Teleskopquälerei? - Ein Celestron C14 in Käfighaltung

zwiebald

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Hallo Zusammen,

Ich habe hier mal wegen Tipps zu Rohrschellen zu einem Celestron C14 gefragt.

Siehe hier:

Nun sind ein paar Tage ins Land gegangen, und ich habe mir meine eigene Lösung überlegt.

Mein Gedanke war, daß wenn ich den Tubus vom C14 schon in Rohrschellen packe, dann sollen sich auch noch ein paar andere Optiken aussenherum wohlfühlen. Meine Konstruktion sieht vor, daß ich bis zu 5 Auflageschienen um das C14 herum anschließen kann. Dazu sind die Rohrschellen achteckig ausgeführt. Mit einer schrägen Teilung, damit man die 5 Schienen günstig anbringen kann.

Ich bin froh, eine Firma gefunden zu haben, die sich mit dem Hobbyprojekt / Einzelstück auseinander setzen wollte. Nach ein paar Mails hin und her wollte sich die Firma tatsächlich auf das Projekt einlassen. Ich habe keine Möglickeit eine CNC-taugliche Datei zu erstellen, sondern konnte nur eine Zeichung per Powerpoint schicken. Hut ab für das Engagement, die Powerpoint wurde von der Firma in maschinenlesbare Daten umgesetzt.

Herauskommen ist nach meinen Vorgaben für das C14 eine Auflageplatte von 30mm Stärke und 530mm Länge, mit 50mm starken Rohrschellen und Auflageplatten für Zusatzgeräte.

Als Manöverkritik von meiner Seite nachdem ich die Teile in den Händen hatte: die 30mm starke Platte auf der Prismenschiene hätte es wohl auch in 25 oder 20 mm getan. Und die Auflageplatten für die anderen Optiken wären wohl auch in 15 oder 10 mm gegangen. Und die Rohrschellen hätten es wohl auch in 30mm Stärke getan. Aber, wie habe ich im Leben gelernt: "Haben ist immer besser als Brauchen" :-)

Außerdem hatte ich von der CNC Firma die Oberfläche der Aluteile mit Glasperlen strahlen lassen für ne schicke Optik. Dachte ich. Leider hat sich gezeigt daß meine Fettfinger da recht schnell dunkle Flecken hinterlassen. Also hab ich die Teile noch in einem matten Grau pulverbeschichten lassen, sieht klasse aus.

Die 30mm starke Auflageplatte wiegt 7,7 kg, die vier Rohrschellenteile jeweils etwa 3,0 kg. Also als Gesamtsystem knapp 20 kg. Dazu kommen noch die 5 Montageplatten für Zusatzoptiken mit je 3,3 kg. Ich dachte selbst nicht daß das soo schwer ist, ist ja eigentlich Alu... Aber gut, da sollte sich nicht mehr allzu viel verbiegen.

Ich denke auf das Gesamtsystem kann ich so ziemlich alles draufsetzen, was mir in Zukunft um das C14 herum einfallen sollte ;-)

Ich hab alles mal provisorisch am Boden zusammengeschraubt, den Tubus reingesetzt.

Hier ein paar Bilder:



Celestron_C14_Rohrschellen_Test_02.jpg


Celestron_C14_Rohrschellen_Test_03.jpg



Celestron_C14_Rohrschellen_Test_04.jpg


Celestron_C14_Rohrschellen_Test_06.jpg



Celestron_C14_Rohrschellen_Test_07.jpg


Celestron_C14_Rohrschellen_Test_09.jpg


Celestron_C14_Rohrschellen_Test_11.jpg


Celestron_C14_Rohrschellen_Test_12.jpg




Grüße,
Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Ich denke mal bei CNC sollte es keine Frage sein, zusammenbauen obviously macht man mit Winkeln dass das richtig gerade ist.
Screenshot 2025-08-07 231723.png

Aber dieser Spalt gibt herbe Einbußen am Korrektor, die man nicht ignorieren kann.

Clear skies,
- Martin
 
Bis Orkanstärke einsetzbar, keine Frage. ;)
Etwas sehr Oversized der gesamte Aufbau, aber wenn es bei der Montierung nicht aufs Gramm ankommt, ist es OK.
 
Hallo Stefan,
Fette Rohrschellen und ebenso fette Prismenschienen sind sicher eine gute und flexible Basis für guten Halt.
Das Hauptinstrument wird nicht von weiteren Geräten belastet, Zubau ist somit fast beliebig möglich.

Optisch macht Deine Halterung in jedem Fall etwas her: präzise gearbeitet, tolles Oberflächenfinish, und auch die Solidität lässt offenbar keine Wünsche offen.

Dennoch fallen mir zwei Sachen auf, die mir an der Stelle wichtig wären:
(Hast Du eine fette Sternwartenmontierung, kannst Du den nächsten Absatz direkt überspringen…)

Zunächst die Dimension der Teile: 30mm Vollmaterial für die Grundplatte….. 7,7 Kg… 20 Kg Gesamtmasse …..
Und da ist die Prismenschiene noch nicht dabei, und die Zusatzplatten wohl auch nicht….
Ich weiß nicht, auf welche Montierung das Ganze soll, es gibt ja Montierungen, denen das egal ist.
Aber normalerweise wird bezüglich Materialeinsatz angestrebt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. + Reserve …..

Die großen Platten und auch die Rohrschellen würden mit entsprechenden Bohrungen und Fräsungen die gleiche Stabilität liefern, bei geringerem Gewicht. Man sagt zwar gern: Viel hilft viel….. aber das ist an dieser Stelle nicht so.



Noch wichtiger erscheint mir aber die Position der hinteren Rohrschelle.
Du umfasst, wenn ich richtig sehe, den Blechtubus mit der Rohrschelle.
Und das gesamte Gewicht der Spiegelzelle mit allem hinten dran „hängt“ am Tubus.
Die Befestigung Spiegelzelle - Tubus besteht aus einer sehr überschaubaren Anzahl winziger Schrauben.
Das passt für mich irgendwie nicht zusammen.
Der Tubus, wie in Beton gegossen, und die schwere Spiegelzelle mit kleinen Schräubchen am dünnen Blech befestigt…..

Das war vorher mal anders: Da war die Prismenschiene am schweren, steifen Gehäuse der Spiegelzelle befestigt.
Die Kraftübertragung war durchgängig über solide Bauteile definiert.

Den Übergang Spiegelzelle - Rohrschelle über die kleinen Schrauben am Tubus könnte man als Schwachstelle ansehen.


Mein C14 ist auch mit einer Rohrschelle versehen. Vorn, wo das geringere Gewicht liegt.
Zugunsten einer einfacheren Situation für Taukappen und Tauheizung. Dafür genügte ein rund gebogenes Alu-Profil.
Hinten, an der Spiegelzelle, habe ich weiterhin auf direkte Verbindung Gehäuse - Prismenschiene gesetzt.
Und das würde ich in jedem Fall auch wieder so machen.

So sieht das bei meinem C14 aus:
IMG_0201.jpeg

Du könntest Dir überlegen, Deine hintere Rohrschelle auf einen etwas größeren Durchmesser auffräsen zu lassen, sodaß sie künftig das Spiegelzellengehäuse umfasst. Mit einer Rille, als Aussparung für die hervorstehenden Tubusschrauben.
Dann wäre die Übertragung der Kräfte wieder direkt.

Bist Du mit Deiner jetzigen Anordung allerdings zufrieden, kannst Du natürlich auch alles so lassen, wie es ist ;) .

Viel Spaß noch, mit Deinem Projekt!

CS

Dietmar
 
Hi!

Wir hatten unser Vereins-C14 fast 30 Jahre ebenfalls mit zwei Rohrschellen am Tubus statt der Spiegelzelle montiert, aber mit weniger Abstand zueinander.

Das hat keine Probleme gemacht – problematisch war nur das zweite Teleskop an der Seite, weil der Tubus so wegen dem seitlichen Schwerpunkt nie wirklich ausbalanciert war.
IMG_6986.JPG


Als eine neue Montierung herkam, wurde das C14 wieder mit normalen 3"-Schienen montiert – ich war auch verblüfft, wie viel totes Gewicht wir auf die Montierung gepackt hatten und dass das C14 tatsächlich ein "small and portable telescope" ist. Gefühlt wiegt es jetzt noch die Hälfte, und wir denken über den mobilen Einsatz nach, nachdem wir jetzt auch ein neues Haupt-Teleskop haben.... Wobei ich es auch beeindruckend finde, dass die originale Prismenschiene nur mit ein paar kleinen Schräubchen befestigt ist.

Um die Spiegelzelle würde ich mir daher vorerst keine Sorgen machen, außer du hast damit wirklich mal Probleme. Unsere sitzt fest genug.

Was für eine Montierung da drunter soll, würde mich aber auch interessieren :cool:

Clear Skies,
Alex
 
Hallo,

Ich denke mal bei CNC sollte es keine Frage sein, zusammenbauen obviously macht man mit Winkeln dass das richtig gerade ist.
Den Anhang 497499 betrachten
Aber dieser Spalt gibt herbe Einbußen am Korrektor, die man nicht ignorieren kann.

Clear skies,
- Martin

Hallo Martin,
bin da völlig bei Dir, das war auch nur eine schnelle Stellprobe, wollte meiner Frau auch mal zeigen was da in zwei schweren Paketen angekommen war. Du weißt, WAF = Woman Acceptance Factor :-)
Grüße,
Stefan
 
Hallo Zusammen,

Die vorhandene Montierung, die ich vor ein paar Jahren zum Grundpreis einer aktuellen EQ8 erwerben konnte, darf bis zu 150 kg Instrumentenlast tragen. Also tatsächlich 150 kg auf der Fernrohrseite, Gegengewichte kommen dann halt nach Bedarf dazu.

Mit einem C14 auf Prismenschiene sowie einem 102 mm Refraktor hat sich das Teil bisher nur gelangweilt.

Ich hatte ja selbst schon geschrieben, daß die Abmessungen etwas großzügig sind, jetzt wo ich die Teile in den Händen habe. Ich habe mich halt auch an der vorhandenen Prismenschiene orientiert, die etwa 40 mm stark ist. Sicher hätte man alles etwas sparsamer dimensionieren können, aber so ist es halt nun mal geworden...

Dennoch: die Einwände von MeisterDee / Dietmar sind absolut gerechtfertigt! Daran hatte ich nicht gedacht. Vielen Dank an Dich für Deine durchdachte und konstruktive Kritik.

Meine grundsätzliche Idee war, das C14 in Rohrschellen zu packen, um den Tubus des C14 vom Gewicht der anderen anzubauenden Teleskope komplett zu entlasten. Daher z.B. die Stärke der Rohrschellen von 50 mm, um eine große Auflagefläche um den Blechtubus des C14 herum zu schaffen. Damit sollte der Tubus hoffentlich in der Lage sein, das Gewicht von Schmidtplatte und Hauptspiegelzelle zu tragen.

Ja, jetzt im Nachhinein hätte man die 5 Auflageplatten für außen herum dünner ausführen können, und wie von Dietmar vorgeschlagen mit Fräsungen zur Gewichtsreduzierung versehen. Daran hatte ich vorher nicht gedacht.

Ich hatte mich auch an dem nicht mehr verfügbaren Bild in meiner Anfrage von 2017 orientiert, wie die Rohrschellen ähnlich angeordnet waren wie im Beitrag von Kerste/Alex. Bezüglich "totem Gewicht": solange die Montierung ausbalanciert ist, kann ich alles mit ähnlichem Kraftaufwand bedienen wie eine Vixen Super Polaris mit einem 4" Refraktor, nur sind halt die Laufwege beim Umschwenken deutlich länger.

@Dietmar: Dein Vorschlag zum Auffräsen der Schellen, um die Spiegelzelle diekt zu umfassen sehe ich positiv, aber da sind nach meinem ersten Eindruck recht viele Schrauben am Tubus im Weg, um das einem CNC Betrieb vernünftig über eine Powerpointzeichnung plausibel zu machen. Muss ich mir genauer anschauen, Danke dafür.

So wie das C14 bei mir vorher montiert war, nämlich mit einer einzigen 3" Prismenschiene, treten da nicht ähnliche Effekte auf mit einer Verwindung des ganzen Systems? Gerade wenn ich noch z.B. einen 4" Refraktor oben drauf setze, wie ich es hatte? Die Auflageböcke zur Montierung für die Prismenschiene am C14 sind ca. 10 cm breit und 1,5 cm stark, und sind mit in etwa M5 oder M6 Schrauben (zöllig) mit dem Tubus verbunden. Mir sind Bedenken gekommen was Celestron da im Originalzustand so ausliefert. Bin kein Inscheniör sondern Mausschubser, aber gefühlsmäßig fand ich das halt dürftig.

Vielleicht ist meine Lösung auch deshalb etwas massiv ausgefallen :-)

Danke euch für eure Rückmeldungen!

Grüße,
Stefan
 
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