Teleskop für Einsteiger für Astrophotografie

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Ehemaliges Mitglied 20351

Hallo ihr Sternengucker :help:

Ich bin *entfernt* aus Dresden und suche, wie es der Titel verrät, ein Teleskop. Primär will ich es für Astrofotografie verwenden aber selbst druchschauen möchte ich und meine Frau auch ab und zu oder meine Tochter wenn sie größer ist :-)

Für die Fotografie würde ich meine 300D (nicht modifiziert) verwenden wollen, da mir eine neue modifizierte EOS bzw. eine CCD Cam zu teuer sind für den Anfang. Geplant hatte ich mal das in der SuW 7/2009 vorgestellte Bresser Messier PN-203 mit LXD 75 Montierung, da die Kritik recht gut ausfiel. Jetzt habe ich mir hier mal die Meinungen dazu durchgelesen und festgestellt, dass das Teleskop wegen seinem Öffnungsverhältnis nicht unbedingt für Einsteiger geeignet ist. Nun bin ich wieder ratlos ?)
Könnt ihr mir andere Teleskope empfehlen, an der ich meine 300D packen kann und die für Einsteiger gut sind.

Das Budget würde ich bei 1500€ maximal ansetzen, da ich von Anfang an gleich etwas gutes haben will. Mein altes 500DM Spiegelteleskop regt mich nur auf wegen seinem billigen Alustativ (bei jedem Windhauch vibiriert das Bild für Minuten..ihr kennt das sicher).

Einsatzort ist vorerst mein Balkon in Dresden mit Blickrichtung von Ost-Südost bis West. Und Zielobjekte sind Planeten bis Deep-Sky Objekte, wobei ich bei Deep-Sky schon davon ausgehen kann das ich wegen der Lichtverschmutzung nicht immer gute Ergebnise bekomme. Etwas Glück habe ich aber noch, da ich am Rand der Lichtglocke wohne.

Eine andere Frage noch zu der 300D. Ist es möglich diese an einen Laptop anzuschließen um die Ergebnise gleich auf dem Laptop zu betrachten, anstatt auf dem KAmeradisplay? Durch Firmwarehacks oder so?

So ich hoffe ihr könnt mir helfen :-)
Danke schonmal
MfG
*entfernt*

 
Hallo Tobias,

da du Astrophotographie betreiben willst ist ein f/4 eigentlich in Ordnung.

Warum soll er für Einsteiger nicht geeignet sein.
Wegen schwerere Justage ?

Eine LXD-75 würde ich auf gar kein fall nehmen da die nur 11 Kg trägt und PN-203 schon alleine 10 Kg auf die Wage bringt. Das ist ein absolutes NO GO!

Die meisten Foto-Newton’s (8") wiegen so um 10 Kg und wenn du noch deine Kamera eventuell eine Leitrohr und ein Okular dazurechnest kommst du mit zusätzliche 3 Kg auf 13 Kg.
Darauf wurde ich noch 30% als Puffer für die Stabilität rechnen also 17 Kg.

Wegen dein Budget kommt dann nur noch eine EQ-6 in Frage. (Gebraucht und optimiert für ca. 500 € zu haben)
Oder die neue Version davon :EQ-6 SynTrek. Neue für 898 €

Foto Newton’s gibt wie Sand am Meer.

Grüße,
Igor
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi und willkommen im Forum.

Ganz zu Anfang erst mal die harten Worte: Astrofotografie ist nichts triviales, da sind 1500 schon mal recht knapp - vor allem, wenn du alles willst, und das von deinem Balkon aus. Vergiss es.

Und jetzt, wie es trotzdem geht: Unterscheide zwischen Planetenfotografie und Deep-Sky-Fotografie, beide stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Planetenfotografie wird heutzutage mit einer Webcam gemacht, weil du in kurzer Zeit sehr viele Bilder aufnehmen kannst - die Rotation von Jupiter z.B. macht sich schon nach ein paar Minuten bemerkbar, und Planeten sind immer noch winzig. Für Planetenfotografie brauchst du
ein langbrennweitiges Teleskop (gerne mit viel Öffnung)
eine gute Barlowlinse, um auf f/20 bis f/30 zu kommen
eine stabile Montierung (sonst wird das Scharfstellen zur Qual) mit Nachführung
Laptop
Giotto oder evtl. Registax für die Bildaufnahme und Bearbeitung.
Viel Zeit und gutes Seeing (also möglichst ruhige Luft)

Für Deep Sky Fotografie brauchst du
eine wirklich stabile Montierung (s. z.B. http://www.muba.de/Astroseiten/TabellenMontis/Montierungen_Fotografisch_select.php ) mit Nachführung, sinnvollerweise Goto (um an einem hellen Stern scharfzustellen und dann zum Zielobjekt zu schwenken)
nach Möglichkeit was zur Nachführkontrolle, zumindest wenn du durch ein Teleskop fotografierst
viele Fotos (so ab acht wird's interessant, um die Bilder zu mitteln)
möglichst was, um die Kamera zu steuern - such mal im Forum nach Knickohr und Timer
viel Zeit
einen möglichst dunklen Himmel
Photoshop oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm, das mit Ebenen und möglichst mit RAW-Bildern umgehen kann - möglichst bei voller Farbtiefe.

Zu dem Thema gibt's viele Threads, nutz mal die Forumssuche...

Mit der nicht umgebauten DSLR erwarten dich sehr lange Belichtungszeiten, wenn du Nebel auf's Bild bannen willst, Sterne, Sternhaufen, Galaxien und Mondübersichtsaufnahmen sind dagegen kein Problem.

Was ich kaufen würde: Eine komplette AstroTrac-Montierung. Liegt zwar schon über dem Budget, wird aber manchmal auch gebraucht angeboten, sowie ein Cokin P830 Weichzeichner-Filter. Damit sind sehr schöne Übersichtsaufnahmen möglich, und du hast ein ultratransportables Gerät, mit dem du auch mal schnell aus der Stadt raus kannst, ohne dich zu Tode zu schleppen. Vergiss die langen Brennweiten erst mal. Und gönn dir den Knickohr-Timer.

Alternativ: Irgendein schönes Gerät mit solider parallaktischer Montierung, durch das du in erster Linie beobachtest und Planeten mit der Webcam fotografierst. Die DSLR würde ich dann erst mal nur Piggyback auf das Teleskop setzen und mit normalen Tele- und Weitwinkelobjektiven fotografieren. Spätestens ab 1m Brennweite wird Astrofotografie sehr anspruchsvoll, und das Teleskop ist das billigste dabei.

Achja: Als Scharfstellhilfe empfiehlt sich eine Bahtinovmaske. Alternativ der Vorgänger, eine Scheinerblende.

Mit Livebildern auf der Kamera wird das übrigens nichts: Das geht zum Scharfstellen (teilweise gibt's wohl auch Hersteller-Software, die die Bilder *nach der Aufnahme* auf dem Laptopdisplay zeigt (LiveView geht in die Richtung, wie live das bei Belichtungszeiten von 5 oder 10 Minuten ist, weiß ich aber nicht)), aber ein fertiges Astrofoto ist das Ergebnis von intensiver Bildbearbeitung und dem Verarbeiten mehrerer Fotos. Schau dir in der Galerie mal die Aufnahmedaten von Deep-Sky-Fotos an, was da an Einzelaufnahmen und Belichtungszeiten steht.

Lesetipps:
Seip: Astrofotografie mit der DSLR - http://www1.astronomie.de/phpapps/buchbesprechung/showbook.php?id=280
Weigand/Geier: Sonne, Mond, Planeten beobachten & fotografieren - http://www.kosmos.de/kosmos/wrs/wrs.nsf?openDatabase&_id=978-3-440-12439-0&_lang=DE

Und natürlich http://www.astronomie.de/gad/ für Vereine und Sternwarten in deiner Nähe.

Gruß,
Alex
 
Hallo Tobias,

ich fang mal bei der Kamera an... Das Scharfstellen mit der 300D ist kein Vergnügen! Selbst mit Scheinerblende u.ä. ist der Sucher verdammt dunkel und da du kein LiveView hast, wie es die neueren EOS-Modelle bieten, kannst du nur am "fertigen" Foto schauen, ob´s mit der Schärfe passt. Die 300D kannst du mit den Programmen, die Canon selbst zur Verfügung stellt sehr gut per USB mit einem Laptop verbinden und auch fernbedienen, ein wenig Geduld musst du aber mitbringen, da die Übertragung der Bilddaten mit USB 1 nicht wirklich rasend schnell ist.

Und nun zum Thema Montierung und Teleskop. Ich würde auf eine LXD75 auf keinen Fall einen 8-Zöller packen (zumindest nicht zum Fotografieren)! Auf meiner LXD75 sind derzeit ein 150/750 Newton und ein kleiner 80/400 Refraktor auf Doppelbefestigung zum Guiden per Webcam. Das ist aber auch schon das absolute Maximum, was man der Montierung meiner Meinung nach zumuten kann. Obwohl ich noch mit dem Autoguiding kämpfe und frustrierter Weise dann beim letzten mal den Guider Guider sein lassen habe, sind dennoch mit diesem Aufbau recht ordentliche Bilder von M31 entstanden (EOS7D im Fokus des Newton).

Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass Astrofotografie erst mit einem Budget jenseits der 2000 Euro wirklich anfängt und die LXD75 auch nicht DIE Empfehlung ist, ABER: Wenn es nun mal Budgetgrenzen gibt, dann bleibt nur eins, entweder man lässt es ganz sein, oder aber sucht nach einer Kompromisslösung (eventuell einfach weiter Sparen...).

Mit der LXD75 und 6" + Leitrohr oder 8" und OAG wirst du die meisten Deep-Sky-Bilder, wie sie hier im Forum stehen nicht hinbekommen! Und auch das, was du durch das Teleskop visuell siehst, ist weit von dem entfernt, was hier auf Bildern dargestellt ist. Helle Flächenobjekte wie M31, größere Sternhaufen oder auch Mond/Planeten per Webcam sind aber durchaus machbar mit der Ausrüstung.

Und selbst bei der Ausrüstung sind 1500 Euro schnell weg:

LXD75 mit 6" Newton ca.: 800 Euro
Doppelbefestigung: 120 Euro
Leitrohr: 100 Euro
Kabelzeugs zum Laptop: 50 Euro
CCD-Kamera zum Guiden: 300 Euro
Okulare und sonstiges: 130 Euro

macht: 1500 Euro

Und noch mal, wenn du wirklich Blut lecken solltest, was die Astrofotografie betrifft, wirst du vieles vom dem Zeug wieder verkaufen! Die Frage ist nur wann? Aber ein erster Einstieg sollte so zumindest mit den genannten Einschränkungen möglich sein.

CS Markus

Was ich noch vergessen habe... Komakorrektor und Filter schlagen natürlich auch noch ein weiteres Löchlein in den Geldbeutel!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Tobias,

ich hatte das selbe Vorhaben wie Du und habe mich letztendlich für das GSO 8" Foto-Newton f/4 entschieden. Montiert auf der Celestron Advanced Goto + GPS-Kit und mit einem stabileren 2" Monorail Okularauszug. Statt einem 3-Bein-Stativ benutze ich allerdings eine Säule. Da ich alles gebraucht über die Foren auf astronomie.de bezogen habe, kam ich auf ca. 1000€ (ohne Säule). Neupreis dürfte ungefähr an deine 1500.- herankommen.

Hier ein link zu den Teilen:

http://www.teleskop-express.de/shop...800mm---2--Crayford-Auszug---Tubus-Optik.html

wenn Du weiter nach unten scrollst, findest Du in den Empfehlungen auch noch die CAM Montierung.

Gruß, Marc
 
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