Sven_Wienstein
Aktives Mitglied
Hi Zusammen,
dann möchte ich auch nochmal etwas hinzufügen:
Beobachtungserfahrung! Und zwar Beobachtungserfahrung mit einem ruhigen und einem unruhigen Bild. Wer jahrelang gewohnt ist, ein Teleskop mit ruhigem Bild zu benutzen, zum Beispiel weil es eben ein kleiner Apo ist, der Seeing recht selten auflösen kann, der wird an einem größeren Gerät nicht aus dem Stand mit dem Bild klarkommen, das lange Zeit tanzt und blubbert, um dann momentweise still zu stehen und ordentliche Detailwahrnehmung zu erlauben. Das ist eine andere Sehtechnik. Dass das größere Teleskop selbst im unruhigen Bild womöglich mehr zeigt, als das kleine, kann bei fehlendem Training mit solchen Bildern auch nicht "aufgenommen" werden.
Insofern ist ein Werk wie das hier genannte schwierig, wenn es in der Gerätekunde allein von Folgerungen aus Beobachtungen besteht, denn diese Folgerungen sind, wie schon geschrieben wurde, teilweise (oft) aus unvergleichbaren Beobachtungen gezogen worden. Der größte Klops dieses Buches ist der Rat, durch lange Brennweite das Seeing zu minimieren und also bei kurzbrennweitigen Teleskopen eine Barlow zu verwenden. Ich möchte das nicht weiter kommentieren, aber wer ein kleines Grundverständnis von Optik hat, weiß, dass das nicht geht. Und wer sich schonmal in der Praxis das Verhalten von Okularen und Teleskopen nebst Barlows im Zusammenspiel angeschaut hat, der kommt auch drauf, wie da gefolgert wurde. Da wurde einfach das Verhalten eines typischen "Planetenokulars" an einer schnellen Optik durch eine Barlow deutlich verbessert, und diese Verbesserung wurde unüberlegt einer Minimierung des Seeings zugeschrieben, während die Barlow lediglich Okularastigmatismus, Bildfeldwölbung und wahrscheinlich auch einen sphärischen Korrekturfehler in der Bildmitte des Okulars beseitigt bzw. vermindert hat.
Das "Vergessen" eines Graufilters, wenn große Öffnung seeingbedingt auf geringere Vergrößerungen gezwungen wird, kommt leider auch recht oft vor.
Clear Skies
Sven
dann möchte ich auch nochmal etwas hinzufügen:
Beobachtungserfahrung! Und zwar Beobachtungserfahrung mit einem ruhigen und einem unruhigen Bild. Wer jahrelang gewohnt ist, ein Teleskop mit ruhigem Bild zu benutzen, zum Beispiel weil es eben ein kleiner Apo ist, der Seeing recht selten auflösen kann, der wird an einem größeren Gerät nicht aus dem Stand mit dem Bild klarkommen, das lange Zeit tanzt und blubbert, um dann momentweise still zu stehen und ordentliche Detailwahrnehmung zu erlauben. Das ist eine andere Sehtechnik. Dass das größere Teleskop selbst im unruhigen Bild womöglich mehr zeigt, als das kleine, kann bei fehlendem Training mit solchen Bildern auch nicht "aufgenommen" werden.
Insofern ist ein Werk wie das hier genannte schwierig, wenn es in der Gerätekunde allein von Folgerungen aus Beobachtungen besteht, denn diese Folgerungen sind, wie schon geschrieben wurde, teilweise (oft) aus unvergleichbaren Beobachtungen gezogen worden. Der größte Klops dieses Buches ist der Rat, durch lange Brennweite das Seeing zu minimieren und also bei kurzbrennweitigen Teleskopen eine Barlow zu verwenden. Ich möchte das nicht weiter kommentieren, aber wer ein kleines Grundverständnis von Optik hat, weiß, dass das nicht geht. Und wer sich schonmal in der Praxis das Verhalten von Okularen und Teleskopen nebst Barlows im Zusammenspiel angeschaut hat, der kommt auch drauf, wie da gefolgert wurde. Da wurde einfach das Verhalten eines typischen "Planetenokulars" an einer schnellen Optik durch eine Barlow deutlich verbessert, und diese Verbesserung wurde unüberlegt einer Minimierung des Seeings zugeschrieben, während die Barlow lediglich Okularastigmatismus, Bildfeldwölbung und wahrscheinlich auch einen sphärischen Korrekturfehler in der Bildmitte des Okulars beseitigt bzw. vermindert hat.
Das "Vergessen" eines Graufilters, wenn große Öffnung seeingbedingt auf geringere Vergrößerungen gezwungen wird, kommt leider auch recht oft vor.
Clear Skies
Sven