Traumhafter Sternenhimmel ...

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Ilka

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Liebe Sternfreunde,

noch randvoll mit schönen Eindrücken möchte ich Euch ein wenig daran teilnehmen lassen ...

Der Abend begann mit traumhaft schönen Wolkengebilden in den wunderbarsten Farben. Die klare Luft versprach einen ebenso schönen Nachthimmel, den ich dann tatsächlich in den letzten beiden Stunden geniessen durfte.
Augenprüfer "Reiterlein" war sehr klar und deutlich von Mizar zu trennen und ich überlegte lange, wie ich nun beobachten möchte. Mein Teleskop steht noch in der Sternwarte und die Alternative wäre ein Feldstecher gewesen. Da dieser aber schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und auch einiges an Gewicht trägt, wären mir irgendwann im Laufe des Abends die Arme schwer geworden. Also entschied ich mich für's bloße Auge!

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen können. Nach relativ kurzer Zeit wurde ich mit einem Detailreichtum belohnt, der einfach umwerfend war. M 31, die Andromedagalaxie - konnte ich als ein kleines Oval mit hellem Kern bewundern. Bei "h und chi" ahnte ich fast die einzelnen Sterne des schönen offenen Sternhaufens ...

Ich entschloss mich, meinen Standort vor der Tür zu verlassen, um einen Blick über den ganzen Himmel zu bekommen. Für diese Entscheidung wurde ich gegen 23:00 Uhr mit der Sichtung des Noss-Triplet belohnt! Es zog durch die Leier in Richtung Südost und war bestimmt 60 Sekunden lang zu sehen.

Über meinem Kopf spannte sich die leuchtende und zweigeteilte Milchstraße. Beim Betrachten dieses Bandes wurde mir bewusst, das ich auf den Teil eines Spiralarmes blicke, welcher uns umgibt und in dem wir mit unserem Sonnensystem eingebettet sind. Ein schöner Gedanke, bei dem mich ein Gefühl der Geborgenheit beschlich. Andererseits hatte ich aber wieder das Gefühl des "Achterbahnfahrens" im Bauch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Schon interessant, welche Stimmungen so ein Sternenhimmel auslösen kann ...

Nun versuchte ich M 13 im Herkules zu finden und sah ihn als schwaches winziges Kügelchen "leuchten".
Während Satelliten hin- und her flitzten, löste sich aus dem Zenit eine glühende Sternschnuppe mit einer Rauchspur und fiel langsam in südlicher Richtung zum Sternbild des Schützen.

Es waren wohl keine Besonderheiten, die ich mir angeschaut habe. Das Besondere waren meine Augen, die etwas so wahrnehmen durften, wie es vielleicht meine Vorfahren vor tausend und mehr Jahren wahrgenommen haben: den traumhaften Sternenhimmel ohne jegliche Hilfsmittel ...

Liebe Grüße

Ilka

 
Hallo,

Ja, man kann sich die teuersten und größten Teleskope kaufen und dennoch ist es der bloße Anblick des gestirnten Himmels mit eigenen Augen, der einen immer wieder umhauen und begeistern kann. Gerade in letzter Zeit meine ich festzustellen, dass sich viele Leute ein Teleskop kaufen, weil sie endlich mal "was sehen wollen". Das Resultat ist dann ein Öffnungswahn, denn wer sich nicht Nacht für Nacht am Sternenhimmel erfreuen kann, der wird sich auf Dauer auch an keinem für Normalverbrauicher erschwinglichen Teleskop begeistern. Außerdem ist der bloße Anblick des dunklen Himmels eine sehr schöne Möglichkeit, seine Augen vor der DeepSky-Beobachtung an die Dunkelheit zu gewöhnen und sich mit der Stellung der Sternbilder vertraut zu machen.

Was mich aber noch interessieren würde: Von wo aus hast du beobachtet?
 
Hallo Ilka!

Zum Abschluss einer Spechtelnacht, lege ich mich meistens noch einmal 10-20min
auf eine Bank und genieße den Himmel einfach so.

Beste Grüße

Sabine
 
Hallo Rolf,

mein Standort ist ein kleiner Vorort von Bad Salzuflen in Ostwestfalen/Lippe. Er liegt ein wenig höher als der eigentliche Wohnort und ist ländlich geprägt. Die nächste größere Stadt ist Bielefeld.

> Gerade in letzter Zeit meine ich festzustellen, dass sich viele Leute ein Teleskop kaufen, weil sie endlich mal "was sehen wollen". <

Dazu gehörte auch ich vor einigen Jahren und habe es natürlich nicht bereut. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

> Das Resultat ist dann ein Öffnungswahn, denn wer sich nicht Nacht für Nacht am Sternenhimmel erfreuen kann, der wird sich auf Dauer auch an keinem für Normalverbrauicher erschwinglichen Teleskop begeistern. <

Das kann ich so nicht beurteilen, glaube aber, dass so ziemlich jeder Spechtler - egal ob er eine große oder kleine Öffnung hat - sich der Faszination beim Anblick eines klaren Sternenhimmels nicht entziehen kann oder will.

Wenn ich mir z. B. mit einer großen Öffnung die Struktur von M 31 anschaue, bin ich so hin- und weg von der Vorstellung, so "unmittelbar" am Geschehen zu sein, dass ich damit stundenlang beschäftigt bin und vor lauter Faszination vergesse, dass es auch noch andere Objekte gibt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

An einem anderen Tag - so wie gestern - ist es die Klarheit des gesamten Himmels, die mich begeistert und anrührt. So wechseln die Stimmungen ...

Viele Grüße

Ilka
 
Hallo Sabine,

dann kannst Du meine Empfindungen sicher nachvollziehen ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Herzliche Grüße

Ilka
 
Ja gestern war schön! Gestern abend hatte ich 10 km östlich von Berlin einen fantastischen 5,8 mag Himmel, und da sieht man mit bloßem Auge wunderbar schon die Strukturierung der Milchstraße und den Andromedanebel in voller Größe. Speziell die Andromedagalaxie mit ihren Begleitgalaxien war im Teleskop atemberaubend schön gestern.

Da ich meinen Karkoschka vergessen hatte, und weil im südlichen Horizont doch einige Wolken vorbeizogen, hatte ich nach dem Abklappern meiner Standard-DS-Sommer-Objekte viel Zeit, mich mit der Milchstraße zu beschäftigen.
Also flezte ich mich wie ein Model bei dem Genfer Automobilsalon auf der Kühlerhaube, und bewunderte mit bloßem Auge die galaktische Himmelspracht, die Dunkelwolken, den starken Satellitenverkehr und die vielen kleinen Sternschnuppen, die man in der Stadt nicht beobachten kann. Im Osten war in Polen noch eine Gewitterfront zu sehen, die die Wolken bizarr anleuchtete.

Kein Insekt behelligte mich, nur der latente Geruch von Gülle störte ein wenig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Insgesamt ein wunderschöner Abend.
 
Hallo Udo,

ich werde mich bemühen ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Auch heute ist wieder eine traumhaft klare Nacht - nur steht mein Teleskop immer noch auf der Sternwarte. Also morgen werde ich es holen, um doch nach langer Zeit mal wieder tiefer in den Himmel einzutauchen.

Vielleicht schaue ich mir dann die Objekte an (zumindest zwei oder drei, denn mehr schaffe ich vor lauter Staunen sowieso nicht), die Du so schön in Deinem BB beschrieben hast.

Viele Grüße

Ilka
 
Hallo Hugo (?) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

schön, dass es in der Nähe von Berlin so dunkle Orte gibt, die einem das Spechteln mit Genuss möglich machen!

Eine Prise Landluft oder- Duft kann sicher nicht schaden, so verliert man nicht so schnell die "Bodenhaftigkeit" angesichts der galaktischen Schönheiten am Himmel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Nun habe ich hier im Forum viel über die Supernova gelesen und bin sehr neugierig geworden. Wenn das Wetter morgen auch noch mitspielt, werde ich mein Glück versuchen! Eines ist gewiss: ich werde bei ihrem Anblick und mit der Vorstellung, was dort passiert ist, sicher Stunden am Okular kleben bleiben ...

Viele Grüße

Ilka
 
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