Tagesbeobachtung der Venus

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mattodilu

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Tagesbeobachtung der Venus

Hallo

Seit 2 Wochen habe ich einen neuen Sport entdeckt...Die Venus am Taghimmel aufzusuchen und ohne Instrument zu betrachten...
Meine Methode ist asolut simpel...ich finde Venus jetzt jeden Tag am Himmel. Den Vorgang werde ich als retrogrades Aufsuchen bezeichnen. Am ersten Tag habe ich Venus knapp bei Sonnenuntergang gesucht, dann ist es aufgrund der Daemmerung einfacher..
Ich habe versucht mir die Position von Venus zu Sonne am Horizont so gut wie moeglich eizupraegen. Am naechsten Tag hab ich eine Stunde frueher in Richtung der vermeindlichen Position von Venus geblickt und begonnen nach Venus zu suchen. Ich beschatte meine Augen mit dem Handballen vor dem grellen Sonnenlicht oder stelle mich in den Schatten von Gebaueden...Dann dauert es einige Sekunden und da steht sie dann; je haeufiger man den Versuch unternimmt umso schneller gelingt es Venus zu finden. Ich glaube , wer Venus einmal am Tag gesehen hat sieht sie leicht immer wieder...

Nun das ganze ist zwar spannend aber damit nicht genug!!

Ich sehe das erste Mal 2 Planeten und das Zentralgestirn um das sie kreisen. Die Erde auf der ich stehe und die fast gleich grosse Venus,die selbst im Feldstecher nur ein kleiner Lichtpunkt ist.

Ich sehe die Groesse der Venusumlaufbahn jetzt noch nahe an ihem groessten Winkelabstand zur Sonne, und immer das Gestirn um das wir beide kreisen!!!

Ich sehe das erste Mal Himmelsmechanik live zum anfassen!! Erstmals werden mir Distanzen und Groessenverhaeltnisse im Kosmos total begreifbar bewusst!

Ich stehe auf der Erde und merke aufgrund ihrer Goesse nichts von der Erdkruemmung ( es koennte auch ne Scheibe sein!? ) Und dort oben steht die Venus ziemlich gleich gross wie wir und auch im Feldstecher nur ein Lichtpunkt, und sehe ihre Bahn um die Sonne und dann die enorme Feuerkugel der Sonne...Da kapier ich wie unglaublich riesig diese Sonne sein muss!!!Unglaublich!!

Und ich denke mir dass die Waermestrahlung die ich im Gesicht spuere 8 Min gebraucht hat um bei mir anzukommen, dass ich in diesem Moment auf die juengste Vergangenheit unseres Nuklearfeuers schaue...8 Min ist das her was ich sehe...

Es gibt 2 Dinge die mich aehnlich stark emotionalisieren wie die Tagesbeobachtung der Venus...Betreff der Himmelsmechanik ist das vielleicht eine Nacht lang Jupiter und der Tanz der gallileischen Monde...

Ansonsten der Ueberflug der ISS...hab ich haeufig gesehen, und doch fasziniert mich die Idee jedes Mal aufs neue das dort 3 Leute auf 400 km Hoehe in 29 Tsd Std/km um die Erde rasen.Ich muss jedes Mal stehen bleiben und das Spektakel verfolgen.

Wer mich heute gesehen hat wie ich in den stahlblauen Himmel stierte, hat bestimmt gedacht dass ich einen groben Dachschaden habe...Ist mir egal,ist jedes Mal eine irre Erfahrung und ich moechte jedem den Eigenversuch ans Herz legen...

Gruesse aus der Toskana


Matthias
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Hab ich früher auch mal so gemacht... Meine Venus-Rekorde:

16.10.99, 15.03S 7h 32min. nach SA -4,48mag 46°W

31.12.97, 11.26 4h 41min. vor SU -4,60mag 29°E

Dann hab ich den Sport weitergetrieben, mit den anderen Planeten, hellen Sternen... wie nah vor/nach Konjunktion lassen sie sich entdecken mit bloßem Auge usw... Ganz schönes Hobby und ein Lauf um Rekorde
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Hallo Matthias,

solche Tagesbeobachtungen sind auch mit dem Teleskop sehr interessant! :)

Gruß
Lots
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Nabend zusammen ;)

ich finde es persönlich komisch, wenn man das große Ding am Himmel nie wirklich wahrgenommen hat, sieht man es aber dann einmal bewusst und weiß worum es sich handelt, findet man es ungewollt immer wieder :D

Na ich hoffe das die Nächte bald wieder klarer werden

CS und Gruß
Markus
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Hi Markus,

Ich sehe das erste Mal 2 Planeten und das Zentralgestirn um das sie kreisen. Die Erde auf der ich stehe und die fast gleich grosse Venus,die selbst im Feldstecher nur ein kleiner Lichtpunkt ist.

Ich sehe die Groesse der Venusumlaufbahn jetzt noch nahe an ihem groessten Winkelabstand zur Sonne, und immer das Gestirn um das wir beide kreisen!!!

Ich sehe das erste Mal Himmelsmechanik live zum anfassen!! Erstmals werden mir Distanzen und Groessenverhaeltnisse im Kosmos total begreifbar bewusst!

Ich stehe auf der Erde und merke aufgrund ihrer Goesse nichts von der Erdkruemmung ( es koennte auch ne Scheibe sein!? ) Und dort oben steht die Venus ziemlich gleich gross wie wir und auch im Feldstecher nur ein Lichtpunkt, und sehe ihre Bahn um die Sonne und dann die enorme Feuerkugel der Sonne...Da kapier ich wie unglaublich riesig diese Sonne sein muss!!!Unglaublich!!

Und ich denke mir dass die Waermestrahlung die ich im Gesicht spuere 8 Min gebraucht hat um bei mir anzukommen, dass ich in diesem Moment auf die juengste Vergangenheit unseres Nuklearfeuers schaue...8 Min ist das her was ich sehe...

Es gibt 2 Dinge die mich aehnlich stark emotionalisieren wie die Tagesbeobachtung der Venus...Betreff der Himmelsmechanik ist das vielleicht eine Nacht lang Jupiter und der Tanz der gallileischen Monde...

so geht es mir auch manchmal, und es ist einfach nur geil!

Noch was anderes: Als ich das erste mal unter richtig sternklaren Himmel stand war der Himmel für mich das erste mal richtig "rund"! Sonst denkt man immer das wäre halt die "flache" Atmosphäre über uns, aber wenn man erstmal bewusst Sterne und Planeten sieht, begreift man erst, dass man ja eigentlich ganz weit ins Weltall hinein schaut.

Ich kenne dieses Gefühl das du beschreibst und geniese es auch jedes mal.

Gruß,
Clemens
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Ich habe am 18. Juni 2007 die Venusbedeckung durch den Mond beobachtet - am frühen Nachmittag. Das eindrucksvollste an dieser Sichtung war es, die Venus "ganz einfach" in der Nähe des Mondes zu sehen. Es ist in einem solchen Moment schier unerklärlich, wie man so etwas helles übersehen kann. Aber man braucht eben etwas, woran sich der Fokus festhalten kann.
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Hallo Uwe,

ähnliche Erfahrungen habe ich mal bei der Venusbeobachtung am Morgenhimmel (rund um den Sonnenaufgang) gemacht. Ich hatte ein 7x50-Fernglas und eine kleine Russentonne (500mm f/6,3) auf Stativen zur Orientierung dabei. Je stärker die Sonne geschienen hatte, um so schwiriger wurde es natürlich, die Venus auch ohne Instrument aufzufinden. Eine Weile nach dem Zeitpunkt, als ich sie nicht mehr mit bloßem Auge in's blaue hinein finden konnte, kam ein Kondensstreifen durch die fragliche Region gezogen. Mit dem Wissen aus der Fernglasbetrachtung, wo die Venus relativ zum Kondensstreifen gerade steht, war sie für mich auch wieder mit bloßem Auge leicht auffindbar. Genauso erging es mir wiederum 10min später, als die Venus hinter leichte Schleierwolken geriet. Obwohl durch diese Schleierwoklen im Morgenlicht der Kontrast natürlich etwas vermindert war, konnte ich die Venus auch jetzt wieder mit bloßem Auge erkennen, was mir kurz vorher ohne die Wolken nicht mehr möglich war.
Es hatte mich damals auch sehr erstaunt, wie wichtig solch ein Anhaltspunkt, an dem sich das Auge "festhalten" kann, für diese Art der Beobachtung ist.

Viele Grüße
Stephan
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Richtig, ich habe die Erfahrung auch gemacht, dass Wolken am Himmel eine Tagbeobachtung der Venus erleichtern als wenn der ganze Himmel eine blaue Wand ohne Orientierungspunkte darstellt. Im Fernglas die Position anhand eines Merkmals an der vorbeiziehenden Wolke merken, dann gehts auch recht leicht mit bloßem Auge. Alternativ hilft es auch sich so zu stellen, dass Venus (oder ein anderes Objekt) knapp über einem Haus etc. stehen und man so die genaue Position per Fernglas anhand des Vordergrundobjekts auf die freie Beobachtung übertragen kann.
 
Re: Tagesbeobachtung der Venus

Hallo Leute!

Ich habe eben - gegen 16.30h - Venus im 10"er (steht seit 'ner Stunde zum Auskühlen im Garten, will versuchen noch C/2006 W3 Christensen zu sichten :cool:) beobachtet. Die sich immer mehr zur Sichel entwickelnde Planetenphase ist echt nett anzusehen, bei 120x schlägt das Seeing aber deutlich zu.

Das Auffinden war eigentlich kein Problem: Lediglich mit der Hand die Sonne etwas "ausgeblendet" und in die grobe Richtung gepeilt. Wenn man ungefähr weiß, wo Venus sich befindet, ist das Auffinden eigentlich kein wirkliches Problem...
 
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