung, dynamisch und voller Hoffnung. Hoffnung, daß ich mit einem Testbericht vielleicht den Sprung ganz nach oben auf die TS Website schaffe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />. Hab's nicht geschafft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />. Macht aber nichts <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Nun aber mal im ernst. Das TS 10x42 WP hatte ein paar Schwächen, wo ich mir eine Empfehlung schon etwas genauer überlege. Da ich seinerzeit auch das 8x42 hatte, sind mir in der Summe doch ein paar Dinge unangenehm in Erinnerung. Vor allem gehören die teilweise mangelhafte Justierung und Spiel in der Fokussiermechanik dazu. Mit optischen Schwächen wie etwas Randunschärfe und Reflexen kann man bei dem Preis gut leben. Aber die Fokussierung sollte sauber und spielfrei funktionieren und Blenden sollten symmetrisch zur optischen Achse angeordnet und sinnvoll platziert sein. Da ich auch außerhalb von ade Anfragen und Hinweise zu Ferngläsern bekomme, habe ich den Verdacht, daß diese Schwächen z.T. auch bei aktuellen Modellen noch vorkommen.

Wenn es unbedingt ein Dachkantglas sein muß und 200 Euro das oberste Limit sind, dann kann man sich das TS natürlich mal kommen lassen. Wenn ich mir im Vergleich das Minolta 8x42 Classic Sport anschaue, dann würde ich eher zu dem tendieren. Mit Stickstoff gefüllt ist es ebenfalls, dabei ist es deutlich leichter, kompakter und billiger ist es auch. Bei Mittenschärfe und Kontrast sollte es dem TS Glas mindestens gleichwertig, wenn nicht gar überlegen sein. Als weitere Alternative käme für mich noch das Bresser Montana 8x42 infrage. Das hat zwar nur 114m/1000m Sehfeld, dafür hat es eine ansprechende Optik und ist sehr gut verarbeitet. Auch das Glas ist leichter und kompakter wie das etwas bullig wirkende TS und die Mechanik des Montana macht den Eindruck, als ob sie auch eine Reise nach Afrika verträgt.

Ich werde meinen Standpunkt so schnell nicht ändern: im Bereich unter 300-400 Euro ist ein Porroglas noch immer die bessere Wahl. Dieser Eindruck hat sich erst kürzlich wieder bestätigt, als ich zwei der neuen Konica-Minolta Activa 8x42 D WP Sport Dachkantgläser ausprobieren durfte. Es würde mich nicht wundern, wenn die aus demselben Werk wie manch anderes moderne "High-End" Fernglas kommen. Probleme bei der Justierung, Schwächen in der Fokussiermechanik und leichtes Spiel in der Dioptrienkorrektur kenne ich irgendwoher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Von der Verarbeitung machten die Gläser einen etwas billigen Eindruck und der Gesamteindruck fiel bei mir weit hinter die Minolta Classic Sport Porrogläser zurück. Dazu kam eine in Teilen schief geklebte Gummierung, insbesondere bei einem der Gläser am Fokussierrad. Das führte dazu, daß der Fokussierknopf mit seiner Gummierung eierte und periodisch am Gehäuse schliff, was die Fokussierung mal schwer- und mal leichtgängig machte. Da kann mir einer erzählen was er will, die Auslagerung der Produktion bei angesehenen Optikherstellern in Japan ist keine so gute Idee. Da wird an allen Ecken und Enden gespart und der moderne Kunde in unserer Geiz ist geil Gesellschafft wird's schon kaufen. Offenbar geht die Rechnung auf, sonst würde man sich bei Nikon oder Minolta mehr Gedanken um eine vernünftige Qualität in der Einstiegsklasse machen. Da könnte man manchmal echt in die Tischkante beißen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
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Re: Einspruch!

Hallo Frank !
Ich hatte das Nikon Sporting offengestanden nur einmal in der Hand und kurz durchgeblickt, nicht wirklich getestet und auch kein Vergleichsglas in der Hand. Mein Eindruck war nicht so schlecht (im Vergleich zu so manchem sonstigen Fernostschrott, den man so kaufen kann). Aber ich stimme Dir zu, begeistert war ich nicht besonders. Und gekauft habe ich es auch nicht - obwohl ich für meine Fernglasmacke ja bereits bekannt bin. Stickstoffgefüllt ist es offenbar auch nicht. Ich bin aber der Meinung, dass man für den Einsatzzweck, den das gesuchte Fernglas erfüllen sollte (Wüste, Safari) nicht unbedingt ein stickstoffgefülltes haben müsste.
Also - würde ich mir für diese Anwendung ein Fernglas kaufen, sollte es klein und kompakt sein.
Ich nehme auf meine Fernreisen immer den 10x25 Optolyth mit.
Sollte es aber ein Dämmerungsglas sein, um Hyänen, Löwen oder Geparden in der Savanne in der Abenddämmerung beim Jagen zu beobachten, dann müsste man wohl auf ein 7x50 oder 7x42 Glas zurückgreifen. Löwen kann man aber auch tagsüber im Schatten liegend beobachten, sind ja ziemlich faule Biester. Und wahrscheinlich ist letzteres öfters der Fall, weil man zu ihnen hingekarrt wird. Noch dazu - die Dämmerung dauert nicht lange an in Afrika, in 1/4-1/2 Stunde ist meist alles vorbei, dann wird es schlagartig Dunkel. Und dann möchte ich einem Löwen nicht zu nahe sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> , zumindest nicht ausschließlich mit einem Fernglas in der Hand <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .
Somit ziehe ich meine Nikon-Nennung zurück und stimme selbstverständlich der Erwähnung eines Leica bzw. Zeiss oder Docter 8x20 bzw. 8x22 bzw. 10x25 voll zu.
Ich kenne übrigens echte Safari-Jäger (z.B. den Generalimporteur für Docter in Österreich), der selber in Afrika jagt, selbiger verwendet dort ein 10x25 Pocket.
In der Hitze mit Fotoapparat (Spiegelreflex), Zusatzobjektiven, Wasserflasche, ev. Rucksack für allen möglichen Krimskrams und dann noch ein schweres Fernglas - das kann ziemlich mühsam werden......

Da würde ich eher noch zusehen, dass ich einen gut erhaltenen Deltrintem auf eBay ersteigere (der hält ziemlich viel aus) - oder maximal so einen EDF aus NVA-Beständen. Letzteren hatte ich noch nicht in der Hand, soll aber auch schon ein ziemliches Trumm sein.

...und einen Nikon 8x36 nehm´ ich nochmals genauer unter die Lupe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Beste Grüße und hat mich gefreut wiedereinmal in Kontakt mit Dir zu sein.
Wie geht´s so ? Schreib´mir doch einmal ein paar Zeilen - und was hat sich so an neuen Dingen in Deinem Optik-Fachlabor eingefunden ?

CS
Hans
 
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Re: Einspruch!

Hallo Hans,

ein Pocketglas ist sicher eine Überlegung wert. Nur stand bei Max auch die Himmelsbeobachtung auf dem Plan. Und wenn's nach Afrika geht, würde ich mich diesbezüglich nicht auf ein Pocketglas beschränken.

> Wie geht´s so ?

Es geht wieder aufwärts. Da es wohl immer weniger gute Ferngläser und immer mehr Ramsch gibt, erholt sich auch mein Kontostand. Und da das Wetter in Deutschland nicht besser wird, halten sich die Überweisungen an Astrohändler ebenfalls in Grenzen. Also geht es prima <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Neuzugänge im Bereich Optik gibt es bei mir keine, zumindest keine für Astro. Mal sehen, wenn der Kontostand es hergibt, kaufe ich Nikon vielleicht noch ein 8x32 SE ab. Bevor das auch noch eingestellt oder in China produziert wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Astro+Afrika

Hallo,

nachdem bei den Tieren ja genauso wie bei den Sternen hohe Anforderungen stehen und ein Stativ nirgends
reinpasst, würde ich (wie meine Vorredner) halt beim Geld aufstocken:
ein Canon 10x30 IS ist sowohl tags als auch nachts ein schönes Glas (halt nicht abgedichtet, aber bekommt das Glas
bei den üblichen Safaris wirklich so viel Staub ab?) - und ein 15x50 IS ist bereits ein kleines Freihand-Observatorium
(und abgedichtet, allerdings für so 850€ Minimum das Ganze).
Ein Kompromiß wäre das 12x36 Canon IS - derzeit mit ca, 500€ z.B. bei foto-koch.de
Und wasserdicht ist auch das Minolta Sport 10x50 zu derzeit 100€ bei foto-erhardt (falls es halt etwas weniger
auch sein darf - aber das weniger wird vor allem im Fehlen der Stabilisierung bestehen, sonst sind die nicht schlecht.

Gruß
 
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Hallo Leute,

erstmal einen RIIIEEEESENdank für die vielen sehr aufgefeilten Antworten, von denen mir wirklich jede weitergeholfen hat. Spitze!
Letzte Woche war leider etwas stressig für mich, sonst hätte ich schon eher mal geschrieben.

Jetzt habe ich schon mal einige Favoriten, die ich einfach mal zur Ansicht bestellen und ausprobieren werde:

Darunter sind:
Fujinon Mariner 7x50 WP-XL (885g)
Minolta Classic II 10x50 (800g)
Bresser Spezial-Jagd 11x56 (1100g)
Vixen Ultima 7x42 (620g)

wobei Fujinon und Vixen eher die Wahl sind, auch wenn es beim Vixen auch teurer werden kann.

Wichtig ist mir auch, dass ich den Unendlich-Fokus auch noch ohne Brille einstellen kann, da ich -7 dptr. habe und bei billigen Gläsern der Fokusweg nicht mehr ausreicht um das auszugleichen. Dann kann ich im unendlichen nicht mehr scharfstellen - alles schon gehabt.

Viele Grüsse und ein schönes WE im Schnee...
 
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Hi,

jetzt muss ich nochmal einen Tipp loswerden. Wenn Du -7dpt. hast und ein Safari/Astroglas suchst gäbe es für mich nur zwei Gläser die überhaupt in Frage kommen würden:

Das (zivile!) Docter Safari 7x40 B/GA oder das gleiche Modell mit der 10 fachen Vergrößerung.
Neuere Modelle haben keinen gelbsich mehr!

Beide Modelle haben mit die großzügigsten AP-Abstände und Dioptireneinstellbereiche die ich kenne. Auch sind es die robustesten und optisch besten Gläser dieser Klasse, wasserdicht, stickstoffgefüllt und handlich, die ich kenne. Ein IOR oder auch Steiner Glas kann da nicht mithalten. Nur der Preis stimmt nicht ganz mit Deinen Vorstellungen überein. Aber die Gläser halten ein Lenben lang.
Auch gibt es am Gebrauchtmarkt perfekte, bei der Beobachtung kaum störende Blendfilter für ca 15 Euro aus Militärbeständen.

Diese Gläser würde ich nicht ausser Acht lassen, da sie meiner Meinung nach die optimale Mischung Deiner Anforderungen sind.

Gruß

Robert
 
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Hi Binofan,

ich glaube, ich habe es nicht richtig ausgedrückt:

Die -7 dptr. habe ich auf BEIDEN Augen und der Unterschied zwischen den Augen ist nur 0,25 dptr.
Also ist der Dioptrienausgleich, der meist an einem Okular ist und bei guten Geräten schon bis +/-5 reicht gar nicht so wichtig, lediglich der Fokusweg des gesamten Geräts. Ich habe sogar schon an einem Teleskop nicht scharfstellen können, weil der OAZ nicht reichte.

Wer allerdings meint, mit -7dptr sei man ein Maulwurf: Mit der richtigen Brille habe ich mehr als 150% Sehkraft auf beiden Augen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Trotzdem danke für den Tipp, werd's mir mal genauer ansehen...
 
Re: Wunder

Hallo Fernglasfreunde,

eine erste Enttäuschung habe ich schon hinter mir, denn das erste Fernglas, welches mir freundlicherweise zur Ansicht zugeschickt wurde, ist mit meinen Dioptrien auf den Augen nicht scharfzustellen. Der Okularschlitten setzt bei der Unendlichkeitsfokussierung auf dem Fernglas auf - ende.

Da ich aber unbedingt auch ohne Brille durch das Glas beobachten möchte, ist der Fokusweg in Richtung unendlich sehr wichtig.

Hat jemand Erfahrung damit als Brillenträger? Welches Glas hat noch genug "Luft" zum fokussieren?
Dies ist glaube ich erstmal wichtiger als Preis/Qualität usw. denn ich wäre schon froh, ein Glas zu finden, was ich überhaupt ohne Brille benutzen kann.

Gruss,
Max
 
Re: Wunder

Hallo Max,

das Dekarem/Jenoptem von Carl Zeiss Jena hat Thomas schon genannt. Mein altes Dekarem schafft mit dem Mitteltrieb -8dpt, das sollte reichen. Allerdings muß nicht jedes Dekarem/Jenoptem soweit gehen, daher hilft auch hier nur ausprobieren. Ansonsten sind mir nur Zeiss und Docter-Optik als Hersteller bekannt, welche einigen ihrer Ferngläser einen Überhub von -7dpt mit auf den Weg geben. Bei Zeiss auf der Homepage müssten sich die entsprechenden Daten finden. Bei den Victory FL Gläsern stehen -7dpt im Prospekt. Wie es bei den günstigeren Conquest Gläsern ausschaut, weiß ich nicht. Ein Anruf bei Zeiss sollte das klären. Docter-Optik bietet die beiden Safari Gläser 7x40 und 10x42 mit Einzelokulareinstellung an. Hier werden ebenfalls -7dpt für den Fokussierbereich genannt. Vor einigen Tagen hatte ich das neue Steiner Safari 8x32 und das alte Wildlife 8x32 in den Händen. Hier hatte ich den Eindruck, daß der Fokussierbereich recht großzügig angelegt ist. Zahlen kann ich Dir allerdings keine nennen. Ein Anruf bei Steiner sollte ebenfalls helfen, dies abzuklären.

Wieweit der Überhub bei Billiggläsern reicht, kann man wohl nur durch eigene Tests herausfinden. Inwieweit die deutschen Vertretungen von Nikon oder Minolta diesbezüglich aussagefähig sind, wird wohl auch nur ein Telefonanruf klären. Versuche es doch einfach. Beim Test solltest Du unbedingt nachts am Sternhimmel den Fokussierbereich ausloten. Ein Fernglas mit -6dpt kannst Du bei Tag wegen der erhöhten Akkommodationsfähigkeit Deiner Augen und der größeren Schärfentiefe bei kleiner Augenpupille evtl. noch auf unendlich fokussieren. Nachts wird es dann eng.

Ich würde einfach mal verschiedene Hersteller anrufen. Bei der Gelegenheit bekommst Du einen guten Eindruck, wie vertraut die Hersteller/Vertreiber mit ihren Gläsern sind. Bei Zeiss und Leica bekommst Du sicher fundierte Informationen. Bei der einen oder anderen Firma ist es mitunter hilfreich, wenn man einen Optiker am Telefon hat und nicht den Verkaufsberater <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Suche Reisetaugliches Fernglas für Tagbeobacht

Hallo,

leider war das Docter bei Ebay schon vorzeitig beendet, weil es wohl einen Fehler hatte.

In der Zwischenzeit noch ein Bresser Cobra 7x50 bekommen.
Ein sehr schönes Glas, rein vom anschauen, mit roter Nachtsicht-Vergütung und guter Gummiarmierung.

Das Bild ist auch schön hell, was bei 50mm Öffnung auch zu erwarten war.
Leider funktioniert es für mich auch nicht - auch meine Freundin mit -5dptr. kann es nicht scharfstellen.

Der Einblick mit Brille ist eigentlich sehr gut, viel besser als beim 7x42 von Vixen und könnte bei mir glatt durchgehen - grade bei dem attraktiven Preis von rund 90€ für das Bresser.

Schade eigentlich, würde mir sehr gefallen. Wer mit Brille beobachtet kann das Glas wohl gut benutzen, nur möchte ich eben auch ohne Brille durchgucken können.

Daher geht die Suche weiter...

Nochmals vielen Dank für Eure Hinweise, werde sie nach und nach abarbeiten. Zeitdruck in der Auswahl habe ich ja (noch) nicht).
 
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