Andreas_Scheid
Aktives Mitglied
Hallo,
hier mein BB vom Samstag Abend:
Datum: 04. September 2010
Zeit: 21:30 bis 01:00 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: klar, 7°C, kein Wind
Seeing: Schlecht, zum Schluss besser
Grenzgröße: 6Mag in UMI
Geräte:
12“ Gitterdobson, Eigenbau
12,5“ Reisedobson
Fernglas 15x50 IS
Das war ein anstrengender Tag gewesen: In meiner Firma war Tag der offenen Tür. In Anbetracht der Tatsache, dass außer bei normalen Werksführungen keine Möglichkeit für meine Familie besteht, einmal einen Blick in unser Allerheiligstes zu werfen, waren wir dort über 6 Stunden auf den Beinen. Anschließend ging es dann noch zur Jubiläumsevent des hiesigen Kalkwerkes - man was taten mir die Beine weh! Zwischen beiden Ereignissen erhielt ich eine Rundmail von Horia mit der Absicht zu einem Deepsky- Abend. Gegen 20:30Uhr verließ ich letztere Lokalität noch vor der großen Lightshow und packte das Auto. Der Himmel sah allerdings gar nicht gut aus. Überall Cirren und vereinzelt richtig dunkle Wolken. Aber wer nichts wagt, der auch nix sieht. Ich fuhr trotzdem los und traf gegen 21:30Uhr auf unserem Beobachtungsplatz im Taunus ein. Und der Himmel hatte nun auch offen – wer hätte das gedacht. Horia hatte schon aufgebaut. Wir sollten auch zu zweit bleiben. Benny hatte Horia mitgeteilt, dass er erst morgen herausfahren wollte.
Die Milchstraße war sehr deutlich strukturiert und im Westen bis fast zum Horizont zu sehen. Das Seeing war sehr bescheiden, dafür brauchte es kein Teleskop. Horia wollte es trotzdem genau wissen und hielt auf Jupiter. OK, wir wollten ja auch Deepsky. Unvorbereitetes Beobachten hat bei mir schon fast Tradition, mit der ich dringend einmal brechen sollte. Nachdem der Spiegel halbwegs abgekühlt und Justiert war fuhr ich erst ein paar Sternformationen an. Ha und Chi in Perseus, sonst immer zum Schluss, kamen ganz am Anfang und zeigten mir sofort, dass der Spiegel noch mehr Zeit brauchte. Nach kurzem Plausch kam der 2. Versuch an M13. Schon besser.
NGC 6503 im Drachen war leicht zu finden und schon im 22er LVW recht deutlich zu sehen. Deutlich oval aber auch nach längerer Beobachtung ohne innere Struktur. NGC 6543, der Katzennebel ebenfalls sehr deutlich, aber hier konnte ich mit 8mm noch deutlich mehr vergrößern und glaubte auch ein unregelmäßiges Innenleben erkennen.
In Perseus machte ich mich auf die 2. Suche nach Jones 1. Eigentlich leicht anzupeilen aber gesehen habe ich den PN wie schon beim ATDS-TT auch diesmal nicht. Reiner, ich bleibe dran.
Danach bin ich nach nebenan zu M31 nebst Begleitern. Unser großer Nachbar war schließlich schon mit bloßem Auge zu sehen. Bei gutem Himmel eine Augenweide. Ich hatte das Gefühl, selbst ins 31er Nagler passt die Gx nicht ganz hinein, aber ein Staubband war sehr deutlich auszumachen.
Dann kam der OIII ins gleiche Oku und ich peilte den Cirrusnebel an. Der hatte mich fast umgehauen. Beide Teile präsentierten sich exzellent detailliert, kleinste Nebelfetzchen waren auszumachen. Hier blieb ich eine ganze Weile und staunte.
Zwischendurch griff ich auch noch zum Fernglas und spazierte über die Milchstraße. Weiter ich Westen konnte ich noch einige Gasnebel erkennen, aber leider nicht bestimmen. Die guten Bekannten M27 und M71 schaute ich mir im Anschluss auch noch im Teleskop an. M27 auch sehr detailreich diesmal. Den PN NGC 6905, der laut DS-Reiseatlas von einem Sternentrapez umgeben ist suchte ich vergebens. Wie ich später erfuhr, hatte Horia auch kein Glück.
Beim Blick auf den kleinen Wagen konnte ich kurz einen 6 Mag Stern aufblitzen sehen, was sich auch mit Horias Beobachtung deckte.
M57 in der Leier war das nächste Ziel, da fiel mir auf, dass die umliegenden Sterne nicht mehr richtig scharf zu bekommen waren. Ich steckte also zum 2. Mal an diesem Abend nochmal den Justierlaser in den OAZ. Interessant, da hatte sich wirklich was verstellt. Da muss ich beim nächsten Mal drauf achten. Vielleicht war beim ersten Justieren noch nicht alles auf Betriebstemperatur. Bei der anschließenden Kontrolle war die Abbildung dann wieder in Ordnung. F/5 muss eben doch immer schön justiert sein.
Zwischendurch durfte ich durch Horias Teleskop noch einen Blick auf Uranus werfen. Er war neben einzelnen Sternen ganz klar als Scheibchen zu erkennen.
Inzwischen war es empfindlich kalt geworden. Das letzte Teil Oberbekleidung war längst schon angezogen und ich habe mir geschworen, beim nächsten Mal wieder Skihose und Moonboots mitzunehmen. Meinem Mitbeobachter war auch kalt, obwohl er schon besser eigepackt war als ich.
Zum Schluß warf ich noch einen Blick auf Jupiter. Das Seeing war zwischenzeitlich deutlich besser und erlaubte einen schönen Blick auf mehrere klar getrennte Wolkenbänder. Einen dunklen Fleck auf dem unteren dunklen Band hielt ich erst für einen Mondschatten, die Monde waren aber vollzählig links und rechts vom Planeten zu sehen. Es handelte sich daher wohl um eine dunkle Struktur auf der Oberfläche. Auch Horia konnte diesen Fleck deutlich erkennen.
Jetzt kroch mir die Kälte doch zu sehr in die Glieder und meine schmerzenden Knie vom Tag wurden immer unangenehmer. Wir beschlossen, den Abend zu beschließen. Beim Abbau bemerkten wir beide schon beginnenden Tau auf den Fangspiegelrändern. Das wäre dann sowieso der Schluss gewesen. Ich wollte nochmal durchs Fernglas auf die Plejaden schauen, aber auch das hatte schon Taubefall. Gegen 1:00Uhr hatten wir alles verstaut und mussten kurz die Autos laufen lassen, weil die Scheiben von innen stark beschlagen waren.
Horia überlegte noch, ob er am Sonntag noch mal mit Benny herausfährt. Für mich ist das leider zu spät- der Wecker um 5:30Uhr kennt da kein Erbarmen. So geht eine schöne Beobachtungsnacht in netter Gesellschaft zu Ende.
Gruß und klaren Himmel
Andreas
hier mein BB vom Samstag Abend:
Datum: 04. September 2010
Zeit: 21:30 bis 01:00 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: klar, 7°C, kein Wind
Seeing: Schlecht, zum Schluss besser
Grenzgröße: 6Mag in UMI
Geräte:
12“ Gitterdobson, Eigenbau
12,5“ Reisedobson
Fernglas 15x50 IS
Das war ein anstrengender Tag gewesen: In meiner Firma war Tag der offenen Tür. In Anbetracht der Tatsache, dass außer bei normalen Werksführungen keine Möglichkeit für meine Familie besteht, einmal einen Blick in unser Allerheiligstes zu werfen, waren wir dort über 6 Stunden auf den Beinen. Anschließend ging es dann noch zur Jubiläumsevent des hiesigen Kalkwerkes - man was taten mir die Beine weh! Zwischen beiden Ereignissen erhielt ich eine Rundmail von Horia mit der Absicht zu einem Deepsky- Abend. Gegen 20:30Uhr verließ ich letztere Lokalität noch vor der großen Lightshow und packte das Auto. Der Himmel sah allerdings gar nicht gut aus. Überall Cirren und vereinzelt richtig dunkle Wolken. Aber wer nichts wagt, der auch nix sieht. Ich fuhr trotzdem los und traf gegen 21:30Uhr auf unserem Beobachtungsplatz im Taunus ein. Und der Himmel hatte nun auch offen – wer hätte das gedacht. Horia hatte schon aufgebaut. Wir sollten auch zu zweit bleiben. Benny hatte Horia mitgeteilt, dass er erst morgen herausfahren wollte.
Die Milchstraße war sehr deutlich strukturiert und im Westen bis fast zum Horizont zu sehen. Das Seeing war sehr bescheiden, dafür brauchte es kein Teleskop. Horia wollte es trotzdem genau wissen und hielt auf Jupiter. OK, wir wollten ja auch Deepsky. Unvorbereitetes Beobachten hat bei mir schon fast Tradition, mit der ich dringend einmal brechen sollte. Nachdem der Spiegel halbwegs abgekühlt und Justiert war fuhr ich erst ein paar Sternformationen an. Ha und Chi in Perseus, sonst immer zum Schluss, kamen ganz am Anfang und zeigten mir sofort, dass der Spiegel noch mehr Zeit brauchte. Nach kurzem Plausch kam der 2. Versuch an M13. Schon besser.
NGC 6503 im Drachen war leicht zu finden und schon im 22er LVW recht deutlich zu sehen. Deutlich oval aber auch nach längerer Beobachtung ohne innere Struktur. NGC 6543, der Katzennebel ebenfalls sehr deutlich, aber hier konnte ich mit 8mm noch deutlich mehr vergrößern und glaubte auch ein unregelmäßiges Innenleben erkennen.
In Perseus machte ich mich auf die 2. Suche nach Jones 1. Eigentlich leicht anzupeilen aber gesehen habe ich den PN wie schon beim ATDS-TT auch diesmal nicht. Reiner, ich bleibe dran.
Danach bin ich nach nebenan zu M31 nebst Begleitern. Unser großer Nachbar war schließlich schon mit bloßem Auge zu sehen. Bei gutem Himmel eine Augenweide. Ich hatte das Gefühl, selbst ins 31er Nagler passt die Gx nicht ganz hinein, aber ein Staubband war sehr deutlich auszumachen.
Dann kam der OIII ins gleiche Oku und ich peilte den Cirrusnebel an. Der hatte mich fast umgehauen. Beide Teile präsentierten sich exzellent detailliert, kleinste Nebelfetzchen waren auszumachen. Hier blieb ich eine ganze Weile und staunte.
Zwischendurch griff ich auch noch zum Fernglas und spazierte über die Milchstraße. Weiter ich Westen konnte ich noch einige Gasnebel erkennen, aber leider nicht bestimmen. Die guten Bekannten M27 und M71 schaute ich mir im Anschluss auch noch im Teleskop an. M27 auch sehr detailreich diesmal. Den PN NGC 6905, der laut DS-Reiseatlas von einem Sternentrapez umgeben ist suchte ich vergebens. Wie ich später erfuhr, hatte Horia auch kein Glück.
Beim Blick auf den kleinen Wagen konnte ich kurz einen 6 Mag Stern aufblitzen sehen, was sich auch mit Horias Beobachtung deckte.
M57 in der Leier war das nächste Ziel, da fiel mir auf, dass die umliegenden Sterne nicht mehr richtig scharf zu bekommen waren. Ich steckte also zum 2. Mal an diesem Abend nochmal den Justierlaser in den OAZ. Interessant, da hatte sich wirklich was verstellt. Da muss ich beim nächsten Mal drauf achten. Vielleicht war beim ersten Justieren noch nicht alles auf Betriebstemperatur. Bei der anschließenden Kontrolle war die Abbildung dann wieder in Ordnung. F/5 muss eben doch immer schön justiert sein.
Zwischendurch durfte ich durch Horias Teleskop noch einen Blick auf Uranus werfen. Er war neben einzelnen Sternen ganz klar als Scheibchen zu erkennen.
Inzwischen war es empfindlich kalt geworden. Das letzte Teil Oberbekleidung war längst schon angezogen und ich habe mir geschworen, beim nächsten Mal wieder Skihose und Moonboots mitzunehmen. Meinem Mitbeobachter war auch kalt, obwohl er schon besser eigepackt war als ich.
Zum Schluß warf ich noch einen Blick auf Jupiter. Das Seeing war zwischenzeitlich deutlich besser und erlaubte einen schönen Blick auf mehrere klar getrennte Wolkenbänder. Einen dunklen Fleck auf dem unteren dunklen Band hielt ich erst für einen Mondschatten, die Monde waren aber vollzählig links und rechts vom Planeten zu sehen. Es handelte sich daher wohl um eine dunkle Struktur auf der Oberfläche. Auch Horia konnte diesen Fleck deutlich erkennen.
Jetzt kroch mir die Kälte doch zu sehr in die Glieder und meine schmerzenden Knie vom Tag wurden immer unangenehmer. Wir beschlossen, den Abend zu beschließen. Beim Abbau bemerkten wir beide schon beginnenden Tau auf den Fangspiegelrändern. Das wäre dann sowieso der Schluss gewesen. Ich wollte nochmal durchs Fernglas auf die Plejaden schauen, aber auch das hatte schon Taubefall. Gegen 1:00Uhr hatten wir alles verstaut und mussten kurz die Autos laufen lassen, weil die Scheiben von innen stark beschlagen waren.
Horia überlegte noch, ob er am Sonntag noch mal mit Benny herausfährt. Für mich ist das leider zu spät- der Wecker um 5:30Uhr kennt da kein Erbarmen. So geht eine schöne Beobachtungsnacht in netter Gesellschaft zu Ende.
Gruß und klaren Himmel
Andreas