Teleskopsuche

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northi

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Liebe alle,

ich bin neu in diesem Forum, zumindst in angemeldeter Form, und heiße Michael. Ich komme aus und lebe in Wien und beabsichtige mir ein Teleskop zulegen. Meine praktischen Erfahrungen sind eher gering. Studiert habe ich zwar Astronomie, jedoch mich dann für die Juristerei entschieden und dort meine Laufbahn endgültig eingeschlagen. Theoretisch kann ich mich noch gut an die Kosmologievorlesungen und Astrophysik erinnern, was ich mir immer wieder gerne in Erinnerung rufe (Newton Gravi, Keppler, Friedmann Formel, etc.) - aber lang ist es her.

Nun möchte ich mir ein Teleskop zulegen, wobei ich dieses gemeinsam mit meinen Kids verwenden möchte. Da die Ältere erst 5 Jahre ist, werde ich es wohl vorwiegend nutzen ;-)

Meine Anforderungen sind:

Beobachtungen: Planeten, Deep Sky, Galaxien
Astrofotografie: unbedingt ja; daher muss die Montierung sehr gut sein
Preis: um die EUR 2.000,--

Mein Ziel ist ein Teleskop, wo ich nachträglich nicht bereue, mir kein besseres zugelegt zu haben, insbesondere wenn diese ein paar Euro mehr gekostet hätte.

Ich habe mal ein Blick auf folgende Newton geworfen und bitte um Eure Meinung dazu. Ich versuche soviele Meinungen einzuholen, und habe auch ehemalige Studienkollegen gefragt, die mir zu Ähnlichem geraten haben:

Skywatcher Teleskop N 304/1500 PDS Explorer BD NEQ-6
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-304-1500-pds-explorer-bd-neq-6-pro-goto/p,19173

Skywatcher Teleskop N 250/1200 PDS Explorer BD EQ-6
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-250-1200-pds-explorer-bd-eq-6-pro-goto/p,19171

GoTo muss nicht sein, dazu ist der Himmel zu interessant, auch wenn er womöglich für die Kids auch OK wäre. Montierung ist mir aber wichtig (zukünftig Astrofotografie). Ich verstehe aber hoffentliche GoTo richtig, dass - wenn GoTo drauf ist - ich das Teleskop trotzdem ohne GoTo benutzen kann.

Wie gehabt, ich suche ein Teleskop für die nächsten 10 Jahre (minimum) und möchte keine halben Sachen machen. Preisgrenze liegt sicher bei ca EUR 2.000 (+- 400 Euro). Okulare extra versteht sich.

Ich habe die Suchfunktion im Board benutzt, aber bei "Einsteigern" nicht derartige Vorstellungen gefunden und daher auch nicht entsprechende Tipps.

Wäre super, Eure Meinung/Empfehlung hören zu können.

Thanks

Michael
 
Hallo Michael!
Ich werd´ mal ein paar Gedanken zur Montierung los.
Da du etwas für lange Zeit haben willst, solltest Du bei der Montierung auf die Traglast achten (da die ja nicht mitwachsen wird) und ob ggf. ein GoTo nachrüstbar ist - für alle spätere Eventualitäten.
Denn die Wünsche und Teleskope, oder das was man dran und draufhängt ändern sich desöfteren und werden meist nicht kleiner.
Wenn Du mal dein Budget ankuckst (Okulare extra :super: ), dann wirst du feststellen, dass die ganz (Ober)Klasse Montierungen (und was noch drüber ist) rausfallen, z.B. Losmandy G11. Auch ohne GoTo wäre die schon dein komplettes Budget.
An Montierungen, die in dein Budget passen wären da mal die G8 (Losmandy-14kg), die CGEM (Celestron-18kg), die EQ-6 (mit/ohne GoTo-18kg) und GPD2 (Vixen-10kg), die mir auf die Schnelle einfallen...
Von der Genauigkeit und Verarbeitung haben wohl eher die Vixen und die Losmandy die Nase vorn, während die anderen mit der Traglast (die kg oben) eher punkten.
Montierungen mit noch mehr Qualität müsstest Du dir auf dem Gebrauchtmarkt besorgen, wenn es in dein Budget irgendwie reinpassen soll.
Also ein Weg (neben vielen anderen), das Thema für Dich etwas "einzukochen" geht darüber sich mal mit den o.g. Montierungen zu beschäftigen (sind gut dokumentiert im Netz) um da mal etwas auf den Geschmack zu kommen.
Ein zweiter, breiter Weg, führt natürlich über die Teleskopwahl. Aber dazu können Dir andere, sicher bessere Hinweise geben.
CS
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael...

Du schreibst was von "10 Jahre"..."keine halben Sachen"...
setzt das Budget aber auf € 2K.

Alleine die Montierung die Deine Anfangsbedingungen erfüllt verschlingt das - und noch ein wenig mehr - an geriebenem.

Ich sehe zwei Möglichkeiten (zumal Du Kinder hast, die auch mal kucken wollen):

- Foto streichen oder
- Budget verdoppeln... x2,5

Ich fotografiere selbst nicht ("Frevel an der Nacht" ;) ) weiß aber,
was die Buben um mich herum so auf den Acker stellen...
Bei Foto - und dann noch zukunftstauglich - wird´s echt teuer.

Teile Deine Gedanken mit uns :)


Gruß und CS

Der Jan
 
Hallo Michael,

interessant, das. Durch Deine unbedingten Foto-Ambitionen hast Du es zumindest mal geschafft, nicht den üblichen Standard-Dobsen 'aufgeschwatzt' zu bekommen. ;)


Was ich hier nicht aus den Augen verlieren würde ist die Tatsache, daß Du aus Wien kommst. Um Deep Sky beobachten zu können musst Du schon aus der Lichtglocke der Stadt heraus. Das bedeutet, das ganze Geraffel, was ja auch nicht gerade aus Lichtgewichten besteht muss transportabel bleiben.

Von daher würde für mich der 12"er schon ausscheiden, zumal dieser auch nicht mehr vernünftig von der EQ6 getragen werden wird.

Und über eine gescheite Steuerung, die Elektronik, die die Montierung präzise bewegt und deren mechanisch bedingten Fehler ausgleicht, sei des durch Autoguiding oder mindestens mal PEC haben wir da ebenfalls noch nicht gesprochen.


Auf einer EQ6 würde ich dann jedoch eher in Richtung 8" Newton oder 8-10" SCT F/10 mit Reducer tendieren. Da hats dann auch noch Lastreserven für ein Leitrohr.
 
LIebe alle,

besten Dank für die bisherigen raschen Rückmeldungen. Naja, 10 Jahre sei mal so hingesagt; 10k für ein Teleskop geht etwas zu weit -- wenn dann vielleicht in der Pension, aber die rückt - der Politik sei Dank - jährlich in noch weitere Ferne. Irgendwann einmal wird der Pensionsantritt in Parsec gerechnet.

Auto habe ich auch; insofern halten sich die Transpottprobleme in Grenzen. Einzige Sorge ist wohl die Justage. Ich hab früher auch von der Dachterasse in Wien in den Himmel geblickt, und natürlich sin die Voraussetzungen nicht so ideal wie auf der Hohen Wand, aber je nach dem um welche Deep Sky Objekte es sich handelte, waren die Ergebnisse. Vor allem Nebel konnte man durch den Einsatz entsprechender Filter - überraschenderweise - sehr gut erkennen. Ich hab gar Astrofotografien gesehen, die angeblich von der Dachterasse geschossen wurden, und die mich verblüfft haben.

Das Standard Dobson flegt nicht. Vielleicht mal anders, die Fragen formuliert:

1. Was spricht gegen die beiden angeführten Newton?

Wenn ich mir http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-304-1500-pds-explorer-bd-neq-6-pro-goto/p,19173 ansehe, wird angeführt: "Dies ist die größte und leistungsfähigste Montierung von Skywatcher. Sie wurde speziell dafür entwickelt, schwere Teleskoptuben bis 18Kg stabil und vibrationsfrei tragen zu können. Das ist die optimale Voraussetzung für erfolgreiche Astrofotografie, bei der es auf einen besonders präzisen Lauf der Montierung ankommt. Sie erscheint in weißem Design und verfügt bereits über eine eingebaute GoTo Steuerung. Kaum eine andere Montierung bietet ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis als die EQ-6, das macht sie so beliebt unter den Hobbyastronomen." --> das klingt zumindest nicht negativ

Ähnliches steht ja auch bei dem 250 Newton.

2. Kann man wirklich nicht für einen Preis von um die EUR 2.000,-- kein Teleskop mit Montierung finden, dass sich für Deep Sky und PLaneten eignet, sowie eine Astrofotografie ermöglicht?

Wenn nicht wirds teuer und ich muss den Golfklub ziehen lassen ;-) Was wäre, wenn ich auf GoTo verzichte, und das Geld in ein besseres Teleskop investiere? Wenn ja´, Vorschläge?

3. Wird einem ausgenommen eines Standard Dobson nichts mehr empfohlen? Nichts gegen das Dobson; es ist und bleibt von einem Preis Leistungsverhältnis genial, aber eben nicht für Astrofotografie geeignet?

4. Hat jemand Erfahurng mit Astrofotografie bei Verwendung eines solchen Newton? Laut dem Verkäufer wären die Pics auf einemguten Niveau.

Sorry, das Fragen Bombardement.

MFG Michal
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael!
Zur Frage 2):
Deep Sky und Planeten sind zwei verschiedene Schuhe - das heißt nicht, dass man die nicht durch ein Teleskop ankucken kann.

Im Prinzip geht´s nach folgender "Formel":
Du erreichst 80% der Leistung mit 20% Einsatz.
Wenn Du die restlichen 20% Leistung rauskitzeln willst, musst Du deinen Einsatz um 80% steigern.

Das gilt für die Montierung und deren Kosten, das gilt für Okulare und deren Kosten. Und das gilt im Prinzip auch für Teleskope. Da geht´s zwar auch um Euro-Kosten, aber den "Preis" den Du zahlen musst um in einem Bereich an eine perfekte Leistung zu kommen ist vor allem die Spezialisierung (und damit der "Verlust" in einem anderen Bereich).

Mir stellt sich die Frage, ob das bei all den anderen Störfaktoren (eigene Sehkraft, Seeing, Streulicht - bei Dir von Wien) für den guten Amateur eine lohnende Jagd ist. Will man in den ambitionierten Bereich, oder hat man sowieso nur eine Vorliebe, dann ist das natürlich was anderes.
Insofern sind die Newton´s schon gute Allrounder - bei f/5 natürlich mit gewissen Okularansprüchen.

Was mich eher ein bisschen umtreibt ist die Tatsache, dass Du da eigentlich schon nah an der Grenze bist, was Transportablilität, Größe und dem das was ein "normale" Amateur sich visuell leisten wird. Will sagen Du katapultierst Dich da schnell an die "normale Grenze" eines Amateurs hoch - was ja auch dein Anliegen ist. Ich gebe aber zu bedenken, dass ein Reiz des Hobby´s (wie vielleicht von vielen Hobby´s) im "noch nicht" besteht - oder zumindest bestehen kann. Klingt kompliziert, meint aber einfach, was willst Du da noch drüber setzen, was toppt das Ganze dann noch, wenn die Gewöhnung (hab ich, kenn ich, nutz ich) einsetzt? Grade auch, weil Du dann finanziell noch mal kräftig nachlegen müsstest. Mit der Montierung gebe ich Dir recht - da schadet es meiner Philisophie nach nix - die mt viel Reserven zu kaufen.

Bei der Optik - aber das ist jetzt wirklich persönlich - würde ich mit was kleinerem Anfangen. Einfach,
* weil dann nochmal was drüber möglich ist,
* weil man sich persönlich orientieren kann (vielleicht ja doch stärker Planeten, oder stärker DeepSky),
* weil man Erfahrungen sammeln kann,
* weil´s nicht ganz so teuer wird (das ganze Zubehörzeugs + Okulare kostet ja nochmal 50% deines Budgets),
* weil man per Gebrauchtkauf und späteren Gebrauchtverkauf (einer ersten Optik), den Verlust in Grenzen halten kann.

Zwei Links für Dich, die Dir vielleicht ganz hilfreich sein könnten:
http://www.deepsky-brothers.de/

Und zur Größe eines 300er Newtons:
http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html
Beim ersten Bild ist´s die ganz große, fette Röhre. Das sollte man auch im Blick haben.

CS
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

Dies ist die größte und leistungsfähigste Montierung von Skywatcher. Sie wurde speziell dafür entwickelt, schwere Teleskoptuben bis 18Kg stabil und vibrationsfrei...

-> Das ist die größte Montierung, die von Skywatcher angeboten wird ;) Verstehst Du, die Monti MUSS einfach alles können, weil sie nix haben, was es besser könnte. Realistisch ist bei langem Hebel meiner Ansicht nach bei 8-10" Öffnung schluss.

Konstruktiv gesagt, das zweite genannte Angebot mit dem 10"er (250mm Öffnung) sollte noch gehen, ja.

ABER, bevor ich so viel Geld auf den Kopf stellen würde, würde ich vorher mal durchkucken wollen, mehrere Systeme vergleichen und dann den besten Kompromiss nehmen.
 
Hi!

Das Problem ist, dass Du visuell und fotografisch mit einer eierlegenden Wollmilchsau erledigen willst. Visuell empfehlen sich mindestens acht Zoll Öffnung, fotografisch empfiehlt sich eine Brennweite von weniger als etwa einem Meter, da sonst die Nachführfehler arg nervig werden. Und ein 200/1000 mm Teleskop hat schon mal f/5 (will also die teureren Okulare) und eine ordentliche Baulänge, was wegen dem längeren Hebel gute Ansprüche an die Montierung stellt.

Astrofotografie steht und fällt mit der Montierung. Ich bin vom Astrotrac sehr angetan (für Brennweiten bis ca. 200, evtl. 300mm - also Teleobjektive), vor allem weil dann parallel noch ein Teleskop für die Beobachtung drin ist, während die Kamera ihre Arbeit verrichtet - ansonsten kannst du dich immer für ein oder zwei Stunden ins Auto verkriechen, während die Belichtung läuft.

Ansonsten seh ich eine ähnliche Montierungsauswahl wie Andreas: Losmandy, Vixen GPD2 oder HEQ6/CGEM (mit Tendenz zur neueren CGEM).

Mögliche Varianten:
Ein C8 auf einer CGEM. Sprengt das Budget, dafür sind die Okulare viel günstiger als bei einem schnellen Newton. Mit 2m Brennweite schön für die Planetenfotografie mit der Webcam, aber mit der DSLR... vorsichtig gesagt: anspruchsvoll. Ein Autoguider wäre da Pflicht für Deep-Sky-Fotografie, ebenso Leitrohr oder Off-Axis-Guider. Mit Fastar-Option wird's teurer, dafür hättest Du dann ca. f/2 zur Verfügung - nur musst Du dann immer umbauen, wenn du zwischen visuell und fotografisch wechselst. Noch reizvoller wird's mit EDGE-HD-Optik (wenn die Werbung ihre versprechen hält), aber dann bist du auch schon weit jenseits der 2000 Euro und hast immer noch keinen Autoguider. Visuell hast du kein riesiges Gesichtsfeld, aber visuell stört gerade in Stadtnähe die höhere VErgrößerung nicht so sehr. Ausgedehnte Objekte wie Nordamerikanebel machen halt keinen Spaß, da sie das Bildfeld evtl. komplett füllen und du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst.

Variante 2: Kauf erstmal eine nackte Vixen GPD2 und z.B. einen ED80 für Foto oder als Richfielder und einen 6-8"-Newton für visuell (oder ein C8). Der ED80 macht visuell auch Spaß, nur fehlt gerade für den (Wieder-) Einstieg Öffnung. Für Foto wirst Du früher oder später einen besseren Okularauszug wollen (bei mir ist's der Baader Steeltrack geworden, die sind leicht auszutauschen), auch hier werden früher oder später Leitrohr und Autoguider kommen und den Preis nach oben treiben - von einer autoguidertauglichen Steuerung mal ganz abgesehen. Aber die kannst du nachrüsten, für visuelle Beobachtungen langt die nackte Montierung. Auch der neue 6" f/6 Newton von Teleskopservice könnte als Allrounder einen Versuch wert sein - er ist weder für Photo noch für visuell perfekt, aber wohl kein zu schlechter Kompromiss (auch wenn der Fangspiegeldurchmesser wohl bemängelt wurde). Die GP/GPD2 sind übrigens soweit ich weiß die einzigen Montierungen, bei denen du die Motoren problemlos abkoppeln und das Teleskop auch ganz ohne Strom betreiben kannst, wenn die Batterien leer sind (bei Losmandy weiß ich's nicht, denen würde ich's aber auch zutrauen). Auch damit sprengst Du dein Budget, aber nicht auf einmal.

Wer ernsthaft fotografieren will, hat ruckzuck die 5000-Euro-Grenze durchbrochen, auch ohne Kamera und Photoshop-Lizenz... Ich spiele auch mit dem Gedanken, meinen ED80 fototauglich zu machen; Stativ und Okularauszug sind schon getauscht - aber alleine Vixen GPD2, FS2-Steuerung von M. Koch, Escap-Motoren, Autoguider und Bildfeldebner würden mich knapp 3000 Euro kosten. Und wie gesagt: Stativ, Optik, Okularauszug und leidlich brauchbare Kamera (unmodifizierte Kamera mit Adapter, aber ohne Timer) hab ich schon. Eine HEQ-5 mit Autoguideranschluss wäre auch eine Alternative zur GPD2, aber die Vixen ist ein gutes Stück solider verarbeitet und vor allem leichter.

Mit einer stabilen Montierung und einer Optik für visuell und einer zweiten für Foto kommst du wahrscheinlich besser weg.

Unbedingt empfehlenswert: http://www.astronomie.de/gad um mit Sternfreunden/Sternwarten in der Nähe Kontakt aufzunehmen. Evtl. kannst Du die dortigen Geräte per Vereinsmitgliedschaft nutzen und so herausfinden, was dir am ehesten liegt. Astrofotografie ist nämlich ziemlich langweilig: Während der Belichtung ist das Teleskop belegt, und danach steht die ein oder andere Stunde mit Photoshop, Deep-Sky-Stacker, Giotto und/oder sonstiger Software an. Allein die Möglichkeit, auf ein stationär fest aufgebautes Teleskop zurückgreifen zu können, kann Gold wert sein. Zwei Stunden im Warmen zu verbringen, während die Kamera rödelt, hat seine Reiz...

Gruß,
Alex
 
Liebe alle,

besten Dank für die bisherigen Kommentare. Ich verstehe langsam, dass Astrofotografie teurer wird. Von vielen ist mit Newton als guter allrounder empfohlen worden. Womöglich ist die Montierung für den 12"Newton nicht ausreichend, aber dann sollte es zumindest der 10" Newton werden.

Astrofotografie ist nicht sofort ein Thema, sondern wohl erst nach einem Jahr visueller Beobachtung; nur würde ich gerne das selbe Teleskop hiefür verwenden, und "nur" entsprechend ergänzen wollen.

MIt dem 10" Newton samt Okularen etc würde ich wohl auf EUR 2.300,-- kommen und könnte auch DeepSky Objekte beobachten.

Ich werde mich noch erkundigen, aber es ist komplex, insbesondere wenn man nicht das Standard Dobson will.

MFG Michael
 
Ich habe keinen wirklichen Vergleich was die Qualität angeht. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass das ganze Equipment sehr schwer ist. Wenn Ich also spechteln gehe muss vorher alles gut geplant sein um den Aufwand zu rechtfertigen. Wenn du ein Garten hast ist es sicher halb so wild. Ich hab mir jedenfalls zum schnellspechteln noch nen kleines Schiebe Dob gekauft.
 
Hi!

Zitat von northi:

Der Zwölfzöller dürfte deutlich zuviel für die Montierung sein, der 250er könnte gehen. Fotografisch sind die Anforderungen ziemlich hoch, evtl. schon zu hoch für die Montierung.

Die 1:5er Optiken sind nicht wirklich planetenfreundlich, allein schon wegen der höheren Obstruktion, aber versuchen kannst Du es durchaus.

Grüße

fquadrat
 
Hi!

Zitat von raziel28:
Auf einer EQ6 würde ich dann jedoch eher in Richtung 8" Newton oder 8-10" SCT F/10 mit Reducer tendieren. Da hats dann auch noch Lastreserven für ein Leitrohr.

Die Frage ist allerdings, ob man hier noch ein Leitrohr braucht. Man kommt nämlich schon in den Öffnungsbereich, der einen Off-Axis-Guider sinnvoll werden läßt.

Grüße

fquadrat
 
Hi f²

Zitat von northi:
Die 1:5er Optiken sind nicht wirklich planetenfreundlich, allein schon wegen der höheren Obstruktion

Japp, das genau sagt die Theorie... ja, eigentlich auch schon öfter gesehene Praxis...

...bis der Tag kam, ich glaube es muss 2005 gewesen sein, da stand ich mit französischen Sternfreunden in den Vogesen. Da hatte einer einen 12" f/4 Dobson der Edelschmiede SkyVision dabei und hielt auf Jupiter... und mir ist glatt die Kinnlade runtergefallen. Ich habe selten einen so gestochen scharfen Planeten gesehen, da passte wirklich alles.

Also, keine Frage, weniger Obstruktion bringt mehr Kontrast, aber es gibt noch weit mehr Faktoren für eine gute Bilddefinition.

Unsereiner mit seiner 16" Dobson-Rumpelkiste kuckt ja auch Planeten, mit durchaus "vorzeigbaren" Ergebnissen durch das Auflösevermögen der großen Optik. Naja, wollen wir nicht vergessen, daß man 16 Zoll wie auch schon 10, obstruktionsfrei als Privatmann nicht mehr bezahlen kann.
 
Zitat von watkin:
Welches Teleskop würde denn mehr Details zeigen?

Nun ja, das größere oder eines mit einem kleineren Fangspiegel. Letzteres ist bei größeren Teleskopen meist der Fall, wenn der Auszug nicht mit mehr Durchmesser als bei einem kleinen Teleskop ausgeführt wird. Langsame Teleskope haben meistens auch einen kleineren Fangspiegel als ihre schnelle Verwandschaft gleicher Bauart.

Allerdings ist bei einem 250-mm-Newton selbst bei 1:5 und 2"-Auszug die Obstruktion nicht mehr das große Problem, eher die Tatsache, daß man mit (Abbe-)Orthos oder monozentrischen Okularen die für das Instrument hohen Vergrößerungen nicht mehr erreichen kann und somit auf eine Barlow oder Konstruktionen mit mehr Linsen zurückgreifen muß. Das gibt dann gerne eine schlechtere Schärfe, oder weniger Kontrast, oder Reflexe.

Ein Teleskop mit 1:8 ist mit einem 4-mm-Ortho meist gut ausgereizt, ein 1:5er Fototeil braucht für die gleiche Vergrößerung ein Okular mit 2,5 mm Brennweite. Sowas gibt es nicht als Ortho, sondern nur als Konstruktion mit vergrößertem Augenabstand, vielen Linsen und einem meist höheren Preis als dem des Orthos.

Das heißt nicht, daß ein schnelles Teleskop planetenuntauglich wäre, nur eben planetenunfreundlich.

Grüße

fquadrat
 
Hi Toni!

Zitat von raziel28:
Da hatte einer einen 12" f/4 Dobson der Edelschmiede SkyVision dabei und hielt auf Jupiter... und mir ist glatt die Kinnlade runtergefallen. Ich habe selten einen so gestochen scharfen Planeten gesehen, da passte wirklich alles.

Nun ja, soviel Obstruktion hat ein derartig großes Teleskop selbst bei einem Fangspiegel für 100% Ausleuchtung eines 2"-Auszugs nicht mehr.

Also, keine Frage, weniger Obstruktion bringt mehr Kontrast, aber es gibt noch weit mehr Faktoren für eine gute Bilddefinition.

Stimmt, aber Obstruktion ist ein Faktor, und die Verwendungsmöglichkeit einfacher Okulare mit entsprechendem Kontrast ein weiterer.

Unsereiner mit seiner 16" Dobson-Rumpelkiste kuckt ja auch Planeten, mit durchaus "vorzeigbaren" Ergebnissen durch das Auflösevermögen der großen Optik. Naja, wollen wir nicht vergessen, daß man 16 Zoll wie auch schon 10, obstruktionsfrei als Privatmann nicht mehr bezahlen kann.

Wieviel Obstruktion hat so eine 16"-Lichtkanone denn noch? Selbst ein Riesenfangspiegel mit 80 mm Durchmesser kommt hier nur auf 20 Prozent ...

Meine schönsten Jupiterbeobachtungen habe ich an einem 200er Halbapo (Zeiss Jena) und einem 50er Newton genossen. Den GRF als Wolkenspirale zu sehen, hatte einen großen Suchtfaktor!

Andererseits möchte ich nicht unbedingt wissen, wie Planeten in einem 6"-GSO-RC aussehen, bei 50 % Obstruktion.

Klare Nächte wünscht

fquadrat
 
Hallo f*f,

Nun ja, soviel Obstruktion hat ein derartig großes Teleskop selbst bei einem Fangspiegel für 100% Ausleuchtung eines 2"-Auszugs nicht mehr.

25%, also 75mm

Wieviel Obstruktion hat so eine 16"-Lichtkanone denn noch? Selbst ein Riesenfangspiegel mit 80 mm Durchmesser kommt hier nur auf 20 Prozent ...

Kleine Achse 88mm, also knapp 22%

Also, keine Frage, das sind andere Dimensionen als bei den katadioptrischen SC, Cassegrain, RC, Mak....
um einfach mal der Obstruktion allgemein eine quantitative Einordnung mitzugeben.
 
Zitat von fquadrat:
Die 1:5er Optiken sind nicht wirklich planetenfreundlich, allein schon wegen der höheren Obstruktion, aber versuchen kannst Du es durchaus.

Zitat von fquadrat:
Allerdings ist bei einem 250-mm-Newton selbst bei 1:5 und 2"-Auszug die Obstruktion nicht mehr das große Problem, ...

Erst ist die Obstruktion schuld, dann wieder nicht? ?)


Zitat von fquadrat:
Ein Teleskop mit 1:8 ist mit einem 4-mm-Ortho meist gut ausgereizt, ein 1:5er Fototeil braucht für die gleiche Vergrößerung ein Okular mit 2,5 mm Brennweite. Sowas gibt es nicht als Ortho, sondern nur als Konstruktion mit vergrößertem Augenabstand, vielen Linsen und einem meist höheren Preis als dem des Orthos.

Dein 150/1200 hat mit dem 4er Ortho 300x Vergrößerung. Für diese Vergrößerung braucht der 10"er SkyWatcher auch nur das 4mm Okular und zeigt trotzdem wesentlich mehr Details - auch mit mehr Linsen im Okular und mit kürzerer Okularbrennweite. Der 12"er zeigt noch mehr Details.

Das einzige, was ich als planetenunfreundlich bezeichnen würde, ist der Mythos, dass man zu deren Beobachtung unbedingt Orthos benötigt. Die Nachteile dieser Quasikontaktlinsen hast du ja schon erwähnt. ;)

CS
Chris


 
Hallo Chris,

Zitat von watkin:

Dafür braucht man aber 1A-Seeing. Dieses vorausgesetzt, stimme ich zu, ansonsten nicht. (Edit: Ich beziehe mich auf Mond und Planeten, nicht auf die Grenzgröße bei Deep Sky, da sieht man mit dem 12-Zöller naturgemäß mehr Detail.)

Zitat von watkin:
...Das einzige, was ich als planetenunfreundlich bezeichnen würde, ist der Mythos, dass man zu deren Beobachtung unbedingt Orthos benötigt. Die Nachteile dieser Quasikontaktlinsen hast du ja schon erwähnt...

Dem stimme ich mit Einschränkung zu. Orthos sind halt die "Königsklasse" der Mond- und Planetenokulare. Plössls, LV's etc. sind da zumindest was meine Ansprüche angeht "gut" bis "sehr gut" und Orthos "sehr gut" bis "ausgezeichnet". Ich hatte mal einen Test mit völlig unerfahrenen Beobachtern gemacht und ihnen ein Objekt erst mit Plössls und dann mit Orthos gezeigt. Ohne zu wissen, welches Okular laut Produktbeschreibung besser sein müsste, meinten beide unabhängig voneinander, dass die Orthos bei vergleichbarer Vergrößerung eine bessere Detailschärfe als die Plössls hatten.

Das ist auch mein Eindruck. Jedoch muss ich hierzu sagen, dass bei Mond und Planeten meine Ansprüche an die bestmögliche Schärfe und Kontrast wesentlich höher sind als in anderen Disziplinen. Deshalb greife ich stets zu Orthos. Das Okular ist eben doch das halbe Fernrohr.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Toni!

Zitat von raziel28:
Also, keine Frage, das sind andere Dimensionen als bei den katadioptrischen SC, Cassegrain, RC, Mak....
um einfach mal der Obstruktion allgemein eine quantitative Einordnung mitzugeben.

Eben - meisten dieser Instrumente haben Obstruktionen ab 30%, oft 35% und mehr. Und Werte über 40%, wie sie bei schnellen Newtons kleinen Durchmessers vorkommen können, wenn ein 2"-Auszug gewünscht wird, stören halt merklich. Die von Dir genannten Cassegrains und besonders ihre Abwandlungen brauchen meistens große Fangspiegel, was für eine hohe Obstruktion sorgt.

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo Chris!

Zitat von watkin:
Erst ist die Obstruktion schuld, dann wieder nicht?

Bei kleinen Teleskopen wird die Obstruktion groß, weil der Fangspiegel mit Rücksicht auf das Okularsteckmaß nicht unter einen bestimmten Wert verkleinert werden kann, die Öffnung aber gering wird (andernfalls wäre es kein kleines Teleskop). Bei einem schnellen Teleskop, besonders bei Newtons, muß der Spiegel in einen "dickeren" Bereich des Lichtkegels eingreifen, um das Bild weit genug in den Okularauszug zu befördern. Bei einem langsamen Newton macht die Tubusdicke im Vergleich mit der Brennweite wenig aus, da kann man den Fangspiegel nah an die Spitze des Kegels setzen.

Dein 150/1200 hat mit dem 4er Ortho 300x Vergrößerung. Für diese Vergrößerung braucht der 10"er SkyWatcher auch nur das 4mm Okular und zeigt trotzdem wesentlich mehr Details - auch mit mehr Linsen im Okular und mit kürzerer Okularbrennweite. Der 12"er zeigt noch mehr Details.

Schon klar, schließlich sind die Öffnungen sehr unterschiedlich. Während der Sechszöller ausgereizt ist, hat der Zehnzöller noch eine große Leistungsreserve, und der Zwölfzöller erst recht. Aber vergleiche mal einen langsamen 114er und einen schnellen 130er gleicher Fertigungsqualität. Der dicke leidet an mehr Obstruktion, die bei kontrastarmen Strukturen, wie sie bei Planeten anzutreffen sind, wie sphärische Aberration oder eine Verringerung der Öffnung wirkt.

Das einzige, was ich als planetenunfreundlich bezeichnen würde, ist der Mythos, dass man zu deren Beobachtung unbedingt Orthos benötigt. Die Nachteile dieser Quasikontaktlinsen hast du ja schon erwähnt. ;)

Och, ich mag meine Lowcostplössls. Freilich muß man in diese bei kleinen Brennweiten mehr "hineinkriechen" als in diverse alte Orthos. Die "gemittelte" Konstruktion Vixen-Ortho hat bei 5 mm Brennweite allerdings erstaunlich viel Augenabstand, was das 4-mm-Plössl inzwischen an Unterbeschäftigung leiden läßt. Leider kann ich zu selten Orthos und Plössl bei sehr gutem Seeing vergleichen, denn die alten Orthos sind nur an einem Ort verfügbar, der fast immer bestenfalls mittelprächtiges Seeing aufweist. Vielleicht bekomme ich auf dem ATT mal günstig ein gutes echtes Ortho um 7 mm.

Die Plössl sind übrigens trotz ihres geringen Preises nicht schlecht, die schlugen sich bezüglich Schärfe recht gut, als sie gegen eudiaskopische Okulare antreten mußten. Einer der Tester war besonders schärfeverwöhnt (130-mm-Astrophysics-Triplett) und konnte dennoch keinen merklichen Unterschied an einem 12"-Newton und einem 4"-Unitronrefraktor feststellen. So schnell werden die Teile also wohl nicht ersetzt, wenn ich inzwischen auch sehr zum Weitwinkel tendiere, wenn es nicht gerade um höchste Vergrößerungen geht.

Grüße

fquadrat
 
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