Hallo Rolf,
da möchte ich gerne etwas mehr zu schreiben. Und zwar gibt es da noch mehr beachtenswerte Punkte.
Wie ein 12" f/4 mit Gurkenspiegel ausschaut, ist mir hinreichend bekannt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> Der neue Spiegel macht viel mehr Spaß. Dazu kommen noch die Erfahrungen mit 8" f/4.
Also wenn es um Planeten mit einem f/4-Newton geht, dann steht an erster Stelle die Optikqualität. So leicht ist ein f/4-Spiegel nicht in die Parabel zu bekommen. Stimmt der Spiegel aber, so ist schonmal ein wesentlicher Erfolgsgarant gegeben. Mit der Justage geht es weiter. Die muß stimmen, und zwar am besten penibel am Stern, aber auch Barlowed Laser gibt gute Werte, wenn die Mittenmarkierung passt.
Dann kommt es auf die Thermik im Gerät an. Wenn es nicht ein sehr kleiner f/4er ist, dann muß die wabernde Luft aus dem Gerät abgesaugt werden. Das gilt für jeden Newton.
Ebenfalls für jeden Newton gilt, daß man nachdem man die Luft absaugt überhaupt erst bemerken kann, ob der Spiegel durch ein verspannungsfreies Material wie Zerodur selbst in der kräftigen Auskühlphase noch ein gutes Bild liefern kann.
Hat man das alles im Griff, ist man bei einem f/4 Newton immer noch nicht fertig. Dann will nämlich das passende Okular gefunden werden. Es muß auf der Achse mit dem stumpfen f/4 Strahlenkegel klarkommen. Und weiter wäre es "recht nett", weil nicht unbedingt notwendig, wenn der Augenabstand erträglich ist.
Das heisst hier ist man mit den normalen drei- oder vierlinsigen Okularkonstruktionen am Ende. Die schaffen es nicht. Man muß zu Okularen mit integrierter Barlow greifen, oder eine Kombination aus Okular und guter Barlow verwenden.
Dadurch löst man auch gleich das Problem des Augenabstandes, denn so kann man die benötigten effetkiven Okularbrennweiten um 3mm mit etwas "entspannteren" Okularbrennweiten erzielen, was sich beim Augenabstand bemerkbar macht.
Letztendlich bin ich bei der Planetenbeobachtung bei einem 3,5mm Nagler Typ 6 und dem Speers-Zoom hängengeblieben. Aber auch eine TeleVue 3x Barlow habe ich angeschafft, um sie mal mit einem passenden RKE oder MC Ortho zu kombinieren. Meine Traumkombi wäre wohl ein Mono mit der TMB Barlow, obwohl deren Verlängerungsfaktor ruhig etwas größer sein könnte.
Die Planetenleistung, die damit am Ende erzielbar ist, ist gar nicht so schlecht. Vor allem mit steigender Öffnung, denn ein 12" f/4 kommt mit fast gleich großem Fangspiegel aus, wie ein 8" f/4. Also sinkt die Obstruktion dramatisch und man kommt beim 12" unter 30%.
Um zum Thread zurückzukommen: Man merkt schon, daß man einiges in so einen f/4 investieren muß, damit er ein akzeptables Planetenteleskop wird. (Ein 8" f/4 hat da aber obstruktionsbedingt nicht so gute Karten, das darf man auch nicht vergessen.) Insofern wäre der Griff zum 8" f/4 hier ein Fehler. Mit einem f/6 Newton steht man viel besser da, der ist ein richtiger Allrounder.
Clear Skies
Sven