Telekop bei EBay

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OliverWieland

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Hallo, zusammen!

Ich lese hier schon eine geraume Zeit mit, weil ich mir endlich mal meinen Kindheitstraum vom eigenen Teleskop erfüllen möchte.
Nach dem Hausbau ist leider nicht allzuviel Geld übrig geblieben, aber man kann ja schließlich nicht alles haben... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

Im Moment liebäugel ich mit dem Classic Newton 150/750 auf EQ3 bei TS. Jetzt hab ich eben bei Ebay das hier gefunden:
http://cgi.ebay.de/Fernrohr-8-Newton-Spi...1QQcmdZViewItem

Was halten die hiesigen Experten davon?


Viele Grüße
Oli
 
Hi

Lass lieber die Finger davon, weil:
durch das geringe Öffnungsverhältnis (Brennweite durch Öffnung) die Anforderungen an Okulare zu gross werden, d.h. die Okulare werden sauteuer.
... und ..., hast Du schon mal durch ein Teleskop geschaut?

Am Besten Kontakt zu Sternfreunden in Deiner Gegend suchen und dann mal "probeschauen", da kannst Du dann rausfinden was für ein Teleskop das Richtige für Dich ist.

Dobson, Refraktor, Richfielder, MAK, SC, APO, Newton, ... es gibt soviele ... und ich will ALLE haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

lg

Mathias
 
Hi!
Das Öffnungsverhältnis würde mich jetzt nicht gravierend stören, da ich schließlich auch mit f/4 beobachte und gut zurechtkomme. Allerdings die Montierung stört mich, da diese absolut unterdimenioniert ist. Anonsten ist die nächste Sternwarte die beste Adresse um sich schlau zu machen.
Gruß,
Jan-David
 
Hallo Zusammen,

ich kann mich daran erinnern, daß über das abgebildete Teleskop diskutiert wurde, daß es möglicherweise einen Kugelspiegel und keinen Parabolspiegel hat.
Wenn da ein Kugelspiegel drin sitzt, ist es quasi unbrauchbar. Das scheint aber die Hersteller in Fernost nicht davon abzuhalten, neuerdings Newtons mit f/5 und f/4 mit Kugelspiegeln auszuliefern.
Das unsichere "hätte wenn und könnte wollte" liegt natürlich daran, daß diese Geräte in Fernost alle ähnlich produziert werden, so daß man es ihnen nicht an der Nase ansehen kann, was gerade drin steckt. Und leider muß man auch bezweifeln, daß der typische Ebay-Kunde einen Kugelspiegel wirklich erkennt. Er könnte ja auch glauben, daß das schlechte Bild so sein muß.
Wenn natürlich ein Parabolspiegel darin ist, dann kann man mit dem Gerät schon was anfangen. Es ist aber eher ein Foto- und Deepsky-Spezialteleskop. Auf die Okularproblematik wurde ja auch schon hingewiesen. Die Montierung wird vom Einsteiger generell unterschätzt, sonst gäbe es nicht so viele Angebote mit zu schwacher Montierung.

Clear Skies
Sven
 
Danke erstmal für die Infos.

Ich hab drei Bekannte, mit denen ich schon ein paar mal spechteln war (Dob, Mak, parall. Newton) , von daher kann ich mir schon bißchen was unter den unterschielichen Teleskoparten vorstellen.
Die Tatsache mit f/4 fand ich auch problematisch, da ich schon ein bißchen Planeten schauen will, wenn auch nicht hauptsächlich.

Aber ich glaub, ich bleib doch lieber bei meinem "Wunschgerät" (s.o.), die Sache mit dem Kugelspiegel ist mir da doch zu heiß...

Gruß
Oli
 
Hallo ind wilkkommen an Bord,

Dass man mit kurzbrennweitigen Newtons Planeten nicht so gut beobachten kann ist meiner Meinung nach ein Mythos. Zumindest kann ich auf Grund meiner Beobachtungen anderes erzählen (wobei es natürlich immer schwierig ist, anhand weniger Geräte auf die große Masse zu schließen). In meinem Fall kenne ich einen 12" f/4-Newton eines Vereinskollegen der am Planeten (ich selbst habe dadurch bisher Jupiter und Saturn gesehen) ein ganz hervorragendes Bild liefert. Bei Newtons gibt es meiner Meinung nach am Planeten nur drei Zauberwörter: "Guter Spiegel", "gute Justage" und "gut ausgekühlt". Dann braucht sich ein f/4-Newton auch am Planeten vor keinem Refraktor zu verstecken.

Zu dem ebay-Teil: Ich würde auch die Finger davon lassen. F/4 ist deshalb nachteilig, weil es eben an die Okulare recht hohe Anforderungen stellt. Du sagst ja selbst, dass du in nächster Zeit kein Vermögen rein stecken kannst. Um aber bei f/4 insbesondere bei längerbrennweitigen Okularen halbwegs scharfe Sterne im Randbereich zu bekommen kann man für ein Okular deutlich über 100 Euro einrechnen.

Ein f/6 - wird auch oft als typisches Allrounsteleskop bezeichnet - ist hier um Welten unkritischer.
 
Hallo Rolf,

da möchte ich gerne etwas mehr zu schreiben. Und zwar gibt es da noch mehr beachtenswerte Punkte.
Wie ein 12" f/4 mit Gurkenspiegel ausschaut, ist mir hinreichend bekannt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> Der neue Spiegel macht viel mehr Spaß. Dazu kommen noch die Erfahrungen mit 8" f/4.

Also wenn es um Planeten mit einem f/4-Newton geht, dann steht an erster Stelle die Optikqualität. So leicht ist ein f/4-Spiegel nicht in die Parabel zu bekommen. Stimmt der Spiegel aber, so ist schonmal ein wesentlicher Erfolgsgarant gegeben. Mit der Justage geht es weiter. Die muß stimmen, und zwar am besten penibel am Stern, aber auch Barlowed Laser gibt gute Werte, wenn die Mittenmarkierung passt.
Dann kommt es auf die Thermik im Gerät an. Wenn es nicht ein sehr kleiner f/4er ist, dann muß die wabernde Luft aus dem Gerät abgesaugt werden. Das gilt für jeden Newton.
Ebenfalls für jeden Newton gilt, daß man nachdem man die Luft absaugt überhaupt erst bemerken kann, ob der Spiegel durch ein verspannungsfreies Material wie Zerodur selbst in der kräftigen Auskühlphase noch ein gutes Bild liefern kann.

Hat man das alles im Griff, ist man bei einem f/4 Newton immer noch nicht fertig. Dann will nämlich das passende Okular gefunden werden. Es muß auf der Achse mit dem stumpfen f/4 Strahlenkegel klarkommen. Und weiter wäre es "recht nett", weil nicht unbedingt notwendig, wenn der Augenabstand erträglich ist.
Das heisst hier ist man mit den normalen drei- oder vierlinsigen Okularkonstruktionen am Ende. Die schaffen es nicht. Man muß zu Okularen mit integrierter Barlow greifen, oder eine Kombination aus Okular und guter Barlow verwenden.
Dadurch löst man auch gleich das Problem des Augenabstandes, denn so kann man die benötigten effetkiven Okularbrennweiten um 3mm mit etwas "entspannteren" Okularbrennweiten erzielen, was sich beim Augenabstand bemerkbar macht.
Letztendlich bin ich bei der Planetenbeobachtung bei einem 3,5mm Nagler Typ 6 und dem Speers-Zoom hängengeblieben. Aber auch eine TeleVue 3x Barlow habe ich angeschafft, um sie mal mit einem passenden RKE oder MC Ortho zu kombinieren. Meine Traumkombi wäre wohl ein Mono mit der TMB Barlow, obwohl deren Verlängerungsfaktor ruhig etwas größer sein könnte.

Die Planetenleistung, die damit am Ende erzielbar ist, ist gar nicht so schlecht. Vor allem mit steigender Öffnung, denn ein 12" f/4 kommt mit fast gleich großem Fangspiegel aus, wie ein 8" f/4. Also sinkt die Obstruktion dramatisch und man kommt beim 12" unter 30%.

Um zum Thread zurückzukommen: Man merkt schon, daß man einiges in so einen f/4 investieren muß, damit er ein akzeptables Planetenteleskop wird. (Ein 8" f/4 hat da aber obstruktionsbedingt nicht so gute Karten, das darf man auch nicht vergessen.) Insofern wäre der Griff zum 8" f/4 hier ein Fehler. Mit einem f/6 Newton steht man viel besser da, der ist ein richtiger Allrounder.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Natürlich, das sind die Bedingungen. Dass ein gutes Okular bei f/4 teuer ist liegt auf der Hand. Aber was kostet mich ein langbrennweitiger 12" Refraktor bei vergleichbarer optischer Qualität? Dafür bekomm ich ne Menge ganz hervorrage Okus...
 
Haha, Rolf,

ja natürlich. Aber ich meine es muß ja nicht gerade f/4 sein für Planetenspechtler. Meist ist f/6 auch in den Griff zu kriegen. Zumal ja Planeten in unseren Breiten eher unter 60° hoch stehen. Da geht was mit geteiltem Tubus.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

Klar. Etwas mehr Brennweite ist natürlich in diesem von Vorteil. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass die Aussage "Wenig Teleskopbrennweite = schlechte Planetenbilder" so generell nicht getroffen werden kann.
 
Hallo Oli,

Ein Newton mit F=1:4 hat eine ziemliche Abschattung durch den großen Sekundärspiegel, der bei diesem Öffnungsverhältnis zwingend erforderlich wird. Die Folge ist, dass weniger Licht auf den Hauptspiegel fällt als dies bei einem Newton mit längerem Öffnungsverhältnis der Fall ist. Faktisch wird aus dem Achtzöller durch die Abschattung ein Gerät mit merklich weniger Öffnung.

Ein Newton mit F=1:4 ist sehr empfindlich, was Fehljustage angeht. Schon sehr kleine Abweichungen der Ausrichtung der optischen Achsen von Haupt- und Fangspiegel kann den Spaß an der Beobachtung mit dem Gerät sehr beeinträchtigen. Lass Dir genau zeigen, wie die Kollimation bei dem Fernrohr durchgeführt werden muss.

Der Spiegel eines Newton mit einem Öffnungsverhältnis 1:4 liefert ein großes Bildfeld, er muss aber sehr gut parabolisiert sein, damit er keine Koma am Rand des Bildfeldes erzeugt.

Ich würde ein Teleskop nicht bei Ebay kaufen, schon gar nicht mein Erstes. Ich würde mich an einen Händler wenden, der mir mit seiner Erfahrung kompetent helfen kann, wenn ich mit dem bei ihm gekauften Teleskop Probleme bekomme. Ich würde das Gerät erst ausprobieren, bevor ich es kaufe, damit ich sehe, was es leistet, und was es nicht leistet, und mit welcher Art von Zubehör es harmoniert.

Der Spiegel mit dem Öffnungsverhältnis 1.4 erzeugt einen stumpfen Strahlenkegel. Der geht meist mit einer Bildfeldwölbung einher, die nur mit einer aufwändigen Okularkonstruktion kompensiert werden kann. Außerdem brauchst Du bei dem Spiegel für höhere Vergrößerungen eine Barlow-Linse, die genau zu den Eigenschaften dieses Fernrohrs passt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Ein Newton mit F=1:6 oder F=1:8 ist da vergleichsweise unkomplizierter, er wird aber leider auch merklich länger.

Grüße,

günther
 
Hallo Günther,

die Obstruktion macht einen 8" f/4 so lichtstark, wie einen unobstruierten 7-Zöller (genauer 186mm Öffnung). Gegenüber einem f/6-Newton gleicher Öffnung wird der Lichtverlust unerheblich.

Deine Aussage über Koma ist falsch. Ein f/4-Spiegel muß gut parabolisiert sein, um scharfe Sterne und keine Matschflecken abzubilden. Koma tritt zum Rand hin auf jeden Fall auf, auch bei einem f/6 Newton, aber das stört nur sehr wenig. Viel störender ist die Randunschärfe von für f/4 nicht ausreichend korrigierten Okularen, die dann z.B. durch Bildfeldwölbung und Okularastigmatismus verursacht wird. Viele Leute halten das gern für Koma.
Richtig ist, daß ein f/4-Spiegel nicht billig in guter Qualität herstellbar ist.

Eine Barlow Linse die genau zum Teleskop passt, braucht man auch nicht. Ich weiss nicht, wie Du darauf kommst. Es reicht aus, passende Okular zu kaufen. Wer das möchte, findet auf meiner Homepage genügend Anregungen. Mit den ED-Okularen gibt es sogar im Billigbereich eine Lösung für f/4 Teleskope, um ohne Barlow auf passende Vergrößerungen zu kommen.

Daß das erste Teleskop nicht unbedingt von Ebay kommen sollte, ist ein Punkt, in dem ich Dir zustimme.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Oli.
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ein weiteres Gegenargument welches noch nicht genannt wurde sind die graußigen Fangspiegelstreben. Hast du mal gesehen wie dick die sind? Da wird ja fast mehr Licht abgeblockt als ankommt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Ich kann dir bei dem Ding auch bloß abraten.
Viele Grüße, Matze
 
Ok, ebay ist abgehakt. Dann wird's wohl doch das 150/750-Newton, Vorausgesetzt, ich kann meine Frau noch überzeugen...

Vielen Dank an alle nochmal

Oli
 
Hallo Sven,

Du hast natürlich recht, dass bei einem gut parabolisierten f/4 Spiegel die Koma sich nicht mehr störend bemerkbar macht. Hier fallen die Probleme, die ungeeignete Okulare mit der Bildfeldkrümmung dieser Spiegel haben können, mehr ins Gewicht.
Wenn man bei einem f/4 Spiegel zum Rand des Gesichtsfelds hin Probleme mit der Qualität der Abbildung bekommt, dann ist aber zunächst nicht klar, wo die Ursache liegt. Ist der Spiegel ungenügend parabolisiert? (Bei Billigangeboten muss man damit rechnen, dass die Parabolisierung ungenügend ist oder fehlt...)

Oder ist die Konstruktion des verwendeten Okulars nicht so, dass es mit der Bildfeldwölbung des f/4 Spiegels klar kommt? Nicht jeder hat ein hochwertiges Okular zur Verfügung, mit dem er prüfen kann, ob die mit seinem Okular beobachteten Probleme bei Verwendung des besseren Okulars verschwinden.

Ich habe mal gedacht, dass man eine Barlow-Linse an jedem Teleskop mit gleichem Erfolg einsetzen kann. An meinem f/4,5 Richfield-Teleskop macht mir meine 2xBarlow keine rechte Freude, wohingegen dieselbe Barlow an Geräten mit kleinerem Öffnungsverhältnis sehr gute Leistungen bringt.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Dass das so ist könnte aber auch daran liegen, dass die Objektivqualität meines Richfield-Teleskops keine Vergrößerungen > 100 mit guter Qualität zulässt:
Ein f/4,5 Triplett ist kein Planetenkiller.

Ich beobachte an dem besagten Teleskop mit einem 21mm Televue Plössl, und die Sternabbildung ist damit scharf bis zum Rand. Bei Einsatz der Barlow mit demselben Plössl an diesem Teleskop ist das leider nicht der Fall.

Aber: ich habe ja noch ein paar andere Teleskope!

Es gibt f/4-Newtons mit exzellenter Abbildungsleistung, die visuell und fotografisch genutzt werden können und dabei viel Freude machen. Aber bei einem Ebay-Outlet wird man diese exzellenten Teleskope wohl kaum finden: Es sind meist ambitionierte Selbstbaugeräte.

Beste Grüße,

Günther
 
Hi Günther,

Du musst Dich da nochmal einarbeiten, die parabolisierung hat nichts mit der Randabbildung zu tun. Schlechte parabolisierung macht über das ganze Bildfeld schlechte Sterne. Das versuche ich zu sagen.

Clear Skies
Sven
 
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