Torsten_Pfalz
Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich besitze seit zwei Jahren ein Pentax 7x50 PCF V der preiswerten Sorte (ca. 200 €) und bin bisher damit vollauf zufrieden. Mich interessiert aber schon lange ob und wie stark der Unterschied zu den teuren hochwertigen Feldstechern bemerkbar ist. Da mein Nachbar auch in den praktische Astronomie einsteigen will und vor der Wahl eines Fernglaskaufes steht, haben wir die Chance zu einem Vergleich genutzt. Von Arbeitskollegen (zwei Jäger) habe ich mir die folgenden Gläser geliehen:
LEICA Trinovid 10x42 BN
ZEISS West Dialyt 8x56B
Swarovski "Habicht" SLC 8x56B
Das die letzten beiden Gläser aufgrund der großen Austrittspupille nicht für das lichtverschmutzte Jülich optimiert sind, wussten wir, war uns aber auch egal ;-)
Gestern abend, bei leider schon recht "dickem" Mond aber guten Himmel, sind wir dann aufs Feld. Die folgenden Objekte wurden begutachtet: Orionnebel, Plejaden, Andromedagalaxie, die offenen Sternenhaufen zwischen Perseus und Kassiopeia (NGC 8??), M? im Großen Hund und die großen Planeten Jupiter, Saturn und zum Schluß Venus. Unser beider Fazit für die Gläser fiel recht eindeutig aus. Bei allen Gläsern fiel die tolle Verarbeitung positiv auf, wobei mir besonders der Dioptrienausgleich im Mitteltrieb des LEICA gefallen hat. Auch das Einblickverhalten ohne Brille fand ich toll. Mit Brille war an dieser Stelle kein großer Unterschied zum Pentax feststellbar. In der Optik gab es jedoch einige Unterschiede.
Platz 1: Zeiss! Wirklich tolle Bilder, die uns dieses Glas lieferte. Knackscharf und ohne Farbfehler am Planeten. In den Plejaden zeigten sich wahnsinnig viele Hintergrundsterne von denen ich in meinem Pentax noch nicht mal was geahnt hatte. Das Zeiss hatte außerdem kaum bis keine Verzerrungen der Sterne zum Rand hin aufzuweisen. Dazu kam noch, dass das Glas wesentlich leichter, als das gleich große Swarovski war. Was man bei den Temperaturen für das Glas braucht, sind Handschuhe. Die Gummierung des Fernglases kühlte extrem schnell aus.
Platz 2: Swarovski! Ich hatte den Eindruck, etwas weniger Hintergrundsterne zu erkennen, die Abweichungen waren aber minimal. Negativ waren aber die Verzerrungen an den Sternchen (kleine Strichspuren) zum Randbereich hin. Hätte ich bei so einem teuren Glas nicht erwartet. Außerdem fiel das Gewicht negativ auf.
Platz 3: LEICA! Schade eigentlich, da dass Glas im Deepskybereich sehr gut abschnitt. Was aber unser Meinung nach untragbar war und für den Preis auch stark überraschte, war der extreme Farbfehler an den Planeten. Jupiter und Saturn zeigten je zwei extreme blaue Spikes, die selbst die großen Monde am Jupiter verschluckten. Komisch war dabei, dass die Farbfehler kleiner wurden, je weiter man zum Rand des Glases wanderte. Gefallen hat mir das kompakte Design des LEICA, welches es als Reise- oder Wanderglas empfiehlt.
Fazit: Die drei Gläser waren optikmäßig insgesamt schon ein bis zwei Klassen besser als mein günstiges Pentax. Gerade im Deep-Sky-Bereich war ich echt begeistert (der Orionnebel hat mich im Zeiss einfach umgehauen). Überrascht waren wir beide über die Qualitätsunterschiede zwischen den teuren Gläsern. ich hätte nicht erwartet, wirklich etwas festzustellen. Trotz allem bin ich nach wie vor von meinem Pentax begeistert. Für einen Fünftel des Preises, habe ich ein wirklich gutes Glas erhalten, welches ich auch nicht so schnell gegen ein teures eintauschen werde. Mein Nachbar wird sich wohl noch etwas umschauen, von Fujinon hört man ja recht viel Gutes.
Heute morgen bin ich dann äußerst vorsichtig mit dem Fahrrad zur Arbeit geradelt, da ich ständig daran denken musste, Gläser im Wert von über 3000€ im Rucksack zu haben ;-)
Viele Grüße und Clear Sky,
Torsten!
ich besitze seit zwei Jahren ein Pentax 7x50 PCF V der preiswerten Sorte (ca. 200 €) und bin bisher damit vollauf zufrieden. Mich interessiert aber schon lange ob und wie stark der Unterschied zu den teuren hochwertigen Feldstechern bemerkbar ist. Da mein Nachbar auch in den praktische Astronomie einsteigen will und vor der Wahl eines Fernglaskaufes steht, haben wir die Chance zu einem Vergleich genutzt. Von Arbeitskollegen (zwei Jäger) habe ich mir die folgenden Gläser geliehen:
LEICA Trinovid 10x42 BN
ZEISS West Dialyt 8x56B
Swarovski "Habicht" SLC 8x56B
Das die letzten beiden Gläser aufgrund der großen Austrittspupille nicht für das lichtverschmutzte Jülich optimiert sind, wussten wir, war uns aber auch egal ;-)
Gestern abend, bei leider schon recht "dickem" Mond aber guten Himmel, sind wir dann aufs Feld. Die folgenden Objekte wurden begutachtet: Orionnebel, Plejaden, Andromedagalaxie, die offenen Sternenhaufen zwischen Perseus und Kassiopeia (NGC 8??), M? im Großen Hund und die großen Planeten Jupiter, Saturn und zum Schluß Venus. Unser beider Fazit für die Gläser fiel recht eindeutig aus. Bei allen Gläsern fiel die tolle Verarbeitung positiv auf, wobei mir besonders der Dioptrienausgleich im Mitteltrieb des LEICA gefallen hat. Auch das Einblickverhalten ohne Brille fand ich toll. Mit Brille war an dieser Stelle kein großer Unterschied zum Pentax feststellbar. In der Optik gab es jedoch einige Unterschiede.
Platz 1: Zeiss! Wirklich tolle Bilder, die uns dieses Glas lieferte. Knackscharf und ohne Farbfehler am Planeten. In den Plejaden zeigten sich wahnsinnig viele Hintergrundsterne von denen ich in meinem Pentax noch nicht mal was geahnt hatte. Das Zeiss hatte außerdem kaum bis keine Verzerrungen der Sterne zum Rand hin aufzuweisen. Dazu kam noch, dass das Glas wesentlich leichter, als das gleich große Swarovski war. Was man bei den Temperaturen für das Glas braucht, sind Handschuhe. Die Gummierung des Fernglases kühlte extrem schnell aus.
Platz 2: Swarovski! Ich hatte den Eindruck, etwas weniger Hintergrundsterne zu erkennen, die Abweichungen waren aber minimal. Negativ waren aber die Verzerrungen an den Sternchen (kleine Strichspuren) zum Randbereich hin. Hätte ich bei so einem teuren Glas nicht erwartet. Außerdem fiel das Gewicht negativ auf.
Platz 3: LEICA! Schade eigentlich, da dass Glas im Deepskybereich sehr gut abschnitt. Was aber unser Meinung nach untragbar war und für den Preis auch stark überraschte, war der extreme Farbfehler an den Planeten. Jupiter und Saturn zeigten je zwei extreme blaue Spikes, die selbst die großen Monde am Jupiter verschluckten. Komisch war dabei, dass die Farbfehler kleiner wurden, je weiter man zum Rand des Glases wanderte. Gefallen hat mir das kompakte Design des LEICA, welches es als Reise- oder Wanderglas empfiehlt.
Fazit: Die drei Gläser waren optikmäßig insgesamt schon ein bis zwei Klassen besser als mein günstiges Pentax. Gerade im Deep-Sky-Bereich war ich echt begeistert (der Orionnebel hat mich im Zeiss einfach umgehauen). Überrascht waren wir beide über die Qualitätsunterschiede zwischen den teuren Gläsern. ich hätte nicht erwartet, wirklich etwas festzustellen. Trotz allem bin ich nach wie vor von meinem Pentax begeistert. Für einen Fünftel des Preises, habe ich ein wirklich gutes Glas erhalten, welches ich auch nicht so schnell gegen ein teures eintauschen werde. Mein Nachbar wird sich wohl noch etwas umschauen, von Fujinon hört man ja recht viel Gutes.
Heute morgen bin ich dann äußerst vorsichtig mit dem Fahrrad zur Arbeit geradelt, da ich ständig daran denken musste, Gläser im Wert von über 3000€ im Rucksack zu haben ;-)
Viele Grüße und Clear Sky,
Torsten!